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Commentary: San Francisco 49ers Season Halftime Review 2013

Begonnen von zugschef, So, 3. Nov. ’13, 18:49

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zugschef





San Francisco 49ers Season Halftime Review 2013





In diesem Season Halftime Review versuche ich den bisherigen Saisonverlauf der 49ers etwas zu durchleuchten, zu analysieren und kritisch zu kommentieren. Wie bereits in meinem Preview zu dieser Saison ist es mein Ziel, grundsätzlich objektive Fakten anzuführen, aber die Buchstabensuppe durchaus mit subjektiven Kommentaren zu würzen.

Das Review beginnt mit einer Rezension der absolvierten Spiele. Anschließend folgt eine Bewertung der Draftpicks und wichtigsten Free Agents, bevor sich der Fokus zuerst auf Offense, Defense und Special Teams im Allgemeinen und hinterer auf die jeweiligen Units dieser legt. Zuletzt steht ein Blick in die Zukunft mit Tipps für die weitere Schedule an, auch einige Playoffszenarien werden gemalt.

Inhaltsverzeichnis

  • Einführung
  • Bisherige Schedule

    • Rezensionen

      • vs. Packers
      • @ Seahawks
      • vs. Colts
      • @ Rams
      • vs. Texans
      • vs. Cardinals
      • @ Titans
      • @ Jaguars
    • Fazit
  • Draft

    • Übersicht der Draftpicks
    • Bewertung der Draftpicks
  • Free Agency

    • Bewertung der Free Agents
  • Offense

    • Bewertung der Units
      • Oline
      • Tight Ends
      • Wide Receivers
      • Quarterbacks
      • Running Backs
  • Defense
    • Bewertung der Units
      • Dline
      • Linebackers
      • Cornerbacks
      • Safeties
  • Special Teams
    • Bewertung der Units
      • Coverage
      • Specialists
  • Prognose

    • Upcoming Schedule

      • vs. Panthers
      • @ Saints
      • @ Redskins
      • vs. Rams
      • vs. Seahawks
      • @ Buccaneers
      • vs. Falcons
      • @ Cardinals
    • Playoffs






1. Einführung




Coaching Wizard Jim Harbaugh bei der Arbeit...

Die 49ers befinden sich nun also in ihrer Bye-Week. Bei einem Record von 6-2 sieht das verglichen mit meiner Saisonprognose absolut zufriedenstellend aus.

Ob man auch zufrieden sein kann, steht natürlich auf einem anderen Blatt, insbesondere wo die 49ers natürlich mit dem Ziel, zum zweiten Mal in Folge die Super Bowl zu erreichen, in die Saison starteten.

In der zweiten Saisonhälfte bekommen die 49ers eine Menge Verstärkung von ihren Reserve Listen. Das sollte dem Team im schlechtesten Fall Tiefe geben und im besten eine weitere Dimension zur Offense hinzufügen und die Verletzungsprobleme der Defense lösen.

Diese Verstärkung werden sie auch bitter nötig haben, denn es stehen noch Spiele gegen die beiden Top Teams der NFC, Seattle und New Orleans, an. Head Coach Jim Harbaugh wird an diesen Spieltagen jede Hilfe, die er bekommt, dankend annehmen.

Harbaugh stützt sich überhaupt sehr gerne auf seine Koordinatoren, OC Greg Roman, DC Vic Fangio und STC Brad Seely, und lässt diesen in sehr vielen Bereichen sehr große Entscheidungskompetenz. Roman und Fangio entscheiden beispielsweise meist, welche Spieler auf der Bank bleiben müssen. Also wird es auch sehr stark von diesen beiden abhängen, wer von den Nachrückern wann zum Einsatz kommt, auch wenn Harbaugh als Head Coach natürlich immer das letzte Wort hat.

Es gibt auf alle Fälle mehrere Spieler, die man als Fan mit Spannung (zurück)erwartet.






2. Bisherige Schedule



2.1 Rezensionen



2.1.1 49ers 34 vs. Packers 28


Clay Matthews' Late Hit gegen Colin Kaepernick gab den 49ers einen weiteren Versuch. Hier die Szene als animiertes GIF.

Die Saison begann für die 49ers gleich mit einem Rematch der Divisional Round der Playoffs: Die Packers kamen nach San Francisco, um sich von Kaepernicks 181 Rushing Yards zu rehabilitieren.

Dom Capers, der Defensive Coordinator der Green Bay Packers, hatte seine Defense so eingestellt, dass Kaepernick so wenig Running Lanes wie möglich geboten bekommt. Der Gameplan basierte vereinfacht ausgedrückt auf einer Zone Defense und aggressiven Linebackern und es funktionierte. Man hielt Kaepernick bei nur sieben Läufen für 22 Yards, konnte ihn zweimal sacken und mehrmals hitten.

Es gibt aber eine Kehrseite der Medaille. Kaepernick zerlegte die Zone Defense der Packers mit Hilfe von Tight End Vernon Davis und Wide Receiver Anquan Boldin in ihre Einzelteile. Am Ende standen 412 Passing Yards und drei Touchdowns für Kaepernick zu Buche, wobei Boldin fast auf den Tag genau zehn Jahre nach seinem NFL Debut, in dem er Pässe für 217 Yards fing, das zweite 200-Yard Receiving Game seiner Karriere aufstellen konnte. Ein Touchdown rundete die außergewöhnliche Leistung ab, und ganz nebenbei glänzte Davis mit 98 Yards und zwei Touchdowns ebenfalls.

Ein perfekter Einstand für die Offense.

Die Defense hatte ihre Probleme mit den multiplen Receiver Sets der Packers Offense. Insbesondere Nnamdi Asomugha vermochte es nicht, sich gegen einen groß aufspielenden Jordy Nelson durchzusetzen. Der Pass Rush kam zwar zweimal durch, war aber insgesamt kein Faktor. Ansonsten stach noch die Interception des Rookie Free Safeties, Eric Reid, heraus.

Das Spiel konnte auch mit einer delikaten Spielsequenz aufwarten. Packers Head Coach Mike McCarthy nahm im zweiten Quarter eine Penalty bei 3rd Down an, obwohl das Play vor dem First Down Marker gestoppt worden war. Beim darauffolgenden Spielzug lief Kaepernick wieder vor dem First Down out of bounds, doch sprang ihm Clay Matthews hinterher und riss ihn, mehrere Schritte nachdem Kaepernick schon die Sideline überschritten hatte, von hinten nieder (s.o.). Ein ganz klarer late Hit.

Left Tackle Joe Staley eilte Kaepernick zu Hilfe und hielt Matthews, der mit den Händen um sich schlug, an den Pads fest. Das brachte Staley ebenfalls eine Penalty ein, die später von der Liga als falsch ausgewiesen wurde. Nun entschieden die Referees nach der zusätzlichen gelben Fahne gegen Staley zwar richtiger Weise auf offsetting Fouls, doch fälschlicher Weise ließen sie das Down wiederholen. Da es sich bei beiden Penalties um sog. Dead Ball Fouls handelte, hätte das Down zählen müssen. Jedenfalls konnte Anquan Boldin beim darauffolgenden dritten Third Down hintereinander in die Endzone gelangen.

Negativ anzumerken waren in diesem Spiel auch die Unmengen an Penalties, die sich die 49ers insbesondere in der Offense einfingen. Aber dennoch, nach Woche eins gab es keinen Grund, dieses Team nicht als die Nummer eins der NFC anzusehen.

Gameball: WR Anquan Boldin (honorable mention: QB Colin Kaepernick)




2.1.2 49ers 3 at Seahawks 29

In Seattle war Kaepernick in der vorigen Saison schon richtig schlimm untergegangen, insbesondere weil die Offense mit dem Lärm im Stadion nicht umgehen konnte. Es sollte diese Saison nicht anders verlaufen.

Die 49ers konnten die Offense der Seahawks sehr gut kontrollieren, aber auch der eigene Angriff kam schlicht und einfach nicht in die Gänge. Kaum lief es etwas, passierte eine dumme Penalty oder ein Turnover. Das Spiel war bis zum Ende des dritten Viertels offen, doch dann machten sich mehrere Faktoren bemerkbar.

Faktor Nummer eins: Das Problem der Penalties hatten die 49ers immer noch nicht in den Griff bekommen und sie zerstörten sich so mehrere Möglichkeiten in der Defense vom Feld zu kommen, und in der Offense erstickte man einige Drives im Keim. Doch es gab noch mehr Probleme auf Seiten der 9ers.

Zunächst hatte sich Nose Tackle Ian Williams am Anfang des Spiels den Knöchel nach einem völlig unnötigen Cut Block von der Seite gebrochen. Dann verletzte sich Vernon Davis am Oberschenkel und war in seiner Beweglichkeit sichtlich eingeschränkt -- er verpasste sogar das nächste Spiel wegen dieser Verletzung. Und zuletzt musste Rookie Eric Reid mit einer Gehirnerschütterung vom Feld. Reid hatte bis dahin ausgezeichnet verteidigt und seine zweite Interception in seinem zweiten NFL-Spiel gefangen. Sein Ausfall bedeutete einen sofortigen Leistungsabfall in der Secondary. Ray McDonald verletzte sich in den Schlussminuten, als das Spiel schon gelaufen war auch noch leicht. Das war daher der zweite Faktor: Die Verletzungen.

Der dritte Faktor war die Lautstärke im Stadion. Doch beeinträchtigte diese nicht nur Kaepernick, sondern leider auch Head Coach Jim Harbaugh an der Sideline. Spät im dritten Viertel hatte man es endlich geschafft, wieder in aussichtsreiche Position zu gelangen, aber der Drive stotterte an der drei Yardline der Seahawks. Harbaugh schickte beim Stande von 12-0 die Field Goal Unit auf das Feld, um auf 3-12 zu verkürzen. Er machte somit aus einem Two-Score-Game ein... Two-Score-Game, und das obwohl man nicht davon ausgehen konnte, dass man noch öfter als einmal die Chance auf weitere Punkte bekommen würde.

Man schaffte es sogar nicht einmal mehr in Field Goal Reichweite, und auf Grund der oben genannten Verletzungen und mehrerer Turnover brach am Ende auch noch die Defense ein. Kaum, dass Eric Reid vom Feld musste, nutzte Russell Wilson dessen Backup, Craig Dahl, für ein Big Play aus. In der Offense gab Kaepernick den Ball insgesamt noch dreimal an die Seahawks ab. Bei einer der zwei Interceptions merkte man allerdings, dass Vernon Davis' Zerrung ein Mitgrund war. Das Timing dürfte einfach nicht mehr gestimmt haben.

Abgesehen von diesen drei Faktoren lief noch so viel mehr daneben, dass man gar nicht weiß, wo man aufhören soll. Obwohl der Gegner über drei Viertel nur mit zwölf Punkten in Führung lag, behandelte man das Laufspiel wie ein Stiefkind. Gerade mal elf Läufe gestand man den Running Backs zu, wobei die Offensive Line ihren negativen Beitrag leistete, um ihr kein Vertrauen zu schenken.

In diesem Zusammenhang muss man ebenfalls den Safety erwähnen, den die Seahawks erzielen konnten. Anstatt dem jungen Quarterback und der verunsicherten Offense etwas Sicherheit zu geben, und einem Veteranen wie Frank Gore den Ball in die Hand zu drücken, um wenigstens mit ein, zwei Yards etwas mehr Raum vor Endzone (und sei es nur für Punter Andy Lee) zu schaffen, gab Offensive Coordinator Greg Roman ein sich langsam entwickelndes Pass Play an Kaepernick durch. Das wurde dann auch prompt mit einem Holding in der Endzone und somit einem Safety bestraft.

In Anlehnung an Chip Kellys Erfolg mit der No-Huddle Offense mit seinen Eagles versuchte man auch die eigene Offense schnell "snappen" zu lassen. Das funktionierte auch gar nicht schlecht. Die Defense der Seahawks war dadurch auch sichtlich durch den hohen Lautstärkepegel in ihrer Abstimmung beeinträchtigt. Nur ließ man aus unerfindlichen Gründen im Laufe des Spiels davon ab.

