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In-Depth: Kommunikationsprobleme bei den Coaches - die Rolle von Jimmy Raye

Begonnen von stig49, Mi, 15. Sep. ’10, 10:20

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Norton51

Ich habe jetzt noch mal ein bisschen mehr darüber gelesen und ein Kolumnist hat das sehr treffend formuliert:
Welches Playoffteam braucht nach Woche 1 schon den ersten Pep Talk?
Welches Playoffteam hat konstant diese Kommunikationsprobleme beim Playcalling?
Und in welchem Playoffteam muss dem OC schon nach Woche 1 der Rücken gestärkt werden?

Das sind leider echte Alarmsignale, ob man sich das schönredet oder nicht. :(

silentsound

Zitat von: Norton51 am Mi, 15. Sep. ’10, 11:32
Ich habe jetzt noch mal ein bisschen mehr darüber gelesen und ein Kolumnist hat das sehr treffend formuliert:
Welches Playoffteam braucht nach Woche 1 schon den ersten Pep Talk?
Welches Playoffteam hat konstant diese Kommunikationsprobleme beim Playcalling?
Und in welchem Playoffteam muss dem OC schon nach Woche 1 der Rücken gestärkt werden?

Das sind leider echte Alarmsignale, ob man sich das schönredet oder nicht. :(
meine rede ::)
if you follow every dream...you might get lost

stig49

Eigentlich scheint es im Moment nirgendwo zu stimmen bei den Coaches, und das klingt sehr besorgniserregend. Ich fasse mal zusammen:

* Singletary macht anscheinend erst die Spieler nieder, dann rückt er in einem Teammeeting Dinge wieder gerade, dann stellt er sich hinter den Quarterback, den er vorher kritisiert hat.

* Smith und Nate Davis können angeblich besser mit Johnson als mit Raye. Aber der versteht Rayes Ansagen nicht und wird dafür von Singletary angebrüllt, der ihn zuvor in diese Rolle gehoben hat.

* Ein OC, der nach Meinung der Spieler gerne mal mit den Fingern zeigt und zwar weiss, was er will, es aber nicht weitergeben kann.

* Jetzt soll dieser OC, mit dem der ansonsten hochloyale QB ein gewisses Problem hat, dorthin, wohin er nicht will, nämlich ans Feld, und mit dem QB direkt kommunizieren.

* Niemand hat darauf reagiert, dass die Raye-Johnson-Connection schon in der Preseason nicht funktioniert hat.

* Mitten in der Saison plädiert der ums Überleben kämpfende Quarterback dafür, plötzlich nur noch Nummern zu übermitteln statt der kompletten Play-Ansagen. Das zeigt ja auch, wie wenig Vertrauen er hat, dass Rayes Kommunikationsprobleme anders zu lösen sind. Die Frage ist, wenn man in Stresssituationen die Ansage nicht versteht, wie soll dann die dazu passende Nummer dazu gefunden werden?

* Und Singletary, also Mr. Konsequent, versteckt sich erst mal hinter "Funkproblemen" und muss hinterher zurückrudern. Selbst wenn er es nur falsch verstanden haben sollte, war das in einer Weise voreilig, wie es ein HC nicht sein sollte.

Real

Das ist mit abstand das lächerlichste was ich je gelesen habe über die Coaches der Niners!
Naja Nolan jetzt mal rausgerechnet. Aber schon arg lächerlich!

frontmode

Zitat von: Real am Mi, 15. Sep. ’10, 12:46
Das ist mit abstand das lächerlichste was ich je gelesen habe über die Coaches der Niners!
Naja Nolan jetzt mal rausgerechnet. Aber schon arg lächerlich!

