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In-Depth: Warum die 49ers nach der Halbzeit kollabieren

Begonnen von MoRe99, Fr, 11. Nov. ’16, 22:40

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MoRe99

Immer wieder gibt es auf ninersnation.com Autoren, die die San Francisco 49ers und deren Spiele genauer unter die Lupe nehmen. Nun hat sich Oscar Aparicio, Gastgeber und Produzent des "Better Rivals Podcasts", Gedanken über mögliche Ursachen für die Probleme der 49ers nach der Halbzeit gemacht.

Sie kennen mittlerweile das Drehbuch für Spiele der San Francisco 49ers. Das Team beginnt einigermaßen wettbewerbsfähig, erarbeitet sich manchmal sogar eine Führung. Dann kommt das dritte Viertel, wo das Team scheinbar allergisch gegen das Erzielen von Punkten ist, da sie gerade mal 13 Punkte machen, während man dem Gegner 61 Punkte erlaubt. Im vierten Viertel ist das Spiel außer Reichweite, oder zumindest fast, und das Team ist ein Spiel näher am Ende der Misere der Saison 2016.

Was erklärt die Unfähigkeit des Teams, die Leistung über das gesamte Spiel zu bringen?

Theorie 1: Das Team wird "outcoached"

Die Prämisse hat zwei Seiten: Chip Kellys Offensive ist einerseits vorhersehbar, und der Trainerstab als Ganzes führt andererseits keine Anpassungen durch, während das Spiel läuft. Schaut man auf den DVOA pro Viertel gibt es kleine Beweise für die Idee, dass die anderen Teams die Offense durchschaut haben.





DVOA/QuarterQuarter 1RangQuarter 2 RangQuarter 3RangQuarter 4Rang
Offense14,3%81,5%20-34,0%29-27,6%28
Defense-7,8%1327,9%30-11,3%2428,9%31
Anmerkung: Die Zahlen stammen von FootballOutsiders.com.

Die Defense scheint ihre Aufs und Abs zu haben. Wenn man nun nicht davon ausgeht, dass O'Neil Anpassungen zum dritten Viertel durchführt, nicht aber zum vierten Viertel, hält diese Theorie einer Überprüfung nicht stand.

Die Offense fällt brutal ab, aber dies auf (mangelnde) Anpassungen zur zweiten Halbzeit zu schieben überbewertet deren Effektivität. Die Teams in der NFL haben eine begrenzte Menge an Plays in ihrem Game Plan. Brian Billick empfiehlt, dass man ca. 20-30% mehr Plays im Game Plan haben sollte, als man voraussichtlich tatsächlich braucht. Die Trainer haben nicht ihr gesamtes, vielleicht 1000 Plays umfassendes, Repertoire in jedem Spiel zur Verfügung.

Wenn ein Trainer Anpassungen durchführt geht er normalerweise weg von den Plays, die im Plan für den Beginn vorgesehen waren. Es ist nicht so, dass ein Trainer den Game Plan in der Halbzeit komplett ändern kann. Normalerweise sind diese Änderungen kleinerer Natur; genug, um dich für ein oder zwei Plays zu beflügeln. Das ist nichts, was für den steilen Absturz nach der Halbzeit verantwortlich gemacht werden kann.

Wo ich denke, dass diese Outcoached-Theorie berechtigt ist, ist die Vorhersagbarkeit von Chips Plays. Chip hat verschiedene Formationen, an denen man erkennen kann, was kommt. In der Vergangeheit war es das Tempo der Offense, das diese "Vorankündigung" verschleiert hat. Da eine NFL Offense sich nicht so schnell vorwärts bewegen kann wie eine College-Offense hat die Defense mehr Zeit, die vorhersagbaren Plays zu erkennen.

Da es keinen einfachen Weg gibt, dies zu quantifizieren, und da es einige anekdotische Beweise gibt, die diese Theorie stützen, sehe ich dies nicht als einzige Erklärung an. Wenn überhaupt ist die Vorhersehrbarkeit abhängig vom Spielstand, der die 49ers dazu zwingt, eindimensional zu werden, während sie versuchen, aufzuholen.