Jedenfalls kam von der Seite der Coaches keine Unterstützung für ihren jungen Quarterback, der gerade erst seinen zwölften Start hinlegte. Stattdessen gaben sie ihm das Ruder in die Hand, als wäre hier ein Routinier am Werk. Kaepernick stand in dieser Woche außerdem auf dem Injury Report mit einer Fußverletzung und erlief zwar 87 Yards, wirkte aber nicht so explosiv wie sonst. Auch schien er mehrere Möglichkeiten auszulassen oder Läufe schon wesentlich früher abzubrechen als notwendig. Da ließ er eindeutig mehrere Chancen auf First Downs und mögliche Punkte liegen.

Seine Leistung als Passer war allerdings auch durchwachsen. Gleich im zweiten Drive, der nach einem kuriosen Punt Block -- einige der Seahawks Spieler dachten, dass das Play abgepfiffen wäre -- an der 33 Seattles begann, warf er auch eine Interception in der Endzone von der fünf des Gegners, was ihm sicher nicht dabei half, die Ruhe zu bewahren. Wer jetzt meint, dass wenigstens die Special Teams stark gewesen wären, irrt sich: Perrish Cox verlor den Ball bei einem Kickoff Return.

Gameball: Rookie FS Eric Reid




2.1.3 49ers 7 vs. Colts 27

In diesem Spiel knüpfte man ergebnistechnisch nahtlos an das letzte an. Die Unterschiede lagen im Detail. Erstens konnte man gegen die Colts laufen, und zweitens war das Spiel bis beinahe Mitte des letzten Viertels, also ca. 10 Spielminuten länger, völlig offen.

Es gab aber auch weitere Ähnlichkeiten zu dem Spiel in Seattle. So passierten den 49ers wieder fünf Penalties in der Defense, die dem Gegner allesamt ein automatisches First Down schenkten. Es ist aber anzumerken, dass die Unnecessary Roughness Penalty gegen Donte Whitner witzlos war, denn schöner und vorbildlicher kann man einen Tackle kaum setzen. Und die Coaches versagten zum zweiten Mal in Folge dabei, ihrem jungen Quarterback unter die Arme zu greifen.

Frank Gore hatte alleine in der ersten Hälfte acht Läufe für 70 Yards, bekam aber nur noch im ersten Drive der zweiten Hälfte den Ball, wobei er auch in diesem Drive einen Lauf für sieben, einen für fünf und einen für keine Yards hatte. Dann war sein Tag als Runner vorüber, wobei das Spiel bis viereinhalb Minuten vor Schluss bei 7-13 stand. Kendall Hunter bekam den Ball zweimal (neun und zwei Yards) in der zweiten Hälfte. Greg Roman und Jim Harbaugh ignorierten das Laufspiel in der zweiten Hälfte beinahe komplett, obwohl ein Touchdown für die Führung genügt hätte.

Das ist im großen und ganzen auch alles, was man abgesehen von der Geschichte um Aldon Smith, der trotz einer Verhaftung wegen Trunkenheit am Steuer drei Tage zuvor auflief, über dieses Spiel sagen kann. Am nächsten Tag wies Smith sich dann selbst in ein Therapiezentrum ein, um seine Alkoholsucht in den Griff zu bekommen.

Eine enttäuschende Niederlage in einem absolut gewinnbaren Spiel. Noch nichtmal verletzungsfrei konnte man aus diesem Spiel rausgehen, sondern verlor All-Pro Linebacker Patrick Willis für die kommenden zwei Wochen mit einer Leistenverletzung. Übrigens besiegelte dieses Spiel die ersten beiden aufeinanderfolgenden Niederlagen für Jim Harbaugh als Head Coach in der NFL.

Gameball: RB Frank Gore




2.1.4 49ers 35 at Rams 11

Anstatt meiner im bereits zuvor verlinkten Preview zweiten kalkulierten Niederlage gab es in St. Louis einen eindeutigen Sieg für die 49ers; den ersten Auswärtssieg innerhalb der Division für Colin Kaepernick.

Diesmal verließ man sich auf das Laufspiel und vertraute auf Frank Gore das Spiel zu schaukeln. Er bedankte sich mit 153 Yards und einem Touchdown Run bei Fourth Down. Damit hat kein Spieler mehr Rushing Touchdowns gegen die Rams erzielt als Frank Gore. Kaepernick sah wie ein etwas Big Play gefährlicherer Alex Smith der Saison 2011 aus, und Navorro Bowman spielte in Patrick Willis Abwesenheit das beste Spiel seiner All-Pro Karriere. Auch die dummen Penalties hatte man endlich in den Griff bekommen.

Kurz gesagt hat man einfach die offensichtlichen Fehler auf der Coachingseite abgestellt und Kaepernick das Leben leichter gemacht. Der Gedanke, dass ein solcher Gameplan gegen die Colts womöglich einen Sieg beschert hätte, drängt sich unweigerlich auf.

Gameball: ILB Navorro Bowman (honorable mention: RB Frank Gore)




2.1.5 49ers 34 vs. Texans 3

Drei Plays gespielt und schon stand es 7-0 für die 49ers, obwohl ihre Offense noch gar nicht das Feld betreten hatte. Tramaine Brock trug eine Interception von Matt Schaub in die Endzone und verhalf diesem somit dazu, seine Serie von Pick Sixes in aufeinanderfolgenden Spielen aufrechtzuerhalten und sogar zum alleinigen Rekordhalter (vier in Serie) in der NFL zu werden.

Brock fing im zweiten Viertel seine zweite Interception und das Spiel war gelaufen. Alles was danach kam, war bloß noch reine Routine.

Ein schönes Play der Offense gab es allerdings noch. Vernon Davis war zwar durch seine Oberschenkelzerrung sichtlich beeinträchtigt, fing aber dennoch einen 64-Yard-Touchdown-Pass.

Gameball: CB Tramaine Brock




2.1.6 49ers 32 vs. Cardinals 20


Drittrundenpick Corey Lemonier sackt Carson Palmer in dessen Endzone für einen Safety zur Führung für die 49ers. Hier die Szene als animiertes GIF.

So endeten die ersten vier Drives der Cardinals: Punt - Interception - Punt - Interception. Und das war der Spielstand nach ihrem fünften Drive: Cardinals 7 @ 49ers 6. Die 49ers konnten aus ihrer defensiven Dominanz kein Kapital in der Offense schlagen und fielen dann einem Big Play von Larry Fitzgerald, ermöglicht durch Donte Whitners Versuch den Ball abzufangen anstatt auf den sicheren Tackle zu gehen, zum Opfer.

Man kämpfte sich aber zurück bis an die zwei Yardline der Cardinals. Da wurde dann Kaepernicks Pass abgefälscht und in der Endzone abgefangen. Doch landete der Verteidiger mit dem Ball innerhalb der Eins. Es folgten zwei Run Plays für sieben Yards, ein Delay-of-Game und dann wurde Carson Palmer in seiner eigenen Endzone von Rookie Corey Lemonier gesackt. Safety. Cards 7 - 49ers 8.

Drei Plays später findet Kaepernick Davis auf einer Post Route und dieser läuft 64 Yards in die Endzone, und schon waren die 49ers mit acht Punkten in Führung, die sie dann auch nicht mehr abgaben. Aber die Cardinals waren voll im Spiel, bis die 49ers Ende des dritten Viertels einen rekordverdächtigen Drive von der eigenen elf Yardline mit 18 Plays über 9:32 Minuten aufstellten und mit einem Touchdown Run von Kendall Hunter zur 29-20 Führung abschlossen.

Vernon Davis hatte 171 Yards und zwei Touchdowns alleine in der ersten Hälfte. Da liegt es völlig auf der Hand, wem der Gameball gebührt. Auch wenn Patrick Willis im ersten Spiel nach seiner Leistenverletzung gleich ein spielentscheidendes Big Play produzieren konnte, und in der eigenen Red Zone den Ball aus Larry Fitzgeralds Händen freischlug. Der daraus resultierende Turnover leitete den oben genannten langen Drive ein.

Gameball: TE Vernon Davis (honorable mention: Patrick Willis)




2.1.6 49ers 31 at Titans 17


Colin Kaepernicks erster Touchdown Run dieser Saison kam in Nashville. Hier die Szene als animiertes GIF.

Die Titans hatten ein knappes Spiel in Seattle mit 13-20 verloren, und ihr Starting Quarterback, Jake Locker, war früher als erwartet wieder gesundet und gegen die 49ers einsatzbereit. (Locker war übrigens in der selben Draft, in der Kaepernick von den Niners in der zweiten Runde geholt wurde, als achter Spieler ausgewählt worden.) Das war Grund genug, um bei einigen Fans und Experten die Alarmglocken läuten zu lassen und einen Außenseitersieg zu befürchten.

Weit gefehlt.

Locker spielen zu lassen sah zu Beginn eher wie eine Fehlentscheidung aus. Er wirkte rostig und so gelangen den Titans in der ersten Hälfte nur insgesamt vier First Downs und keine Punkte.

Die 49ers hatten anfangs ebenfalls leichte Probleme. Zuerst stotterte der Motor kurz vor der Redzone, was zu einem FG von Phil Dawson führte. Dann war man nach drei Plays genau zum ersten Seitenwechsel gezwungen zu punten. Im nächsten Drive fing es dann aber doch an zu flutschen.

Kaepernick begann diesen mit einem riskanten Pass in Dreifachdeckung, der beinahe abgefangen worden wäre. In der Zeitlupe sah man allerdings, dass der designierte Passempfänger, Vernon Davis, die beste Chance auf den Ball gehabt hätte und eindeutig behindert wurde. Leider war das den Schiedsrichtern entgangen. Sechs Plays später in diesem Drive wurde dann tatsächlich einer von Kaepernicks Pässen intercepted. Ein gar nicht so schlechter Pass, eventuell leicht überworfen, auf Davis wurde von Bernard Pollard abgefangen. In der Zeitlupe schien, so wie in Seattle, Davis' Zerrung Mitschuld and diesem Turnover zu tragen. Doch die Freude an Tennessees Sideline währte nur kurz.

Outside Linebacker Akeem Ayers hatte Kaepernick, gerade als der Ball dessen Hand verließ, von hinten in den Knien getroffen, was den 49ers ein automatisches First Down einbrachte. Es folgte ein Lauf von Gore für zwei und ein Scramble Kaepernicks für ein Yard und man stand bei 3rd & 7 an der 20 des Gegners. Snap, Read Option, Kaepernick behält den Ball, Gore setzt einen vernichtenden Block, Touchdown 49ers.

In Folge gingen die 49ers zu Beginn der zweiten Hälfte mit 24-0 in Führung, ließen dann aber in Garbage Time noch 17 Punkte zu. Lockers erster Touchdown Pass auf Chris Johnson hätte allerdings zurückgepfiffen werden müssen.

Sieht man sich das Play genauer an, erkennt man, dass der Center der Titans, noch bevor Locker den Ball loswird, sich bereits mehrere Yards über der Line of Scrimmage befindet und Linebacker Patrick Willis blockt. Außerdem muss man anmerken, dass genau bei diesem Play Donte Whitner und Eric Reid, die Starting Safeties, beide verletzt an der Sideline standen. Ihre Backups Craig Dahl und C.J. Spillman mögen gute Special Teamer sein, aber in der Defense sind sie ein Garant für ein Big Play... des Gegners (s. das Spiel in Seattle).

Als der Returner der Titans einen Punt an der eigenen sechs nicht sicher fangen konnte, war das Spiel endgültig gelaufen. Rookie Darryl Morris schoss den Returner regelrecht ab und Kassim Ossgood konnte den Ball in der Endzone sichern. Aber wirklich Angst mussten die 49ers auch vor diesem Play nicht mehr haben. Sie lagen sieben Minuten vor Schluss mit 24-10 vorne und der Spielverlauf deutete nicht an, dass die Titans in dieser Zeit ein Defizit von 14 Punkten aufholen könnten.

Gameball: QB Colin Kaepernick




2.1.6 49ers 42 at Jaguars 10

Das zweite Spiel der 49ers in London war diesmal ein Auswärtsspiel gegen die Jacksonville Jaguars. Auch wenn die Coaches der 49ers die ganze Woche über betonten, wie talentiert die einzelnen Mannschaftsteile dieses Teams seien, sah das Scoreboard am Ende des Spiels doch so aus, als hätte ein Super Bowl Contender gegen das schwächste Team der Liga gespielt.

Colin Kaepernick führte sein Team in den ersten vier Drives jeweils in die Endzone und erlief dabei zwei Touchdowns selbst und warf einen zu Vernon Davis.