Naja, ich erinnere mich da an Kommentare von Erickson, die so wirr waren, dass Duffeldoffel beim Übersetzen echte Probleme hatte  8)
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MoRe99

Unfassbar!  :eek:  Ich hätte sowas bei einem NFL-Team niemals für möglich gehalten. Alter Falter, mit solchen Geschichten machst du dich doch zum Lachblatt der Liga.  :ohno:  :wallbash:
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

MoRe99

Zitat von: frontmode am Mi, 15. Sep. ’10, 12:49
Naja, ich erinnere mich da an Kommentare von Erickson, die so wirr waren, dass Duffeldoffel beim Übersetzen echte Probleme hatte  8)
Nun, das waren die Kommentare vor oder nach dem Spiel. Aber wenn es den Spielern auf dem Feld bei der Ansage des Plays schon so geht?  :o
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

Norton51

Ich glaube man verliert vor allem den Respekt der Spieler. Je besser sie sind, desto mehr muss man auf Augenhöhe in bezug auf Professionalität und Können sein.

Mike Shanahan hat mal erzählt, dass er vor seinem Amtsantritt als OC bei den Niners alle offensiven Meetings der vorherigen Jahre auf Video angeschaut hat (walsh hat alles auf tape festgehalten), um auf Augenhöhe mit Montana und Young starten zu können und um ihren Respekt zu bekommen.

Wenn das letztes Jahr bei Raye schon ein Problem war, die Spieler zu Singletary gehen und sich darüber beklagen und er es nicht abstellt, wird es irgendwann lächerlich.

Dazu noch ein QB, der nicht in der Lage ist seine eigenen Plays anzusagen und schon hat man das Chaos von Sonntag. So langsam verstehe ich es jedenfalls.

49erChrisB

Obwohl ich sicher zu denjenigen auf dem Board gehöre, die Alex Smith eher wohlwollend behandelt haben und dafür plädiert haben, dass man ihm diese Saison als make-or-break-season geben sollte, will ich ihn und insbesondere seine zweite Spielhälte in Seattle jetzt nicht verteidigen. Aber je mehr Infos nach der Niederlage über "Kommunikationsprobleme", Playcalling, Game-Planning und das Coaching allgemein ans Tageslicht kommen, erscheint mir der Anteil dieser Dinge wesentlich größer an den im Spiel zutage getretenen Problemen zu sein, als z.B. die Schwächen/Probleme von Alex Smith oder der OLine. Den Kritikern von AS muss ich mich insofern anschließen, als auch ich glaube, dass aus ihm wohl nie der QB werden wird, wie wir ihn hier gerne hätten. Aber diejenigen, die genauso oder mehr noch das Coaching etc. kritisiert haben, dürften im Ergebnis viel näher an der Wahrheit gewesen sein. Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was in den Artikeln von Dickey und Cole steht, ...oh mein Gott.  :geeze: Dann kann man wenn alles glatt geht vielleicht noch irgendwie die Playoffs schaffen, aber mehr (VLT) sehe ich in dieser Konstellation nicht. Allerdings - und das hat frontmode im anderen Thread geschrieben - geschrieben, haben wir leider für diese Saison keine Wahl. Die Frage die sich mir im Moment stellt (und auf die ich für mich noch keine Antwort habe), soll man auf eine möglichst schlechte saison hoffen, damit am Ende die Chance besteht das Coaching Staff auszuwechseln und einen QB in der Draft zu bekommen. :noidea: Das ist mir als Fan eigentlich zutiefst zuwider...

frontmode

Zitat von: Norton51 am Mi, 15. Sep. ’10, 13:00
Dazu noch ein QB, der nicht in der Lage ist seine eigenen Plays anzusagen und schon hat man das Chaos von Sonntag. So langsam verstehe ich es jedenfalls.

Was meinst Du denn damit?? In der Regel callen die QBs nicht selber.
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Norton51

Mann Frontmode....  ::)

Ein normaler NFL QB ist durchaus in der Lage ein eigenes Play anzusagen, wenn die Kommunikation ausfällt. Alex Smith wird gefragt, warum er das nicht macht (pressekonferenz) und er sagt, dafür gibt es einen offensiv Coordinator.

Ich habe nicht davon geredet, dass QBs ihr ganzes Spiel callen, wie Manning das im Prinzip macht, aber im Notfall sind die meisten in der Lage eines anzusagen. Smith ist dazu offensichtlich nicht in der Lage.

Sowas entspannt dann eine Stresssituation für eine Offense nicht, es erhöht sie nur weiter.

