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Commentary: Matt Barrows (Sacramento Bee): Warum alles auseinanderbrach

Begonnen von stig49, Sa, 27. Dez. ’14, 01:05

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stig49

Matt Barrows von der Sacramento Bee mit seinen Beobachtungen, was die Saison der 49ers so in den Graben lenkte:

Weihnachten ist da, aber als 49ers-Fan hast Du nicht bekommen, was Du wolltest. Dein Team ist nicht in den Playoffs und schlimmer noch - viele bekannte Gesichter - angefangen mit dem Headcoach - werden nächste Saison nicht mehr da sein.

Wie konnte alles auf so spektakuläre Weise in sich zusammenbrechen? Hier der Überblick:

1. Die Last auf den Schultern

Wenn es in dieser Saison einen Hauptaspekt gab,  dann dass das Team letztendlich die Waffen streckte. Das lag zum einen an physischer Überlastung, nachdem man drei Spielzeiten in Folge bis tief in die Playoffs hinein aktiv war. Die 49ers spielten von 2011 bis 2013 acht Spiele zusätzlich, mit im Schnitt 60 Snaps - und die waren alle so intensiv wie es nur geht. Das geht irgendwann an die Substanz. Zum Ende des Jahres haben die 49ers 18 Spieler auf der IR, und sechs von ihnen waren Starter, als sie sich verletzten. Zum Vergleich: Als die 2013er-Saison endete, waren es vier.

Ich glaube, auch die psychische Last wurde zu gross. Im Locker Room der 49ers hängt ein Banner, das sagt: "Du wirst besser, Du wirst schlechter, Du bleibst nie gleich". Jim Harbaugh lässt nie nach. Er drängt permanent alle um sich herum, um in seinen Worten zu sprechen, jeden Tag eine Meile schneller zu werden. Deshalb ist er ein grosser Headcoach, insbesondere für ein Franchise, das in Problemen steckt.

Die Frae ist, ob sich der permanente Druck auf Dauer aufrecht erhalten lässt. Statt schneller zu werden, sprangen bei den Niners dieses Jahr die Radmuttern ab und der Kühler lief heiss. Harbaugh und das Front Office schafften es sogar, den Druck nochmals zu erhöhen, als man die nicht zustande gekommene Vertragsverlängerung für den Headcoach davon abhängig machte, dass er den Super Bowl gewinnt. "Heb die VTL hoch und Du wirst bezahlt, scheitere und Du bist weg". Das war eine Alles-Oder-Nichts-Situation, und den 49ers und ihren Fans bescherte sie: nichts.

2. Identitätskrise

Der Instinkt der 49ers in der Offseason machte Sinn. Die Coaches überlegten, dass mit dem Verlust der Linebacker Aldon Smith und NaVorro Bowman über grosse Saisonteile die Offense die Kohlen aus dem Feuer würde holen müssen - eine Offense, die bestenfalls verlässlich und zuverlässig gewesen war in den drei zurückliegenden Jahren. Also holten die 49ers mehr Wide Receiver, nahmen mehr Spread-Formationen ins Playbook auf und luden QB Colin Kaepernick mehr Verantwortung auf. Nochmals, keine Kritik an all dem.

Die Kritik setzt an, als man nicht erkennen wollte, dass dieser Ansatz nicht funktionierte. Die Defense war nicht so schwach wie befürchtet. Tatsächlich steht sie zum Saisonfinale auf Rang fünf in der NFL. Aber anstatt sich früh oder zumindest zur Bye Week umzuorientieren, trieben die Coaches ihren ursprünglichen Ansatz unvermindert voran, obwohl Dann-und-wann-Erfolg beim Passspiel bei weitem durch die Fehler dabei überschattet wurde. Kein Quarterback wurde in diesem Jahr öfter gesackt als Kaepernick - 51 mal.