Im Vergleich dazu: Die Denver Broncos, die auf dem Weg sind, die meisten Yards und Punkte in der NFL-Geschichte aufzustellen, lagen gegen dieses Team bis knapp vier Minuten vor Ende des dritten Viertels nur mit einem Punkt vorne.

Gameball: QB Colin Kaepernick




2.2 Fazit



Wie bereits erwähnt, stellt sich nun die Frage, wie zufrieden man mit dem bisherigen Saisonverlauf sein kann. Den Record von 6-2 hätten viele Fans im Vorfeld In Anbetracht dieser harten Anfangsschedule dankend angenommen.

So wirklich vollends glücklich kann man mit dem bisherigen Saisonverlauf dennoch nicht sein. In Seattle gab es ein kollektives Versagen der Offense, den Coaches inklusive, und gegen die Colts waren insbesondere die Coaches daran Schuld, dass ein gewinnbares Spiel zum Debakel wurde.

Colin Kaepernick die ganze Last der Offense auf die Schultern zu packen, war keine gute Strategie von Jim Harbaugh und Greg Roman. Zudem waren sie auch nicht fähig, sich in den beiden Niederlagen von diesem zum Scheitern verurteilten Kurs wegzubewegen.

In den restlichen Spielen knallte man allerdings jeweils mindestens 31 Punkte aufs Board, und ist seit fünf Spielen ungeschlagen, wobei jedes dieser Spiele nicht einfach nur gewonnen, sondern dominiert wurde.

Es sieht daher auf den ersten Blick so aus, als ob die 49ers schwächere Teams dominieren und von den Top Teams "out-coached" werden, wenn die Offense von Beginn an Probleme hat und der zurechtgelegte Gameplan nicht aufgeht. Man muss sich ehrlich fragen, ob die für die Offense zuständigen Coaches der 49ers bei widrigen Umständen nicht ein wenig zu langsam und in brenzligen Spielsituation leicht überfordert sind.

Hier muss man jedoch anmerken, dass es Jim Harbaughs große Stärke ist, seine Spieler für sich zu gewinnen. Nicht einmal hat man Harbaugh in seinen zweieinhalb Jahren mit den 49ers etwas schlechtes über einen seiner Spieler sagen hören. Über Spieler von gegnerischen Teams durchaus, aber seine eigenen schützt er vor jeglichem presseinduzierten Gegenwind. Insoferne war es sicher auch das Verdienst von Harbaugh und Roman, dass Kaepernick trotz seiner schwachen Leistungen in Seattle und gegen die Colts relativ kritikfrei blieb.

Diese Vorgehensweise ist das genaue Gegenteil von dem, was Mike Nolan in der Saison 2007 nach Alex Smiths Schulterverletzung veranstaltete, als er seinen Quarterback öffentlich als Weichei hinstellte. Daher war Harbaughs Art und Weise mit dieser Situation abseits des Spielfeldes umzugehen, natürlich die Basis dafür, dass Kaepernick seitdem wieder bessere Leistungen liefert.

Letztenendes ist im Coaching (insbesondere während den Matches) aber auf alle Fälle noch einiges an Potenzial nach oben gegeben, und wenn man nicht wieder wegen fünf fehlenden Yards für die sechste Lombardi-Trophy zu kurz kommen möchte, dann müssen sich auch die Coaches steigern.






3. Draft



Die Draft im Jahr 2012 war ein riesengroßer Reinfall. Es befinden sich nur mehr zwei Spieler dieser Draftklasse im Team und beide sind Woche für Woche inaktiv: RB LaMichael James (zweite Runde) und OG Joe Looney (vierte Runde). Deshalb war es wichtig in dieser Draft, also 2013, nicht wieder danebenzuhauen. Das hat man glücklicherweise auch nicht. Ganz im Gegenteil.

Übersicht der Draftpicks

Rd Pick Name          Pos Role
1  18   Eric Reid        FS  Starter
2  40   Tank Carradine   DE  Backup
2  55   Vance McDonald   TE  2. Tight End
3  88   Corey Lemonier   DE  Backup
4  128  Quinton Patton   WR  Backup
4  131  Marcus Lattimore RB  Reserve
5  157  Quinton Dial     DE  Backup
6  180  Nick Moody       LB  Backup
7  237  B.J. Daniels     QB  Backup in Seattle
7  246  Carter Bykowski  OT  Practice Squad
7  252  Marcus Cooper    CB  Starter in KC



Bewertung der Draftpicks
Skala: (schlechteste) 1-10 (beste)




Eric Reid fängt Aaron Rodgers Pass auf Jermichael Finley ab. Seine erste NFL Interception.

FS Eric Reid ist ein Volltreffer. Kaum jemand vermisst seinen Vorgänger Dashon Goldson, der in Tampa Bay einen großen Vertrag unterschrieb. Nicht nur, dass er keine dummen Penalties produziert und eindeutig schneller und athletischer ist, Eric Reid macht die gesamte Secondary um sich herum besser.

Donte Whitner meinte in einem Interview, dass Reid mit ihm und seinen Kollegen im Defensive Backfield viel besser kommuniziere, als Goldson das tat. Und insbesondere in Whitners Fall kann man den Unterschied sehen. Anstatt eine Schwachstelle der Defense zu sein, wirkt er jetzt über weite Strecken wie ein verlässlicher Anker.

Eric Reid führt das Team mit drei Interceptions und einem eroberten Fumble auch in der Turnoverstatistik an.

Note: 10



Tank Carradine trainiert zwar erst seit drei Wochen mit dem Team, aber zumindest an die Farben der 49ers muss er sich nicht mehr gewöhnen.

DE Cornellius "Tank" Carradine wurde kurz nach dem Spiel in London aktiviert. Für ihn wurde Outside Linebacker Jarmaine Cunningham entlassen. Cunningham wurde von den 49ers verpflichtet, nachdem sich Aldon Smith in Reha begeben hatte. Mit Smiths Rückkehr wurde er entbehrlich. Smith ist zwar schon wieder auf dem 53-Man-Roster der 49ers, zählt aber erst ab kommenden Mittwoch gegen das Limit.

Offensichtlich erwartet man sich, dass Carradine seinen Beitrag leisten kann, um einem alternden Justin Smith und einem verletzten Ray McDonald (Bizepssehneneinriss) Verschnaufpausen zu geben. Die mangelnde Spielpraxis lässt allerdings noch keine Bewertung und Schlüsse auf seine Bedeutung zu.

Note: -


TE Vance McDonald hatte bisher noch nicht viele Gelegenheiten, um sich als Receiver zu bewähren. Er hat ein paar Drops zu Buche stehen, aber gegen die Cardinals auch einen ganz starken Catch sichern können. Er fing einen abgefälschten Ball aus ungünstiger Position und landete mit diesem auf dem Rasen. Der Pass wurde als komplettiert angesehen, weil McDonald ihn fest mit beiden Händen festhielt, obwohl er mit seiner gesamten Körpermasse von 123 kg erst nach dem Ball auf den Boden aufschlug.

Als Blocker macht er sich ausgesprochen gut und hat dem Team bis auf eine Unsportsmanlike Conduct Penalty im Spiel in Seattle noch keine Yards gekostet. Gute Leistung für einen Rookie.

Note: 7


OLB Corey Lemonier musste nach Aldon Smiths Abgang in die Reha früher als geplant Leistung erbringen. Das tat er auch. Sein bisher bestes Play war ein Sack für einen Safety gegen Carson Palmer. Er ist von den Pass Rushing Skills her zwar kein Aldon Smith, aber dennoch ein würdiger Ersatz und eine sehr positive Überraschung.

Note: 8


WR Quinton Patton ging als vierter Wideout in die Saison und arbeitete sich still und leise beinahe zum zweiten Wide Receiver hinter Anquan Boldin hoch. Leider verletzte er sich dann bei seiner Chance Starter zu werden gegen die Rams und wird nun vorraussichtlich, um Platz auf dem Roster zu schaffen, wegen seines gebrochenen Fußes auf die saisonbeendende Injured Reserve Liste gesetzt.

Note: 6



Die 49ers hoffen, dass Marcus Lattimore wie Frank Gore 2.0 für sie sein wird.

RB Marcus Lattimore wird dieses Jahr sehr sicher komplett verpassen. Die 49ers wollen ihn erst völlig gesund werden lassen und nach einer kompletten Offseason mit dem Team auf die NFL loslassen. In dem obigen Bild sieht man auch, warum Jim Harbaugh es ruhig mit Lattimore angehen lassen will.

Erinnerungen an Frank Gore kommen unweigerlich hoch, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass Gore wegen zweier Knieverletzungen in die dritte Runde fiel. Erstrundentalente waren Gore und Lattimore nämlich beide.

Note: -


DT Quinton Dial hat, obwohl er erst seit knapp drei Wochen mit dem Team trainieren darf, bereits zwei Spiele hinter sich. Im Moment ist er nur ein Mann für die Rotation, um den Startern eine Pause zu gönnen, aber immerhin steht er schon auf dem Feld. Eine gute Leistung für einen Fünftrundenpick ohne Offseason in einer hochkarätigen Defense wie der der Niners, auch wenn diese etwas verletzungsgebeutelt ist.

Note: 6


LB Nick Moody brach sich gegen die Packers die Hand und wird vermutlich nach der Bye-Week gegen die Carolina Panthers zurückkehren. Die Special Teams sind Jim Harbaugh heuer wieder ein großes Anliegen, und Moody soll einer der besten Special Teamer des Teams sein.

Für seine Rückkehr wurde voraussichtlich Free Agent Linebacker Nate Stupar entlassen.

Note: 6


QB B.J. Daniels wurde im Laufe der Saison für den ehemaligen Cardinals Quarterback John Skelton entlassen und sofort von Pete Carroll auf das Roster der Seahawks geholt. Die Quarterbackcharade von Jim Harbaugh gab einigen Fans den Anlass dazu, zu befürchten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen würde, denn John Skelton wurde eine Woche später ebenfalls entlassen. Für ihn verpflichtete man Mcleod Bethel-Thompson, den man 2011 für Quarterback Scott Tolzien entlassen hatte, den man am Ende des heurigen Training Camps übrigens für B.J. Daniels ziehen ließ. Klingt kompliziert, ist aber nicht weiter von Bedeutung, denn es handelt sich hier um den dritten Quarterback, der idealerweise in der gesamten Saison inaktiv bleibt.

Note: 7


OT Carter Bykowski schaffte es auf die Practice Squad. Das ist alles, was man als Top Team von einem Pick in der siebten Runde realistisch erwarten kann.

Note: 5


CB Marcus Cooper wurde sofort nach dem Cut von den Kansas City Chiefs verpflichtet und hat für diese mittlerweile drei Spiele gestartet und zwei Interceptions gefangen. Starke Leistung für einen Rookie aus der siebten Runde.

Note: 9






4. Free Agency




Brach den Fluch der #81: Anquan Boldin. Hier die Szene als animiertes GIF.

Die 49ers befinden sich zur Zeit in einer ziemlich großen Verletzungsmisere und haben gut daran getan, sich auf verschiedenen Positionen mit preiswerten Free Agents zu verstärken.

In der Defensive Line, auf Wide Receiver und auf Linebacker wäre man ohne die Verpflichtungen von Glenn Dorsey, Anquan Boldin und Dan Skuta völlig aufgeschmissen.

Bewertung der Free Agents
Skala: (schlechteste) 1-10 (beste)



WR Anquan Boldins Verpflichtung ist Gold wert. Er ist mit 38 Receptions für 551 Yards der klare Führende unter San Franciscos Wide Receivern. Kyle Williams hat als zweiter solcher gerade einmal elf Catches für 108 Yards aufzuweisen.

Er trägt wie bereits in Arizona und Baltimore die Nummer 81. Diese Nummer stand seit dem Abgang von Terrell Owens unter keinem guten Stern. Zuerst hatte diese der Erstrundenpick der Draft 2004 Rashaun Woods bekommen, der bereits drei Jahre später nicht mehr in der NFL war. Der nächste Träger dieser Nummer war Antonio Bryant, dessen Saison 2006 mit den 49ers eigentlich ganz gut verlief (40 Catches für 733 Yards und drei Touchdowns in 13 Starts), bis er wegen rücksichtsloser Fahrweise verhaftet wurde. Nachdem er dann auch noch von der NFL wegen des Verstoßes gegen die Substance Abuse Policy suspendiert worden war, flog er aus dem Team. Dann wechselte Returner Brandon Williams von #17 auf #81; kurz darauf wurde auch er entlassen.

