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3 Gewinner und Verlierer des NFL-Drafts der 49ers

Begonnen von snoopy, Mi, 29. Apr. ’26, 07:22

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snoopy

Die San Francisco 49ers haben in letzter Zeit nicht gerade viele Talente über den Draft hervorgebracht, was die Zukunft ihres Teams infrage stellt. Running Backs sind ein Paradebeispiel. Sie haben in zwei aufeinanderfolgenden Saisons Fehlgriffe bei ihren Draft-Picks kassiert, dann aber beschlossen: ,,Genug davon, wir holen uns einen All-Pro."

Es gibt viele Wege, ein Team aufzubauen, aber die Niners haben den teuren Weg gewählt, weil ihre Draft-Picks nicht den gewünschten Erfolg brachten. Dieses Jahr ist für die Entwicklung des Teams entscheidend. Die Draft-Klasse muss nicht gleich mehrere All-Pros hervorbringen, aber die 49ers können es sich nicht leisten, dass Romello Height der nächste Drake Jackson wird.

Jetzt, da der NFL Draft für die 49ers vorbei ist, schauen wir uns die Gewinner und Verlierer an.

Gewinner:

Die Secondary

Die Position des Safety war in Mock Drafts ein beliebter Pick für die 49ers, aber das Team hat keinen Safety gedraftet. Das Team plant, Jaden Dugger als Off-Ball-Linebacker einzusetzen, während Ephesians Prysock eher als Press-Man-Cornerback konzipiert ist. Aktuell sieht es so aus, als würden die Niners mit derselben Secondary in die Saison 2026 gehen wie 2025.

Marques Sigle startete die Saison, doch nach der Rückkehr von Malik Mustapha nach seiner Verletzung bildete Ji'Ayir Brown zusammen mit ihm das feste Safety-Duo. Sigle wird die Chance erhalten, als Starter aufzulaufen. Die Auswahl an Safeties auf dem Markt ist begrenzt. Sofern die Niners keinem erfahrenen Spieler vertrauen, der entweder seinen Zenit überschritten hat oder von einer Verletzung zurückkehrt, deutet der Draft darauf hin, dass das Team mit seiner Safety-Besetzung zufrieden ist. Andernfalls hätten sie im Draft sicherlich einen Spieler verpflichtet.

Mykel Williams
Laut John Lynch wird Mykel Williams nach seiner Genesung von einem Kreuzbandriss voraussichtlich zum Trainingslager bereit sein. Der ehemalige Erstrunden-Pick könnte sich keine bessere Ausgangslage vorstellen.

Bei offensichtlichen Passspielzügen hat Mykel auf der einen Seite Romello Height an seiner Seite, einen der explosivsten Pass Rusher des Drafts, insbesondere was seine Schnelligkeit auf kurze Distanz angeht. Auf der anderen Seite spielt Nick Bosa. Und er wird neben Odighizuwa spielen.

Der Draft der 49ers hat Williams in eine ideale Ausgangsposition gebracht, wenn die gegnerischen Läufer in Scoring-Position sind und keine Outs mehr zu erwarten sind. Er startet in den Traum eines jeden Spielers.

Robert Jones
Als die 49ers erst am dritten Tag einen Offensive Lineman drafteten, gehörte Jones zu den Gewinnern im Kader.

Carver Willis hatte 18 Starts als Right Tackle und 10 auf der linken Seite, aber er wird als Profi wohl eher im Inneren der Offensive Line spielen. Realistisch gesehen wird er Colby oder Zakelj aus dem Kader verdrängen und als Backup fungieren. Sollte er sich gegen Jones durchsetzen, klingt das nicht nach dem größten Problem des Teams.

Jones spielte 2024 unter Mike McDaniel allerdings recht gut. Wenn er wieder an dieses Niveau anknüpfen kann, ist es schwer vorstellbar, dass ein Neuling ihn übertreffen könnte.

Verlierer:

Die Wide Receiver, die nicht fit bleiben

Der Ausfall von Brandon Aiyuk war ein schwerer Schlag für die Wide Receiver. Aiyuk wiegt zwar nur 90 kg, spielt aber deutlich kräftiger. In den anderthalb Jahren seit Aiyuks Verletzung mussten die Niners auf kleinere Receiver zurückgreifen, deren Körper den Belastungen der NFL nicht standhielten. Jacob Cowings Oberschenkelverletzung zog sich die ganze Saison hin. Jordan Watkins verpasste aufgrund einer Verletzung seine Chance auf einen Einsatz. Ricky Pearsall hat in zwei Saisons nur 13 Spiele bestritten.

De'Zhaun Striblings Einsatzchancen stehen gut. Er sollte Jauan Jennings' Rolle übernehmen können und flexibel in der Formation einsetzbar sein. Sollte Mike Evans ausfallen, kann Stribling als X-Receiver spielen und der physisch starke, isolierte Receiver des Teams sein. Anders als bei Demarcus Robinson müssen die gegnerischen Teams Striblings Schnelligkeit respektieren.

