49ersFanZone.net: Unsere Werte +++ Wetten zu Gunsten der FanZone – ab sofort!

 

In-Depth: Warum Baldwins Catch incomplete war

Begonnen von frontmode, Fr, 22. Nov. ’13, 11:29

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

frontmode

Play-Analyse mal anders. Gestern im Webradio sind wir ausführlich auf das Play mit dem nicht gegebenen Touchdown eingegangen. Haupttenor war natürlich die taktische Komponente des Spielzugs.

Wir sind aber auch ausführlich auf die Regel eingegangen, warum der Call der Schiedsrichter hier korrekt war. In der Play-Analyse diese Woche gehen wir diesmal hierauf ein. Wenn ihr was über das Play selber wissen wollt, müsst Ihr Euch leider die Aufzeichnung der Sendung anhören  8).




Beginnen wir mit grundlegenden Dingen: wann ist ein Catch ein Catch?

Der Spieler muss den Ball aus der Luft fangen und mit beiden Füßen Inbounds sein, nachdem er den Ball gesichert hat. Optional ist es auch dann ein Catch, wenn der Spieler nach dem Sichern des Balls den Boden mit dem Arm (nicht nur der Hand), einem Knie, dem Hintern oder einem anderen Körperteil berührt.

Der Spieler ist dann "Down by Contact", wenn er während des Prozesses des Fangens oder danach von einem Gegenspieler berührt ist. Dabei ist es unerheblich, ob der Kontakt dazu geführt hat, dass der Reciever zu Boden geht.

Bild 1 und 2 zeigen genau diese Situation, Ball sicher und beide Füße Inbounds.

Bild 1


Bild 2


Damit der nach den Regeln gefangene Ball aber auch als "Complete" gegeben wird, müssen unter Umständen noch andere Bedingungen erfüllt sein. Hier kommt die sogenannte "Calvin Johnson Regel" zur Anwendung.

Diese besagt: "Ein Spieler, der ohne Behinderung nach bzw. während eines Catches zu Boden geht, muss im gesamten Prozess des Fangens zu jedem Zeitpunkt die volle Kontrolle über den Ball habe." Der gesamte Prozess ist der Fang selber, der Flug, der Moment des Aufkommens und während der Spieler möglicher Weise noch über den Buden rutscht.

Dieses ist ein Unterschied zu einer Situation, in der ein Spieler einen Ball fängt, danach einen Football-Move macht und sich dann in die Enzone wirft. In diesem Szenario ist es ein Touchdown, sobald der Ball die Linie berührt - egal ob sich der Ball beim Aufkommen bewegt oder der Spieler den Ball gar verliert.

Eigentlich hat Baldwin hier alles richtig gemacht.

Bild 3


Hier auf Bild 3 sieht man, dass Baldwin frontal auf den Boden zu schlagen droht. Dieses führt in der Regel dazu, dass sich der Ball bewegt.

Bild 4


Baldwin versucht also diesen Aufschlage zu verhindern und beginnt sich in der Luft zu drehen.

Bild 5


Auf Bild 5 sieht man sehr schön, dass er den Ball vor sich festhält und mit dem Rücken auf den Boden aufkommen will.

Bild 6


Was ihm leider nicht ganz gelingt. Er schlägt leicht mit der rechten Seite auf den Boden auf, hält hier den Ball aber noch sicher in beiden Händen.

Bild 7


Hier auf Bild 7 sieht man aber, dass sein eigener Schung ihn über den Boden nach links rollen lässt, was ihm den linken Arm wegzieht und der beginnt die Kontrolle über den Ball zu verlieren.

Bild 8


Bild 8 zeigt eindeutig, dass er komplett die Kontrolle über den Ball verloren hat und den Schiedsrichtern nichts anderes übrig bleib, als das Play nach der Challenge der 49ers nicht zu verändern.

Bild 9


Am Ende hat er den Ball wieder, aber das spielt für das Ergebnis keine Rolle.

