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Boone bleibt auch dem Camp fern

Begonnen von zugschef, Mo, 14. Jul. ’14, 20:36

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zugschef

Ich kann's nur wiederholen: Die Teams halten die Verträge ebensowenig ein. Ihm das vorzuwerfen ist schlichtweg unfair.

Der Grund warum Boones Holdout lächerlich ist, ist nicht, dass er den Vertrag bricht, es ist lächerlich, weil er auf dem weitaus kürzeren Ast sitzt und eine schlechte Verhandlungsposition hat. Auf Guard tummeln sich zig Spieler, die alle um einen Spot -- seinen -- kämpfen, da Staley, Iupati und Davis gesetzt sind. Hinzukommt noch, dass ein Holdout 30 000 Dollar pro Tag kostet, die er sich, wenn man seinen derzeitigen und den vorigen Vertrag ansieht, auf Dauer unmöglich leisten kann.

Entweder er erscheint zum Camp und hat eine Chance, dass man mit ihm vorzeitig verhandelt, oder er erscheint nicht und verliert einen Haufen Geld, wobei noch die Möglichkeit besteht, dass er zu einem anderen Team getraded wird. Vielleicht legt er es auch darauf an, dass er woanders sein Geld bekommt, wenn er's schon nicht von den Niners kriegt.

Sanfranolli

Zitat von: bernd.urban am Di, 15. Jul. ’14, 16:46
Zitat von: zugschef am Di, 15. Jul. ’14, 15:55
Du bist aber ein seltsamer Jurist. Ich dachte für Juristen sind Verträge da, um gebrochen zu werden. ;-)

Das läuft folgendermaßen:
Jurist 1 schreibt den Vertrag.
Jurist 2 liest den Vertrag und reklamiert Änderungen hinein.
Jurist 3 prüft den geänderten Vertrag und segnet ihn ab (Sollte er sich nicht sicher sein, dann werden natürlich noch Jurist 3.1 und Jurist 3.2 befragt)
Dann wird der Vertag unterschrieben.
Nach einiger Zeit will eine Vertragspartei den Vertrag auflösen und befragt Jurist 1 wie das geht.
Jurist 1 kann sich weder erinnern, wie er den Ursprünglichen Vertrag gemeint hatte, noch wie die Änderungen zustande kamen.
Jurist 4 greift also ein und interpretiert den Vertrag neu.
Jurist 2 lässt sich das nicht gefallen (schließlich hängt er aus sentimentalen Gründen an seinen Änderungen) und lässt Jurist 5 ein Gutachten erstellen.
In einem Zivilverfahren (läuft ähnlich wie auf dem Basar in Istanbul) einigt man sich dann - oder nicht. Dafür gibts ja dann Jurist 6, der sagt wer von Anfang an recht hatte.
Und je nachdem ob vom Vertrag Europarecht berührt wurde (Jurist 7) oder gar im Zuge der Streitigkeiten jemand verletzt wurde (Jurist 8 ) kommen dann weiter Juristen dazu bis die Sachlage (und alle anderen Katastrophen die rundherum entstanden sind) endgültig geklärt ist...

So easy ist das mit den Verträgen... ;)

Tägliche Praxis. ..;)
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

TheBeast

Heast, ist da irgendwo ein Nest? Lauter Juristen hier, wie's ausschaut.

MoRe99

Zitat von: TheBeast am Mi, 16. Jul. ’14, 10:29
Heast, ist da irgendwo ein Nest? Lauter Juristen hier, wie's ausschaut.

:meld:  Ich bin keiner! 
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

Flames1848

Zitat von: Sanfranolli am Di, 15. Jul. ’14, 22:15
Zitat von: bernd.urban am Di, 15. Jul. ’14, 16:46
Zitat von: zugschef am Di, 15. Jul. ’14, 15:55
Du bist aber ein seltsamer Jurist. Ich dachte für Juristen sind Verträge da, um gebrochen zu werden. ;-)

Das läuft folgendermaßen:
Jurist 1 schreibt den Vertrag.
Jurist 2 liest den Vertrag und reklamiert Änderungen hinein.
Jurist 3 prüft den geänderten Vertrag und segnet ihn ab (Sollte er sich nicht sicher sein, dann werden natürlich noch Jurist 3.1 und Jurist 3.2 befragt)
Dann wird der Vertag unterschrieben.
Nach einiger Zeit will eine Vertragspartei den Vertrag auflösen und befragt Jurist 1 wie das geht.
Jurist 1 kann sich weder erinnern, wie er den Ursprünglichen Vertrag gemeint hatte, noch wie die Änderungen zustande kamen.
Jurist 4 greift also ein und interpretiert den Vertrag neu.
Jurist 2 lässt sich das nicht gefallen (schließlich hängt er aus sentimentalen Gründen an seinen Änderungen) und lässt Jurist 5 ein Gutachten erstellen.
In einem Zivilverfahren (läuft ähnlich wie auf dem Basar in Istanbul) einigt man sich dann - oder nicht. Dafür gibts ja dann Jurist 6, der sagt wer von Anfang an recht hatte.
Und je nachdem ob vom Vertrag Europarecht berührt wurde (Jurist 7) oder gar im Zuge der Streitigkeiten jemand verletzt wurde (Jurist 8 ) kommen dann weiter Juristen dazu bis die Sachlage (und alle anderen Katastrophen die rundherum entstanden sind) endgültig geklärt ist...

So easy ist das mit den Verträgen... ;)

Tägliche Praxis. ..;)

Ich trink mal eben mit Uwe einen Kasten Astra und dann lese ich das nochmal  :o ;D
Some guys practice like all-Americans but they can't play! - Joe Montana

Hyde 28

Zitat von: stig49 am Di, 15. Jul. ’14, 06:33
Da gibt es eigentlich noch einen uralten Grundsatz: Vertrag ist Vertrag. Und die Spieler kennen die Regeln, wenn sie ihren Vertrag unterschreiben.
Jetzt betrachte ich das "Vertragsrecht" in der NFL und wie die Spieler von den Franchises in regelmäßiger Schönheit trotz laufenden Vertrages gecuttet werden.... Da kann ich über diesen Satz ehrlich gesagt nur schmunzeln.  8)

zugschef

Naja, was man fairerweise doch anmerken muss, ist, dass Verträge aus diesem Grund garantierte Gelder beinhalten. Das ist es auch, was die Angelegenheit in Davis Fall (hatte 23 Millionen garantiert -- 3 mehr als Jimmy Graham) doch sehr dreist erscheinen lässt.

Goldpick

Das eigentliche Problem in der NFL ist der Umgang mit Salary Caps.

Das Vertragsrecht für Franchises hätte sich schon vor langer Zeit ändern müssen, das war Spielern gegenüber noch nie fair. Zusätzlich hätte die NFL max. Salary Caps einführen können.

Alles andere schadet dem System langfristig mit allen Beteiligten. Das sieht die NFL nur nicht ein, weil sie damit bis heute immer noch am besten von allen verdient hat.

NinersUlm

Was meinst DU mit "max Salary Caps"?

ICh finde es prinzipiell gut, dass es die Cap gibt. Dient doch eher der Chancengleichheit. Seltsam finde ich einfach die Definition, was alles darunter faällt udn was nicht. Das ist eine Spielwiese für Juristen, wie man den Vertrag bzw. wie man das Kind im Vertrag benennt und der Wortlaut ist.
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten, alle Grammatikfehler stehen unter meinem Copyright, für Fehler bei der Zeichensetzung haftet meine Tastatur und jeder weitere Fehler ist beabsichtigt und dient nur zur allgemeinen Erheiterung!

Goldpick

Es geht dabei nicht um Chancengleichheit, die Praxis sieht leider so aus das ein Franchise die Spieler jederzeit kürzen kann wenn es mit Salary Caps begründet wird. Der Spieler ist dann angeschissen, weil das kein Vertragsbruch ist sondern eine sehr Arbeitgeberfreundliche Regelung der NFL.

Wenn das System insgesamt fairer für Spieler wäre, gäbe es in Summe auch weniger holdouts. Erst wenn es ein faires System gibt, die Zielerreichung und Leistungsbezogene Verhandlungen ermöglichen kann man auch über Obergrenzen nachdenken, die das System stabil halten und Spieler sowie Franchises vom Größenwahn bewahren.

Den meisten Spielern in einem holdout geht es nicht darum ob sie 2 oder 3 Millionen verdienen sondern das sie endlich fair und Leistungsbezogen bezahlt werden und das man ihren gestiegenen Wert endlich zu schätzen weiss und Neuverhandlungen ermöglicht.

Spieler wie Boone sollen immer nur dankbar sein, aber das sie über Vertragsziele hinaus gewachsen sind und ihren Wert durch harte Arbeit gesteigert haben interessiert keine Sau.

frontmode

Zitat von: Goldpick am Do, 17. Jul. ’14, 21:23
Alles andere schadet dem System langfristig mit allen Beteiligten. Das sieht die NFL nur nicht ein, weil sie damit bis heute immer noch am besten von allen verdient hat.

Die NFL hat die striktesten Cap Regeln und ist die erfolgreichste Liga der USA. Warum sollte die Cap schaden? Sie sorgt für Ausgeglichenheit und Spannng und das macht das Produkt gut. So lange es keine ernsthafte Konkurrenz gibt, hat die NFL kaum was zu befürchten.

Ich mag mir nicht ausmalen, was die Jones' und Snyders dieser Welt mit großzügigeren Regeln machen würden.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

zugschef

Zitat von: frontmode am Do, 17. Jul. ’14, 23:54
Ich mag mir nicht ausmalen, was die Jones' und Snyders dieser Welt mit großzügigeren Regeln machen würden.
Nicht viel. Gegen Teams wie die Seahawks hätten sie doch finanziell keine Chance.

Sanfranolli

Wie schon früher mal geschrieben,  fände ich es cool, wenn man die SC noch auf Positionen verteilen würde. Da dürfte man z.B. max. 20 % des SC auf die Position QB verwenden. Dann würde es noch ausgeglichener und die Gehaltsexplosionen würden sich im Rahmen der SC entwickeln.
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

zugschef

Zitat von: Sanfranolli am Fr, 18. Jul. ’14, 08:19
Wie schon früher mal geschrieben,  fände ich es cool, wenn man die SC noch auf Positionen verteilen würde. Da dürfte man z.B. max. 20 % des SC auf die Position QB verwenden. Dann würde es noch ausgeglichener und die Gehaltsexplosionen würden sich im Rahmen der SC entwickeln.
Es würde reichen, wenn man den maximalen Cap-Anteil eines Spielers auf z.B. 20% beschränkt.

stig49

Zitat von: zugschef am Di, 15. Jul. ’14, 20:33
Ich kann's nur wiederholen: Die Teams halten die Verträge ebensowenig ein. Ihm das vorzuwerfen ist schlichtweg unfair.

Der Grund warum Boones Holdout lächerlich ist, ist nicht, dass er den Vertrag bricht, es ist lächerlich, weil er auf dem weitaus kürzeren Ast sitzt und eine schlechte Verhandlungsposition hat. Auf Guard tummeln sich zig Spieler, die alle um einen Spot -- seinen -- kämpfen, da Staley, Iupati und Davis gesetzt sind. Hinzukommt noch, dass ein Holdout 30 000 Dollar pro Tag kostet, die er sich, wenn man seinen derzeitigen und den vorigen Vertrag ansieht, auf Dauer unmöglich leisten kann.

Entweder er erscheint zum Camp und hat eine Chance, dass man mit ihm vorzeitig verhandelt, oder er erscheint nicht und verliert einen Haufen Geld, wobei noch die Möglichkeit besteht, dass er zu einem anderen Team getraded wird. Vielleicht legt er es auch darauf an, dass er woanders sein Geld bekommt, wenn er's schon nicht von den Niners kriegt.
Da bin ich ja ganz bei Dir - aber nicht beim ersten Satz. Dass die Teams die Verträge nicht einhalten, stimmt so ja nicht ganz - sie können ja Spieler entlassen, und das weiss auch jeder Spieler, wenn er seinen Vertrag unterzeichnet. Ein Holdout ist eine andere Kategorie, finde ich, und das Gerde um die "armen" Spieler kann ich eh nicht ganz nachvollziehen, sie wollen doch alle unbedingt in die NFL, wissen, was sie da erwarten können und das ist nicht wenig. Gut, in der NFL habe ich da noch einen Hauch mehr Verständnis als in der NBA oder der MLB, aber eben nur einen Hauch mehr.

frontmode

Zitat von: stig49 am Fr, 18. Jul. ’14, 12:56

Da bin ich ja ganz bei Dir - aber nicht beim ersten Satz. Dass die Teams die Verträge nicht einhalten, stimmt so ja nicht ganz - sie können ja Spieler entlassen, und das weiss auch jeder Spieler, wenn er seinen Vertrag unterzeichnet.

Ein gewisses Ungleichgewicht ist das schon. Ein 4-Jahres-Vertrag ist nur für den Spieler ein solcher, für das Team eben nicht.

Aber bei einem sehe ich das auch so, das ist Jammern auf recht hohem Niveau.
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zugschef

Dann bleibt das Geld beim Owner. Ist das fairer? Man regt sich über die greedy Players auf, aber dass das Geld, das die nicht kassieren, ja nicht in den Taschen der Allgemeinheit landet, daran denkt irgendwie keiner...

frontmode

Zitat von: zugschef am Fr, 18. Jul. ’14, 13:00
Dann bleibt das Geld beim Owner. Ist das fairer? Man regt sich über die greedy Players auf, aber dass das Geld, das die nicht kassieren, ja nicht in den Taschen der Allgemeinheit landet, daran denkt irgendwie keiner...

Das stimmt auch nur bedingt. Das Geld der Owner bezahlt die andere Seite der Operations - vor allem natürlich die Trainer. Die Colts haben vor enigen Jahren ein Minus von 1Mio$ gemacht, ist also nicht so, dass hier jeder einen riesen Reibach macht.

Grundsätzlich gebe ich Dir aber recht. Das Produkt sind vor allem die Spieler. Auf der anderen Seite steht die Cap, die das Produkt NFL extrem erfolgreich macht. Die Frage ist, würde eine höhere SC das Produkt in Summe verschlechtern und dazu die Einnahmen verringern, so dass ein höherer prozentualer Anteil am Ende weniger Geld bedeutet.

Mal hin zum konkreten Fall. Die 49ers nutzen ihre SC extrem weit aus und nahezu alles erlaubte Geld geht ins Team. Boone kämpft also dafür, dass er auf Kosten anderer mehr bekommt. Anders wäre es, wenn die 49ers die 27Mio$ Cap Space der Jaguars hätten.
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zugschef

Wenn es einen maximalen und einen minimalen Prozentwert gibt, den der Vertrag eines Spielers am Cap haben darf, dann ist es völlig belanglos wie hoch oder niedrig die Cap ist. Und wenn die Spieler schlau sind, dann werden sie eine solche Klausel auch irgendwann einfordern.

frontmode

Minimal gibt es doch schon - Veteran Minimum.

Maximal wird so viel nicht bringen und her dazu führen, dass mehrere Spieler dieses fordern (siehe NBA).
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