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OLB Aaron Lynch für vier Spiele gesperrt

Begonnen von frontmode, Fr, 15. Jul. ’16, 23:31

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Duke

Zitat von: stig49 am Sa, 16. Jul. ’16, 12:51
ich vermute, zwischen NFL (speziell an der loS) und tour de france ist soviel Unterschied nicht. wer da ganz oben mithalten will, tut sich auf sauberem Weg schwer.
Bei den zahlreichen Kontrollen, die ein Rad-Profi heute erdulden muss??
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

IamNINER

Ich denke man muss dem Radsport schon zu Gute halten, dass viel versucht wurde/wird, dass die Situation sich bessert. Aber ob ein Armstrong Light System nicht auch wieder funktioniert? Ob man bei der UCI wirklich nicht wieder das eine oder andere Auge zudrückt, damit man das Spektakel hat?

Im Vergleich mit der NFL wurden aber zumindest Anstrengungen unternommen, dass Doping verhindert werden kann.
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

MyQuestFor32: 49ers, Lions, Patriots, Eagles, Seahawks, Rams, Jets, Raiders, Panthers, Cardinals, Broncos, Jaguars, Packers, Chargers, Titans

Touchdownmaker

Dann kann er ja die vier Wochen zusammen mit Tom Brady in den Urlaub fahren... :jester:

Moriarty

#23
Sorry, aber Generalverdacht im Radsport nicht leiden, das amüsiert mich aus mehreren Gründen, die ich später noch erkläre. Genau so kann ich wiederum nicht leiden kann, dass nur der Radsport bzw. bestimmte Personen/Gruppen an den Pranger gestellt werden und man dann einfach die Protagonisten oder die Sportart austauscht und sich dann wieder ein Märchenschloss aufbaut, was früher oder später zusammenkracht.

Gerade im Radsport habe ich viel Literatur gelesen und selbst über Jahre Eindrücke im Hobby und Profi-Bereich, teils tiefere Einblicke, sammeln können. Es war nie anders, nur die Mittel und Methoden haben sich jeweils geändert. Man feiert die Helden für unmenschliche Leistungen über Touren  hinweg und wundert sich dann, wenn sie zu "Hilfsmitteln" greifen müssen. Das System Armstrong kann man so nennen, aber das verfälscht meiner Ansicht nach völlig die Realität. Vorher hat man sich über die Fuentes-Kunden hergemacht und dann war alles wieder halbwegs normal, bis man sich auf Armstrong einschoss. Der hat sich natürlich als Patron aufgespielt, das mag man verurteilen, aber warum gab/gibt es eine Omerta? Weil fast jeder das Gleiche tat und tut. Das ist doch ein offenes Geheimnis.

Die Leistungen dieser Sportler schmälert das für mich dennoch nicht, weil aus Nichts oder wenig wird auch mit Doping kein Tour-Sieger. Es gibt da vielleicht ein Zweiklassen-System, manche können sich weniger gewiefte Sportmediziner leisten, die übrigens fachlich wirklich als Koryphäen gelten. Mit Conconi fing es an, seine Schüler (unter anderem Cecchini, der Ullrich oder Tyler Hamilton lang betreute oder der berühmte Dr. Ferrari (Armstrong und viele andere) ging es weiter. Sie verstanden/verstehen ihre Aufgaben nur etwas zweifelhaft. Von Cecchini weiß man zum Beispiel, dass er nie ein Fan von Doping war, aber er verstand auch, dass es ohne nicht geht.

Klar tat der Verband/Sport etwas dagegen, teilweise aber mit viel Doppelmoral, deshalb kamen auch die Ärzte immer mehr ins Spiel, denn in den 90er Jahren war doch alles noch viel schlimmer. Da wurde Epo so unkontrolliert gespritzt, dass der Herzinfarkt wegen des dicken Blutes vor der nächsten Tür stand. Riis war da einer, der über Leichen ging. Als es immer mehr Tests gab bzw. Epo nachweisbar wurde, wurde man da vorsichtiger und ging zurück zu den Bluttransfusionen, die in den 80ern gang und gäbe waren, gerade im Langlauf/Biathlon etc., bis zu einem gewissen Zeitpunkt noch nicht mal verboten. So schlimm war das System Armstrong streng genommen noch nicht einmal, es war nur gut und professionell organisiert.

In den 90ern ging man mit dem Zeugs viel unkontrollierter und exzessiver um. Da braucht man nicht auf US-Postal deuten, Team Telekom und fast alle anderen hatten ähnliche Systeme. Das ist doch heut alles bekannt. Oder ONCE bzw. Festina. Man braucht sich nur einmal den Bericht zu Gemüte führen, was Fuentes seinen "Patienten" alles aufschrieb, da fehlte es auch an nichts. Immerhin hatte der noch einen ärztlichen Background, aber einer der berühmten Sportmediziner war er nicht.