Für Cowing, Pearsall und sogar Watkins ist die Wahl eines Wide Receivers an erster Stelle im Draft der 49ers ein klares Signal an die verletzten Receiver. Im Idealfall bilden Cowing, Pearsall und Stribling die Wide-Receiver-Gruppe für die nächsten Saisons. Die beiden Erstgenannten müssen jedoch in diesem Jahr ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen.

Die Free-Agency-Klasse 2027:
Keion White hatte wohl gehofft, die 49ers würden zu Beginn der dritten Runde irgendeine andere Position wählen. Das hätte ihm möglicherweise die Chance gegeben, als Starter zu spielen.

Die Zukunft des 31-jährigen Luke Gifford ist nach der Wahl von Jaden Dugger in der fünften Runde ungewiss. Dasselbe gilt für Darrell Luter Jr. und/oder Siran Neal, insbesondere nach der Verpflichtung von Ephesians Prysock. Auch Nick Zakelj dürfte mit seiner aktuellen Kadersituation nicht zufrieden sein.

Was haben diese Spieler gemeinsam? Sie sind 2027 uneingeschränkte Free Agents. Die 49ers haben im Draft Spieler verpflichtet, die athletisch sind, aber auch Lücken im Kader füllen könnten, die sie nach Saisonende noch schließen müssten.

Isaac Guerendo
Zum dritten Mal in Folge drafteten die 49ers einen Running Back. Unglücklicherweise für ihn war Guerendo der erste Running Back, der gedraftet wurde. Er hatte letztes Jahr genauso viele Läufe wie Kyle Shanahan und fing genauso viele Pässe wie John Lynch. Guerendo spielte sogar selbst bei Kickoff-Returns.

Guerendo entspricht zwar dem von den 49ers offenbar bevorzugten Profil hinsichtlich Größe, Gewicht und Geschwindigkeit, aber sein Spielstil passt nicht zu Shanahans Vorstellungen von einem Running Back. Hätte er dazu gepasst, hätte das Team letztes Jahr einen Weg gefunden, einen schnellen Spieler wie Guerendo in die Offense einzubinden.

Stattdessen muss er sich nun in der Rangliste nach oben beugen. Christian McCaffrey wird RB1 bleiben, solange er laufen kann. McCaffreys Einsatzzeit dürfte 2026 etwas geringer ausfallen, aber das liegt an Jordan James und Kaelon Black.

Die internen Machtkämpfe sprechen gegen Guerendo in diesem Konkurrenzkampf. Er könnte außen vor sein, wenn die 49ers Ende August ihren Kader verkleinern.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

Cordovan

Wenn der Spielstil eines Guerendo nicht zu Shanahans Vorstellungen passt, warum wurde er dann gedraftet?
Erst wenn eine Mücke auf deinen Hoden landet, wirst du lernen Probleme ohne Gewalt zu lösen. - Konfuzius.

snoopy

Grundsätzlich eine berechtigte Frage.
Aaaaber:
Da müsste man jetzt länger recherchieren.
Was hat er im College gezeigt? Wie waren seine Werte? Wie wurde er im College eingesetzt (und hat es da besser funtioniert)? Hat er sich einfach nicht gut entwickelt bzw. einiges nicht umsetzen/lernen können oder wollen etc.etc.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

Stefanski

Zitat von: snoopy am Mi, 29. Apr. ’26, 10:59Grundsätzlich eine berechtigte Frage.
Aaaaber:
Da müsste man jetzt länger recherchieren.
Was hat er im College gezeigt? Wie waren seine Werte? Wie wurde er im College eingesetzt (und hat es da besser funtioniert)? Hat er sich einfach nicht gut entwickelt bzw. einiges nicht umsetzen/lernen können oder wollen etc.etc.
Die Frage ist für mich eher, was genau bei ihm so schlecht war. In seiner Rookie Saison hatte er ja durchaus gute Stats.

Blade_84

Zitat von: Cordovan am Mi, 29. Apr. ’26, 09:14Wenn der Spielstil eines Guerendo nicht zu Shanahans Vorstellungen passt, warum wurde er dann gedraftet?

Man darf nicht vergessen: Die Niners haben für Isaac Guerendo ordentlich investiert und gleich zwei 5.-Runden-Picks an die Jets abgegeben, um ihn in der 4. Runde zu sichern.

Wenn man sich aber die jüngere Geschichte anschaut, ist es ein echter Fun Fact, dass die Niners oft die beste Production von Running Backs bekommen haben, die komplett undrafted waren! Die Liste ist beeindruckend:

Raheem Mostert: Kam als Undrafted-Wandervogel über das Practice Squad zu uns und wurde zur absoluten Speed-Waffe.

Jeff Wilson Jr.: Ebenfalls UDFA. Er war leider oft vom Verletzungspech verfolgt, aber zusammen mit Mostert war dieses Duo einfach nur explosiv.

Jordan Mason: Der nächste UDFA-Glücksgriff. Er war zeitweise sogar der Leading Rusher der gesamten NFL – und das Beste: Man hat beim Trade für ihn sogar noch einen Pick dazubekommen.