Kurz gesagt: Der Fluch scheint gebrochen.

Als nächstes wird Mario Manningham von seiner Knieverletzung zurückkehren, Ende November erwartet man Michael Crabtree zurück. Selbst wenn diese beiden etwas rostig sind, werden sie ein großes Upgrade zu allem, was hinter Anquan Boldin in der Depth Chart steht, darstellen. Man darf gespannt sein, was Boldin leistet, wenn er nicht bei jedem Play gedoppelt wird.

Note: 10


DT Glenn Dorsey hat sich bei den 49ers beweisen können. Er spielt sowohl gegen den Lauf als auch gegen den Pass stark. Nachdem Ian Williams sich in Seattle den Knöchel gebrochen hatte, stieg er außerdem zum Full Time Starter auf. Auch wenn er nicht ganz so dominant in der Laufverteidigung wirkt, so bringt er in puncto Pass Rush Qualitäten mit, die die 49ers von der Nose Tackle Position bisher noch nie geboten bekamen.

Note: 8


K Phil Dawson wurde für David Akers verpflichtet und kurz gesagt hat man die Chance auf 60 Yard Field Goals für sichere 40 Yarder eingetauscht.

Die Kickoffs sind schön lang und oft zum Touchback, aber beim 70-Yard Fair Catch Kick in St. Louis sah man, dass Dawson bei solchen Distanzen dann einfach die Genauigkeit fehlt. Seinen Lauf von 14 aufeinanderfolgenden 50+ Yard Field Goals konnte er jedenfalls mit den 49ers nicht aufrecht erhalten.

Man kann ihm bis zu 45 Yards vertrauen, alles darüber scheint eine Zitterpartie zu sein, also insgesamt besser als Akers letzte Saison.

Note: 6



Dan Skuta eroberte Patrick Willis erzwungenen Fumble und trug ihn bis in die Endzone; sein erster Touchdown seit der Highschool.

OLB Dan Skuta wurde nach Aldon Smiths Therapiebeginn zum Starter bei den Base Downs. In der Nickel Defense wird er durch Rookie Corey Lemonier ersetzt. Gegen den Lauf ist er vielleicht sogar etwas besser als Smith, auch wenn er dem All-Pro als Pass Rusher eindeutig nicht das Wasser reichen kann.

Seine Leistung zeigt, warum man Parys Haralson an die Saints für einen Pick in der siebten Runde abgab. Er hat ähnliche Qualitäten, ist aber jünger und günstiger.

In London feierte er seinen ersten Touchdown seit der Highschool.

Note: 7


CB Nnamdi Asomugha ist seit der dritten Woche inaktiv. Seine Leistung war grundsätzlich befriedigend, aber nachdem er sich gegen die Colts verletzt hatte, konnte sein Ersatz, Tramaine Brock, von dieser Position aus so viel mehr Plays machen, dass Asomugha es nicht mehr auf das aktive Roster schaffte.

Womöglich wird Asomugha sogar entlassen, wenn man Cornerback Eric Wright von der Non-Football Injury Liste aktiviert.

Note: 4


S Craig Dahl ist ein hervorragender Special Teamer, wurde aber als möglicher Starter verpflichtet. Man kann nur hoffen, dass er niemals starten muss und sich voll und ganz seinen Special Teams Aufgaben widmen kann. Die beiden Male, bei denen er für Eric Reid auf das Feld kam, gab es Big Plays auf seine Seite.

Note: 4


WR Marlon Moore war hinter Anquan Boldin der Star des Training Camps. In der Regular Season steht er nun bei einem Catch für sechs Yards und einem Lauf für neun. Er war der führende Kandidat für eine Entlassung, um Mario Manningham von der Reserveliste zu aktivieren. Die Entlassung kam nach der Rückkehr aus London auch, aber nicht für Mario Manningham. Aldon Smith wurde nach Beendigung seiner Reha wieder zurück ins Team geholt.

Note: 2


CB Eric Wright sollte im Juli eigentlich von Tampa Bay zu den 49ers für einen conditional Draftpick getradet werden. Nachdem er das Physical, also den Gesundheitscheck, nicht bestand, wurde der Trade annulliert. Die Buccaneers entließen Wright daraufhin schlicht und einfach. Trent Baalke verpflichtete Wright im August für einen Dollar über dem Veteran Minimum (um nach Ablauf des Vertrages die Verhandlungsvorrechte zu haben) dann doch, allerdings wurde er auf die Non-Football Injury Reserve Liste gesetzt und durfte daher bis nach der sechsten Woche der Regular Season nicht mit dem Team trainieren.

Mittlerweile hatte DC Vic Fangio bereits einige positive Dinge über Wrights Entwicklung im Training zu sagen, und es ist anzunehmen, dass er demnächst auf das Roster aktiviert wird. Vermutlich wird Nnamdi Asomugha, der tatsächlich nur das Minimumgehalt eines Veteranen verdient, für ihn entlassen.

Die 49ers waren an dem aus San Francisco stammenden Wright schon 2012 interessiert, waren damals aber nicht dazu bereit mit Tampa Bays angebotenem Vertrag von 37,5 Millionen Dollar über fünf Jahre mitzuziehen.

Note: -






5. Offense




OC Greg Roman muss sich für die Spiele in Seattle und gegen die Colts Kritik gefallen lassen.

OC Greg Roman und HC Jim Harbaugh müssen sich hier einiges an Kritik gefallen lassen. Als Colin Kaepernick schwächelte, taten sie nichts, um ihm Verantwortung abzunehmen, obwohl das Laufspiel ordentlich funktionierte. Man kann sogar argumentieren, dass die Coaches gegen die Seahawks ein wesentlicher und gegen die Colts der entscheidende Faktor für die Niederlagen waren.

Das Running Game wurde in beiden Spielen viel zu stiefmütterlich behandelt, obwohl es insbesondere zu Hause gegen die Colts sehr erfolgreich war. Das erhöhte auch den Druck auf ihren jungen und unerfahrenen Quarterback. Kaum dass man diesen Umstand änderte und in St. Louis vornehmlich auf Frank Gore setzte, kam die Offense der 49ers ins Rollen. Die Oline spielte besser, die Defense war weniger müde, und Colin Kaepernick konnte aus dem Rampenlicht steigen und Selbstvertrauen zurückgewinnen.

Die Passing Offense ist ein wesentlich komplizierterer Fall. Es fällt enorm auf, dass es abgesehen von Vernon Davis und Anquan Boldin keine produktiven Receiver gibt. Das lässt mehrere Schlüsse zu. Zum einen könnte Kaepernick die beiden ganz einfach niederstarren, endlos auf sie fokussieren und weitere Optionen ignorieren, weil er es nicht besser kann. Zum anderen wäre es auch möglich, dass er diese ignoriert, weil sich außer Boldin und Davis keine anderen Receiver regelmäßig genug anbieten. Beide Schlüsse haben Substanz, aber beide erscheinen nicht sehr wahrscheinlich, da es in beiden Fällen eindeutige Gegenbeispiele gibt, in denen Kaepernick wie ein Routinier seine verschiedenen Optionen durchgeht, oder sich andere Receiver als Davis oder Boldin freigelaufen haben. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass es sich hier um Coaching handelt.

Wenn man sich Plays der 49ers Passing Offense ansieht, so drängt sich das Gefühl auf, als gäbe es in den meisten Fällen einen designierten Receiver und allerhöchstens eine Notoption. Besonders ersichtlich wurde das in einem Play gegen die Texans. Bevor Frank Gore auf 13-0 erhöhte, war Anquan Boldin ganz knapp vor die Goalline zum First Down gekommen. Dabei blockten alle anderen Receiver ohne sich jemals nach dem Ball umzudrehen. Es handelte sich dabei um kein Screen Play -- diese liegen der Oline der 49ers übrigens ganz und gar nicht --, aber dennoch war es offensichtlich, dass nur Boldin den Ball bekommen sollte.

Anscheinend schicken die Coaches die Receiver oft bloß als Lockvogel auf Routen, um von dem eigentlichen, von vorne herein feststehenden Ziel abzulenken, oder bestimmte Receiver sind von vorne herein nur als Blocker vorgesehen.

Einer der Gründe dafür ist sicher, die mangelnde Qualität der Optionen hinter Davis und Boldin, aber das ist vermutlich nicht der einzige. Letzte Saison war es Crabtree, der beinahe jedesmal angespielt wurde, und Vernon Davis war in der Regular Season nichtmal das zweitwichtigste Ziel (bis sich Manningham verletzte). Das ist vermutlich auch genau der Punkt, den die Coaches meinen, wenn sie bei einer schlechten Performance der Passing Offense von mangelnder "Execution" sprechen.

Die 49ers Offense ist ein Uhrwerk. Greift ein Zahnrad nicht, dann bleibt sie stehen.

Wenn mit Mario Manningham und Michael Crabtree die beiden führenden Receiver der letzten Saison von ihren Verletzungen zurückkehren, kann man nur hoffen, dass diese Art des Playdesigns nicht mehr notwendig sein wird, um Yards durch die Luft machen zu können. Zusätzlich muss Roman dann auch die entsprechenden Plays durchgeben.

Wenn man sich an die letzte Saison erinnert, schüttelten die 49ers in den Finalspielen plötzlich Plays aus dem Ärmel, die man bis dahin noch nie von ihnen gesehen hatte. Das könnte natürlich auch dieses Jahr wieder der Fall sein. Man spart sich das beste für den Schluss, wenn man auch alle Waffen zurückhat, auf, um in den Playoffs einen strategischen und in Folge auch taktischen Vorteil zu haben.

Es gibt übrigens noch einen Grund positiv gestimmt in die Zukunft der Offense zu blicken, denn Kaepernick wird beim Pre-Snap-Read immer besser; ein Umstand, der gegen die Titans zu mehreren guten Plays führte. Die Coaches scheinen ihm dbzgl. mittlerweile auch mehr Vertrauen zu schenken, denn so oft und effektiv wie in den letzten drei Spielen schrie er bisher noch nie "Kill! Kill! Kill!".




Offense: Bewertung der Units
Skala: (schlechteste) 1-10 (beste); Starter in fett; Rookies in kursiv.



Offensive Line (8): LT Joe Staley, LG Mike Iupati, C Jonathan Goodwin, RG Alex Boone, RT Anthony Davis, Adam Snyder, Daniel Kilgore, Joe Looney

Diese Truppe soll die beste Offensive Line der Liga darstellen. Mitnichten.

Gerade Center Jonathan Goodwin verpasst immer wieder seine Blocks und Anthony Davis und insbesondere Mike Iupati scheinen von Schulterverletzungen beeinträchtigt zu sein.

Im Laufe der Saison konnten sie aber wenigstens ihre Dominanz im Run Blocking wiederfinden und verhalfen Frank Gore & Co. somit zur drittstärksten Rushing Attack der Liga. Gegen den Pass Rush scheinen sie aber -- mit Ausnahme von Joe Staley, der eine ausgezeichnete Saison spielt -- immer noch etwas zu wackeln.

Note: 7




Tight Ends (3): Vernon Davis, Vance McDonald, Garrett Celek


Vernon Davis ist heuer trotz Verletzung auf dem Weg zu seiner ersten 1000-Yard-Saison.

Vernon Davis kämpft momentan mit einer Oberschenkelzerrung. Seiner Produktivität hat das aber keinen Abbruch getan. Er ist auf dem Weg zu über 1000 Receiving Yards und 16 Touchdowns -- beides Karrierebestleistungen --, obwohl er auf Grund der oben genannten Verletzung sogar das Spiel gegen die Colts aussetzen musste.

Davis gilt nach wie vor als ausgezeichneter Blocker, auch wenn er manches Mal seine Blocks nicht lange genug hält. Dennoch, auf Grund seiner Blocking Skills gibt es zur Zeit keinen besseren Tight End in dieser Liga.

Vance McDonald macht sich wie zuvor erwähnt gut, aber noch nicht viel mehr. Wenn er es schafft, seine Drops abzustellen, dann könnte er eine Geheimwaffe werden. Gegen die Cardinals überwarf ihn Kaepernick z.B., als er auf einer tiefen Corner Route die Coverage geschlagen hatte und auf dem Weg zu einem einfachen Touchdown-Catch war.