Und generell zu den Tests. Da gibt es ja jede Menge Literatur, wie man die sah. Das war ja lächerlich für die Meisten. Man musste, wann sie kommen und wenn man in einem gefährlichen Zeitraum war, machte man halt einfach nicht die Tür auf. Man stand über allem und war sich sicher. Zeitnah (mal abgesehen von Tests im Nachhinein zum Beispiel als Epo noch nicht nachweisbar war) wird/wurde doch keiner erwischt, der sich nicht ganz dumm stellte. Schaut euch doch mal an, wie viele hunderte Tests bei Armstrong negativ ausfielen. Das kommt immer erst über die Jahre auf, selbst wenn der Verband wie seinerzeit nicht korrupt agiert bzw. darüber hinwegsieht.

Und man muss sich auch mal fragen, wenn es in der Regel meist nur irgendwelche Hinterbänkler trifft mit positiven Kontrollen bei Epo zum Beispiel, wird reden hier schon von 15-20% mehr Leistungsvermögen (das sind Welten), wie realistisch es ist, dass die unter den ersten 100 nichts nehmen. Oder im Biathlon, wo die Hämatokrit-Grenzwerte ja noch wesentlich lässiger gesehen werden, als im Radsport. Da sollen die Österreicher und Russen systematisch dopen und die nicht gedopten sind trotzdem teilweise wesentlich schneller ;)? Für mich ist das in der Regel Augenwischerei, Ausnahmen mag es immer geben, aber leider sehr selten im Hochleistungs-Ausdauersport.

Gearscht sind natürlich alle Ehrlichen (David Moncoutié soll tatsächlich einer der wenigen gewesen sein und das durchgezogen haben), muss man ganz klar sagen, aber die Entscheidung ob Doping oder nicht Doping, fällt meist schon im Jugendbereich, wenn es dann heißt Profi oder Nicht-Profi. Jörg Jaksche hat das gut erklärt in welche Situation du da kommst. Da kann man mal gut sehen, wo selbst so ein Talent "clean" oft landete bzw. weshalb du irgendwann keine Bedenken mehr hast. Das hat nicht unbedingt mit Intelligenz etwas zu tun. Das sprengt allerdings jeden Rahmen, damit kann man Bücher füllen, die ich mir schon zu Gemüte geführt habe. Selbst im Hobbybereich wird und wurde gedopt, was für mich das perverseste ist, wenn ich damit nicht meinen Lebensunterhalt verdiene, tue ich das dem Körper nicht an, zumal da sicher kein Arzt begleitend überwacht.

Sicherlich bemüht man sich im Radsport mehr mittlerweile, hoffentlich auch ernsthaft und nicht so wie Anfang der 2000er, aber am grundlegenden Problem wird sich weniger ändern. Man kann es nur in humanere Bahnen lenken.

In der NFL oder generell im US-Sport nimmt man es weniger genau, sieht man auch an den geringen Sperren, das ist bekannt, deshalb sehe ich bei Lynch da auch in diesem Fall keinen Charakter-Makel, wenn es "nur" das ist und er aus einer unter sehr vielen mal erwischt wurde. Bei manchen sieht man doch schon an den unnatürlichen Eidechsen-Zungen, wenn sie die mal rausstrecken, dass da Wachstumshormone im Spiel sind, das ist jetzt wirklich kein Witz ;). Bei Bolt hoffe ich tatsächlich, dass er aufgrund der Veranlagung so schnell ist, man weiß es nie, würde auch nicht die Hand ins Feuer legen, auf negative Tests gebe ich weniger als Argument, aber mit ihm sind tatsächlich bislang Null mehr oder weniger eindeutige Verdachtsmomente verbunden, bei den anderen Jamaikanern sieht es anders aus ;).


TheBeast

Tolle Beitrag, Red Shadow, danke dafür.

Wie ernst die NFL Doping nimmt sieht man ja an den Sperren. Während man in den internationalen Sportarten fürs erste Mal erwischt werden zwei Jahre und beim zweiten Mal dann lebenslang gesperrt ist gibt es in der NFL ein bzw. zwei Monate. Schon beim dritten Mal lässt sich die Liga dann zu einem ganzen Jahr Sperre überreden. Das ist ja im Prinzip lachhaft. Gleichzeitig wehrt sich die Spielergewerkschaft erfolgreich gegen die Einführung von Tests auf Wachstumshormone, angeblich weil es da so viele "false positives" gibt, den wahren Grund braucht man aber wohl niemandem erklären.

