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In-Depth: Problemanalyse 2 - was läuft falsch bei der Offense?

Begonnen von stig49, Do, 11. Dez. ’14, 12:33

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stig49

Diese Analyse muss ein weiteres Mal mit Colin Kaepernick beginnen, dessen Leistung zuletzt trotz allen Talents unterirdisch war - sowohl auf dem Feld als auch in seiner Selbstdarstellung. Gleichzeitig sind sich die meisten Experten einig, dass Kap nicht nur Schuldiger, sondern auch Opfer ist.

Die Zahlen jedenfalls sind deutlich: Sein Quarterback-Rating ging von 72,2 im Jahr 2012 auf 68,5 2013 zurück. Und jetzt liegt es - in seiner vermeintlichen Durchbruch-Saison - bei 52,2. Kaepernick liegt bei Pro Football Focus auf Rang 31 unter 40 Quarterbacks und hat als einziger der qualifizierten QBs noch keinen Touchdown im vierten Quarter geworfen. Im traditionellen Passer Rating ist er 23. unter 34 QBs.

Wie kann ein so talentierter Spieler derart Probleme bekommen. Drei Fragen stellen sich da:

1. Wird er richtig eingesetzt?

Joe Leavitt von Bleachers Report argumentiert, dass die 49ers-Coaches es Kaepernick schwer machen, statt einfach. Weil sie ihn in ein System zwingen, das (noch) nicht zu ihm passt. Die Mentalität der von sich und ihrem Weg überzeugten Coaches sei vom Erfolgsfaktor zum Störfaktor umgeschlagen.

Was ist passiert? Kaepernick wurde schon 43 mal in dieser Saison gesackt (NFL-Spitzenwert), und seine Stärker als Dual Threat ist verpufft - nicht ein Rushing Touchdown für ihn. Sie ist verpufft, weil er nicht mehr laufen darf. Harbaugh und Roman sorgen sich vor einer Verletzung ihres Quarterbacks und zwingen ihn in eine Pocket-Passer-Funktion, die ihm nicht oder noch nicht liegt. Das beweisen acht Spiele mit 30 oder mehr Passversuchen und eine wachsende Zahl von Downs, in denen Kaepernick unentschlossen ist. Schon jetzt liegt Kap bei 10 Interceptions, mehr als je zuvor.

Wir sehen also zwei schlechte Dinge parallel: Es fehlt Kaepernicks Dynamik als Rusher und das risikoreiche Playcalling in der Red Zone, das neun Kaepernick-Touchdowns in der Regular Season und vier in der Postseason ermöglichte.

Zum anderen denkt Kaepernick bei seinen Eintscheidungen offenbar zuviel. Das dürfte an den Anforderungen einer hochkomplizierten Offense liegen, und daran, dass seine Instinkte (und seine mangelnde Erfahrung als Pocket Passer) ihn in eine andere Richtung führen. Das Ergebnis ist: Mal läuft er zu früh aus der Pocket, mal läuft er zögerlich und verliert seine grösste Stärke dabei.

Wen überrascht es, dass die 49ers das sechstschlechteste Passer Rating bei Play-Action-Würfen haben und die fünftschlechteste Accuracy Percentage bei Würfen von 20 oder mehr Yards downfield. In den letzten beiden Spielzeiten lagen die 49ers bei diesen Werten in der Spitzengruppe.

2. Hat er genug Hilfe?

Warum er es nicht leicht hat, ist nicht zu übersehen: Fast die gesamte Offense wackelt.

Die Offensive Line der 49ers ist in dieser Saison weit weg von ihrem ehemaligen Status, als sie als einer der besten der Liga galt. Mit LT Joe Staley liesse sich noch leben, auch wenn er schon mal stärker wirkte. LG Mike Iupati bringt für seine Verhältnisse eher wenig, aufgrund von Verletzungen, vielleicht auch wegen der Vertragsunsicherheit. Auf Center war Marcus Martin nach Daniel Kilgores Verletzung an der Grenze seiner Möglichkeiten, und jetzt ist auch er verletzt. RG Anthony Davis ist zumeist verletzt, und bei Jonathan Martin zeigt sich ein altes Problem, das die Gegner ausnützen: Er ist gegen starke Spieler körperlich überfordert. Dass RT Alex Boone nach seinem langen Holdout da auch keine Heldentaten vollbringt, wundert nicht.

Die Folge ist, dass Kap sich in seiner Pocket faktisch auch nicht sicher fühlen kann. Gleichzeitig machen es ihm seine Targets nicht immer leicht.

Die Tight Ends sind schon fast ein Totalausfall. Vernon Davis hat nach Verletzungen eine Katastrophen-Saison, der Rest ist verletzt oder keine grosse Hilfe

Analysen der Wide Receiver zeigen: Wenn der Deep Threat fast komplett fehlt, liegt das nur zum Teil an Kaepernicks Ungenauigkeit. Anquan Boldin liefert, was er kann. Michael Crabtree hat jede Explosivität verloren, und auch der Rest schafft keine Big Plays. Vor allem: Ziemlich oft fehlen trotz der vielen Receiver die Anspielstationen - die 49ers-Receiver kommen nicht weg von den Defendern.

Bliebe der Run, doch den vermeiden die Coaches zu aller Überraschung. Bei RB Frank Gore ist unklar, ob es die O-Line ist oder ob sich das Alter doch langsam zeigt. Carlos Hyde wird nach starkem Beginn immer unerheblicher. Einzig FB Bruce Miller erfüllt alle Erwartungen.