Garrett Celek ist ziemlich unsichtbar, leistet aber solide Arbeit als Blocker.

Note: 10




Wide Receivers (5): Anquan Boldin, Mario Manningham, Kyle Williams, Jon Baldwin, Quinton Patton, (Kassim Osgood)

Im Season Preview schrieb ich etwas davon, dass man wenigstens würdige NFL-Starter hätte. Ich ändere das darauf ab, dass man wenigstens einen Nummer eins Receiver hat. Gleich im ersten Spiel der Saison lieferte Anquan Boldin, den man per Trade für einen Pick in der sechsten Runde von den Ravens erworben hatte, eine "rice-esque" Performance ab.

Hinter Boldin kommt jedoch nichts. Rookie Quinton Patton verletzte sich leider, gerade als er erste gute Ansätze zeigen konnte. Deswegen könnte er schon kommenden Dienstag auf Injured Reserve gesetzt werden, denn da endet das Zeitfenster um Mario Manningham zu aktivieren. Ansonsten muss man durchwegs enttäuscht sein: Williams, Baldwin und der kürzlich für Aldon Smith entlassene Marlon Moore haben zusammen gerade mal 15 Catches für 142 Yards. Das entspricht kaum mehr als einem Viertel von Anquan Boldins alleiniger Produktion.

Jon Baldwin, den man von Kansas City für den enttäuschenden A.J. Jenkins bekam, zeigte Ansätze, konnte sich bisher jedoch trotzdem nicht wirklich durchsetzen. Gegen die Titans stand er dann wegen einer undefinierten Krankheit auf dem Injury Report, in London war er gar nicht mehr aktiv. Presseberichten zufolge stand sein Name bis zur Trade Deadline am Dienstag auf dem Trade Block der 49ers. Man sollte sich also auch von ihm nicht mehr allzuviel erwarten.

Glücklicherweise trainiert Mario Manningham bereits seit zwei Wochen wieder mit dem Team und wird voraussichtlich nach der Bye-Week gegen die Carolina Panthers im Stick als zweiter Starter auf Wide Receiver auflaufen. Michael Crabtree soll Ende November nachfolgen.

Selbst wenn Manningham und Crabtree sicher nicht von Anfang an ganz die alten sind, werden die gegnerischen Secondaries den beiden mehr Beachtung schenken als Williams und Co. Das sollte Boldin und Davis, die in jedem Play gedoppelt werden, noch mehr Möglichkeiten eröffnen.

Doch man darf sich nichts vormachen, bis jetzt war das Receiving Corps der 49ers eine der schwächsten Units der NFL.

Note: 4




Quarterbacks (3): Colin Kaepernick, Colt McCoy, McLeod Bethel-Thompson

Auf dieser Position gab es interessante Entwicklungen im Laufe der Saison. Colin Kaepernick stellte mit 412 Yards die meisten Passing Yards seiner jungen Karriere auf und galt nach Woche eins als Top fünf Quarterback. Dann reiste man nach Seattle zu der sog. "Legion of Boom" (Spitzname für die Secondary der Seahawks).

In diesem Spiel wirkte er überfordert und entscheidungsschwach, auch seine Pässe waren nicht immer genau. Er erlief zwar in diesem Spiel die meisten Yards in dieser Saison, doch wirkten die Läufe nicht spritzig und so explosiv wie sonst. Er brach diese auch oft früher ab als notwendig und verpasste obendrein einige mögliche Chancen auf dem Boden komplett. Dieser Trend setzte sich gegen die Colts fort. Wieder war er oft ungenau, lief plötzlich noch schwächer und wirkte wenig entscheidungsfreudig.

Wenn man den Injury Report der 49ers verfolgt hatte, so fiel auf, dass Kaepernick seit dem Spiel gegen die Packers mit einer Fußverletzung angeführt wurde. Diese soll ihn laut Experten bei seiner Wurfbewegung (Gewichtsverlagerung vom rechten auf den linken Fuß) behindert haben, und stellt auch eine schlüssige Erklärung für seine schwache Leistung als Läufer dar.

In den letzten beiden Wochen -- sein Name tauchte nicht mehr auf dem Injury Report auf -- ging es mit seiner Leistung auch plötzlich bergauf: Er erlief gegen die Titans seinen ersten Touchdown der Saison, erzielte weitere wichtige First Downs und gegen die Jaguars schaffte er es gleich zweimal in die Endzone. Auch seine Performance als Passer nahm eine positive Entwicklung seit den beiden grottigen Spielen gegen Seahawks und Colts an.

Geht die Formkurve weiter bergauf, so darf sich Kaepernick zusätzlich über neues Spielzeug in Form von Mario Manningham und Michael Crabtree, die bald von Verletzungen zurückkehren, freuen.

Colt McCoy galt mehrmals als gefährdet, seinen Posten als Backup Kaepernicks zu verlieren, aber in Wahrheit sitzt er recht komfortabel an der Seitenlinie und durfte gegen die Jaguars sogar einen Pass komplettieren. Die Rochade hinter ihm war zugegebenermaßen ein Kuriosum, aber nicht weiter relevant. Ob da nun Mcleod Bethel-Thompson oder B.J. Daniels inaktiv bleibt, ist für den Saisonausgang unerheblich. Zwei Jahre mehr NFL-Erfahrung könnten beim Anführen der Scout Offense sogar von Vorteil sein. Sollte der dritte Quarterback starten müssen, kann man die Saison ohnehin kübeln.

Es wird sogar spekuliert, dass man Bethel-Thompson entlassen, um Platz für einen der Nachrücker auf dem Roster zu machen, und ihn hinterher auf die Practice Squad holen könnte. Die Rochade hat also die Chance noch um eine Episode reicher zu werden, insbesondere wenn Bethel-Thompson von einem anderen Team verpflichtet werden sollte, und die 49ers dazu gezwungen wären, sich anderwärtig nach einem dritten Quarterback umzuschauen.

Note: 7




Running Backs (5): Frank Gore, Kendall Hunter, LaMichael James, Bruce Miller, Anthony Dixon


Frank Gore kämpft sich mit der heurigen Saison vielleicht in die Hall of Fame.

Diese Saison wird wohl den letzten fehlenden Baustein für Frank Gores Aufnahme in der Hall of Fame darstellen. Momentan ist er drauf und dran, die zweitmeisten Yards und meisten Touchdowns in einer Saison in seiner Karriere aufzustellen, und das mit 30. So ganz nebenbei ist er auch noch der möglicherweise beste Blocker unter allen Halfbacks der Liga. In keinem Play kam das besser heraus, als bei Colin Kaepernicks erstem Touchdown Run in London. Gore nahm bei diesem Play mit einem Block gleich zwei Defender aus dem Spiel, die Kaepernick wohl am Punkten gehindert hätten. (Hier die Szene als animiertes GIF.)

Er ist der unumstrittene MVP der 49ers seit seiner Breakout Saison 2006, und hätte es sich auch heuer wieder verdient bei den Diskussionen über den NFL Season MVP zumindest erwähnt zu werden.

Kendall Hunter hat sich von seiner gerissenen Achillessehne vollkommen erholt. Das macht auch Mut für Michael Crabtrees Rückkehr, denn der zog sich die gleiche Verletzung zu. Mit drei Touchdowns konnte er bereits jetzt eine Karrierebestleistung aufstellen. Und da wir gerade bei Superlativen sind, auch Anthony Dixon hat seine bisherige Bestleistung von zwei Touchdowns in einer Saison bereits einstellen können.

LaMichael James sieht zwar nicht schlecht aus, wenn er den Ball bekommt, kann sich aber nicht gegen Hunter durchsetzen und bietet anders als Dixon, der auch als Backup Fullback dient, keine Qualitäten in den Coverage Units der Special Teams. Es gab Tradegerüchte um seine Person, doch stellten sich diese nur als heiße Luft heraus und Trent Baalke und Jim Harbaugh deuteten an, dass James zu gut sei, um ihn weiterhin auf der Bank versauern zu lassen. Hier wird übrigens auch ersichtlich, dass Roman und Fangio meist entscheiden, wer am Spieltag aktiv ist und wer nicht. Kyle Williams Abberufung als Returner könnte James jedenfalls dabei sehr entgegenkommen, um auch an Spieltagen das Feld wieder zu sehen, denn James gilt als der beste Returner der 49ers im freien Feld mit dem Ball in der Hand.

À propos Fullback, Bruce Miller spielt ebenfalls eine ganz starke Saison. Im Moment hat er die drittmeisten Receptions (13) für die drittmeisten Yards (158) im Team -- fast doppelt soviel wie sein bisheriges Saisonhoch von 84 Yards letztes Jahr. Im Blocking ist er der Indikator dafür, wohin Gore mit dem Ball läuft, und setzt seine Blocks meist sehr sicher; nur zwei, drei hat er leider doch verpasst. Ein Holding Call bei einem Passplay in der Endzone gegen ihn brachte den Seahawks zwei Punkte und den Ball ein. Etwas Raum für Verbesserungen hat er in dieser Saison also noch.

Note: 10






6. Defense




Für DC Vic Fangio haben die 49ers im Falle einer Verletzung keinen Ersatz auf den Reserve Listen.

DC Vic Fangio hat diese Saison mit Verletzungen in seinem Mannschaftsteil zu kämpfen. Insbesondere die Defensive Line hat es schwer erwischt. Doch das tat der Leistung der 49ers Defense keinen allzu großen Abbruch.

Zu Beginn der Saison handelte sie sich noch einige unnötige driveverlängernde Penalties ein, die gegen die Seahawks und Colts ihre Auswirkungen hatten, und dennoch hielt sie das Team immer im Spiel. Die Penalties konnte Fangio dann auch noch abstellen. Seit der Niederlage gegen die Colts hat die Defense nur in einem Spiel mehr als 10 Punkte zugelassen, nämlich deren 17 in Nashville gegen die Titans.

Dennoch, die Defense der 49ers gehört unter Jim Harbaughs und Vic Fangios Führung heuer erstmals nicht mehr zur statistischen Elite. Das liegt in erster Linie an der schwächeren Run Defense. Diese befindet sich mit 104,6 zugelassenen Yards pro Spiel nur auf Platz 14 der NFL (die Seattle Seahawks lassen ein halbes Yard mehr zu). 2011 führten die 49ers die Liga in dieser Statistik an und 2012 lagen sie auf Platz vier.

Dieser Absturz liegt in erster Linie an der angeschlagenen Dline. Auf der gegen den Lauf essentiellen Position des Nose Tackles ließ man den letztjährigen Starter (Isaac Sopoaga) und dessen Backup (Ricky Jean-Francois) in der Free Agency ziehen und ersetzte sie durch den im Jahr davor verpflichteten Undrafted Free Agent Ian Williams und Free Agent Glenn Dorsey. Williams ist seit dem ersten Viertel des Spiels in Seattle (zweite Woche) verletzungsbedingt nicht mehr verfügbar, und Glenn Dorsey hatte sich gleich zu Beginn des Spiels gegen die Cardinals am Oberschenkel verletzt, weswegen er den Rest der Begegnung aussetzen musste, und spielte seitdem beeinträchtig. Nun wäre das ja schon Grund zur Sorge genug, aber zusätzlich riss sich Right Defensive End Ray McDonald seine Bizepssehne ein, und leider scheint Justin Smith schön langsam seine lange NFL-Karriere zu spüren.

Interessant ist in diesem Kontext, dass die Pass Defense weitaus weniger durch diese Entwicklung beeinträchtigt wurde. Sie ranchiert dieses Jahr bei 220,5 Yards pro Spiel auf Platz acht der Liga (2012: 200,2 Yards und Platz vier), und das obwohl der vielleicht beste Pass Rusher der Liga, Aldon Smith, seit dem dritten Spiel in Reha und nicht mehr beim Team war. Ein Indikator für die enorm verbesserte Leistung der Secondary.

Die 49ers bekommen nun für den Endspurt in der zweiten Saisonhälfte Smith zurück, und auch die Rookies Quinton Dial und Tank Carradine (mittlerweile beide auf dem Roster) werden sich einspielen. Die beiden könnten ihrem Team dabei helfen, gegen den Lauf wieder überdurchschnittlich zu agieren. Auf Cornerback kommt auch noch Eric Wright, der wegen persönlicher Probleme von den Buccaneers entlassen wurde, hinzu, was der Secondary zusätzlichen Auftrieb gegen passlastige Teams wie die Saints geben sollte.




