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BREXIT ist FIX!

Begonnen von Cordovan, Fr, 24. Jun. ’16, 07:59

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Candlestick

Zitat von: MoRe99 am Sa, 25. Jun. ’16, 09:44
Zitat von: Sean am Sa, 25. Jun. ’16, 09:36
Ich hab mich mit nem bekannten unterhalten, der ist Steuerberater in Rente, und einigermaßen politisch engagiert. Der sagte mir gestern Abend, das die Engländer "Nettozahler" in der EU waren. Das würde bedeuten, das im Prinzip das Geld aus England über verschiedene Projekte genau so in der Höhe nochmal zurück nach England fließt.

???  :o  "Nettozahler" bedeutet, dass mehr eingezahlt wird, als man zurück bekommt. GB hat laut Bundeszentrale für politische Bildung tatsächlich ca. 4,9 Mrd EUR pro Jahr mehr nach Brüssel überwiesen als bekommen, also knapp über 94 Mio EUR/Woche.

So einfach ist das aber auch nicht, denn von enorm vielen Fördertöpfen haben die Briten ja auch profitiert. Wie schon mal gesagt, hängt die englische universitäre Forschung am Tropf der EU. Nur mal ein Beispiel wo England enorm profitiert hat. Ebenso die Banken, diese müssen für viele Geschäfte jetzt wichtige Bereiche in den EU-Bereich verlagern. Das kostet enorm Geld. Und jeder weiß, wie wichtig die Banken für England sind. Wenn es dumm für England läuft, dann spielt London in 10 Jahren kaum ne Rolle mehr und alles läuft über Frankfurt.

Und man muss eben auch die weiteren Wirtschaftsvorteile einrechnen, die man durch den Handelsplatz EU hatte. Egal welche Regelung es jetzt gibt, die wird definitiv teurer als jetzt sowohl für Schland und Little England. Und Deutschland ist da industriell viel besser aufgestellt als England, es wird England also deutlich mehr treffen. Hier verlieren wir wenn es dumm läuft nen 1% Wirtschaftswachstum, wenn überhaupt.

Das Ding mit Nettozahler ist eben viel komplexer, England hat da schon immer sehr die eigenen Interessen vertreten und hatte zig Extrawürste. Die fallen jetzt alle weg. Und die kriegen sie auch nicht mehr, selbst wenn sie gut verhandeln. Der fette Gemeinschaftstopf bleibt für sie verschlossen, sie müssen jetzt allein jedes Risiko tragen.

Und nur mal so für die Schweizer hier die sich freuen. Als Schweizer wäre ich sehr vorsichtig mit Schadenfreude, denn wenn die EU irgendwann mal komplett kippt, dann kippt die Schweiz mit. Es gibt keine Oasen mehr, aus denen man unabhängig und unbetroffen zugucken kann wie andere sich kanibalisieren.

IamNINER

Die Schweiz sieht ja nicht aus einer Oase zu und will nur profitieren. Ich glaube der Bilaterale Weg ist für beide Seiten eine sinnvolle Sache. Sicher beinhaltet dies auch eine gewisse Rosinenpickerei, aber für die Schweiz wäre die Mitsprachemöglichkeit 1992 wohl sehr gering gewesen.

Ich glaube die Hoffnung in der Schweiz betrifft vorallem den Punkt, dass die EU sich nun selber hinterfragen muss und vielleicht doch insgesamt etwas zurückhaltender/kompromissbereiter wird.
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Candlestick

Zitat von: IamNINER am Sa, 25. Jun. ’16, 14:50Ich glaube die Hoffnung in der Schweiz betrifft vorallem den Punkt, dass die EU sich nun selber hinterfragen muss und vielleicht doch insgesamt etwas zurückhaltender/kompromissbereiter wird.

Ich denke das hofft jeder, und ich wäre glücklicher die Engländer dabei zu haben, denn die denken in vielen Fragen doch viel mehr wie Deutschland als die ganzen Osteuropäer und Südländer.

IamNINER

Zitat von: Schwäbli am Sa, 25. Jun. ’16, 12:58
Zitat von: IamNINER am Sa, 25. Jun. ’16, 10:24
In der Schweiz heisst das NFA (Neuer Finanzausgleich). Ressourcen und strukturstarke Kantone zahlen in denn Pool ein (Geberkantone) und die schwachen Kantone erhalten Unterstützung aus diesem Pool. Die Gelder sind aber nicht an Bedingungen geknüpft und müssen nicht zurückbezahlt werden. Auch diese Solidarität geriet in den letzten Jahren unter Beschuss. Allerdings funktioniert das System und man sieht auch die gesamtheitlichen Vorteile darin.

So etwas haben wir hier in Deutschland auch. Bei uns heißt es Föderalismus.
Noch funktioniert die Sache, jedoch gibt es hier auch schon deutlichen Missmut.
Bayern hatte, als größtes Geldgeberland, auch langsam die Schnauze voll und wollte sich abspalten.
Hintergrund hierfür war, daß die "ärmeren" Länder ihre Politik weitergeführt hatten, nach dem Motto, ich kann machen, was ich will, das Geld kommt ja trotzdem.
So ein Verhalten erinnerte mich stark an Griechenland.

Was hier in der EU nicht stimmt, ist , daß alles gemacht wird, um die Banken zu retten, aber nicht die leidende Bevölkerung.
Zumindest ist es meiner Meinung nach das, was beim Bürger ankommt.


Föderalismus ist ja eigentlich eher das Prinzip, dass Gliedstaaten eine gewisse Autonomie zukommt. Dies ist in der Schweiz auch in der Verfassung verankert: Der Bund macht das, was ihm ausdrücklich in der Verfassung übertragen wird. Der Rest ist Aufgabe der Kantone. Dies ist ja auch sehr sinnvoll, denn Dinge, welche regional beeinflusst sind, sollen auch dort entschieden werden. Dennoch braucht er harmoniesierende Regeln, welche z.B. die interkantonale Anerkennung betreffen.

Und genau da ist die Gratwanderung: Harmonisierung, Regulierung oder Föderalismus? Da sind Zielkonflikte vorprogrammiert.
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IamNINER

Zitat von: Candlestick am Sa, 25. Jun. ’16, 15:13
Zitat von: IamNINER am Sa, 25. Jun. ’16, 14:50Ich glaube die Hoffnung in der Schweiz betrifft vorallem den Punkt, dass die EU sich nun selber hinterfragen muss und vielleicht doch insgesamt etwas zurückhaltender/kompromissbereiter wird.

Ich denke das hofft jeder, und ich wäre glücklicher die Engländer dabei zu haben, denn die denken in vielen Fragen doch viel mehr wie Deutschland als die ganzen Osteuropäer und Südländer.


Ich glaube das ist auch die einzige Chance, wenn die EU sinnvoll weiterbestehen will. Sicher wäre da einer aus dem kritischen Lager ganz gut.
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MoRe99

Zitat von: Schwäbli am Sa, 25. Jun. ’16, 12:58
So etwas haben wir hier in Deutschland auch. Bei uns heißt es Föderalismus.

Föderalismus ist aber weit mehr als nur das Thema mit Zahlungen verschiedener, "reicherer" Bundesländer an die ärmeren. Das läuft bei uns unter dem Begriff Länderfinanzausgleich.
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

Candlestick

Der Trump tönt ja auch schön, vielleicht holt ihn das Thema ja schneller in den USA ein, als er glaubt.

Unabhängigkeitswünsche könnten schnell von England über den Teich schwappen

reagan - The Left Hand

Ich halte es mit Norbert Lammert:

"Auch Morgen wird wieder die Sonne aufgehen."
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

Jurgen

Zitat von: Candlestick am Sa, 25. Jun. ’16, 16:56
Der Trump tönt ja auch schön, vielleicht holt ihn das Thema ja schneller in den USA ein, als er glaubt.

Unabhängigkeitswünsche könnten schnell von England über den Teich schwappen

Ich kann es schon nicht mehr hoeren. Da laeuft ermit seiner "Make America great again" Kappe in Schottland rum und es ist ein gefundenes Fressen fuer ihn. Die Demokraten sagen aber auch nichts richtiges zu dieser ganzen Situation. "Wir sind enttaeuscht" kommt vom Weissen Haus, das wars dann auch schon.


Pat91

Ich bin pro Ausstieg da ich der EU sehr kritisch gegenüber stehe. Ich bin für ein Europa der Länder und nicht der Union. Das wird noch einige Diskussionen herbei führen. Gibraltar und Schottland wollen zb drinnen bleiben. Spanien habs ich Gibraltar schon angeboten und Schottland wird ein neues Referendum zur Unabhängigkeit abhalten.
VERVIERS MUSTANGS #52

2019 1.rnd pick Bosa

stig49

Wenn einer als Deutscher (oder als Ösi)  gegen die EU ist, dann  bleibt mir nur noch die Spucke weg.  Deutschland ist der Exportweltmeister und profitiert vom Freihandel stärker als jedes andere Land der Welt.  Ohne die EU würde es mit unserem so geliebten Wohlstand rapide bergab gehen; wer das nicht sehen mag oder bestreitet, der ist - sorry -  genauso ahnungslos wie die 51,2 % der Briten die Ihr Land jetzt in die Scheiße geritten haben.  Wartet nur mal ab.
Und damit klinke ich mich wieder aus aus dieser Diskussion. In diesem Forum solltest einfach nicht um Politik gehen, das verdirbt nur die Stimmung!  :-X

Schwäbli

#51
Zitat von: stig49 am So, 26. Jun. ’16, 13:28
Wenn einer als Deutscher (oder als Ösi)  gegen die EU ist, dann  bleibt mir nur noch die Spucke weg.  Deutschland ist der Exportweltmeister und profitiert vom Freihandel stärker als jedes andere Land der Welt.  Ohne die EU würde es mit unserem so geliebten Wohlstand rapide bergab gehen; wer das nicht sehen mag oder bestreitet, der ist - sorry -  genauso ahnungslos wie die 51,2 % der Briten die Ihr Land jetzt in die Scheiße geritten haben.  Wartet nur mal ab.
Und damit klinke ich mich wieder aus aus dieser Diskussion. In diesem Forum solltest einfach nicht um Politik gehen, das verdirbt nur die Stimmung!  :-X

