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All-Time Great Portrait

Steve Young

Portrait
Portraitphoto Steve Young
Informationen
Geboren: 11.10.1961
College: Brigham Young
Position: Quarterback
Draft: 1985, Supplemental Draft, erster ausgewählter Spieler
Teams: Los Angeles Express (USFL, 1984-1985), Tampa Bay Buccaneers (1985-1986), San Francisco 49ers (1987-1999)
Super Bowl MVP: 29
Hall of Fame: 2005

Es war der 28. Dezember 1992. An diesem Abend mußte Steve Young klar werden, dass er zwar ein hervorragender Quarterback war, aber immer noch im Schatten des großen Joe Montana stand. Im heimischen Candlestick Park trafen die San Francisco 49ers auf die Detroit Lions. Es war der letzte Spieltag der regulären Saison, und es ging für die Niners um nichts mehr. Und doch bebte das Stadion förmlich vor Beginn der zweiten Halbzeit dieses Monday Night Games. Denn ER kam zurück. ER - Joe Montana. Sie alle wollten IHN sehen - den Mann, den sie fast zwei komplette Spielzeiten so sehr vermisst hatten. Nicht, dass Steve Young ihn schlecht vertreten hätte. Nein, ganz gewiss nicht, im Gegenteil. Zum Most Valuable Player der NFL war er gerade gewählt geworden. Und doch... Spätestens an diesem Abend stand fest, Steve Young würde noch ganz Großes leisten müssen, um endgültig aus Joe Montana's Schatten zu treten.

Seine Football-Karriere begann er in Utah auf der Brigham Young University. Wo auch sonst, wurde doch diese Uni einst von einem direkten Vorfahren gegründet. Steve Young ist der Ur-Ur-Ur-Großenkel von Brigham Young, dem Mormonen-Patriarchen. An der BYU erwarb Steve All-American-Ehren. 1983 wurde er bei der Wahl zur Heisman Trophy zweiter hinter Nebraska Running Back Mike Rozier.

Steve Young ist einer der wenigen absoluten Top Quarterbacks, die nicht nur in der NFL professionell Football spielten. Seine ersten beiden Profijahre spielte er für den Los Angeles Express in der NFL-Konkurrenz-Liga USFL - nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit, und so mußte die USFL nach der 1985er Saison den Spielbetrieb einstellen.

Nach dem Ende der USFL zog es Steve nach Florida. Bei den Tampa Bay Buccaneers begann seine NFL-Karriere. Hier löste er den zuvor in San Francisco von Joe Montana verdrängten Steve DeBerg ab. Nach zwei Jahren zog es Young zurück nach Kalifornien. Für zwei Draft Picks holte Bill Walsh ihn nach San Francisco als Backup für Joe Montana - damit hatte Steve seine Football-Heimat gefunden.

Zwischen 1987 und 1990 spielte Young in 35 Spielen, davon in 10 als Starter. Auch in der Super Bowl 24 gegen Denver (55-10) kam er im vierten Viertel zu einem Kurzeinsatz. Schon in diesen vier Jahren bewies er eine Fähigkeit, die er mit seinem "Lehrmeister" Joe Montana teilte - nämlich die, ein Spiel noch aus dem Feuer reißen zu können.

Nicht wenige Experten waren schon damals überzeugt, dass Steve Young in jedem anderen Team Starting Quarterback sein könnte - nur halt nicht in San Francisco, denn da ist Joe Montana. Und daher bedrängte ihn sein Agent Leigh Steinberg nach der 1990er Saison, die 49ers endlich zu verlassen, um endlich irgendwo als Starter zu spielen. Steve's Vertrag war abgelaufen, und Steinberg war aufgrund Steve's immerwährender Loyalität zum Team überzeugt, man würde einen fairen Handel mit ihm machen. Doch Steve Young lehnte Steinberg's Vorschlag höflich ab und unterschrieb einen Zweijahresvertrag bei den 49ers. Er sagte seinem Agent, er wolle in San Francisco bleiben und sei gewillt auf seine Chance, das Team als Starting Quarterback zu übernehmen, zu warten.