Defense: Bewertung der Units
Skala: (schlechteste) 1-10 (beste); Starter in fett; Rookies in kursiv.



Defensive Linemen (7): LDE Ray McDonald, NT Glenn Dorsey, RDE Justin Smith, Demarcus Dobbs, Tony Jerod-Eddie, Cornellius "Tank" Carradine, Quinton Dial

So schnell kann aus einer Stärke ein Problemfall werden. NT Ian Williams brach sich den Knöchel, Ray McDonald spielt mit einem eingerissenen Bizeps und Glenn Dorsey kämpft mit einer bösen Oberschenkelzerrung.

Glücklicherweise haben die 49ers mit Quinton Dial und Tank Carradine genau auf diesen Positionen zwei Spieler gedraftet, die jetzt, nachdem sie auf Grund von Verletzungen erst seit knapp drei Wochen mittrainieren durften, als Backups zur Verfügung stehen.

Neben dem offensichtlichen Problem auf Nose Tackle muss man leider einen Leistungsabfall bei Justin Smith beobachten. So dominant wie letzte Saison bevor er sich den Trizeps einriss, ist er nicht mehr. Gegen den Lauf wird er von Blockern oft zurückgedrückt und kann sich von diesen auch oft nicht schnell genug lösen; gegen den Pass vermisst man seinen früher niemals leerlaufenden Motor.

Auf der anderen Seite muss sich Ray McDonald, der bis dahin wirklich ausgezeichnete Leistungen erbrachte, nun mit einer eingerissen Sehne am Bizeps durch die Saison quälen. Würde er die Verletzung gleich operieren lassen, fiele er nämlich für die gesamte restliche Saison aus.

Dass die Line trotzdem noch immer überdurchschnittliche Leistungen bringt, zeigt, welches Potenzial diese Unit vor den vielen Verletzungen hatte.

Note: 7




Linebackers (6): SAM Ahmad Brooks, MIKE Patrick Willis, TED NaVorro Bowman, WILL Aldon Smith, Dan Skuta, Corey Lemonier, Michael Wilhoite,  (Nick Moody)

Nachdem sich Aldon Smith in die Reha verabschiedet hatte, nahm der Pass Rush von dieser Position merklich ab. Alles andere wäre auch eine große Überraschung gewesen. Dennoch konnte man ihn mit dem Tandem aus Dan Skuta bei Base Downs und Corey Lemonier in der Nickel Defense insgesamt ordentlich ersetzen. Mit Fortlauf der Saison zeigte nämlich insbesondere Lemonier große Fortschritte.

Patrick Willis war zu Beginn der Saison durch eine gebrochene Hand eingeschränkt und zog sich dann gegen die Colts auch noch eine Leistenverletzung zu, weswegen er zwei Spiele aussetzen musste. Michael Wilhoite, der vor dieser Saison noch Schuhe verkauft hatte, sprang für ihn ein und fiel nicht negativ auf. Das ist schon eine zu würdigende Leistung, wenn man einen All-Pro Middle Linebacker ersetzen muss.

Während Willis Abwesenheit konnte man auch sehen, wie gut sein Partner NaVorro Bowman ist. Gegen die Rams waren Willis und Smith plötzlich beide ausgefallen, aber Bowman trug die Defense auf seinen Schultern und spielte noch ein Stückchen besser, als er es ohnehin schon getan hatte. Daran erkennt man wahre All-Pros: Sie bringen im Notfall ihre besten Leistungen.

Kaum war Willis wieder zurückgekehrt, konnte er auch schon einem knappen Spiel gegen die Cardinals seinen Stempel aufdrücken, indem er gerade rechtzeitig die Führung durch einen forced Fumble gegen Larry Fitzgerald in der eigenen Redzone verteidigte. Auch das zeichnet großartige Spieler aus: Selbst mit weniger als 100% machen sie Big Plays.

Aldon Smith ist am Donnerstag nach dem Spiel gegen die Jaguars wieder aktiviert worden, und man kann davon ausgehen, dass er gegen die Panthers wieder als Starter aufläuft.

Note: 10




Cornerbacks (6): LCB Carlos Rogers, RCB Tarell Brown, Nnamdi Asomugha, Tramaine Brock, Perrish Cox, Darryl Morris

Nachdem sich Chris Culliver im Training Camp das Kreuzband gerissen hatte, war diese Position ein Sorgenkind. Nnamdi Asomugha konnte sich gerade mal so irgendwie als dritter Cornerback durchsetzen und Carlos Rogers war noch einen Schritt langsamer geworden. Die Sorge blieb aber unbegründet.

Tramaine Brock lief gegen die Rams als Nickelback auf, weil sich ein brauchbar spielender Asomugha gegen die Colts am Knie verletzt hatte, und schien dieser Position sofort einen Big Play Faktor zu verleihen, indem er einen Pass so abwehrte, dass ihn Whitner in der Endzone zum Touchback abfangen konnte. Diesen Faktor bestätigte er mit zwei Interceptions gegen die Texans, eine davon trug er sogar zum Touchdown zurück, und einer gegen die Titans.

Zumeist auf der rechten Seite spielt Tarell Brown wie einer der besseren Corners der Liga und meldete (zusammen mit Brock) unter anderem den künftigen Hall of Famer Andre Johnson ab. Johnson fing gegen die 49ers nur drei Bälle für 39 Yards. Carlos Rogers hingegen wirkt, so wie erwartet, langsam, setzt aber sehr saubere Tackles und leistet ausgezeichneten Run Support.

Es wird hier auch noch eine Unbekannte hinzukommen, denn Eric Wright trainiert mittlerweile mit dem Team. Der Tiefe schadet sein Nachrücken sicher nicht, und es ist sogar zu erwarten, dass er in Folge der erste Mann gegen den Slot Receiver -- seine Stärke -- wird.

Note: 7




Safeties (4): SS Donte Whitner, FS Eric Reid, Craig Dahl, C.J. Spillman, (Bubba Ventrone)


Eine von Donte Whitners Stärken ist seine Spielintelligenz. Hier die gesamte Szene als animiertes GIF.

Die vielleicht größte positive Überraschung der Saison stellen die Safeties dar. Rookie Eric Reid spielt mindestens so gut wie All-Pro Dashon Goldson, der das Team in der Free Agency verließ, und Donte Whitner fügte seinem ausgezeichneten Tackling nun auch überdurchschnittliche Leistungen in der Pass Defense hinzu.

Die beiden sind überall; kaum ein Spielzug an dessen Ende die zwei nicht in unmittelbarer Nähe des Balles zu finden sind.

Laut Donte Whitner ist der Hauptgrund für seine verbesserte Arbeit in der Pass Coverage, dass Reid mit ihm harmoniert und kommuniziert; etwas, das Goldson anscheinend nur mäßig tat.

Der einzige Grund, der eine Höchstnote verbietet, ist die Backupsituation. Craig Dahl und C.J. Spillman sind ausgezeichnete Special Teamer aber keine Safeties für normale Downs.

Zu Donte Whitner gibt es übrigens noch eine nette Geschichte am Rande. Nachdem er sich in zwei Spielen hintereinander, gegen die Colts und in St. Louis, höchst dubiose gelbe Flaggen für Unnecessary Roughness eingehandelt hatte, entschied er sich dafür seinen Namen in "Hitner" abzuändern. Das erste Play war eindeutig kein Foul, sondern ein Tackle aus dem Lehrbuch, beim zweiten war zumindest die nachfolgende Geldstrafe völlig unverständlich. Der Namenswechsel ist nur wegen des strittigen Hausaltsbudgets der USA bis jetzt noch nicht vollzogen. (Hier die Szene gegen Richardson und hier die gegen Givens als animierte GIFs.)

Note: 9






7. Special Teams




Andy Lee: ...kaum sonst jemand drischt den Ball so konstant oft 50-60 Yards das Feld hinunter.

In diesem Bereich hatte man von 2011 auf 2012 einen enormen Absturz. Akers machte nach einer Rekordsaison (die meisten Punkte und die meisten verwandelten Field Goals in einer Saison) jeden Versuch aus egal welcher Distanz zur Zitterpartie und die Coverage Units ließen am laufenden Band Returns zu (so auch in der Super Bowl zum Touchdown), nachdem sie im Jahr davor in diesem Bereich regelrecht dominiert hatten.

Verständlicherweise gab es daher in den Special Teams einige personelle Veränderungen. Jedoch nicht nur in Bereichen, wo die Dinge schlecht liefen.




Special Teams: Bewertung der Units
Skala: (schlechteste) 1-10 (beste); Starter in fett; Rookies in kursiv.



Coverage (3): LB Nick Moody, WR Kassim Osgood, S Bubba Ventrone

Die Coverage Units sind heuer, so wie 2011, wieder exzellent. Der Gegner verliert eigentlich konstant den Kampf um die Feldposition. Man behielt auch mehrere reine Special Teamer auf dem Roster, nur um in diesem Bereich wieder besser als letzte Saison, wo man bei den zugelassenen Returns Platz 31 der Liga belegte, dazustehen.

Heuer generiert man mit dieser Truppe auch Big Plays. Gegen die Tennessee Titans konnte Kassim Osgood beispielsweise einen muffed Punt in der Endzone des Gegners zum Touchdown sichern.

Rookie Nick Moody wurde mit einer gebrochenen Hand nach der ersten Woche der Regular Season auf einen der wenigen Injured Reserve Plätze mit Rückkehrmöglichkeit gesetzt, und wird sehr sicher gegen die Panthers wieder spielen. Die Verbindlichkeit, die die 49ers zu ihm mit dieser Aktion signalisierten, deutet darauf hin, wie sehr sie ihn in den Special Teams schätzen.

Bubba Ventrone ist übrigens Punter Andy Lees persönlicher Bodyguard auf dem Feld und die letzte Instanz, um einen Punt Block zu verhindern. Bisher wurde noch kein Punt Lees geblockt.

Note: 10




Specialists (3): LS Kevin McDermott, K Phil Dawson, P Andy Lee, (K/PR Kyle Williams)

Kevin McDermott konnte im Training Camp den langjährigen Longsnapper der 49ers, Brian Jennings, verdrängen. Jennings tat alles, was im Bereich des möglichen war, um den Job zu halten, doch ist er mit seinen 37 Jahren alt und teuer, McDermott hingegen jung und billig. Verlässliche Longsnapper findet man nicht alle Tage und so riskierte man den Wechsel vom Pro Bowler zum Rookie, um das Salary Cap zu entlasten.

Noch ist der Rookie nicht aufgefallen, also macht er seine Sache bisher ausgezeichnet. Seine persönliche Stärke soll sein, dass er den Ball vor dem Snap sehr weit vor sich auf dem Boden hält. Das bewirkt, dass die sog. neutrale Zone, dementsprechend größer wird, was ihm und der gesamten Line ein kleines Bisschen mehr Zeit verschafft.

Die beiden kickenden Spieler der 49ers machen sich ebenfalls gut; Lee besser, Dawson, wie zuvor erwähnt, etwas schlechter. Bei Lee vermisst man immer noch die Fähigkeit den Gegner öfter innerhalb der eigenen zehn oder sogar fünf Yardline festzunageln. Aber ansonsten ist er weiterhin einer der besten Punter der Liga; kaum sonst jemand drischt den Ball so konstant oft 50-60 Yards das Feld hinunter. In Kombination mit der herausragenden Coverage Unit, stellt er weiterhin eine echte Waffe dar.

Die wahre Sorge bei den Spezialisten ist der Job des Returners. Kyle Williams hatte den Job inne, weil er seit seinen beiden muffed Punts im NFC Championship Game 2011 gegen die Giants sehr sicher mit dem Ball umging, auch wenn er die Liga in Fair Catches anführt. Das änderte sich gegen die Jaguars in London, als er bei einem Kickoff Return fumblete, einen Punt glücklicherweise ins Aus "muffte" und kurz vor der Halbzeit nach einem Kickoff mit dem Ball an der eigenen drei Yardline aus dem Feld lief.

Wie es auf der Position weitergeht ist bisher noch unklar. Der beste Kickoff Returner des Teams, LaMichael James, ist an Spieltagen meist inaktiv und außer Williams vertraute man bisher niemandem genug, um ihm eine Chance als Punt Returner zu geben. Die letzten Aussagen von Harbaugh und Baalke lassen aber, wie bereits erwähnt, anklingen, dass er mehr Chancen bekommen werde. Jetzt wo die Position des Returners soeben frei wurde, drängt sie sich ihm folglich regelrecht auf.

