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QB Diskussion 2022 / 2023

Begonnen von snoopy, Mo, 21. Feb. ’22, 13:10

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Flames1848

Mal ne Frage an die Experten, was meint ihr?

Hat BP sich im Camp und Training so gut entwickelt oder waren die NFL-Scouts da beim Draft nicht ganz auf der Höhe was seine Möglichkeiten angeht?

Erinnert mich ein bisschen an Moneyball... veraltete... oft hörte man ja er wäre den Scouts zu klein gewesen...
Some guys practice like all-Americans but they can't play! - Joe Montana

snoopy

Er hat im College schon überzeugt. Ich denke auch, dass die Körpergröße schon ein entscheidender Faktor ist, wenn man ansonsten nicht zu 100% von den Starterqualitäten überzeugt ist.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

Funky

#1222
Und er galt als reiner "System-QB" für eine West Coast Offense. Das schränkt die Interessenten auch ein.

Edit: Das ist z.B. ein Scouting Report (Lance Zierlein) von Purdy

Four-year starter who was never able to improve upon a stellar sophomore campaign. Purdy is a burly pocket quarterback who needs a play-action based offense where he can rely on timing over release quickness and arm strength. He can be a confident passer when he finds his rhythm, but throwing is more of a chore than a talent thanks to a labored release. Certain areas of the field will be off limits as he moves up to take on NFL coverage talent. He's a scrappy runner but not dynamic enough to make up for his shortcomings as a passer.

Ihm wurde u.a. angelastet, dass er sich seit seinem Sophomore Year nicht weiterentwickelt hätte und nicht in enge Fenster werfen könne. Zudem, dass er nur liefern kann, wenn er seinen Rhythmus finden kann.

Ich denke, dass er sich mit Sicherheit weiterentwickelt hat, ihm Kyle Shanahan aber auch hervorragende Umstände liefert, um das Maximum aus Purdy herauszuholen.

Die NFL hatte in den letzten Jahren immer nach den außergewöhnlichen QBs gesucht, die gerade bei tiefen Pässen sehr stark sind. Aber Purdy zeigt m.E., dass manchmal ein solider QB, der perfekt ins System passt, die bessere Wahl ist.
Be(at) the best

snoopy

Vielen Dank für die Recherche.
Und ja, das macht Sinn.
Da haben KS und JL dann doch noch ihren für sich evtl. passenden Kandidaten gefunden. Gute Arbeit, sage ich mal.
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Greg_Skittles

Wenn er auf den Niveau bleibt, wo er jetzt ist, muss er sich auch nicht groß weiter entwickeln  ;D
Wir standen schon vor der Toilette und haben uns dennoch in die Hose gemacht.

sfHawk

Ich hab gelesen, dass das Coaching bei Purdy im College eine reine Katastrophe gewesen sein und ihn ausgebremst haben soll. Keine Ahnung ob das stimmt, aber nach dem was ich jetzt in der NFL von ihm gesehen habe würde ich das zumindest mal für denkbar halten ;)

Cordovan

Zitat von: Flames1848 am Di, 10. Jan. ’23, 06:21
Mal ne Frage an die Experten, was meint ihr?

Hat BP sich im Camp und Training so gut entwickelt oder waren die NFL-Scouts da beim Draft nicht ganz auf der Höhe was seine Möglichkeiten angeht?

Erinnert mich ein bisschen an Moneyball... veraltete... oft hörte man ja er wäre den Scouts zu klein gewesen...
Für mich ist das der typische Fehler im Scouting-System der Amis. Er ist zu klein = kann nix....er hat keinen "Cannon"-Arm = nicht gut

Es bringt einem auch die Athletik nicht viel, wenn der QB nur schlecht die NFL-Defenses lesen kann - für mich ein Paradebeispiel ist hier Justin Fields. Seine Athletik ist überragend und er macht High-Reel-Plays damit - das ist aber nicht die Kernkompetenz eines Elite-QB's.

BP spielt/ist genau den Typ QB den ich mir wünsche - ruhig und furchtlos in der Pocket, gute bis sehr gute Pocket-Presence, gute Beinarbeit (soweit ich das beurteilen kann), NO-LOOK-Pässe (welche eigentlich nicht zu verteidigen sind) - hier mal ein Video dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=q0ZCRs26Qls&t=44s


Gute bis sehr gute Genauigkeit bei Pässen "outside-the-numbers", hat eine enorm gute Beweglichkeit und Agilität innerhalb der ersten 10 Yards (liegt hier noch vor einem Mahomes), er ist ein Leader und ist tough.