Real

Naja man darf auch nicht vergessen, dass hinter ihm auch ein HC steht, der ihm wohl das Fell über die Ohren zieht wenn er selbst callt.

Sing ist einfach etwas ZU dominant wie es scheint.

frontmode

Zitat von: Norton51 am Mi, 15. Sep. ’10, 13:10
Mann Frontmode....  ::)

Ein normaler NFL QB ist durchaus in der Lage ein eigenes Play anzusagen, wenn die Kommunikation ausfällt. Alex Smith wird gefragt, warum er das nicht macht (pressekonferenz) und er sagt, dafür gibt es einen offensiv Coordinator.

Ich habe nicht davon geredet, dass QBs ihr ganzes Spiel callen, wie Manning das im Prinzip macht, aber im Notfall sind die meisten in der Lage eines anzusagen. Smith ist dazu offensichtlich nicht in der Lage.

Sowas entspannt dann eine Stresssituation für eine Offense nicht, es erhöht sie nur weiter.

Darum habe ich dich gefargt, ich habe nicht jeden Bericht komplett gelesen.....

Ehrlich gesagt kann ich Smith aber verstehen. Gerade in Goal-Line Situationen oder Fourth Down würde ich auch nicht bei 15 verbleibenden Sekunden irgendwas callen. Da istdas TO die richtige Entscheidung.
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IamNINER

ICh frage mich ja gerade wie das die Colts machen: Manning kriegt 3 Plays übermittelt, sucht eines aus hat gemütlich Zeit die D zu lesen, notfalls Audible und dann nochmals D lesen und snap.
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

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Buvag

Das ist bei den Saints auch so. Zumindest habe ich das aus der Live-Reportage so herausgehört.

Als Brees lautstark "kill, kill, kill" vor dem Spielzug lief, wurde erklärt, dass er zwei Plays übermittelt bekomme und bei Bedarf einen davon durch diesen Befehl abblasen könne.

Andere Teams schaffen es also sogar zwei Plays anzusagen...
Fantasy League 1 Champion 2016

frontmode

Zitat von: IamNINER am Mi, 15. Sep. ’10, 13:29
ICh frage mich ja gerade wie das die Colts machen: Manning kriegt 3 Plays übermittelt, sucht eines aus hat gemütlich Zeit die D zu lesen, notfalls Audible und dann nochmals D lesen und snap.

Das kann Smith auch - wenn die 3 Plays denn nach 10-15 Sekunden da sind. Wenn Manning sich 15 sec vor Snap keine 3 Plays bekommen hat, geht das auch nicht ;),

Stellt Euch das doch bitte einfach mal, vielleicht mit Blick auf eine Stopuhr:

- Kein Call ist gekommen: 15
- Entscheidung, kein TO und selber callen: 14
- Blick auf das eigene Package: 13
- Identifizierung des Defense Packages: 12-11
- Entscheidung ner das eigene Play: 10-9
- Call (Formation, Play, Protection, Count): 8-7
- Einnehmen der Formation: 6-5-4
- Pre-Snap-Read: 3-2
- Natürlich nur Count on One (ist super, wenn die D das genau weis): 1

Das ist in solch einer Situation einfach viel zu eng, zumal die 49ers viele Plays mit Mogion haben, die dann schon mal wegfallen.

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49erChrisB

Zitat von: Norton51 am Mi, 15. Sep. ’10, 13:10
Mann Frontmode....  ::)

Ein normaler NFL QB ist durchaus in der Lage ein eigenes Play anzusagen, wenn die Kommunikation ausfällt. Alex Smith wird gefragt, warum er das nicht macht (pressekonferenz) und er sagt, dafür gibt es einen offensiv Coordinator.

Ich habe nicht davon geredet, dass QBs ihr ganzes Spiel callen, wie Manning das im Prinzip macht, aber im Notfall sind die meisten in der Lage eines anzusagen. Smith ist dazu offensichtlich nicht in der Lage.