Note: 7






8. Prognose




Michael Crabtree könnte der Schlüssel gegen Seattle und somit für einen weiteren Super Bowl Run sein. Hier die gesamte Szene als animiertes Gif.

Bisher liegen die 49ers an und für sich im Soll. Dennoch wird es knapp sich gegen die Seahawks in der Division durchzusetzen. Um es per Wildcard in die Playoffs zu schaffen reicht heuer vermutlich ein Record von 10-6, vielleicht sogar 9-7, also wäre man mit 4-4 in der ausstehenden Saison auf der sicheren Seite.

Will man allerdings eine First Round Bye muss man erstens die Seahawks schlagen und dann auf Schützenhilfe hoffen, oder es kommen die Tie-Breaker zur Anwendung, die diesmal bis zu der Auswertung der sog. Strength of Victory oder sogar Strength of Schedule gehen könnten.

Kurz gesagt, will man die Division gewinnen, so gewinnt man auch besser jedes der kommenden Spiele.




8.1 Upcoming Schedule



8.1.1 Vs. Carolina Panthers

Besser könnte man es kaum erwischen, denn gleich nach der Bye-Week hat man einen Gegner zur Orientierung. Die Panthers sind sicherlich kein Top Team, spielen aber momentan sehr guten Football.

Gewinnt man dieses Spiel, dann weiß man, dass man voll auf Playoffkurs ist, verliert man es, so ist es eine rechtzeitige Warnung. Auch wenn dann zwar aller Vorraussicht nach die Chance auf den Divisiontitel vertan ist, wäre eine Wild Card bei einer Niederlage immer noch ein absolut realistisches Saisonziel.

Tip: Win




8.1.2 At New Orleans Saints

Im Superdome zu spielen, wird die erste große Probe darstellen. Drew Brees und sein Team sehen nach der Rückkehr ihres Head Coachs Sean Payton wieder wie das Super Bowl Team der Saison 09/10 aus.

Dieses Spiel ist ein Gradmesser und keine Orientierungshilfe mehr. Gewinnt man in New Orleans, werden die 49ers wieder als Super Bowl Favorit in der NFC gehandelt werden. Verliert man es, ist man immer noch im Playoffrennen, wird sich aber gewaltig steigern müssen, wenn man es über das Wildcard Game, geschweige denn das Divisional Playoff Game, hinausschaffen will.

Gegen die Saints wird Aldon Smiths Rückkehr ein großer Faktor sein. Drew Brees kann man wie Peyton Manning nur durch konstanten Druck stoppen, und keiner war über die letzten beiden Saisonen statistisch besser darin den gegnerischen Quarterback zu jagen als Smith.

Die Offense ist hier weit weniger kritisch. Unter Rob Ryan ist die Defense der Saints zwar ansehnlich, aber auf Grund der personellen Mängel auch wahrlich keine Top Unit.

Da Sprachaufnahmen aus dem letzten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams maßgeblich zu der Suspendierung Paytons und dessen damaligen Defensive Coordinators Gregg Williams führten, wird es hier eventuell auch einige hitzige Gemüter geben. Williams bezahlte seinen Spielern nämlich eine Prämie aus, wenn diese gegnerische Schlüsselspieler mit welchen Mitteln auch immer aus dem Spiel nahmen.

Tip: Win




8.1.3 At Washington Redskins

Dieses Spiel verspricht völlig unkalkulierbar zu sein. Die Native Americans -- der San Francisco Chronicle weigert sich mittlerweile den Namen der Franchise aus antirassistischen Gründen zu drucken -- sind so wie ihr Quarterback Robert Griffin III einfach unkonstant und unberechenbar.

Diese Offense ist jederzeit für Big Plays gut und das in beide Richtungen. Die Defense ist meistens anwesend, aber mehr nicht. Wenn die 49ers aber tatsächlich in den Playoffs konkurrieren bzw. diese überhaupt erreichen wollen, dann sollten sie dieses Spiel besser gewinnen.

Tip: Win




8.1.4 Vs. St. Louis Rams

Gegen die St. Louis Rams konnten die 49ers letzte Saison in zwei Spielen nicht gewinnen. Zu Hause fiel der damalige Starter Alex Smith mit einer Gehirnerschütterung zur Pause aus, und Colin Kaepernick konnte das Team nur zu einem Unentschieden führen. In St. Louis reichte es überhaupt nur für eine knappe Niederlage.

Heuer hat Kaepernick in St. Louis seinen ersten Auswärtssieg in der Division feiern können, und der fiel nichtmal knapp aus. Mittlerweile ist Quarterback Sam Bradford auf der Injured Reserve Liste, und die Rams sollten im Stick für einen Super Bowl Contender ein Spaziergang sein.

Tip: Win




8.1.5 Vs. Seattle Seahawks

Wollen die 49ers die Division gewinnen und nicht nochmal in Seattle antreten, so ist dieses Spiel ein Pflichtsieg. Momentan haben die 49ers und Seahawks beide gegen die Colts verloren und die 49ers in Seattle. Gewinnt man also zu Hause im Candlestick Park gegen die Seahawks wäre man -- die anderen ausstehenden Spiele außer Acht gelassen -- gleichauf.

Die Seahawks sind auswärts nicht das selbe Team wie vor heimischen Publikum, und in St. Louis wären sie beinahe den hornlosen Rams (Quarterback Sam Bradford ist auf Injured Reserve) zum Opfer gefallen; nur ein eher glückliches Big Play auf Golden Tate rettete sie vor der Blamage.

Die Defense der Seahawks verlässt sich darauf, dass es den Schiedsrichtern zu dumm ist, bei jedem zweiten Play eine Penalty Flag wegen Defensive Holdings, Pass Interference udgl. zu werfen. Ist das nicht der Fall, dann geht das Spiel so aus wie in Indianapolis, wo T.Y. Hilton fünf Pässe für 140 Yards und zwei Touchdowns fing.

Die Offense basiert auf Russell Wilsons Improvisationstalent. Schafft man es, ihn in der Pocket zu halten, ist er relativ ungefährlich. Das ist es nämlich auch, was die Rams in der Vorwoche und die 49ers im zweiten Saisonspiel taten. Die  Receiver der Seahawks haben ein ähnliches Problem wie die der 49ers und sind nicht gut genug, um sich gegen Man-Coverage konstant durchzusetzen. Outside Containment, Man-Coverage und Druck durch die Mitte sind die Mittel gegen diese Mannschaft.

Der Schlüssel in der Offense der 49ers wird es wohl sein, die Seahawks dazu zu zwingen, vermehrt Zone Defense zu spielen, denn da passiert deren Cornerbacks Richard Sherman und Brandon Browner öfter ein fataler Lapsus. Crabtree, Boldin, Davis und Manningham kann man kaum alle mit Manndeckung in Schach halten, und schon gar nicht alle doppeln. Hier wird es offensichtlich warum die 49ers für dieses Spiel hoffen, dass sie Michael Crabtree wieder zurück im Lineup haben.

Unterm Strich sehe ich im Moment die 49ers auf Grund des Heimvorteils als leichten Favoriten.

Tip: Win




8.1.6 At Tampa Bay Buccaneers

Dieses Team muss man schlagen oder hat in den Playoffs nichts verloren. Daran ändern auch All-Pros wie Cornerback Darrelle Revis und Ex-49er Dashon Goldson nichts.

Es ist anzunehmen, dass ein Gameplan wie gegen die Jaguars völlig ausreichend ist, um dieses Team zu bezwingen.

Tip: Win




8.1.7 Vs. Atlanta Falcons

Seit Julio Jones' Ausfall ist dieses Team kein Playoff Anwärter mehr. Er war die halbe Offense dieser Mannschaft. Daher hat ein Top Team diese auch zu schlagen.

Tip: Win




8.1.8 At Arizona Cardinals

Die Cardinals sind gefährlich. Ihre Defense ist richtig gut, und die Offense hat Big Play Qualitäten. Das bekamen die 49ers schon im Candlestick Park vor drei Wochen am eigenen Leib zu spüren.

In Phoenix müssen die 49ers aufpassen, dass sie nicht stolpern, sollte dieses Spiel auf Grund des Playoff Seedings noch von Bedeutung sein, was bei dem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Seattle sehr wahrscheinlich ist.

Tip: Loss




8.2 Playoffs




Ein Spiel in Seattle wäre wohl ein Strich durch die Rechnung.

Zwei Divisions zerfleischen sich heuer gegenseitig. Die NFC North wartet mit Packers, Lions und Bears gleich mit drei Playoff Contendern auf, während in der NFC East die 2-6 Giants gerade mal zwei Spiele hinter den Cowboys zurückliegen.

Da die Bears mittlerweile ihren Quarterback (Jay Cutler) und Leader der Defense (Lance Briggs) für mehrere Wochen verloren haben, kann man davon ausgehen, dass sich die Lions und Packers die Division ausmachen. In der NFC East werden es allen Anschein nach die Cowboys schaffen, allerdings wird die vermutlich schwächste Division der NFL -- ein Prädikat, das die NFC West bis 2011 schmückte -- keine Wildcard ergattern.

Die NFC South wird von den Saints dominiert. Die Buccaneers kämpfen mit den Jaguars darum, wer das schwächste Team der NFL ist, und die Playoffchancen der Falcons haben sich seit Julio Jones Ausfall scheinbar in Luft aufgelöst. Es bleiben also die Panthers, die im Moment gut spielen, aber kein sonderlich talentiertes Roster aufbieten können. Gewinnen die 49ers gegen Carolina könnte es daher gut sein, dass ein 9-7 Record für eine Wildcard ausreicht. Die zweite wird sich wohl gleichzeitig mit der Krönung des Divisionsiegers in der NFC North herauskristallisieren.

Im Falle einer Wildcard wird man entweder nach Texas zu den Cowboys oder zu den Packers ins Lambeau Field müssen. So wie sich die letzten Spiele gegen Green Bay entwickelt haben, ist das absolut machbar, und die Cowboys sind ein Team, das jedes Spiel verlieren kann. Dann geht es höchstwahrscheinlich entweder ab nach New Orleans oder Seattle. Zweiteres wäre, in Anbetracht der letzten beiden Spiele dort, vermutlich das Ende der Saison. In New Orleans würde es zwar schwer, aber auf Grund des Aufeinandertreffens in der Regular Season hätte man eine gute Perspektive. Auch konnte man in den bisherigen zwei Spielen gegen die Saints unter Harbaughs Leitung immer als Sieger vom Platz gehen.

Schafft man es in das NFC Championship Game, so kann man abermals nur eines hoffen: Alles bloß nicht nach Seattle. Aber es erscheint klar, dass man als Divisionzweiter wohl oder übel nochmal im CenturyLink Field, dem zweitlautesten Stadion der NFL nach dem Arrowhead in Kansas City*, antreten muss.

Gewinnt man dort, so ist die Super Bowl für die 49ers wohl nur noch Formsache.

*Die Fans im Arrowhead brachen den von Seattle gegen die 49ers in dieser Saison aufgestellten Lautstärkeweltrekord eine Woche später -- davor waren die Fans von Galatasaray Istanbul Rekordhalter. Seattle muss nun mindestens ein Jahr warten, bevor ein erneuter Weltrekordversuch unternommen werden kann.

snoopy

super !

Ich glaube, ich drucke mir das morgen mal aus.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

MoRe99


bastino

Tolles Review! Sofort verschlungen und begeistert wieviel Arbeit hier einige verrichten um zB. so einen Beitrag lesen zu können....ganz toll:)) danke dafür:)

:thanx:

wizard49er

1 x Dynasty League Champion - 3 x Vize Champion
2 x Keeper League Champion - 2 x Vize Champion - 1 x Bronze
4 x Casual Keeper League Champion - 1 x Bronze
1 x Fantasy League 1 Champion - 1 x Vize Champion
2 x Fantasy League 2 Champion
1 x Fantasy League 3 Champion

LeonJoe

Klasse Leo!! Immer wieder ein Highlight!!

greetz Frank

Plummer50

Sehr schön. Die Prognose ist allerdings sehr optimistisch.
Ich sehe die 49ers am Ende "nur" bei einem 11-5 oder 12-4, habe aber überhaupt nichts dagegen, wenn Du recht behalten würdest.