Offenbar ist Doping ein ligaweites Problem, und die ganzen Strafen sind meiner Ansicht nach nicht mehr als Augenauswischerei bzw. Beschwichtiggungsmaßnahme nach dem Motto "schaut her, wir tun eh was dagegen". Insofern ist Lynch natürlich kein "Idiot" sondern einer, der wie alle anderen das macht, was er tun muss, um in seinem Sport erfolgreich zu sein, nämlich mit Mittelchen vom Onkel Doktor nachhelfen. Oder glaubt tatsächlich wer es ist normal, dass 140 kg-Liner die 40 yards in 5 Sekunden laufen?

jetto

Zitat von: TheBeast am Di, 19. Jul. ’16, 09:36
Tolle Beitrag, Red Shadow, danke dafür.

Da kann ich mich nur anschließen...

Moriarty

#26
Zitat von: TheBeast am Di, 19. Jul. ’16, 09:36
Tolle Beitrag, Red Shadow, danke dafür.

Wie ernst die NFL Doping nimmt sieht man ja an den Sperren. Während man in den internationalen Sportarten fürs erste Mal erwischt werden zwei Jahre und beim zweiten Mal dann lebenslang gesperrt ist gibt es in der NFL ein bzw. zwei Monate. Schon beim dritten Mal lässt sich die Liga dann zu einem ganzen Jahr Sperre überreden. Das ist ja im Prinzip lachhaft. Gleichzeitig wehrt sich die Spielergewerkschaft erfolgreich gegen die Einführung von Tests auf Wachstumshormone, angeblich weil es da so viele "false positives" gibt, den wahren Grund braucht man aber wohl niemandem erklären.

Offenbar ist Doping ein ligaweites Problem, und die ganzen Strafen sind meiner Ansicht nach nicht mehr als Augenauswischerei bzw. Beschwichtiggungsmaßnahme nach dem Motto "schaut her, wir tun eh was dagegen". Insofern ist Lynch natürlich kein "Idiot" sondern einer, der wie alle anderen das macht, was er tun muss, um in seinem Sport erfolgreich zu sein, nämlich mit Mittelchen vom Onkel Doktor nachhelfen. Oder glaubt tatsächlich wer es ist normal, dass 140 kg-Liner die 40 yards in 5 Sekunden laufen?

Gerne :), habe versucht mich so kurz, wie möglich zu fassen ;), aber das ist ein komplexes, wie ich finde auch interessantes Thema und ansonsten und auch von mir absolute Zustimmung, was die NFL und Lynch in diesem Kontext betrifft! Da triffst du den Nagel auf den Kopf!

snoopy

Zitat von: TheBeast am Di, 19. Jul. ’16, 09:36
Oder glaubt tatsächlich wer es ist normal, dass 140 kg-Liner die 40 yards in 5 Sekunden laufen?

Da ich als kleiner Amateursportler mit 120kg die 40y in 5Sekunden gelaufen bin, glaube ich tatsächlich, dass man es als Profi auch ohne Doping schaffen kann.
Die Frage ist doch, ab wann bin ich bereit, für die letzten fehlenden Körnchen illegale Mittel zu nutzen?
In einem Umfeld, in dem es "eh alle machen" und in dem Kontrollen eher eine Farce sind, wohl eher.
Wenn dann die Abwägung Erfolg (auch finanziell) gegen die zu erwartende Strafe recht einfach ist....
So ist bzw. war es wohl in der NFL und im Radsport.

Was mich seit Jahren am meisten stört, ist die Forderung zur Legalisierung. Das ist einfach ein Schlag ins Gesicht der Sportler, die eben nicht ALLES für den Erfolg tun und sauber sind. Diese sind, neben der Gesundheit der Doper, die Leidtragenden.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

TheBeast

Zitat von: snoopy am Di, 19. Jul. ’16, 15:24
Da ich als kleiner Amateursportler mit 120kg die 40y in 5Sekunden gelaufen bin, glaube ich tatsächlich, dass man es als Profi auch ohne Doping schaffen kann.

:wow: Wir haben einmal mit den Kollegen so einen Test gemacht, ich komm da nicht in die Nähe (Zeit habe ich verdrängt ;)); unser Schnellster (ex-RB) war um die 5,0 aber halt auch grad halb so schwer...

Zitat von: snoopy am Di, 19. Jul. ’16, 15:24
Was mich seit Jahren am meisten stört, ist die Forderung zur Legalisierung. Das ist einfach ein Schlag ins Gesicht der Sportler, die eben nicht ALLES für den Erfolg tun und sauber sind. Diese sind, neben der Gesundheit der Doper, die Leidtragenden.

Ganz nebenbei wird dabei vergessen, dass es dann eben nicht nur die sind, die für den Raubbau an ihrer eigenen Gesundheit fürstlich entlohnt werden, sondern dass das bis auf High School Level runter dann ohnehin alle machen müssen, wollen sie nur annähernd eine Chance haben. Das dürfte der Volksgesundheit nicht zuträglich sein.

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