Autor Thema: Was Jed York gesagt hat - und worauf es hindeutet  (Gelesen 2055 mal)

Offline stig49

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49ers-CEO und Besitzersohn Jed York zeigte wieder mal wenig Ecken und Kanten bei seiner Pressekonferenz nach dem Rauswurf von Headcoach Jim Tomsula. Aber einiges lässt sich aus seinen Aussagen doch schliessen, und das machen wir hiermit:

1. Jim Tomsulas Beförderung war ein Fehler. Der Mann, den das Team seit Jahren kannte und den das Front Office lieber wollte als Jim Harbaugh, hatte es aus heutiger Sicht des CEOs nicht drauf. York:

"Leider sah ich keine umfassende Verbesserung des Teams von Saisonbeginn bis Saisonende. Das war letztlich der Grund für unsere Entscheidung".

2. Trent Baalke darf wohl ohne Einschränkung seiner Kompetenzen weitermachen; vermutlich, weil Jed York keinen anderen engen Verbündeten hat. Prinzip Hoffnung, aber auch neuer Druck auf den Kandidaten, der das Team gebaut und derzeit einen Vertrag bis 2018 hat. York:

"Trent weiss, dass ich mit dem derzeitigen Zustand des Teams nicht zufrieden bin. Sein Job ist es jetzt, den neuen Headcoach zu finden und diesen Roster weiter zu verbessern, um uns so wieder in Championship-Form zu bringen. Ich habe gesehen, wie Trent so einen Championship-Roster gebaut hat, als er Director of Player Personnel und dann General Manager war. Ich glaube an seine Fähigkeiten. Wir haben viele Chancen vor uns".

3. Noch eine vermurkste Offseason wäre tödlich für Baalke. York:

"Wir waren nicht die aktivsten in der Free Agency in den letzten Jahren. Wir müssen uns jetzt klar werden, was die für uns richtigen Talente draussen und was die für uns richtigen Talente bei uns im Haus sind. Und wir müssen sicherstellen, dass diese Draft für uns ein Kantersieg wird".

4. Auch York ist klar, dass der "einverständliche" Rauswurf von Jim Harbaugh ein Rückschritt war, aber er gibt das öffentlich nur indirekt zu. York:

"Ich denke, jedem ist klar, wieviel wir investiert haben, um ihn zu halten. Ich will darauf nicht weiter eingehen. Ich will nicht Hintergründe auspacken. Und ich kann jetzt nicht zurück blicken. Wir können keine Spiele mehr gewinnen, die wir schon gespielt haben. Wir können keine Entscheidungen rückgängig machen, die wir getroffen haben. Wir müssen jetzt sicherstellen, dass sich alle Anstrengungen darauf konzentrieren, den nächsten Headcoach für unser Team zu holen". Und weiter: "Jim Harbaugh ist ein guter Footballcoach. Sein Erfolg in Michigan überrascht mich kein bisschen".

5. York weiss, dass es um seinen Ruf geht, hat aber kein konkretes Rezept für Änderungen - ausser, etwas weniger zu twittern. York:

"Wir brauchen jetzt jemanden, der in der Lage ist, Super Bowls zu gewinnen. 8-8 oder 5-11, das ist beides für mich inakzeptabel. Man muss aus Fehlern lernen, man muss auf Versagen lernen, und wir haben das zuletzt nicht geschafft". Am offensten war York, als es um sein Twitter-Posting nach dem Seattle-Spiel ging, das als Stich in den Rücken von Harbaugh empfunden wurde: "Gottseidank sieht keiner die Tweets, die ich nicht geschickt habe. Solche Dinge helfen dem Team einfach nicht. Und so sehr es mich drängt, meine Gefühle über das Team zu teilen - es hilft dem Team nicht, wenn ich drüber spreche, wie ich mich bei Siegen fühle und wie bei Niederlagen. Letztendlich ist sowas eine Ablenkung".