Man kann sich über die Regel ärgern und das Competition Committee wird sich auch in der Off-Season damit beschäftigen, aber die Schiedsrichter fällten hier die richtige Enscheidung.

Das Ärgerliche ist, dass Jim Harbaugh sagte, dass die 49ers die Bewegung des Balles gesehen haben und trotzdem die Challenge Flag warfen - einfach auf gut Glück.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

igor

Danke für die schöne Analyse!  Wirklich schade um den Ball; technisch gesehen fand der Catch erst Out-of-Bounds statt.  Wirklich mögen tu ich's nicht; er hatte den Ball in der Endzone sicher mit beiden Händen, und beide Füße waren auf dem Boden.  Damit sollte, für mein Empfinden, das Play in diesem Moment beendet sein – genauso wie es ja reicht, wenn bei einem Lauf nur die Spitze des Balles in die Endzone hineinragt, selbst wenn der Spieler sich noch außerhalb befindet.
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

zugschef

Tja, diese Process of the Catch Sache wurde halt beschlossen, um es für die Refs einfacher zu machen zwischen Completion, Incompletion und Fumble zu entscheiden. Und sie macht es tatsächlich einfacher, auch wenn es oft zu Situationen kommt, bei denen ein Catch nicht zählt, der "gefühltermaßen" eindeutig zählen sollte; so wie dieser hier von Baldwin.

owl49er

Vielen Dank für die klasse Analyse :thumbup:

Zitat von: frontmode am Fr, 22. Nov. ’13, 11:29
Das Ärgerliche ist, dass Jim Harbaugh sagte, dass die 49ers die Bewegung des Balles gesehen haben und trotzdem die Challenge Flag warfen - einfach auf gut Glück.
Ich vermute, Harbaugh hatte auch ein wenig gehofft, falls die Entscheidung zurückgenommen  würde, etwas für das Selbstvertrauen von QB und WR zu tun.
INEOS... guess who's just scored one unbelievable goal again :(

Sanfranolli

Geschieht das ganze im Feld und nicht Out of Bounds und der Ball berührt nicht den Boden, sondern der WR sichert den Ball im nachgreifen ist es ein Catch! ;o)
Schade für Baldwin zeigt aber auch, das er bemüht ist und vielleicht doch noch kein Flop!
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

Baschi00

Zitat von: owl49er am Fr, 22. Nov. ’13, 16:15
Vielen Dank für die klasse Analyse :thumbup:

Zitat von: frontmode am Fr, 22. Nov. ’13, 11:29
Das Ärgerliche ist, dass Jim Harbaugh sagte, dass die 49ers die Bewegung des Balles gesehen haben und trotzdem die Challenge Flag warfen - einfach auf gut Glück.
Ich vermute, Harbaugh hatte auch ein wenig gehofft, falls die Entscheidung zurückgenommen  würde, etwas für das Selbstvertrauen von QB und WR zu tun.

Das ärgert mich am meisten. Die Tatsache, dass es kein TD war, ist mir relativ egal (danach gabs ja doch einen), aber es wäre so nötig gewesen für das Vertrauen der beiden. Und wenn man mal nach Seattle rüberschielt, dann krieg ich teilweise Kopfschmerzen - Wilsons Receiver sind auf dem Papier nicht unbedingt besser als unsere, aber seine machen halt diese Plays :-\
Against All Odds

"Winning isn't everything, it's the only thing." - Vince Lombardi

zugschef

Zitat von: Baschi00 am Fr, 22. Nov. ’13, 18:17
[...] Wilsons Receiver sind auf dem Papier nicht unbedingt besser als unsere, aber seine machen halt diese Plays :-\
Inwiefern sind Seattles Receiver auf dem Papier nicht besser als San Franciscos?

Baschi00

#7
Zitat von: zugschef am Fr, 22. Nov. ’13, 18:59
Zitat von: Baschi00 am Fr, 22. Nov. ’13, 18:17
[...] Wilsons Receiver sind auf dem Papier nicht unbedingt besser als unsere, aber seine machen halt diese Plays :-\
Inwiefern sind Seattles Receiver auf dem Papier nicht besser als San Franciscos?