KS sagte doch selbst, dass es großen Spaß macht mit Brock zu arbeiten, denn ihm muss man nicht für 10 tolle Plays loben - Purdy ist viel mehr an den Fehlern interessiert um besser zu werden (für mich genau die Einstellung welche es braucht um ganz noch oben zu kommen).

Dennoch ist er ein Rookie und hat noch viel zu lernen....
Erst wenn eine Mücke auf deinen Hoden landet, wirst du lernen Probleme ohne Gewalt zu lösen. - Konfuzius.

stig49

Purdy sagt ja selbst, er musste nach dem College noch viel lernen, weil er damals erhebliche Defizite hatte. Insofern ist der Scouting Report schon nicht so falsch, zumal er eben auch eher klein und nicht super-athletisch ist.

Wie soll der Scout voraussehen, wie gut einer lernt im höchsten Niveau, wie gut jemand mit seinen Nerven klarkommt, wenn es auf NFL-Niveau geht, und wie gut einer gecoacht wird?

Ausserdem ist Purdy zwar nicht superschnell auf den Beinen, aber schneller als er wirkt. Besonders auf den ersten 10 Yards, und auf die kommts ja meist an, entwickle er Spitzentempo, las ich neulich

owl49er

Ich bin auch der Meinung, dass sich bei Purdy und anderen zeigt, dass es zu einfach ist, sich nur auf Measurements zu verlassen.
Aber so ist es im anglikanischen - hat den Charme dann weniger über Fehler philosophieren zu müssen.

Vielleicht kommt ihm auch eine zweite Besonderheit zu Gute: durch die Erfahrung als Shortstop im Baseball ist er es gewohnt aus dem Lauf und den unmöglichsten Armwinkeln zu werfen. Eine Gemeinsamkeit,  er u.a. mit  Wilson, Allen und Mahomes (Pitcher) hat.

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INEOS... guess who's just scored one unbelievable goal again :(

Flames1848

Zitat von: owl49er am Di, 10. Jan. ’23, 11:29
Ich bin auch der Meinung, dass sich bei Purdy und anderen zeigt, dass es zu einfach ist, sich nur auf Measurements zu verlassen.
Aber so ist es im anglikanischen - hat den Charme dann weniger über Fehler philosophieren zu müssen.

Vielleicht kommt ihm auch eine zweite Besonderheit zu Gute: durch die Erfahrung als Shortstop im Baseball ist er es gewohnt aus dem Lauf und den unmöglichsten Armwinkeln zu werfen. Eine Gemeinsamkeit,  er u.a. mit  Wilson, Allen und Mahomes (Pitcher) hat.

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Aber gerade das war meine Frage. Seit der Moneyball-Era ist man ja mehr auf Stats aus den Spielen heraus gegangen anstatt nur der körperlichen Measurements, oder ist das im Football noch nicht angekommen?
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owl49er

Wird das auch in den Minor-Leagues gemacht? Ich vermute, die lassen sich vom Level besser vergleichen als BIG Ten vs. Sun Belt - um mal ein Beispiel zu nennen.

Beim Baseball gibt es viel mehr Spiele, daher sind die Stats vergleichbarer. Außerdem gibt es gerade bei QBs noch viele Unbekannte in der Gleichung: wie stabil ist die O-Line, wie fanatischer die Receiver, wie gut das Laufspiel, wie gut der Gameplan...

Das hast Du beim Baseball nicht on so starkem Maße. Im College-Football hat eine Saison in der Regel 12-13 Spiele, das ist im Baseball ein Roadtrip...

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Brummsel

Zitat von: Flames1848 am Di, 10. Jan. ’23, 11:48Aber gerade das war meine Frage. Seit der Moneyball-Era ist man ja mehr auf Stats aus den Spielen heraus gegangen anstatt nur der körperlichen Measurements, oder ist das im Football noch nicht angekommen?
Einerseits fehlt, wie owl49er sagte, die breite statistische Baiss. Und andererseits lernen die Algorithmen und Statistiken durch (Fehl)Bewertungen wie bei Purdy auch noch dazu.