Diese Chance kam mit Joe Montana's langwieriger Ellbogenverletzung vor der 1991er Saison. Doch der Weg vom Ersatzmann zum Superstar war steinig. Von den ersten neun Spielen wurden nur vier gewonnen, und Steve verletzte sich am Knie. Mit dem dritten Quarterback Steve Bono wurden fünf von sechs Spielen gewonnen. Das letzte Saisonspiel gewann dann wieder Steve Young für die 49ers. Aufgrund des durchwachsenen Saisonstarts wurden die Playoffs verpaßt. Trotz der Bilanz von 5-5 mit Steve Young gegenüber einer Bilanz von 5-1 mit Steve Bono, ließ Head Coach George Seifert nie einen Zweifel, dass Young für ihn der bessere Steve war.

1992 legte Steve Young seine Meisterprüfung ab. 268 von 402 Pässen (66,7 %) fanden ihren designierten Adressaten für 3.465 yds, 25 TDs und nur sieben Interceptions - damit wurde er zum MVP der Liga gewählt. Am Ende der regulären Saison stand das oben erwähnte Spiel gegen Detroit. Beim knappen Halbzeitstand von 7-6 kam Joe Montana nach langer Verletzungspause zurück, warf zwei TD-Pässe und gewann das Spiel am Ende 24-6. Doch wer glaubte, das dürfte es jetzt gewesen sein für Steve Young, der irrte. In den Playoffs, einschließlich des NFC-Finales gegen Dallas (20-30) spielte Steve - nicht Joe. George Seifert zeigte deutlich auf, dass er für die Zukunft mit Steve Young als Starter plante - der gerechte Lohn für brillante Leistungen. Auch wenn viele Spieler immer noch hinter Montana standen und Umfragen unter den Fans für Steve Young vernichtende Ergebnisse erzielten. Im NFC-Finale spielte Steve jedoch nur durchschnittlich und verpaßte durch die Niederlage die Chance, in Joe Montana's Beisein die Super Bowl zu spielen und endgültig aus seinem Schatten zu treten.

Am Ende der 92er Saison drängte Agent Steinberg Steve wieder zu einem Wechsel, weil er verärgert war darüber, wie sein Schützling von der Öffentlichkeit behandelt würde, speziell wenn man bedenkt, dass Steve immerhin der MVP der NFL war. Doch die 49ers erfüllten die jetzt höheren Gehaltsforderungen, wissend, dass man Steve brauche, um langfristig weiter an der Spitze zu bleiben, denn Montana war ja nicht mehr der jüngsten einer. Wissend, dass er bei den Niners nur noch die Nr. 2 hinter Steve Young sein würde, nahm Joe Montana das Angebot der Kansas City Chiefs an - damit war für Steve Young der Weg endgültig frei. Doch um sich wirklich endgültig von Montana's Schatten zu befreien, mußte ein Super-Bowl-Ring her.

Auch 1993 wurde Steve Young wieder zum MVP der Liga gewählt. Er schaffte es als dritter Quarterback der NFL-Geschichte, zum zweiten Mal in Folge den Titel des besten Werfers der Liga zu gewinnen. Im NFC-Finale scheiterte er jedoch wieder an Dallas (21-38) - wieder konnte er zum entscheidenden Zeitpunkt nicht überzeugen.

1994 war es dann endlich soweit - der Schatten des scheinbar übermächtigen Joe Montana wurde weggefegt. Und doch gab es zunächst Rückschläge. Ausgerechnet bei den Kansas City Chiefs mit Joe Montana setzte es am zweite Spieltag eine Niederlage (14-24). Auf den Zuschauerrängen prangte ein Plakat mit der Aufschrift "Joe's land - where the Young cannot survive." Am fünften Spieltag setzte es sogar eine mehr als deftige Heimniederlage gegen Philadelphia (8-40), und Steve wurde sogar ausgewechselt. Eine Woche später jedoch kam man in Detroit noch nach einem 14-Punkte-Rückstand zurück, und von da an lief es. Nur das letzte - für die 49ers unbedeutende - Saisonspiel in Minnesota wurde noch verloren. Joe Montana hatte insgesamt dreimal ein QB-Rating von mehr als 100 Punkten erzielt - Steve hatte das jetzt bereits zum vierten Mal in Folge geschafft. Seine 112,8 Punkte am Ende der 94er Saison verbesserten Montana's Rekord aus dem Jahre 1989 um 0,4 Punkte. Zum dritten Mal in Folge war er bester Werfer der Liga geworden.

