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Commentary: igors Take: 49ers @ Rams

Begonnen von igor, Sa, 28. Sep. ’13, 21:54

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igor

Noch vor vier Tagen schrieb ich, daß die Zeit gekommen sei, Charakter zu zeigen, sich zu beweisen und sich der eigenen Stärken wieder bewußt zu werden.  Es ist schön, daß unser Team gegen die Rams genau das getan hat.  Ich hatte eigentlich mit einem harten, knappen Spiel gerechnet.  Lange Zeit sah es auch danach aus.

Die ersten 20 Minuten des Spiels waren, zumindest in der Offense, eine Katastrophe.  Die ersten beiden Plays from Scrimmage brachten immerhin noch 29 Yards ein, aber das war's dann auch schon.  Bis zum ersten Seitenwechsel gab es dann noch zehn weitere Snaps der Offense, für insgesamt vier Yards Raumverlust.  Ein versemmelter Field-Goal-Attempt aus 53 Yards sowie zwei Punts waren die ganze Ausbeute.  Das ist absolut inakzeptabel.

Trotzdem war es zu diesem Zeitpunkt schon offensichtlich, daß die Coaches aus ihren Fehlern der vergangenen Spiele gelernt hatten.  Gleich beim ersten Spielzug wurde aus einer Big-I-Formation eine Playaction gespielt, und es kam der Checkdown-Pass auf Miller für 11 Yards.  Es gab von Beginn weg ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Run- und Pass-Plays; genau das, was uns vor zwei Jahren einst stark gemacht hat.  Bloß der Erfolg blieb vorerst noch aus.

Der erste Third Down Conversion im Spiel mit dem tollen Touch-Pass von Kaepernick auf Boldin bei 3rd & 10 schien dann plötzlich der Weckruf zu sein, auch wenn dieses Play in erster Linie unglaublich schlecht von Finnegan verteidigt war.  Der tolle Effort von Boldin beim ersten Touchdown brachte dann das nötige Selbstbewußtsein – hallo, es geht wieder was!

Auch Kaepernick fing sich zusehends, nachdem er bei den ersten drei Drives Glück hatte, daß Laurinaitis ihn nicht gleich zweimal gepickt hatte.  In den 15 Spielminuten bis zum 21–3 warf er dann nur noch zwei Incompletions, wobei eine davon jener Catch von Boldin war, der von den Refs wieder zurückgepfiffen wurde.  Auf einmal schaffte Kaepernick es auch wieder, mit seinen Beinen Plays zu verlängern bevor er gesackt wird.

Leider hörte die Offense nach dem 21–3 zu Beginn des dritten Viertels plötzlich wieder zu spielen auf.  In den verbleibenden 25 Minuten gab es zwar noch zwei Touchdowns, aber sonst nur ein einziges weiteres First Down dank einer starken Einzelleistung von Kendall Hunter bei 3rd & 12 in der eigenen Red Zone.  Der Lohn für diese Arbeit war der verlorene Fumble von Kaepernick unmittelbar beim nächsten Spielzug.  Davor gab es satte vier Three-and-Outs in Folge.

Positiv auf Seiten der Offense sind mir neben Gore und Boldin, über die man gar nicht lange diskutieren muß, auch Baldwin und McDonald aufgefallen.  Für Baldwin war es Zeit, daß er seine ersten beiden Catches in Rot-Gold geliefert hat.  Nach dem Ausfall von Patton werden wir das in nächster Zeit hoffentlich öfter sehen.  McDonald machte wie in bislang noch jedem Spiel seinen einen Catch und einen Drop, und auch im Blocking gefällt er mir inzwischen richtig gut.  Außerdem hat es mich gefreut, daß LaMichael James erstmals in dieser Saison wieder dabei war; mit Gore, Hunter und ihm haben wir ein wirklich tolles Trio.

Auf der anderen Seite des Balles hielt vor allem die Run-Defense über das ganze Spiel hinweg phänomenal, während die Pass-Defense am Anfang nur Stückwerk war.  Bei den vielen verwerteten 3rd-and-long-Situationen von Bradford zu Beginn des Spiels begann ich schon stark zu zweifeln.  Insbesondere Brown hatte eine erste Halbzeit zum Vergessen.  Wer auch immer da im Jersey mit der Nummer 25 steckte: ich hoffe, daß sie diesen Typen gefeuert haben.