Flames1848

Zitat von: LeonJoe am So,  3. Nov. ’13, 20:43
Klasse Leo!! Immer wieder ein Highlight!!

greetz Frank
1848% agree. Wirklich super.
Some guys practice like all-Americans but they can't play! - Joe Montana

the_hawk

Ich hab es gestern aufgrund des Gamedays nicht mehr geschafft, jetzt bin ich durch und kann auch nur danke sagen für den Klasse Beitrag. Bei den Noten habe ich keine einzige gefunden, die ich klar anders sehe. Bei Dawson hoffe ich im weiteren Saisonverlauf und damit höherer Samplesize auf eine 7-8, aktuell ist die 6 aber leider ok.

Die Prognose müsste mir eigentlich auch gefallen, da sie hohe Chancen auf den Divisionssieg bietet, aber ich befürchte hier noch ein L in einem der nächsten beiden Spiele vs CAR oder @NO und somit 12-4 am Ende.
Who could possibly have it better than us?

zugschef

Danke für das viele Lob. Es freut mich, dass sich die Arbeit allen Anschein nach wieder ausgezahlt hat. :)

Zitat von: Plummer50 am So,  3. Nov. ’13, 20:46
Sehr schön. Die Prognose ist allerdings sehr optimistisch.
Ich sehe die 49ers am Ende "nur" bei einem 11-5 oder 12-4, habe aber überhaupt nichts dagegen, wenn Du recht behalten würdest.
Zitat von: the_hawk am Mo,  4. Nov. ’13, 10:53
Die Prognose müsste mir eigentlich auch gefallen, da sie hohe Chancen auf den Divisionssieg bietet, aber ich befürchte hier noch ein L in einem der nächsten beiden Spiele vs CAR oder @NO und somit 12-4 am Ende.
Die Überlegung war folgende dazu: Im Preview dachte ich mir, dass 6-2 ein optimistischer Saisontipp für die ersten acht Spiele sei. Der hat sich bewahrheitet und das Team hat Woche für Woche besser gespielt. Nun da viele Spieler noch zu dem Team hinzustoßen -- allen voran Aldon Smith --, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Leistung nicht weiterhin besser werden sollte. Daher der 7-1 Record für die zweite Hälfte.

Die Saints liegen den 49ers unter Harbaugh. Die Spielweise von Payton und Brees kommt Fangio enorm entgegen. Es ist ein ganz ähnliches Phänomen wie gegen die Packers: Da sie kaum zusätzliche Blocker hinten behalten, reicht es vier Leute den QB rushen zu lassen. Das liebt Fangio -- zumindest mit dieser 49ers Defense.

Die Seahawks wiederum spielen im Moment so hässlichen Football, dass es eine Schande ist, dass sie dennoch weiterhin gewinnen. Das bleibt nicht unbestraft, und schon gar nicht im Stick, wo die Seahawks seit 2008 (das Spiel in dem Singletary Davis zum Duschen schickte) nicht mehr gewinnen konnten. Es ist ähnlich wie letzte Saison, als die 49ers Formkurve etwas sprunghaft war und die Formkurve der Seahawks stetig bergauf ging, was dann in dem Debakel in Seattle endete. Nur eben umgekehrt. Die 49ers haben eine bessere Defense als die Rams und Buccs, und wie schwach Wilson aussieht, wenn er dazu gezwungen wird, in der Pocket zu bleiben, haben wir alle gesehen (zwei Interceptions gegen die Buccs).

Die Cardinals waren das einzige Team, das den 49ers gefährlich werden konnte, in den letzten fünf Spielen und sie haben in Woche 17 Heimvorteil. Gegen Divisiongegner sind die Karten außerdem immer etwas anders gemischt -- siehe Seattle @ St. Louis. Wenn nach einem Lauf von zwölf Siegen in Folge den 9ers für ein Spiel die Luft ausginge, würde mich das nicht wundern.

Jens

Puh, da hast du dir aber jede Menge Arbeit gemacht. Habe es auch erst heute durchgelesen. Respekt, ist sehr interessant!

tuneman

Danke für die tolle Analyse und die optimistische Vorausschau.

Ich kann (fast) allem 100% zustimmen - nur, dass wir gegen die Cards verlieren glaube ich nicht (sehr wohl jedoch an das 7-1 ;) )

Was in meinem Post aber im Vordergrund stehen soll, ist der Respekt vor der Arbeit, die Du in dem Beitrag geleitst hast !
:respekt:

JimH

#12
Rundum gelungene zusammenfassung/bewertung/übersicht/prognose! Und diese GIFs dazu...
RESPEKT!
"Money talks. Treating people right talks louder."

BILL WALSH

reagan - The Left Hand

So, bin jetzt auch durch. Ein Superbericht, der einen noch einmal vieles durchleben lässt.
:thanx:

Fassen konnte ich nur nicht, dass Zeitungen den Namen Redskins nicht mehr drucken. Was kommt denn als nächstes? Dürfen die Eagles aus Gründen des Tierschutzes dann auch nicht mehr so heißen? Und die Cowboys nicht mehr Cowboys, weil die damals so viele Indianer erschossen haben? Diese political correctness kann einem ganz schön auf den Zeiger gehen!  >:(

Sollen bloß die Finger vom Sport lassen!!
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

Sanfranolli

Klasse Ding!
Macht Spaß zu lesen und trifft im großen und ganzen auch sehr gut auf den Punkt!
Hoffen wir mal auf eine komplettere zweite Hälfte der Saison.
In meinen Augen ist von 4-4 bis 8-0 alles möglich, das ist ja das schöne am Football und der NFL. Wenn es zu einem, durchaus realistischem 6-2 reicht wäre ich sehr zufrieden.

Und ich hab nix gegen ne Wild Card und Siegen in Dallas, New Orleans und Seattle....
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

TheBeast

Zitat von: reagan am Mo,  4. Nov. ’13, 15:03
Fassen konnte ich nur nicht, dass Zeitungen den Namen Redskins nicht mehr drucken. Was kommt denn als nächstes? Dürfen die Eagles aus Gründen des Tierschutzes dann auch nicht mehr so heißen? Und die Cowboys nicht mehr Cowboys, weil die damals so viele Indianer erschossen haben? Diese political correctness kann einem ganz schön auf den Zeiger gehen!  >:(

Sollen bloß die Finger vom Sport lassen!!

Also wenn man Merriam-Webster glauben darf (und das darf man meiner Ansicht nach durchaus), dann ist Redskin "usually offensive", andere Wörterbücher sehen das ähnlich. Die Bedeutung und vor allem die Konnotation von Wörtern ändert sich mit der Sprache, dem darf man ruhig Rechnung tragen. Hübscher Strohmann übrigens, denn Du da aus Adlern und Kuhhirten zu basteln versuchst...

Aber zurück zum Thema: Ich halte die Prognose auch für zu optimistisch, auch wenn mir jetzt klar ist, wie sie sich ergibt. Irgendwo am Weg wird man wohl noch ein oder zwei Spiele mehr verlieren. Zu den bereits angeführten Saints halte ich auch - und jetzt sind wir doch wieder beim ersten Absatz - das Team aus Washington, D.C. für nicht ungefährlich.

reagan - The Left Hand

Zitat von: TheBeast am Mo,  4. Nov. ’13, 15:27
Zitat von: reagan am Mo,  4. Nov. ’13, 15:03
Fassen konnte ich nur nicht, dass Zeitungen den Namen Redskins nicht mehr drucken. Was kommt denn als nächstes? Dürfen die Eagles aus Gründen des Tierschutzes dann auch nicht mehr so heißen? Und die Cowboys nicht mehr Cowboys, weil die damals so viele Indianer erschossen haben? Diese political correctness kann einem ganz schön auf den Zeiger gehen!  >:(

Sollen bloß die Finger vom Sport lassen!!



Also wenn man Merriam-Webster glauben darf (und das darf man meiner Ansicht nach durchaus), dann ist Redskin "usually offensive", andere Wörterbücher sehen das ähnlich. Die Bedeutung und vor allem die Konnotation von Wörtern ändert sich mit der Sprache, dem darf man ruhig Rechnung tragen. Hübscher Strohmann übrigens, denn Du da aus Adlern und Kuhhirten zu basteln versuchst...

Aber zurück zum Thema: Ich halte die Prognose auch für zu optimistisch, auch wenn mir jetzt klar ist, wie sie sich ergibt. Irgendwo am Weg wird man wohl noch ein oder zwei Spiele mehr verlieren. Zu den bereits angeführten Saints halte ich auch - und jetzt sind wir doch wieder beim ersten Absatz - das Team aus Washington, D.C. für nicht ungefährlich.

Du lieber Himmel. Den Namen haben die Jungs seit den 30iger Jahren. Ich will nicht, das wir am 26.11. dann gegen die Washington Sissies spielen müssen, weil all die Gutmenschen eine jahrzehntelange Tradition zerstört haben.
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

zugschef

Zitat von: reagan am Mo,  4. Nov. ’13, 16:05
Zitat von: TheBeast am Mo,  4. Nov. ’13, 15:27
Zitat von: reagan am Mo,  4. Nov. ’13, 15:03
Fassen konnte ich nur nicht, dass Zeitungen den Namen Redskins nicht mehr drucken. Was kommt denn als nächstes? Dürfen die Eagles aus Gründen des Tierschutzes dann auch nicht mehr so heißen? Und die Cowboys nicht mehr Cowboys, weil die damals so viele Indianer erschossen haben? Diese political correctness kann einem ganz schön auf den Zeiger gehen!  >:(

Sollen bloß die Finger vom Sport lassen!!



Also wenn man Merriam-Webster glauben darf (und das darf man meiner Ansicht nach durchaus), dann ist Redskin "usually offensive", andere Wörterbücher sehen das ähnlich. Die Bedeutung und vor allem die Konnotation von Wörtern ändert sich mit der Sprache, dem darf man ruhig Rechnung tragen. Hübscher Strohmann übrigens, denn Du da aus Adlern und Kuhhirten zu basteln versuchst...

Aber zurück zum Thema: Ich halte die Prognose auch für zu optimistisch, auch wenn mir jetzt klar ist, wie sie sich ergibt. Irgendwo am Weg wird man wohl noch ein oder zwei Spiele mehr verlieren. Zu den bereits angeführten Saints halte ich auch - und jetzt sind wir doch wieder beim ersten Absatz - das Team aus Washington, D.C. für nicht ungefährlich.
Du lieber Himmel. Den Namen haben die Jungs seit den 30iger Jahren. Ich will nicht, das wir am 26.11. dann gegen die Washington Sissies spielen müssen, weil all die Gutmenschen eine jahrzehntelange Tradition zerstört haben.
Naja, ein Team das "Johannesburg Niggers" heißt, würde man wohl auch als rassistisch empfinden. Und den Vergleich halte ich für ziemlich passend.

TheBeast

Zitat von: zugschef am Mo,  4. Nov. ’13, 16:20
Naja, ein Team das "Johannesburg Niggers" heißt, würde man wohl auch als rassistisch empfinden. Und den Vergleich halte ich für ziemlich passend.

Ich nicht ganz, weil Redskin ursprünglich nicht zwingend beleidigend gemeint war, Nigger aber schon. Ein gutes Beispiel für eine geänderte Konnotation ist das Wort "Weiber". Vor ein paar Jahren (besser gesagt Jahrzehnten) war die Mama vom JC im Ave Maria noch "gebenedeit unter den Weibern", wennst das heute sagst, dann steinigen sie Dich, die Weiber. Eben weil das Wort auch einen deutlichen Wertungswandel mitgemacht hat.

Und nur so kurz zu den 30ern: Da war die Rassentrennung in den USA noch völlig normal, deswegen muss man ja trotzdem nicht hintanstehen, die dann irgendwann trotz der tollen Tradition abzuschaffen.

So, das war's dann auch für mich zu dem Thema, wer mag kann das gerne per PN mit mir weiter diskutieren. Ich möchte aber nur ungern Leos tollen Beitrag mit einer völlig themenfremden Diskussion entwerten.

cheater3

Sehr sehr gute Einschätzung.  :D

Ich würde Vance McDonald aber mit einer 8 bewerten. Delanie vermisse ich schon gar nicht mehr.

Für mich ist der Heimliche MVP aber Bruce Miller... Immer voll da und schafft große Räume für Gore. 8)
Yesterday is history, today is a gift, tomorrow is mystery.

Let's Go 49ers.

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