Wenn ich mir diese Historie von UDFAs anschaue und das dann mit dem Pick von Kaelon Black vergleiche, frage ich mich immer mehr: Warum zum Teufel dieser Move? Was verspricht man sich hier, was wir nicht schon effizienter und günstiger über den UDFA-Markt gelöst haben? Ich checks nicht sorry.

MoRe99

Zitat von: Blade_84 am Mi, 29. Apr. ’26, 13:55Wenn ich mir diese Historie von UDFAs anschaue und das dann mit dem Pick von Kaelon Black vergleiche, frage ich mich immer mehr: Warum zum Teufel dieser Move? Was verspricht man sich hier, was wir nicht schon effizienter und günstiger über den UDFA-Markt gelöst haben? Ich checks nicht sorry.
Sagen dir die Namen Salvon Ahmed, Ronald Awatt, Khalan Laborn, Cody Schrader und Corey Kiner etwas? Alles UDFA RBs in den letzten Jahren, die es nicht geschafft haben, aufs Roster zu kommen oder einen halbwegs vernünftigen Beitrag auf dem Feld zu leisten. Damit will ich den Pick von Kaelon Black keineswegs verteidigen; ich hätte hier auch jemand anderen genommen und sehr wahrscheinlich eben keinen RB. Auch, dass in Runde 3 oder 4 gedraftete RBs selten bis nie einen Impact bei den Niners haben, würde mich persönlich vermutlich davon abhalten, (so früh) wieder einen zu draften.

Doch eine Garantie, mit einem UDFA-RB wirklich etwas zu bewegen, wie mit Mostert, Wilson, Mason oder auch Breida, hast du halt auch nicht. Und wenn an der Position im Draft keiner einen vernünftigen Gegenwert für einen Trade anbietet, und du keinen anderen Spieler so hoch auf deinem Board hast, dass du den an dieser Stelle nehmen würdest, dann nimmst du eben den RB. Zumal es bei UDFAs eben so ist, dass du keine Garantie hast, dass der gewünschte RB auch tatsächlich zu dir kommt. Schließlich gibt es da 31 andere Teams, die dasselbe Anrecht darauf haben, diesen Spieler zu holen.

Nochmals: Ich will nichts gutheißen, aber es gibt nun mal keine Garantie, dass du mit einem UDFA besser fährst als mit einem gedrafteten RB. Umgekehrt gilt das natürlich genauso.
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

Cordovan

Zitat von: Blade_84 am Mi, 29. Apr. ’26, 13:55
Zitat von: Cordovan am Mi, 29. Apr. ’26, 09:14Wenn der Spielstil eines Guerendo nicht zu Shanahans Vorstellungen passt, warum wurde er dann gedraftet?

Man darf nicht vergessen: Die Niners haben für Isaac Guerendo ordentlich investiert und gleich zwei 5.-Runden-Picks an die Jets abgegeben, um ihn in der 4. Runde zu sichern.

Wenn man sich aber die jüngere Geschichte anschaut, ist es ein echter Fun Fact, dass die Niners oft die beste Production von Running Backs bekommen haben, die komplett undrafted waren! Die Liste ist beeindruckend:

Raheem Mostert: Kam als Undrafted-Wandervogel über das Practice Squad zu uns und wurde zur absoluten Speed-Waffe.

Jeff Wilson Jr.: Ebenfalls UDFA. Er war leider oft vom Verletzungspech verfolgt, aber zusammen mit Mostert war dieses Duo einfach nur explosiv.

Jordan Mason: Der nächste UDFA-Glücksgriff. Er war zeitweise sogar der Leading Rusher der gesamten NFL – und das Beste: Man hat beim Trade für ihn sogar noch einen Pick dazubekommen.


Wenn ich mir diese Historie von UDFAs anschaue und das dann mit dem Pick von Kaelon Black vergleiche, frage ich mich immer mehr: Warum zum Teufel dieser Move? Was verspricht man sich hier, was wir nicht schon effizienter und günstiger über den UDFA-Markt gelöst haben? Ich checks nicht sorry.
Weil du Mason erwähnst, der tut mir noch immer weh, dass er weg ist. Der ist echt mit viel Power und Violence gelaufen. Es hat sich aber leider von den ganzen Backs keiner wirklich lange gehalten. Außerhalb von CMC ist da nicht viel Kontinuität auf dieser Position. Sind die R-Backs wirklich so schnell verbraucht im System KS?
Erst wenn eine Mücke auf deinen Hoden landet, wirst du lernen Probleme ohne Gewalt zu lösen. - Konfuzius.

CharlyFirpo666

Wäre auch die Frage, ob Guerendo im Doghouse gelandet ist. Da munkelt man ja schon des öfteren, dass man da nur schwer wieder rauskommt bei Shanahan. Ayiuk war so einer, der erst sehr spät zündete. Grundsätzlich war Guerendo ja ein Prospect-Pick, der mehr auf Athletik als als auf Technik beruhte. Könnte mir schon vorstellen, dass er da nicht viel dazu lernte. Dagegen spricht, dass er 2024 einige vielversprechende Läufe hatte.

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