Im NFC-Finale wurde auch das Schreckgespenst Dallas Cowboys bezwungen (38-28) - Steve stand in "seiner" Super Bowl. Er nutzte die ihm gegebene Chance eindrucksvoll. 49-26 hieß es am Ende gegen die bedauernswerten San Diego Chargers. Spätestens nach diesem Spiel weinte in San Francisco Joe Montana niemand mehr eine Träne nach, soviel er auch für die Niners in seiner Karriere getan hatte. Jetzt war Steve Young der Held. Soeben hatte er das Unmögliche möglich gemacht und nicht weniger als sechs TD-Pässe geworfen - einer mehr als Montana fünf Jahre zuvor gegen Denver. 24 seiner 36 Pässe wurden für 325 yds komplettiert bei sechs TDs und keiner Interception. Darüberhinaus war er auch der beste "Running Back" mit 49 yds bei fünf Läufen. Klar, dass er mit diesen Zahlen zum Super Bowl MVP gewählt wurde. Das einzige, was dieses Spiel für Steve Young noch perfekter hätte machen können, wäre wohl ein anderer Gegner gewesen - die Kansas City Chiefs mit Joe Montana.

Das Vertrauen in Steve Young war spätestens jetzt unerschütterlich. Auch wenn die Saison 1995 für die Verhältnisse der 49ers eher verkorkst war. Young war längere Zeit verletzt, wurde aber von Elvis Grbac gut vertreten. Weitere Verletzungen, die die Offense betrafen, wurden so gut es ging kompensiert, doch man scheiterte schon im Divisional Playoff Game zuhause an den Green Bay Packers, die es schafften, das Paßspiel der Niners fast völlig zu blockieren.

Auch 1996 scheiterte man im Divisional Playoff Game deutlich an Green Bay und Steve's Rivalen Brett Favre, gegen die man schon während der regulären Saison in der Verlängerung verloren hatte. Anfang der Neunziger hieß das Schreckgespenst Dallas Cowboys - nun waren es die Green Bay Packers. Zu Beginn der Saison 1997 gab es wieder Verletzungen zu beklagen, besonders die von Jerry Rice. Trotzdem erzielten die 49ers den besten NFC-Rekord und damit Heimvorteil in den Playoffs. Doch im NFC-Finale war man gegen Green Bay wieder chancenlos - die vierte Niederlage in Folge gegen Green Bay.

Dafür gab es dann jedoch im Jahr darauf mit dem sensationellen Comeback (The Catch - Part II) im Wild-Card Game die Revanche, als Steve Sekunden vor Schluss den siegbringenden TD-Pass warf. Auch sonst war 1998 eine erfolgreiche Saison für Steve: Seine 4.170 Passing Yards und 36 TD-Pässe bedeuteten Club-Rekord, und mit Jerry Rice knackte er den Rekord von Dan Marino/Mark Clayton für das erfolgreichste TD-Gespann. Sein QB-Rating von 101,1 brachte ihm den Starter-Platz in der Pro Bowl ein, und die Besucher von SanFrancisco49ers.de wählten ihn zur "49ers Most Valuable Personality".

1999 war dann jedoch eine äußerst unerfreuliche Saison für Steve Young - denn sie war für ihn bereits nach dem dritten Spieltag beendet. Ein harter Hit kurz vor der Halbzeit im Monday Night Game in Arizona brachte ihm eine weitere Gehirnerschütterung ein, die dritte in vier Jahren, und er sollte danach nicht wieder spielen - prompt legten die 49ers ihre schlechteste Saison seit 19 Jahren hin.