War falsch formuliert. Sie sind auch nicht gerade bekannt und es gibt unter ihnen nicht unbedingt einen wahren No. 1 WR (damit ist nicht Harvin gemeint...)
Against All Odds

"Winning isn't everything, it's the only thing." - Vince Lombardi

Sanfranolli


Zitat von: zugschef am Fr, 22. Nov. ’13, 18:59
Zitat von: Baschi00 am Fr, 22. Nov. ’13, 18:17
[...] Wilsons Receiver sind auf dem Papier nicht unbedingt besser als unsere, aber seine machen halt diese Plays :-\
Inwiefern sind Seattles Receiver auf dem Papier nicht besser als San Franciscos?

Dafür hat Wilson keinen TE der Sorte Davis!
Und Baldwin und Rice sind auf dem Papier kein Duo das Angst macht! Auch nicht wenn ich Tate noch mit dazu nehme!
Das ist ne durchschnittliche Truppe die nur will und gute Bälle bekommt!
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

LeonJoe

Klasse Analyse Martin... :thumbup:

Wobei ich die Regeln der NFL einfach furchtbar finde...warum macht man unterschiede beim Catch und Run? Beim Run muss der Ball nur in der Endzone sein beim Catch allerdings muss ich ihn mit unter die Dusche nehmen... ???

Guckt euch doch mal das Stafford Play gegen Dallas an...QB Sneak in die Endzone, gleich nachdem er innerhalb der Endzone war, lässt er den Ball los. Weder ist das ein Fumble noch irgendetwas anderes. Zählt einfach als TD...einfach zu komplex das Regelwerk. Und so unnötig...



greetz Frank

Diabolo

Damit es ein Touchdown ist muss es halt erstmal ein Catch sein.
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

LeonJoe

Zitat von: Diabolo am Sa, 23. Nov. ’13, 20:12
Damit es ein Touchdown ist muss es halt erstmal ein Catch sein.


Ein catch im technischen Sinne...  ;) für mich war es ein catch.! Ball gefangen, zu dem in der Endzone, zu dem 2 Füße in bounds=catch...so einfach ist es....aber leider, manchmal dann doch nicht ;)

greetz Frank

Candlestick

Absolut ein Catch. Die Regel is für die Tonne.

stig49


MoRe99

Zitat von: Candlestick am So, 24. Nov. ’13, 00:50
Absolut ein Catch. Die Regel is für die Tonne.

Nein, es ist eben lt. der gültigen Regel KEIN Catch!  :prof:  Dass die Regel u.U. komplett daneben ist, das mag ja sein. Aber aktuell  ist das eben kein Catch.

Zum Unterschied zwischen TD vom "Runner" und "Receiver". Der Running Back hat, wenn er den Ball über die Goalline hält, ja bereits zuvor Kontrolle über den Ball. Wenn du den Ball zu einem Receiver in die Endzone wirfst muss dieser ja erstmal Kontrolle über den Ball haben, sonst würde ja eine Berührung des Balls reichen. Und genau da setzt die Regel ja an: sie soll klären, was "Kontrolle über den Ball" bedeutet. Was, wenn ein Receiver den Ball fängt und lässt ihn beim Runterfallen los? Hatte er dann Kontrolle über den Ball? Wie lange muss er den Ball festhalten, damit es klar ersichtlich ist, dass der Ball sicher gefangen wurde? Die NFL hat sich eben dazu entschlossen zu sagen, dass ein Receiver nur dann wirklich Kontrolle über den Ball hat, wenn er den Ball fängt und auch während der Landung, bis er "zur Ruhe kommt", den Ball jederzeit sicher festhält. Muss man nicht mögen, ist aber so. Deshalb: ein "gefühlter" TD-Catch von Baldwin, den Regeln zufolge aber eben ein incomplete Pass.
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

Candlestick

Zitat von: MoRe99 am So, 24. Nov. ’13, 11:43
Zitat von: Candlestick am So, 24. Nov. ’13, 00:50
Absolut ein Catch. Die Regel is für die Tonne.