Quelle: Transcript der PK von Jed York
« Letzte Änderung: 5. Jan. 16, 01:39 von MoRe99 »

Offline Red Shadow

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Re: Was Jed York gesagt hat - und worauf es hindeutet
« Antwort #1 am: 5. Jan. 16, 08:36 »
Wenn man wirklich dachte, dass Tomsula ein besserer Coach als Harbaugh wäre und die Entscheidung weniger persönlich bzw. aus nicht mögen heraus kam, dann ist man noch dämlicher, als ich dachte  ::). Das lässt sich allerdings schwer artikulieren, deshalb tut man wohl so ;). Interessant wird es jedenfalls, Baalke muss und darf investieren, sei es in Coaches oder Free Agents. Hoffentlich ist das wenigstens nicht gelogen. Bei der Draft muss er liefern. Das klingt für mich jetzt schon interessanter, als die komplette, letzte Saison, die für mich zum Scheitern verurteilt war. Immerhin wacht man etwas auf. Jetzt schauen wir mal, ob das auch wirklich so ist. Ein guter Indikator ist die HC-Suche. Das war sie auch letztes Jahr schon ::).

Offline Spook181

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Re: Was Jed York gesagt hat - und worauf es hindeutet
« Antwort #2 am: 5. Jan. 16, 12:07 »
Dieses Statement stimmt mich wieder sehr viel zuversichtlicher als ich in den letzten Wochen und Monaten war. Meiner Meinung nach gehört auch Baalke der Vergangenheit an, aber wenn die beiden gut miteinander auskommen und York ihm trotzdem einigen Druck für die Offseason macht, sollen sie es halt noch ne Season probieren.

Wie gut / schlecht es wirklich um uns steht, werden wir dann wohl erst in der Vorbereitung auf die Offseason, der Draft und in den ersten Wochen mit dem neuen HC sehen.

Alles in allem bin ich aber durchaus positiv überrascht, was York da grade so von sich gibt.

Offline Chris49

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Re: Was Jed York gesagt hat - und worauf es hindeutet
« Antwort #3 am: 5. Jan. 16, 12:34 »
"Wir waren nicht die aktivsten in der Free Agency in den letzten Jahren. Wir müssen uns jetzt klar werden, was die für uns richtigen Talente draussen und was die für uns richtigen Talente bei uns im Haus sind. Und wir müssen sicherstellen, dass diese Draft für uns ein Kantersieg wird".


Da bin ich wirklich gespannt. Ne Garantie dafür, dass man top Spieler bekommt gibt es natürlich nicht, aber ich hoffe sie versuchen es mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln! Gut dass York einsieht und öffentlich anprangert, dass Baalke in dem Bereich versagt hat.

Offline MoRe99

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Re: Was Jed York gesagt hat - und worauf es hindeutet
« Antwort #4 am: 5. Jan. 16, 12:48 »
Gut dass York einsieht und öffentlich anprangert, dass Baalke in dem Bereich versagt hat.

Als "Anprangern" erschein mir das nicht, und auch nicht, dass York Baalke Versagen vorwirft. Wäre dem so dann wäre Baalke wohl bereits Geschichte. Bin eher davon überzeugt (und hoffe, dass ich damit richtig liege), dass York erkannt hat, dass er a) selbst sich raushalten muss aus dem Tagesgeschäft, b) mit seinen Tweets (v.a. der Entschuldigungstweet 2014 nach dem Seahawksspiel) dem Team eher geschadet hat, und b) die Politik der sparsamen Hand in Sachen Coaching gründlich daneben ging. Darüber hinaus ist die Erkenntnis, dass die Niners in der Free Agency eher zurückhaltend waren, ja nicht neu. Neu ist, dass York das anspricht und auch davon redet, dass der Cap Space ausgenutzt werden kann und darf. Das darf mMn durchaus als Kritik an Baalke verstanden werden. York hat aber nicht gesagt, dass der Cap Space  ausgenutzt werden muss.  ;)  Irgendwann erwähnte er mal, dass der nicht genutzte stehende Cap Space auch ins kommende Jahr übertragen werden kann, wenn dies dem Team mehr nutzen sollte. Schauen wir ma, wie sich das dann in der kommenden Saison darstellt.
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Offline Obi4Niners

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Re: Was Jed York gesagt hat - und worauf es hindeutet
« Antwort #5 am: 5. Jan. 16, 14:25 »
Die Aussagen von York und Baalke muntern mich auch ein bisschen auf. Ich hoffe nicht, dass meine bessere Laune auf "Sand" gebaut ist, weil den Worten keine Taten folgen, aber:
Ich freue mich auf die Offseason und die neue Saison!