Am 12. Juni erklärte Steve Young offiziell seinen Rücktritt. Er hatte zwar noch einen umstrukturierten Vertrag unterschrieben, aber vorerst nur, um den 49ers unter das Salary Cap zu helfen und sich die Option offen zu halten. Nach langem Kampf mit sich selbst siegte schließlich die Vernunft. Sicher wäre Steve Young ein schönerer Abschied auf dem Spielfeld zu gönnen gewesen. Aber wer hätte es schon gerne gesehen, wenn dieser großartige Sportler noch einmal bewußtlos vom Platz getragen worden wäre?! Denn diese Gefahr hätte man nicht wegdiskutieren können.

Young ist immer ein Quarterback mit dem Körper und der Mentalität eines Running Backs gewesen. Wenn er sah, dass er als Läufer Raumgewinn erzielen konnte, dann zögerte er nicht, sich selbst in die Schlacht zu werfen, anstatt um jeden Preis den Ball zu werfen - und das in den letzten Jahren zunehmend sehr zum Leidwesen seiner Trainer aufgrund des Risikos, eine weitere Gehirnerschütterung zu erleiden.

Young hatte also nicht nur den Arm, sondern auch die Beine. Damals, als er noch Joe Montana's Ersatzmann war, lief er instinktiv öfter los, wenn der Spielzug nicht so funktionierte, wie er sollte. Später wurde er geduldiger und suchte nach dem zweiten oder dritten möglichen Paßempfänger - die Niners hatten ja schon immer neben hervorragenden Wide Receivers auch einen Tight End und Running Backs, die sehr gut fangen konnten. Und dennoch lauerte für den Gegner immer die Gefahr, dass Steve dann doch die Defense überrachte und auf einen Schlag 20 oder 30 yds oder noch mehr erlief. "Steve kann einen Spielzug am Leben halten.", sagt Jerry Rice, der mit Steve Young das bis heute erfolgreichste TD-Tandem der NFL-Geschichte bildete (85 gemeinsame TD Connections). "Ein Defensive Back muss immer Angst haben, dass Steve losläuft, und während er zögert, kann ich schon einen Schritt Vorsprung haben."

Den Vorsprung, den Montana früher auf ihn hatte, hatte Steve Young danach seinerseits auf die Backup Quarterbacks, schließlich hatte er lange Jahre geduldig auf seine Chance gewartet und diese dann auch genutzt. Wenn es um die besten Quarterbacks der NFL-Geschichte geht, muss er im selben Atemzug genannt werden, wie unter anderem sein Vorgänger Joe Montana, auch wenn er "nur" eine Super Bowl als Starter gewonnen hat und war "nur" einmal Super Bowl MVP war.

Im August 2005 wurde Young - wie sein Vorgänger Montana - gleich im ersten Jahr seiner Berechtigung in die Hall of Fame aufgenommen.

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Standings

NFC West
Team W L T Streak
Rams 2 1 0 W1
Cardinals 1 1 0 W1
Seahawks 1 1 0 W1
49ers 0 3 0 L3

Spielplan

Datum Gegner Erg
Preseason
12.08. @ Chiefs W, 27–17
20.08. Broncos L, 14–33
28.08. @ Vikings L, 31–32
01.09. Chargers W, 23–13
Regular Season
10.09. Panthers L, 3–23
17.09. @ Seahawks L, 9–12
22.09. Rams L, 39–41
01.10. @ Cardinals
08.10. @ Colts
15.10. @ Redskins
22.10. Cowboys
29.10. @ Eagles
05.11. Cardinals
12.11. Giants
26.11. Seahawks
03.12. @ Bears
10.12. @ Texans
17.12. Titans
24.12. Jaguars
31.12. @ Rams

Draft Picks

Rd Pick Name Pos
1 3 Solomon Thomas DL
1 31 Reuben Foster LB
3 66 Ahkello Witherspoon CB
3 104 C.J. Beathard QB
4 121 Joe Williams RB
5 146 George Kittle TE
5 177 Trent Taylor WR
6 198 D.J. Jones DL
6 202 Pita Taumoepenu DL
7 229 Adrian Colbert S

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