Theorie 2: Das Team wird müde

Das wird von Chip Kellys Offense behauptet. Kelly spielt so viel mehr Plays, dass sein Team müde wird und spät im Spiel müde wird. Das ist die Theorie, die am einfachsten abzuweisen ist. Kellys Defense in Philadelphia in der zweiten Halbzeit der Spiele sogar eine bessere Leistung, und auch spät in der Saison.

Damit die Defense in der zweiten Halbzeit abbaut würde man eine übergroße Anzahl an Plays in der ersten Halbzeit erwarten. Tatsächlich aber steht die Defense der 49ers in der ersten Halbzeit nur für ca. 5 Plays mehr auf dem Feld als der NFL-Durchschnitt. Und fünf Extra-Plays sind einfach nicht genug, eine Gruppe von Elite-Athleten bis zur Erschöpfung zu ermüden.

Theorie 3: Die 49ers haben einen furchtbaren Kader

Manchmal ist die offensichtliche Erklärung die richtige. Die 49ers haben einfach nicht das Talent, sich auch nur mit unterdurchschnittlichen NFL-Teams zu messen. In der Defense startet bei den 49ers ein Paar von Backup-Linebackern, das normalerweise das Feld nur mit den Special Teams betreten würden. Auch nur ein kompetenter Spieler könnte den Unterschied machen, und die 49ers haben nicht viele davon.

Selbst wenn du kompetente Spieler hast verpassen sogar diese grundlegende Zuordnungen. Gegen die Saints neigte sich Quinton Dial auf die falsche Seite und ließ eine Lücke auf der Seite offen, über die das Play lief, was in einem 75-Yard-Touchdown von Mark Ingram resultierte.

In der Offense steigert sich Colin Kaepernick, aber er leidet immer noch unter Problemen bei der Passgenauigkeit. Die Gruppe der Wide Receiver ist mit Abstand die schlechteste im Football (die größte "Bedrohung" als Receiver liegt auf dem 72. Platz der NFL). Vance McDonald ließ gerade einen weiteren Pass fallen - :drink: - während die Offensvie Line in Sachen "Adjusted Line Yards" lediglich vor den Vikings rangiert.

Fazit

Die Tatsache, dass dieses Team sich in allen Kategorien seinen Fähigkeiten nähert, ist ein Beweis für die (Fähigkeiten der; Anm. d. Red.) Trainer. Nach der achten Woche lagen die 49ers beim Touchdown-Prozentsatz in der Redzone auf Platz 9. Ihr DVOA im ersten Viertel, wo das Team näher am Script der Coaches arbeitet, bringt es auf Platz 8 in der NFL. Das Coaching bringt das Team nach oben, aber dann wird das Talentlevel exponiert, wenn das Spiel weiter voran schreitet.

Die Defense dagegen ist ein totales Chaos. Sie erhalten keinerlei Unterstützung durch gutes Coaching. Eric Mangini war in der Lage, mehr Laufverteidigung aus nahezu derselben Gruppe an Spielern heraus zu holen. Wenn du unterdurchschnittliches Talent und unterdurchschnittliches Coaching hast kannst du nicht über 60 Minuten Football mithalten.

Occam's razor schlägt wieder zu.

Quelle: ninersnation.com (11.11.2016)

reagan - The Left Hand

Ich ergänze noch: Warum wir Fans auch nach der Halbzeit kolabieren? Siehe oben  ::)
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

Fireboy Tom

Zitat von: reagan - The Left Hand am Sa, 12. Nov. ’16, 12:12
Ich ergänze noch: Warum wir Fans auch nach der Halbzeit kolabieren? Siehe oben  ::)
Das habe ich letzte Saison schon abgelegt. Meine Erwartungen sind mittlerweile im minus Bereich. Es macht mich nicht einmal mehr traurig.
schlimm das es soweit gekommen ist... :'(
1895
MIND THE GAP!