3. Schaut mal auf den Kragen

Die 49ers zeigen sich stolz darauf, dass sie ein Blue-Collar-Team sind. Aber der Kragen könnte nicht ganz so blau sein, wie General Manager Trent Baalke es sich einbildete. Das wurde besonders deutlich, wenn San Francisco gegen die Seahawks antrat. Als Tight Ende Vernon Davis - ein extra-harter Typ, als er 2006 in die Liga kam - von Safety Kam Chancellor 2012 aus dem Spielfeld und gleichzeitig aus dem Spiel befördert wurde, setzte das einen Grundton, den die 49ers seither nicht mehr korrigieren konnten.

Die Wahrheit ist, dass sie von Seattle seither in fast jedem Spiel niedergemacht wurden - auch im jüngsten, als fünf Spieler, darunter die beiden besten Running Backs, von den Seahawks auf die Verletztenliste gehottet wurden. Nun wäre der beste Weg, einen Schläger zu stoppen, ihm eines auf die Schnauze zu geben. Aber die 49ers sind zu sehr mit der Deckung beschäftigt, um selbst zuschlagen zu könnten.


Es mag nur ein winziger Lichtstrahl sein, aber das frühe Saisonende bietet einen: Man hat Zeit sich auszuruhen und gesund zu werden. Man hat Zeit, die Offense zu überarbeiten. Und man hat Zeit sich Gedanken zu machen, wer derzeit hart genug ist, um die Seahawks vom Thron zu stoßen. Und wer es nicht ist.

Quelle: Matt Barrows, Sacramento Bee, 25.12.

Fritzini

Zitat von: stig49 am Sa, 27. Dez. ’14, 01:05"...Defense nicht so schwach wie befürchtet... auf Rang fünf in der NFL..."
Frage an die Statistiker:
Wenn und wie oft gab es das schon das ein Team mit einer Top 5 Defense die Play-Off's verpasste?
Haben die 49ers es sogar geschafft die alte Football Regel zu widerlegen das die Defense Championships gewinnt?
"Sleep, Surf, Eat, Surf, Repeat"

IamNINER

Zitat von: Fritzini am Sa, 27. Dez. ’14, 03:15
Zitat von: stig49 am Sa, 27. Dez. ’14, 01:05"...Defense nicht so schwach wie befürchtet... auf Rang fünf in der NFL..."
Frage an die Statistiker:
Wenn und wie oft gab es das schon das ein Team mit einer Top 5 Defense die Play-Off's verpasste?
Haben die 49ers es sogar geschafft die alte Football Regel zu widerlegen das die Defense Championships gewinnt?

Nein denn Offense wins Games gehört auch zu der Regel...
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

MyQuestFor32: 49ers, Lions, Patriots, Eagles, Seahawks, Rams, Jets, Raiders, Panthers, Cardinals, Broncos, Jaguars, Packers, Chargers, Titans

reagan - The Left Hand

"Nun wäre der beste Weg, einen Schläger zu stoppen, ihm eines auf die Schnauze zu geben."

Der beste Satz neben vielen richtigen Sätzen. Ich hoffe, dass wir es den Hawks - sportlich fair - nächste Saison zurückzahlen können.
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

JOMONTANA

Wenn es in dieser Saison einen Hauptaspekt gab,  dann dass das Team letztendlich die Waffen streckte. Das lag zum einen an physischer Überlastung, nachdem man drei Spielzeiten in Folge bis tief in die Playoffs hinein aktiv war. Die 49ers spielten von 2011 bis 2013 acht Spiele zusätzlich, mit im Schnitt 60 Snaps - und die waren alle so intensiv wie es nur geht. Das geht irgendwann an die Substanz.


Ja, Football ist ein harter Sport. Aber wenn die Saison vorbei ist haben alle ein halbes jahr bis zum ersten Wettkampfspiel. Sa ist doch wohl zeit genug zum regenerieren. Verletzungen können immer wieder vorkommen, das sie bei uns so gehäuft waren, dieses Jahr, liegt meiner Meinung nach aber nicht an den etwas längeren Spielzeiten die jahre vorher. Vieleicht sollte man im Training was umstellen....
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren

karpfi

Zitat von: Fritzini am Sa, 27. Dez. ’14, 03:15
Zitat von: stig49 am Sa, 27. Dez. ’14, 01:05"...Defense nicht so schwach wie befürchtet... auf Rang fünf in der NFL..."
Frage an die Statistiker:
Wenn und wie oft gab es das schon das ein Team mit einer Top 5 Defense die Play-Off's verpasste?
Haben die 49ers es sogar geschafft die alte Football Regel zu widerlegen das die Defense Championships gewinnt?