Mit Fortdauer des Spiels wurde dann aber auch der Pass Rush immer besser, und auch die DBs wurden stärker – viel aggressiver, aber immer noch (eindeutig) legal.  Vor allem bei Brown war es erstaunlich, was er nach der Pause dann plötzlich alles verteidigt hat.  Corey Lemonier war auch ein Lichtblick.  Er hatte zwar einen Rookie-Fehler bei seiner Penalty vor der Pause, machte ansonsten aber einen richtig guten ersten Eindruck.  Wilhoite als Willis-Ersatz lieferte ebenfalls ein sehr solides Spiel ab.

Besonders hervorheben möchte ich auch Donte Whitner.  Die Aktion im zweiten Viertel, als er die klare Interception verpaßte und stattdessen Cook noch den Catch machen konnte, war natürlich zum Wegschauen.  Abgesehen davon hat er aber einige Male wirklich schöne Plays gemacht, und seine INT hat er letztlich dann doch noch bekommen.  Ich möchte gar nicht wissen, wo die Secondary ohne ihn stehen würde.

Der Oberhammer in diesem Spiel war aber NaVorro Bowman.  Da muß er ohne seinen Running Mate auskommen, und dann ist er überall auf dem Feld zu finden.  Pass Coverage?  Schon lange kein Thema mehr.  Pass deflected?  Aber sicher doch.  Druck auf den Quarterback?  Kein Problem.  Ein Sack dazu?  Ehrensache.  Forced Fumble?  Na klar.  Daß ein geschenkter und dann völlig versemmelter Pick-Six als »Schönheitsfehler« in der Statistik abgetan werden kann, das muß man sich erst einmal gönnen.  Am Game Ball für ihn führt daher für mich kein Weg vorbei.

Zu den Special Teams: ich weiß noch immer nicht, was ich von Dawson halten soll.  Ich hatte mich über seine Verpflichtung in der Offseason an sich gefreut, aber es läuft noch nicht so wirklich rund.  Klar, ein 53-Yard-Attempt ist auch in einer Halle kein Automatismus, aber nach dem nicht getroffenen 48-Yarder in Woche 1 hält er nun bei 0-von-2 bei langen Versuchen.  Daß der Fair-Catch-Kick wirklich weit danebenging, stimmt auch nicht unbedingt zuversichtlich.  Dazu kommt dann noch der erste P.A.T., der alles andere als schön war.  Ich hoffe, Dawson findet bald seine Form, denn die werden wir noch benötigen.  So viel besser als Akers scheint mir Dawson momentan nicht zu sein.

Hinsichtlich der Penalties hat man bei dieser Partie übrigens sehr schön gesehen, wieviel auch vom »richtigen« Zeitpunkt dafür abhängt.  Gegen die Colts gab es 6 Penalties für 48 Yards im ganzen Spiel.  Diesmal waren es 6 Penalties für 56 Yards allein vor der Pause, aber die waren ungleich weniger schmerzhaft.  Wirklich dumm war die 15-Yards-Strafe von Boone vor dem ersten Touchdown.  Selbst wenn er der zweite bei dieser Rangelei war: er müßte wissen, daß er sich da einfach nicht zu so einer Aktion hinreißen darf.  Boldin darf er mindestens ein Bier dafür ausgeben, daß er bei diesem Drive dann doch noch den TD herausgeholt hat und die Penalty somit ohne Folgen blieb.

Ebenfalls saudämlich war die Illegal-Block-Penalty gegen C.J. Spillman, der damit den langen Punt Return von Williams im dritten Viertel zunichte gemacht hat.  Nachdem Spillman schon in den letzten beiden Jahren immer wieder gerne mit dummen Special-Teams-Penalties geglänzt hat, hoffe ich sehr, daß dies nur eine einmaliger Ausrutscher in dieser Saison war.  Sehr schön war hingegen, daß Ahmad Brooks, der wieder stark war, erneut ohne Strafe ausgekommen ist – das hatte ich in Woche 1 noch moniert.  Dafür wird es bei Whitner offenbar zur Gewohnheit, daß er sich witzlose Strafen wegen angeblicher Unnecessary Roughness einfängt.  Das sollten die Refs schleunigst abstellen.