Vor der eigentliche EU ging es Deutschland auch gut, es waren die ausgehandelten Wirschaftsverträge war es ausgemacht hatte.
Auch als es noch Grenzen und andere Währungen gab, war die D-Mark die Stärkste in Europa.
Ich gebe dir ja recht, daß Deutschland mal Exportweltmeister war, jedoch fordert die EU swoie die Linke und die Grünen, eine Sanktion gegen den eigenen Staat, damit das Ausland konkurrenzfähiger wird.
Einerseits stellt sich die Frage, wer soll denn dann die Kohle für die EU aufbringen, anderseits würden die anderen EU-Staaten evtl. mehr Kohle in der Saatskasse haben, was eine evtl. Entlastung für die Staatsverschuldung bedeuten würde, jedoch an den EU-Zuschüssen nicht ausschlaggeben wäre.

Es bleibt auch noch die Frage offen, für den Fall, daß England wirklich aus der EU austritt, was an Mehrkosten auf uns zukommt.
Die anderen geringfügigeren EU-Zahler werden wohl nicht noch mehr belastet werden, da bei ihnen eh nichts zu holen ist.  Was dann noch bleibt sind die, die städig von der EU bezuschußt warden, wie Portugal, Spanien, Irland, Polen u.s.w.

Candlestick

Bleibt England doch drin?

http://www.n-tv.de/18048341

reagan - The Left Hand

Also morgen fliegen sie erstmal raus  :)
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

The Leprechaun

Klar profitieren wir auch von der EU.
Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass das auf Kosten der Löhne ging und das mit dem Teuro ist auch keine Einbildung.
Aber egal. Ist eh müssig über Dinge zu reden von denen man nicht weiß wie es andersherum gekommen wäre.
NFL:       49ers
1.BL:      1. FC Köln
P. League: Everton FC 
College:   ND Fighting Irish
MLB:       Cleveland Indians
NHL:       Anaheim Ducks



NIL SATIS NISI OPTIMUM

TheBeast

Zitat von: IamNINER am Sa, 25. Jun. ’16, 08:45
Das ist ein systemimmanentes Problem der direkten Demokratie. Es gibt sehr viele Abstimmungen, welche eher knapp sind. Dann müssen halt 49.9% der Abstimmenden mir der Entscheidung leben, welche sie nicht wollten. Beim Brexit war wenigstens die Wahlbeteiligung hoch.

Das ist halt das generelle Problem der direkten Demokratie, dass da sehr oft um nicht zu sagen fast immer eine Mehrheit abstimmen darf (und es auch tut), die nicht in der Lage ist, oft aber auch gar nicht Willens ist, die Tragweite der jeweiligen Entscheidung zu verstehen. Ich versteh schon, dass man gerne das Gefühl hat, zu jedem Thema gefragt zu werden, auch weil es halt schwierig ist, sich einzugestehen, dass wir nicht alle Volks- und Betriebswirtschaftsexperten, sowie Verfassungsrechtler und Bildungswissenschaflter in Personalunion sind.

Ansonsten bleibt mir nur:

Zitat von: stig49 am So, 26. Jun. ’16, 13:28
Wenn einer als Deutscher (oder als Ösi)  gegen die EU ist, dann  bleibt mir nur noch die Spucke weg.  Deutschland ist der Exportweltmeister und profitiert vom Freihandel stärker als jedes andere Land der Welt.  Ohne die EU würde es mit unserem so geliebten Wohlstand rapide bergab gehen; wer das nicht sehen mag oder bestreitet, der ist - sorry -  genauso ahnungslos wie die 51,2 % der Briten die Ihr Land jetzt in die Scheiße geritten haben.  Wartet nur mal ab.
Und damit klinke ich mich wieder aus aus dieser Diskussion. In diesem Forum solltest einfach nicht um Politik gehen, das verdirbt nur die Stimmung!  :-X

:dito:

snoopy

Das Problem ist, dass immer mit Angst Stimmenfang betrieben wird.
Daher finde ich, dass immer eine 2/3 Mehrheit nötig sein sollte.

Das gleicht die zu großen Idioten, Religionsfanatiker, Lobbyisten, Nationalisten.....  aus.

OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

jetto

Zitat von: stig49 am So, 26. Jun. ’16, 13:28
Wenn einer als Deutscher (oder als Ösi)  gegen die EU ist, dann  bleibt mir nur noch die Spucke weg.  Deutschland ist der Exportweltmeister und profitiert vom Freihandel stärker als jedes andere Land der Welt.  Ohne die EU würde es mit unserem so geliebten Wohlstand rapide bergab gehen; wer das nicht sehen mag oder bestreitet, der ist - sorry -  genauso ahnungslos wie die 51,2 % der Briten die Ihr Land jetzt in die Scheiße geritten haben.  Wartet nur mal ab.
Und damit klinke ich mich wieder aus aus dieser Diskussion. In diesem Forum solltest einfach nicht um Politik gehen, das verdirbt nur die Stimmung!  :-X

:dito:

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