Ich weiß nicht, ob Football komplexer ist als Baseball, dazu kenne ich beide Sportarten in ihrer Tiefe bei weitem nicht genug. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass in beiden Sportarten einzelne statistische Werte in der Gewichtung auch verschieden wahrgenommen werden.
Beispielsweise die "Pocket Awareness", die bei Purdy als hoch eingestuft wird, ist so ein Wert, den objektiv zu messen kaum jemand in der Lage sein wird, zumal im Vergleich College-Football und NFL. Da spielt mit Sicherheit auch Erfahrung mit rein, weswegen Purdy beispielsweise gegenüber Trey Lance einen gewaltigen Vorteil haben dürften.
Letztlich dürfte es sehr schwer sein, einen QB wirklich zu 100 % perfekt zu scouten. Und sich nur auf die Measurements zu verlassen, kann eben dazu führen, dass man einen Spieler wie Brady absolut unterschätzt. Oder eben Purdy. Während andere QBs überschätzt werden, wenn sie die anderen, nicht-Measurement-gebundenen Fähigkeiten nicht in dem Maße mitbringen.
Ein Beispiel für letzteres ist imho Jameis Winston. Er hat zwar recht gute statistische Werte was Passing Yards oder TDs angeht, aber seine Interceptions sind eben auch sehr zahlreich mit dem zweifelhaften "Höhepunkt", als er 2019 33 TD und 30 INTs warf für die Bucs.

Funky

Statistik ist ein Thema. Ein größeres ist Scouting und Tape schauen.

Ein Scout hatte mal in einem Beispiel aufgezeit, dass Receiver XY statistisch viel zu viele Drops hatte und eigentlich aussortiert werden sollte. Dann hat man sich angeschaut, wie die Drops zustande kamen und festgestellt, dass die Drops auf tiefen Routen entstanden. Das war aber gar nicht deren Spielweise. Auf kurzen und mittleren Routen hatte er keinen einzigen Drop und wurde dann näher beobachtet.
Be(at) the best

snoopy

Es gibt sicherlich auch noch andere Herangehensweisen.
Viele schauen nur in die großen Colleges. Wer verpflichtet schon Spieler aus Mississippi Valley State ;)

Wenn  man sich so die Drafts der letzen Jahrzehnte anschaut, gab es vor allem bei QBs und Receiver die meisten Fehleinschätzungen in der ersten Runde. College ist halt nicht NFL.
Klar gibt es auch No-brainer wie Manning, Elway etc., aber auch bei den mM nach besten QBs aller Zeiten sind nicht alles Firstrounder. Ich komme gar auf einen Schnitt von Runde 3,16....

Was Baseball angeht: Gerade was Pichter und Batter angeht, sind es ja 1:1 Duelle ohne Einfluss anderer Spieler. Ich denke, da kann man schon mehr mit Stats arbeiten.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

sfHawk

Zitat von: snoopy am Di, 10. Jan. ’23, 15:51
Wenn  man sich so die Drafts der letzen Jahrzehnte anschaut, gab es vor allem bei QBs und Receiver die meisten Fehleinschätzungen in der ersten Runde. College ist halt nicht NFL.
Klar gibt es auch No-brainer wie Manning, Elway etc., aber auch bei den mM nach besten QBs aller Zeiten sind nicht alles Firstrounder. Ich komme gar auf einen Schnitt von Runde 3,16....
Ich dachte du meinst 3,26 ;)

Klar gibt es sehr viele Busts, aber man kann schon sagen, dass es sehr selten vorkommt, dass ein guter QB aus der zweiten Runde rausrutscht. Wenn ich da flüchtig über die Drafts der letzten 20 Jahre drüberschaue bleiben da noch Prescott, Cousins und Wilson über. Wenn man 2000 noch mit reinnimmt und Franchise QBs betrachtet, die nach Runde 4 gedraftet wurden, bleiben (wenn ich niemanden übersehe) genau zwei Namen stehen: Brady und Purdy  8)

Cordovan

Wieviel Scouts beschäftigt eigentlich ein NFL-Team im Schnitt? - Wird dort nur nach Filmmaterial gescoutet, oder sitzen auch Scouts bei den College-Spielen in den Stadien?
Erst wenn eine Mücke auf deinen Hoden landet, wirst du lernen Probleme ohne Gewalt zu lösen. - Konfuzius.

