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In-Depth: Preview: Steelers vs. 49ers

Begonnen von Moriarty, Fr, 21. Sep. ’07, 19:42

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Moriarty

In Pittsburgh treffen diese Woche am kommenden Sonntag (19.00 Uhr MEZ) zwei Mannschaften mit astreinen Rekorden aufeinander. Dennoch gibt es gravierende Unterschiede. Während Neu-Coach Mike Tomlin die alten Stärken der Steelers aufleben lässt, fällt das Resümee bei den 49ers deutlich negativer aus. Man gewinnt, präsentiert sich aber nicht wie eine souveräne Mannschaft, die auf Playoff-Kurs ist. Ohne die eigene Defense würde es düster aussehen in der Bay Area. Nate Clements, Patrick Willis und der stark wirkende Rest von Greg Manuskys Unit fungieren momentan als Bügeleisen, das die Falten der schwach agierenden Offensivabteilung ausbügelt.

In zwei Spielen sah man erzkonservatives Stückwerk, das einige fragwürdige Spielzüge mit sich brachte. Es scheint so, dass Jim Hostler und Mike Nolan ihren Angriffsleuten nicht vertrauen und das Risiko minimieren. Dadurch wird das Playcalling berechenbar. Den Spielern selbst merkt man die Unzufriedenheit an. Bei Quarterback Alex Smith, der trotz seiner wenigen Yards gegen die Rams akkurate Werte produzieren konnte, blitzte am Sonntag zum ersten Mal eine angesäuerte Mine auf. Man kann seine Reaktion nachvollziehen. Running Back Frank Gore läuft nicht selten zweimal aussichtslos durch die Mitte und bei dritten Versuchen muss Smith oftmals unter Druck die Kohlen aus dem Feuer holen. Das ist zum Scheitern verurteilt, gleichwohl der 49ers-Quarterback unter diesen Umständen ein paar Mal sehr gut reagiert hat. Man lässt ihn nur nicht oft reagieren und tiefe Pässe, die Smith eigentlich bislang sehr platziert und präzise abfeuerte, stehen scheinbar gar nicht im Playbook von Hostler. Man hat aus den Fehlern gegen die Cardinals offensichtlich nichts gelernt. Ferner ist der enttäuschende Taylor Jacobs immer noch die Nummer Drei bei den Wide Receivern, während Neuverpflichtung Ashley Lelie, der eine potenzielle "tiefe Bedrohung" wäre und in den Preseason Spielen noch den besten Eindruck machte, merkwürdigerweise keine Rolle spielt.

Es gibt trotz der Erfolgsbilanz mehr Fragen als Antworten. Die Fans und Reporter sind nicht größenwahnsinnig geworden, aber sie sehen auch den Hintergrund der Siege. Ohne eine Defense, auf die man sich seit langem wieder einmal verlassen kann, würde der Rekord anders aussehen. Darüber hinaus scheint das Glück für eine Saison bereits in zwei Spiele aufgebraucht zu sein. Die Cardinals und Rams machten den 49ers viele Geschenke, die man nicht mit dem Glück des Tüchtigen erklären kann. Gegen eine neue (alte) 3-4 Defense der Steelers, die unter Head Coach Mike Tomlin bisher einen sehr souveränen Eindruck macht, wird es wesentlich schwerer als gegen St. Louis und Arizona, die beide nicht als starke Abwehrreihen gelten. Die Vorzeichen sind folgerichtig nicht die besten.

Star Running Back Frank Gore brachte das Team gegen die Rams noch einmal bei 4th and 1 (dem einzigen, risikoreichen Offensivspielzug) mit einem sensationell langen TD-Lauf in das Spiel zurück, aber in Hinblick auf die Steelers Laufverteidigung und die schwache Leistung der O-Line, allen voran Guard Justin Smiley und Center Eric Heitmann, darf man Zweifel haben, ob das auch in Pittsburgh gelingen wird. Auf den Pass-Angriff braucht man momentan jedenfalls nicht setzen. Hostler fehlt der Mut zum Risiko und das lässt Alex Smith und seine Receiver mitunter sehr schlecht aussehen. Tight End Vernon Davis beschwerte sich nach dem Spiel, dass er oft frei war und nicht berücksichtigt wurde. Viele Faktoren spielen eine Rolle, aber man muss Smith auch in Schutz nehmen, weil er nicht selten unter Druck reagieren muss und unter diesen Umständen logischerweise verkrampft. Hat er Freiräume, kommen die Pässe meistens auch gut, aber der Gewinn ist nicht sehr groß, weil tiefe Routen selten gelaufen werden. Darüber hinaus machen Frank Gore, Darrell Jackson und Arnaz Battle momentan nicht den fangsichersten Einsruck. Deshalb tut man sich trotz einer 2-0 Bilanz schwer optimistisch zu sein. Hostler und Nolan verunsichern mit ihrem mangelnden Vertrauen in das zweifelsohne gute Spielermaterial.

Demnach wird vermutlich auch dieses Mal wieder die Defense der Schlüssel zum Erfolg sein, wenn sich nicht schnell etwas an dem konservativen Playcalling ändert. Bisher hat die Formel zum Erfolg geführt, aber das bisherige Glück kann nicht immer Teil der Rechung sein, zumal die Steelers-Offensive um Quarterback Ben Roethlisberger, Running Back Willie Parker und den Wide Receivern Hines Ward bzw. Santonio Holmes mit Effektivität und Durchschlagskraft glänzt. Die 49ers Abwehr kann sich nicht jede Woche selbst übertrumpfen, auch wenn man momentan den Eindruck hat. Mit Manny Lawson fällt zudem noch ein Schlüsselspieler des neuen Defense-Bollwerks aufgrund eines Kreuzbandrisses aus.

Nach den ersten zwei Spielen sieht man trotz der auf beiden Seiten fehlerlosen Bilanz die Vorteile klar bei den Steelers und vielleicht zeigt eine Niederlage Nolan und Hostler, dass man mit diesem mitunter einfältigen Offensiv-Playcalling nicht die Souveränität eines Playoff-Teams ausstrahlt. In Pittsburgh treffen mit Nolan und Tomlin zwei Defense-Strategen aufeinander, insofern dürfte es angesichts der starken Abwehrreihen keinen totalen Untergang für ein Team geben. Für einen 49ers Sieg wäre aber deutlich mehr Flexibilität bei dem Playcalling und eine grundsätzliche Bereitschaft zum Risiko erforderlich - und damit ist nicht das Spekulieren auf die Fehler des Gegners gemeint.

Tipp des Autors: 24-17 Steelers

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