Ein Wort noch zu Jeff Fisher, da in dieser Kolumne auch gerne das Zeitmanagement unserer Coaches kritisiert wird: er hat eindrucksvoll gezeigt, wie man Timeouts auch intelligent einsetzen kann.  Als Frank Gore innerhalb der letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit bei 3rd & 1 für ein knappes Yard lief und die Refs das First Down gaben, callte Fisher das Timeout.  Fisher selbst konnte ja keine Challenge einlegen, aber durch das Timeout war plötzlich Zeit genug, um noch eine Review »von oben« zu initiieren.  Der Call wurde reversed, und statt First Down gab es 4th & Inches.  Ohne dieses Timeout wäre es meines Erachtens nicht dazu gekommen; die 49ers hätten schon gesnappt gehabt.  Sehr classy war es von Fisher übrigens auch, am Ende des Spiels abknien zu lassen, nachdem es schon auf beiden Seiten (zu) viele Verletzte gab.  Das ist bei einem verlorenen Spiel von einem Heimteam alles andere als selbstverständlich.

Am Ende freuen wir uns über den ersten Auswärtssieg in der NFC West mit Colin Kaepernick als Quarterback.  Zeit war's!  Ob wir damit auch wirklich back on track sind?  Ich bin mir da noch nicht so sicher.  Der hohe Score sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß es eigentlich nur 15 von 60 Spielminuten waren, in denen unsere Offense wirklich funktioniert und produziert hat.  Davor und danach herrschte fast absolute Windstille; auf Dauer wird das zu wenig sein.  Unser nächster Gegner heißt Houston – man darf also gespannt beobachten, wie sich die Texans dieses Wochenende zu Hause gegen die Seahawks schlagen werden.
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

zugschef

Spot on. Sehe ich wirklich ganz genau so.

Was Whitners Penalty in der Endzone angeht, so ist das zwar wirklich witzlos, aber die Penalty Flag kam leider zurecht. Die Regeln sind mittlerweile so, dass man den Gegner in einer defenseless Position nicht überhalb der Schulter hitten darf, egal welches Körperteil man selbst einsetzt. Fairerweise muss ich sagen, dass das eigentlich eine insgesamt gute Sache ist, denn da können schon schwere Verletzungen passieren.

Dass Cut Blocks wie der, der zu Ian Williams gebrochenen Knöchel führte, allerdings immer noch erlaubt sind, und Jeff Fisher (Teil des Komitees) dazu meinte, dass sich die Defender halt schützen müssten, weil sie wissen, dass es diese Blocks gibt -- ein für mich wirklich zynischer Kommentar --, sieht man, dass die Aussage, dass alles für die Sicherheit der Spieler getan wird, nicht stimmt.

FlyMcMarty

Absolute Zustimmung. "Back on track" so wie Gore und Kap nach dem Spiel meinten, heißt für mich was anderes. Dazu muss man gegen die Texans und dann gegen die Cardinals nachlegen! Aber so schlecht wie wir waren, ist es doch klar, dass es nicht gleich wieder perfekt läuft. Step by Step zurück kommen und (hoffentlich) zu den Playoffs in Topform sein. Das muss der Plan sein.
49ers Fan since Jan. 5, 2003

igor

Zitat von: zugschef am Sa, 28. Sep. ’13, 22:17
Was Whitners Penalty in der Endzone angeht, so ist das zwar wirklich witzlos, aber die Penalty Flag kam leider zurecht. Die Regeln sind mittlerweile so, dass man den Gegner in einer defenseless Position nicht überhalb der Schulter hitten darf, egal welches Körperteil man selbst einsetzt. Fairerweise muss ich sagen, dass das eigentlich eine insgesamt gute Sache ist, denn da können schon schwere Verletzungen passieren.
Insgesamt eine gute Sache, aber Whitner ging unmittelbar vor dem Hit selbst noch nach unten.  Ich wüßte nicht, was er noch anders hätte machen können, wo der Receiver schon so tief war – außer ganz auf den Tackle zu verzichten.  Und das tut kein Defender.
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—Jurgen