Nein, es ist eben lt. der gültigen Regel KEIN Catch!  :prof:  Dass die Regel u.U. komplett daneben ist, das mag ja sein. Aber aktuell  ist das eben kein Catch.

Zum Unterschied zwischen TD vom "Runner" und "Receiver". Der Running Back hat, wenn er den Ball über die Goalline hält, ja bereits zuvor Kontrolle über den Ball. Wenn du den Ball zu einem Receiver in die Endzone wirfst muss dieser ja erstmal Kontrolle über den Ball haben, sonst würde ja eine Berührung des Balls reichen. Und genau da setzt die Regel ja an: sie soll klären, was "Kontrolle über den Ball" bedeutet. Was, wenn ein Receiver den Ball fängt und lässt ihn beim Runterfallen los? Hatte er dann Kontrolle über den Ball? Wie lange muss er den Ball festhalten, damit es klar ersichtlich ist, dass der Ball sicher gefangen wurde? Die NFL hat sich eben dazu entschlossen zu sagen, dass ein Receiver nur dann wirklich Kontrolle über den Ball hat, wenn er den Ball fängt und auch während der Landung, bis er "zur Ruhe kommt", den Ball jederzeit sicher festhält. Muss man nicht mögen, ist aber so. Deshalb: ein "gefühlter" TD-Catch von Baldwin, den Regeln zufolge aber eben ein incomplete Pass.

Absolut klar, absolut richtig argumentiert. Meine Aussage sollte auch nur ausdrücken, dass ich die Regel nicht akzeptieren kann, weil das für mich einfach ein Catch ist und den abzuerkennen für mich unsportlich ist. Da stelle ich mich mit meiner Absicht über die Regel, kritisiere aber natürlich kein Ref der tut was er tun muss.

Wie gesagt: Regel für die Tonne!

zugschef

Die Regel ist sogar sehr sinnvoll. Sie vereinfacht den Job der Refs und macht die Unterschiede zwischen Fumble, Incompletion und Completion viel besser unterscheidbar. Und darum geht's.

Dass die Regel auf dem Sportplatz völlig fehl am Platz ist und man unter Kumpels niemals sagen würde, dass das kein Touchdown war, steht auf einem völlig anderen Blatt.

stig49

Zitat von: zugschef am So, 24. Nov. ’13, 15:59
Die Regel ist sogar sehr sinnvoll. Sie vereinfacht den Job der Refs und macht die Unterschiede zwischen Fumble, Incompletion und Completion viel besser unterscheidbar. Und darum geht's.

Ja, das hab ich auch gelesen, aber es leuchtet mir nicht ein: Beide Füsse am Boden, Ball nicht am Boden und unter Kontrolle zu Beginn und zum Ende der Bewegung - das ist doch total klar, wo sollte es da schwer sein für die Referees? Dieser Quatsch mit "zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle" macht es doch erst kompliziert. War die Hand drei Millimeter runter vom Ball für zwei Millisekunden? Oder doch nicht?  Sinnlos!

In dem Sinn war das ein Catch für mich. Dass es regelkonform war, ihn nicht zu geben, ist ja unbestritten.

zugschef

#18
Weil es dann kompliziert wird zwischen completion und fumble zu unterscheiden.

[edit] In Baldwins Fall war das Problem, dass er out of Bounds ging, als er die Kontrolle über den Ball verlor. Wäre er in Bounds gewesen, wäre es auch ein Catch gewesen, da der Ball nie den Boden berührt. Das ist genau der gleiche Fall wie mit Boldins Incompletion an der Sideline in St. Louis heuer.

frontmode

Warum sollte man das Unterscheiden müssen? Man kann doch sagen: Catch + Füße Inbounds -> TD und Play zu Ende.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

Tags: