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Commentary: Tim Kawakami (Mercury News): Singletary allgegenwärtig

Begonnen von stig49, Di, 4. Aug. ’09, 12:02

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stig49

Tim Kawakami über einen Coach, der einen Stil durchzieht:

Der Weltklassemotivator Mike Singletary setzte seine Duftmarke im Camp Singletary ein weiteres Mal: Wir laufen nicht um Dich rum, wir laufen über Dich drüber.

"Ich will kein Drehen, kein Ausweichen, kein Rumspringen", so seine Botschaft   bei den ersten Trainings-Camp-Sessions", "Ich will, dass Ihr den anderen über den Haufen werft". Singletary beschrieb damit den "Nutcracker"-Drill, bei dem  Offensiv- und Defensiv-Spieler zu Mann-gegen-Mann-Zweikämpfen antreten. Fünf Sekunden Football-Sumo, bei denen Eleganz und Täuschung keine Rolle spielen.
Nur ein Drill - aber er dass er am Samstag anstand und vielfach wiederholt werden wird, hat was zu bedeuten.

"Es geht ihm nicht nur ums Hartsein, sondern um die Grundeinstellung, die unser Team haben soll", sagt Starschüler Patrick Willis. "Er will, dass wir die anderen niederwalzen. Völlig egal, wer da im Weg steht, wir walzen sie nieder. Dieser Drill hilft uns, so zu denken".

Schon nach zwei Tagen dieses Trainingscamps war der Unterschied zu den letzten Jahren spürbar. Es ist nicht mal die grössere Körperbetontheit, obwohl   auch das ein Unterschied ist. Es ist auch nicht die unklare QB-Sitaution, denn letztes Jahr gab es sogar einen Quarterback-Dreikampf.

Den Unterschied macht Singletary.

Er ist so allgegenwärtig, so offen, so fordernd. Jederzeit muss man damit rechnen, dass er das Training unterbricht, um eine seiner langen Ansprachen dazwischenzuschieben.  Das Training fühlt sich deshalb an wie ein Bootcamp. Mit dem "Nutcracker" versucht  Singletary die Spieler in ein paar Wochen in seine Spieler zu verwandeln.

In der NFL ist das nichts Ungewöhnliches. Aber es ist sehr anders als in den Camps unter Mike Nolan. Da schien es vor allem darum zu gehen, dass am Ende Nolan selbst gut dastand, wichtig und gefeiert.

Die 49ers wurden unter Nolan eine Weile lang besser, weil er organisiert war und ein talentierteres Team zusammensammelte. Im dritten Jahr aber kam er nicht weiter, weil er das Team schlicht und einfach so nicht weiter bringen konnte.

Wir werden sehen, wie weit Singeltary mit seinem Stil in ein paar Jahren kommen kann. Aber im Moment ist der Motor dieses Teams auf Touren gebracht, weil Nolans Selbstzufriedenheit durch Singletarys suchendes, weiterstrebendes Drängen ersetzt wurde.

"Er gibt uns ein bisschen mehr Schwung, wegen seinen Motivational Speeches - eigentlich alles, was er sagt, putscht das Team auf", sagt Tight End Vernon Davis. "Er verbreitet sofort Energie. Was ich an ihm vor allem mag, er packt Dich. Er bleibt Dir im Nacken. Er sieht alles".

So stoppte Singletary am Samstag zum Beispiel einen 11-gegen-11 Drill, stellte sich mit in den Huddle und begann eine kurze, schwungvolle Diskussion mit einem leicht überraschten Alex Smith. Ich glaube nicht, dass Nolan je in einen Huddle gegangen ist um mit einem Offensiv-Spieler zu sprechen oder jemals öffentlich mit Smith gesprochen hat. Nicht in viereinhalb Jahren.

Kein bisschen unabsichtlich macht Singletary jedem Druck, vor allem aber den Quarterbacks. Singeltary sagte, es sei "herausragend", dass die Zuschauer am Samstag Smith ausbuhten, als er nicht traf. Er wollte damit ausdrücken,  dass er so beobachten konnte, wie Smith auf diese Situation reagiert.  Singletary sagte, Smith habe es gut weggesteckt. Aber das heisst nicht, dass er seine Quarterbacks streicheln würde.

"Ich will denjenigen finden, der das Team führt", sagte Singeltary, "und bislang sehe ich aber noch keinen von der Sorte".

Damit zurück zum "Nutcracker" und seiner tieferen Bedeutung - denn bei Singletary hat alles tiefere Bedeutung. "Das steht für Grundlegendes, für Gleichgewicht und wie Du Deine Beine einsetzt. Es geht darum, vorwärts zu kommen. Und es ermüdet. Wenn man im vierten Quarter spielt, ist genau das der Fall - dann bringt es was, das Grundsätzliche richtig zu machen.  Dann wird im Zweifelsfall das Team gewinnen, das das Grundsätzliche besser beherrscht".

Das ist weder elegant noch schön anzusehen. Das ist weder eine Täuschung noch ein politisches Statement. Das ist nur Camp Singletary - reduziert auf fünf Sekunden Sumo, in denen es um die Zukunft der Franchise geht.

Quelle: Tim Kawakami, Mercury News, 3.8.

49er-essen

Ich bin ja echt gespannt. Die ersten Spiele werden sehr interessant.
Ob Singletary ein "neues" Team aufstellt, daß nicht mehr an die Nolan Zeit erinnert.
:football:            Warten wir ab, bald geht es ja los         :cheerleader:
San Francisco
Assindia Cardinals
1.FCN

Cordovan

ZITAT ANFANG "In der NFL ist das nichts Ungewöhnliches. Aber es ist sehr anders als in den Camps unter Mike Nolan. Da schien es vor allem darum zu gehen, dass am Ende Nolan selbst gut dastand, wichtig und gefeiert.

Die 49ers wurden unter Nolan eine Weile lang besser, weil er organisiert war und ein talentierteres Team zusammensammelte. Im dritten Jahr aber kam er nicht weiter, weil er das Team schlicht und einfach so nicht weiter bringen konnte.

Wir werden sehen, wie weit Singeltary mit seinem Stil in ein paar Jahren kommen kann. Aber im Moment ist der Motor dieses Teams auf Touren gebracht, weil Nolans Selbstzufriedenheit durch Singletarys suchendes, weiterstrebendes Drängen ersetzt wurde" ZITAT ENDE

Genau diese paar Zeilen lassen mich heuer viel mehr hoffen als all die Jahre früher, denn

in fast allen Sportarten gilt der Grundsatz, wenn du mit dem Erreichten zufrieden bist, hörtst du auf besser zu werden bzw. du wirst zwangsläufig schlechter.
Erst wenn eine Mücke auf deinen Hoden landet, wirst du lernen Probleme ohne Gewalt zu lösen. - Konfuzius.

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