Diabolo

Zitat von: Fireboy Tom am Sa, 12. Nov. ’16, 16:30
schlimm das es soweit gekommen ist... :'(
Och das ist ganz einfach... muss man nur in den Pre-Harbaugh.Modus schalten ;)
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

Klaus

Zitat von: Diabolo am Sa, 12. Nov. ’16, 16:32
Zitat von: Fireboy Tom am Sa, 12. Nov. ’16, 16:30
schlimm das es soweit gekommen ist... :'(
Och das ist ganz einfach... muss man nur in den Pre-Harbaugh.Modus schalten ;)

Stimmt, aber ich habe gehofft, dass der nicht wieder kommt!

stig49

Da ist viel wahres drin: Die O ist ok gecoacht, aber nicht gut genug. die D ist ein Debakel, mit all ihren frühen Picks müsste sie Top sein, Oder die Picks waren Mist.

MoRe99

Zitat von: stig49 am So, 13. Nov. ’16, 12:37
Da ist viel wahres drin: ...

Sehe ich genauso. Bin allerdings nicht ganz einer Meinung mit dem Autor, wenn es um die Adjustments geht. Wenn ich das richtig verstanden habe meint der Autor mit Adjustments, dass andere Plays gewählt werden, und davon trennt er irgendwie das Playcalling. Ich persönlich sehe unter Adjustments eben nicht nur eine andere Auswahl an Plays, sondern auch eine Veränderung im Playcalling an sich, also dass z.B. beim 1st Down abwechslungsreicher gecalled wird.

Wenn die Analyse aber zutreffend ist und wenn Kelly nicht in der Lage ist, seine vorhersehbaren Tendenzen abzulegen, dann wird eine von Kelly gesteuerte Offense in der NFL keinen Erfolg haben können. Keine rosigen Aussichten für die 49ers.  :-\

Diabolo

Was bei mir nicht in den Kopf geht ist wie man es hinbekommt als NFL Head Coach Plays im Playbook zu haben die man bereits an der Formation erkennen kann.
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

MoRe99

Zitat von: Diabolo am So, 13. Nov. ’16, 14:12
Was bei mir nicht in den Kopf geht ist wie man es hinbekommt als NFL Head Coach Plays im Playbook zu haben die man bereits an der Formation erkennen kann.

Tja, das ist halt das Problem. Kelly ist vom College in die NFL gegangen, hat aber sein Playbook quasi mitgenommen. In der NFL hast du halt andere Gegner als im College, und wenn das Tempo der Offense nicht so gnadenlos hoch ist, dass die Defense sich nicht wirklich orientieren kann, dann funktioniert die Offense halt. In der NFL geht das halt nicht, denn selbst bei recht hohem Tempo ist eine durchschnittliche NFL-Defense in der Lage zu erkennen, was kommt.

Das war ja der Punkt, den ich vor der Saison mal im Webradio und etliche hier auch immer mal wieder angesprochen haben: die Hoffnung war, dass mit Curtis Modkins - jemand, der durchaus Erfahrung in einer Offense hat, in der das eher "klassische" Laufspiel eine wichtige Rolle spielt - in seiner Funktion als OC Einfluss auf Kelly haben kann. Die Idee dahinter war, dass sich die Offense von Kelly weiter entwickelt, dass neue Elemente eingebaut werden, dass die Offense nicht mehr so vorhersehbar ist. Tja, daraus wurde leider nix.  :ohno:

Diabolo

Grundlage für jedes gute Playbook ist für mich dass es bei allem was vor dem Snap passiert mindestens zwei entgegensätzliche(!) Dinge gibt die danach passieren können.

Ganz Beispiel:
Eine Motion nach links muss in mindestens einem Run Play und einem Pass Play vorkommen und es würde sich anbieten dass der Motion Man den Ball bekommen kann.

Wenn da dann die Ausführung immer gleich ist dann weiß die Defense auch nicht vorher was passieren wird, simpel aber für mich extrem wichtig.
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

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