Am Anfang der Saison dachte ich, geil endlich viele Offense "Waffen". RB's Gore und Hyde (Lattimore zählte auch noch dazu), WR namens Boldin, Grabtree, Johnson, Lloyd und Patton, TE's namens Davis und McDonald dazu natürlich Kaep, aber was ist passiert. Nach den Ausfällen von diversen Defense Kräften dachte ich, die Last könnte die Offense tragen, aber leider falsch gedacht.
Hoffen wir auf das nächste Jahr.

Highlander78

Ich finde der Artikel trifft es ganzn gut. Habe mir alle Spiele angeschaut. Leider wurden viele Spiele aus der Hand gegeben.

igor

Zitat von: stig49 am Sa, 27. Dez. ’14, 01:05
Die Kritik setzt an, als man nicht erkennen wollte, dass dieser Ansatz nicht funktionierte. Die Defense war nicht so schwach wie befürchtet. Tatsächlich steht sie zum Saisonfinale auf Rang fünf in der NFL. Aber anstatt sich früh oder zumindest zur Bye Week umzuorientieren, trieben die Coaches ihren ursprünglichen Ansatz unvermindert voran, obwohl Dann-und-wann-Erfolg beim Passspiel bei weitem durch die Fehler dabei überschattet wurde. Kein Quarterback wurde in diesem Jahr öfter gesackt als Kaepernick - 51 mal.
Das ist für mich der Knackpunkt.  Man hat nämlich gegen Ende der Saison auch gut gesehen: mit dem »49ers-Football«, der die letzten Jahre geprägt hat, waren wir in der Offense auch wieder erfolgreicher.
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

Candlestick

#8
Zitat von: igor am Mo, 29. Dez. ’14, 09:46Das ist für mich der Knackpunkt.  Man hat nämlich gegen Ende der Saison auch gut gesehen: mit dem »49ers-Football«, der die letzten Jahre geprägt hat, waren wir in der Offense auch wieder erfolgreicher.

Das haben aber weder Marathe, Baalke, noch York zu vertreten, sondern obliegt Harbaughs und Romans Verantwortung. Für mich ist in der Hinsicht ganz klar Kaep der wegen dem wir diese Saison so abgebaut haben!

Damit mein ich aber nicht Kaep persönlich, sondern die Fehleinschätzung Kaeps seitens von Harbaugh. Persönlich ist also eher Harbaugh der Bust der Saison. Denn die Saison wurde verzockt, weil man glaubte aus Kaep etwas machen zu können, was er wahrscheinlich niemals werden wird.

Darauf hat man das Spielsystem abgestimmt, hat das Spielermaterial zusammengestellt und hat es stur durchgezogen nach dem Motto: irgendwann muss doch bei Kaep der Knoten platzen!

Stattdessen sah man Harbaugh immer öfter den Kopf schütteln. Für mich ist das auch eine Frage, die im Raum steht: wer will Kaep noch? Ich kann mir da auch sehr gut vorstellen, dass Harbaugh nicht mehr mit Kaep weitermachen wollte, weil er ihn als nicht weiter entwicklungsfähig ansieht.

So oder so hat Harbaugh mit seinen Entscheidungen die Playoffs verschenkt, wie auch die letzten Spiele andeuten. Das alte System hätte uns größere Chancen eingeräumt.

Nun denn, er hat alles gesetzt und erstmal sein Team verloren. Wir haben den besten Coach seit langem verloren. Aber: Baalke hat Harbaugh geholt, warum traut ihm keiner zu einen neuen Harbaugh zu holen?

igor

Schönes Zitat aus dem Chronicle:
ZitatThe 49ers certainly could have kept Harbaugh, who had one year remaining on his contract, if they so desired. Harbaugh was asked if the decision to part ways was his or that of the front office.

"You work at the pleasure of the organization," he said. "We all do."
–.–
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

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