Sowas entspannt dann eine Stresssituation für eine Offense nicht, es erhöht sie nur weiter.
Ich denke sehr wohl, dass Smith das kann. Zumindest hat er, soweit ich mich erinnere, letzte Saison im Spiel gg. Houston bei Ausfall seines Headsets die Plays selbst gewählt und angesagt - und zwar ganz gut. Ich glaube eher, er darf/soll das einfach nicht tun (Ansage vom Coach?). Und was soll er denn im Interview auf die Frage, warum er nicht seine eigenen Plays callt sagen, sich hinstellen und sagen er würde es gerne tun aber er darf es nicht. Dann doch lieber die nichtssagende Aussage, dass es dafür doch den OC gibt.

Norton51

Zitat von: IamNINER am Mi, 15. Sep. ’10, 13:29
ICh frage mich ja gerade wie das die Colts machen: Manning kriegt 3 Plays übermittelt, sucht eines aus hat gemütlich Zeit die D zu lesen, notfalls Audible und dann nochmals D lesen und snap.

Bei den Colts läuft das so:

Manning bekommt 2-4 plays und geht mit denen in den Huddle (wenn sie huddlen) und sagt die an. Je nach Formation der Defense wählt er an der Line eines davon aus. In der Vorbereitungswoche auf das Spiel sagt er seinen Linemen anhand des Films, was er machen wir, wenn er dieses und jenes sieht. Dadurch weiß Saturday immer schon in etwa was kommt und kann parallel zu Mannings Show das Blocking der Line setzen.
Deshalb ist Saturday auch so ein wichtiger Spieler bei den Colts.

Seine große, große Stärke ist, dass er Defenses so gut lesen kann und Coverages erkennt.

Das ganze hoodoo an der Linie, was man im Fernsehen sieht, ist letztendlich also nur Spielzugansage und Verschleierung des Playcalls. Es ist kein audible.

Manning hat mal erzählt, dass er in einem normalen Spiel höchst selten Audibles ansagt. Sie haben wohl 4-5 Audibles im Set, aber er verwendet im Schnitt nur 2-3x ein richtiges Audible.

Norton51

Zitat von: 49erChrisB am Mi, 15. Sep. ’10, 13:51
Zitat von: Norton51 am Mi, 15. Sep. ’10, 13:10
Mann Frontmode....  ::)

Ein normaler NFL QB ist durchaus in der Lage ein eigenes Play anzusagen, wenn die Kommunikation ausfällt. Alex Smith wird gefragt, warum er das nicht macht (pressekonferenz) und er sagt, dafür gibt es einen offensiv Coordinator.

Ich habe nicht davon geredet, dass QBs ihr ganzes Spiel callen, wie Manning das im Prinzip macht, aber im Notfall sind die meisten in der Lage eines anzusagen. Smith ist dazu offensichtlich nicht in der Lage.

Sowas entspannt dann eine Stresssituation für eine Offense nicht, es erhöht sie nur weiter.
Ich denke sehr wohl, dass Smith das kann. Zumindest hat er, soweit ich mich erinnere, letzte Saison im Spiel gg. Houston bei Ausfall seines Headsets die Plays selbst gewählt und angesagt - und zwar ganz gut. Ich glaube eher, er darf/soll das einfach nicht tun (Ansage vom Coach?). Und was soll er denn im Interview auf die Frage, warum er nicht seine eigenen Plays callt sagen, sich hinstellen und sagen er würde es gerne tun aber er darf es nicht. Dann doch lieber die nichtssagende Aussage, dass es dafür doch den OC gibt.

Es gibt bei ihm immer eine Entschuldigung. ;)

Aus meiner Sicht würde er aus egoistischen Motiven in seiner Situation besser fahren, wenn er bei sowas ausstrahlt, dass er es nicht darf, als dass er es nicht kann.

Abgesehen davon hätte er auch beim zweiten Mal wo der komische Raye seinen chiffrierten Call absetzt und die playclock ihm wegläuft auch an der Seitenlinie jemanden dafür grillen können. Ich stelle mir gerade Tom Brady in so einer Situation vor, wenn die calls nicht kommen und er ständig timeout nehmen oder delay of game schlucken muss. ;) Da wäre aber die Luft warm geworden.

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