snoopy

Zitat von: sfHawk am Di, 10. Jan. ’23, 16:37

Klar gibt es sehr viele Busts, aber man kann schon sagen, dass es sehr selten vorkommt, dass ein guter QB aus der zweiten Runde rausrutscht. Wenn ich da flüchtig über die Drafts der letzten 20 Jahre drüberschaue bleiben da noch Prescott, Cousins und Wilson über. Wenn man 2000 noch mit reinnimmt und Franchise QBs betrachtet, die nach Runde 4 gedraftet wurden, bleiben (wenn ich niemanden übersehe) genau zwei Namen stehen: Brady und Purdy  8)

Von der Seite aus gesehen hast du recht. Die guten QBs rutschen normalerweise nicht mehr weit nach hinten. Ich bin bei den besten QBs auch bis 1948 zurückgegeangen ;)
Andererseits gibt es auch die letzten 20 Jahre (jetzt mal in schnell) Firstrounder wie Bortels, Grossmann, Manuel und Lynch.

Es ist halt nicht so einfach und es muss halt auch zum System passen (wobei da gerade die QBs oft Glück haben, dass sie für das System schon entsprechend gedraftet werden wenn nicht BPA oder Verzweiflung)

OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

frontmode

Zitat von: Cordovan am Di, 10. Jan. ’23, 16:48
Wieviel Scouts beschäftigt eigentlich ein NFL-Team im Schnitt? - Wird dort nur nach Filmmaterial gescoutet, oder sitzen auch Scouts bei den College-Spielen in den Stadien?

Es gibt Regional Scouts und National Scouts. Sie schauen Spiele vor Ort, reden mit den Spielern, Coaches,.....

Hier findest Du das Personal Department der 49ers
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49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

MoRe99

Zitat von: Cordovan am Di, 10. Jan. ’23, 16:48
Wieviel Scouts beschäftigt eigentlich ein NFL-Team im Schnitt? - Wird dort nur nach Filmmaterial gescoutet, oder sitzen auch Scouts bei den College-Spielen in den Stadien?
Namentlich genannt werden bei den Niners, was das Scouting für das College angeht (Bei einigen habe ich Zitate eingefügt, die ein bisschen beschreiben, was die jeweilige Person in ihrer Rolle macht/früher gemacht hat. Zitate sind aus der Bio auf 49ers.com):

Director of College Scouting - Tariq Ahmed
Assistant Director, College Scouting - Justin Chabot ("Chabot has also scouted the midwest, southwest and southeast regions for the team.")
National Scout - Chip Flanagan ("In his current role, Flanagan is responsible for cross-checking college football's top prospects throughout the country."), Josh Williams, Dominic DeCicco
Area Scout - Warren Bull, Salli Clavelle ("In addition to school visits and player evaluations, Clavelle provides all-star game evaluations and pro day evaluations in preparation for the NFL Draft."), Ryan Kessenich, Steve Rubio, Eric Thatcher

Das wären dann schon mal 10 Personen. Darüber hinaus gibt es noch drei Scouting Assistants, wobei da nicht dabei steht, ob allgemein oder Pro oder College Scouting.

Die Area Scouts haben immer eine bestimmte Region, für die sie zuständig sind. Die sind dann mit Sicherheit auch oft bei Spielen vor Ort. Je höher die Position ist, desto mehr Zeit dürfte für Videostudium drauf gehen statt Stadionbesuch, und desto mehr beschäftigen sich diese Personen mit den Top-Prospects.


Flames1848

Zitat von: owl49er am Di, 10. Jan. ’23, 14:19
Wird das auch in den Minor-Leagues gemacht? Ich vermute, die lassen sich vom Level besser vergleichen als BIG Ten vs. Sun Belt - um mal ein Beispiel zu nennen.

Beim Baseball gibt es viel mehr Spiele, daher sind die Stats vergleichbarer. Außerdem gibt es gerade bei QBs noch viele Unbekannte in der Gleichung: wie stabil ist die O-Line, wie fanatischer die Receiver, wie gut das Laufspiel, wie gut der Gameplan...

Das hast Du beim Baseball nicht on so starkem Maße. Im College-Football hat eine Saison in der Regel 12-13 Spiele, das ist im Baseball ein Roadtrip...

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In die Minors gehts beim Baseball erst nach dem Draft. In den Juniors spielen die nicht so oft wie in der MLB. Die werden nach dem Draft erst langsam an die Menge der Spiele herangeführt. Ein Starting Pitcher macht dazu nur jedes 5. bis 6. Spiel.

Liverpool hatte ja seinerzeit auch Beane als  Berater für Fußball.

In der höchsten NCAA Liga spielen die 55/56 Spiele
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