reagan - The Left Hand

Wieder ein Klasse Bericht - Danke! Aber wenn du schon zu recht Fisher als fairen Sportsman umschreibst, dann hättest du dies bei Whitner auch etwas deutlicher hervorheben können. Es Bedarf schon erheblichen Fairplays, eine Interception wieder in die Arme des gegnerischen Receivers zurück zu legen  ;D
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

wizard49er

Dieser Sieg war enorm wichtig und das wissen alle. Jetzt muss man sehen was gegen Houston und Arizona daheim zu holen ist.
Beide Spiele sind in der momentanen Verfassung des Teams nicht einfach. Doch ich schätze die Texans als den härteren Gegner ein. Schaub spielt momentan recht gut und mit Foster sind sie am Boden auch bestens gerüstet. Wobei ich unserer Run Defense zutraue Foster in Grenzen zu halten. Doch unsere Pass Defense macht mir da eher Bauchschmerzen.
Bis London brauchen wir aus den Games Texans, Cardinals und @Titans mindestens 2 Siege um weiter von den PO´s zu träumen.
Wenn man die Texans schlagen kann, dann ist der Weckruf wahrscheinlich eingeläutet!
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4 x Casual Keeper League Champion - 1 x Bronze
1 x Fantasy League 1 Champion - 1 x Vize Champion
2 x Fantasy League 2 Champion
1 x Fantasy League 3 Champion

zugschef

Zitat von: igor am Sa, 28. Sep. ’13, 22:22
Zitat von: zugschef am Sa, 28. Sep. ’13, 22:17
Was Whitners Penalty in der Endzone angeht, so ist das zwar wirklich witzlos, aber die Penalty Flag kam leider zurecht. Die Regeln sind mittlerweile so, dass man den Gegner in einer defenseless Position nicht überhalb der Schulter hitten darf, egal welches Körperteil man selbst einsetzt. Fairerweise muss ich sagen, dass das eigentlich eine insgesamt gute Sache ist, denn da können schon schwere Verletzungen passieren.
Insgesamt eine gute Sache, aber Whitner ging unmittelbar vor dem Hit selbst noch nach unten.  Ich wüßte nicht, was er noch anders hätte machen können, wo der Receiver schon so tief war – außer ganz auf den Tackle zu verzichten.  Und das tut kein Defender.
Naja, getroffen hat er ihn am Kopf. Als Ref kann ich doch nur objektiv entscheiden und wenn ein Hit auf den Kopf eine Penalty bedeutet, dann muss ich die Flag werfen, egal wie das zu Stande kam.

MaybeDavis

Zitat von: zugschef am So, 29. Sep. ’13, 16:20
Zitat von: igor am Sa, 28. Sep. ’13, 22:22
Zitat von: zugschef am Sa, 28. Sep. ’13, 22:17
Was Whitners Penalty in der Endzone angeht, so ist das zwar wirklich witzlos, aber die Penalty Flag kam leider zurecht. Die Regeln sind mittlerweile so, dass man den Gegner in einer defenseless Position nicht überhalb der Schulter hitten darf, egal welches Körperteil man selbst einsetzt. Fairerweise muss ich sagen, dass das eigentlich eine insgesamt gute Sache ist, denn da können schon schwere Verletzungen passieren.
Insgesamt eine gute Sache, aber Whitner ging unmittelbar vor dem Hit selbst noch nach unten.  Ich wüßte nicht, was er noch anders hätte machen können, wo der Receiver schon so tief war – außer ganz auf den Tackle zu verzichten.  Und das tut kein Defender.
Naja, getroffen hat er ihn am Kopf. Als Ref kann ich doch nur objektiv entscheiden und wenn ein Hit auf den Kopf eine Penalty bedeutet, dann muss ich die Flag werfen, egal wie das zu Stande kam.
Genau so siehts aus... Man kann ja mit den Regeln nicht zufrieden sein, aber die Refs müssen nunmal danach pfeiffen.
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