3. Wird Kaepernick richtig geführt?

Für einen QB ist es ja schön, wenn der Staff so hinter ihm steht, wie es unter Jim Harbaugh der Fall ist. Und trotzdem ging Kap die Souveränität verloren, was sich - siehe das andere Posting - an Körpersprache und Attitüde zeigt. Die Frage ist, ob die Coaches es zuliessen, dass Selbstsicherheit und Unsicherheit in einem ungesunden Verhältnis sind.

Mit mehreren rüden Auftritten (2,7 Worte pro Antwort im Schnitt) hat der eigentlich als bescheiden beschriebene Kap zuletzt die Beatwriter wie auch viele Fans gegen sich aufgebracht und seinem Team damit keinen Gefallen getan. Wer könnte sein Vorbild sein? Richtig, der Headcoach, der davon überzeugt scheint, dass er das Recht auf kurze, brüske, nichtssagende Antworten hat. Harbaugh (und auch Trent Baalke) beschreiben Kaepernick als den selbstkritischsten Athleten, den sie kennen. Vielleicht hätte dem QB etwas weniger öffentliches Lob auch nach durchwachsenen Leistungen ja trotzdem gut getan. Letztes Beispiel: Diese Woche brach Harbaugh ein Radio-Liveinterview mittendrin ab, als zuviele kritische Fragen zum Quarterback kamen.

Immerhin scheint sich dieser selbst zusammengerissen zu haben. Kaepernicks jüngster Medienauftritt war das Kontrastprogramm der letzten beiden - er war freundlich, ging auf jedes Thema ein und das in langen Antworten. Es geht also.

**************

Und das ist ist das bittere an der Situation: Es geht ja eigentlich. Kaepernick war grossartig zu Beginn seiner Karriere. Und seine Trainer haben Alex Smith erst zum Siegertypen gemacht, und dann Colin Kaepernick zum Fast-Super-Bowl-Champion.

Nun aber sieht es so aus, dass ein neuer Coaching Staff kommen wird, um mit einem neuen Start die Niners wieder zurück in die Playoffs zu führen - wo sie hingehören!

Quellen: Jim Leavitt, Bleachers Report; Matt Maiocco, CSN BayArea Blog; Matt Barrows, Sac Bee Blog; ESPN

igor

Danke für diesen schönen Artikel!  Vor allem die ersten beiden Punkte sprechen mir aus der Seele und spiegeln auch meinen persönlichen Eindruck genau wider.

Und: ich hoffe nach wie vor, daß Harbaugh bleibt.  Wenn der Preis dafür ist, daß Greg Roman auch bleiben muß, dann würde ich das dafür in kauf nehmen.
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

snoopy

OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

igor

Zitat von: snoopy am Do, 11. Dez. ’14, 12:52
Ich nicht !
Du hättest wirklich lieber Harbaugh weg, nur damit Roman auch weg ist?  (Falls das eine ohne das andere nicht möglich ist.)
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

stig49

Er ist doch eh weg. Vermutlich hat er auch keinen Bock mehr.

Sean

Wenn das Sprichwort "der Fisch stinkt vom Kopf her" stimmt, fängt das Problem über Harbaugh an. Mit dem Baalke kann er wohl nicht besonders, nur wie könnte dieser die Arbeit und die Leistung negativ beeinflussen? Doch wohl nur, wenn Harbaugh diesem eine reinwürgen will und die Mannschaft extra schlecht vorbereitet/trainiert und aufstellt. Bei allem was ist, das traue ich ihm nicht zu.
Wenn Roman das Problem ist, müsste der Coach allein wegen seiner Erfolgsstatistik und seinem Willen immer zu gewinnen handeln. Macht er aber nicht.
So ganz einfach scheint sich das Problem nicht beheben zu lassen. Krass wär natürlich, wenn Kaep schon über seiner Leistungsfähigkeit war, und keine Steigerung mehr drin ist. Ungewöhnlich wär das nicht, das Teamsportler 2-3 Jahre herausragende Leistungen bringen, und nach Abschluss eines fetten Vertrages auf einmal nix mehr geht. Die Fussballanhänger der Böcke aus Köln werden sich sicherlich an einen Marco Reich erinnern, den man für viel Kohle vom FCK geholt hat. Dort hat er sehr stark gespielt, ging bis in die Nationalmannschaft. Mit dem hochdotierten Vertrag viel seine Leistung in den Keller, so das es letztendlich ein teures Missverständnis war.
Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!

snoopy

Zitat von: igor am Do, 11. Dez. ’14, 12:53
Zitat von: snoopy am Do, 11. Dez. ’14, 12:52
Ich nicht !
Du hättest wirklich lieber Harbaugh weg, nur damit Roman auch weg ist?  (Falls das eine ohne das andere nicht möglich ist.)

Ja !
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

Eike14

Das größte Problem nach Kaps Kopf ist meiner Meinung nach, dass wir keinen TE haben. Kein Team funktioniert ohne Tight End. Die Patriots spielen quasi nur über Grobkowski, die Saints haben Graham, die Chargers haben Gates... Die Colts haben mit Fleener und Allen gleich zwei TEs die ständig Touchdowns machen.

OHNE GEHT NICHT.
#7

MoRe99


the_hawk

fand ich auch sehr gelungen :)

gab es eigentlich bei den Chiefs mittlerweile einen receiving TD durch einen WR?
Who could possibly have it better than us?

MoRe99

Zitat von: the_hawk am Do, 11. Dez. ’14, 16:21
gab es eigentlich bei den Chiefs mittlerweile einen receiving TD durch einen WR?

Nein.

frontmode

Zitat von: Eike14 am Do, 11. Dez. ’14, 16:12
Das größte Problem nach Kaps Kopf ist meiner Meinung nach, dass wir keinen TE haben. Kein Team funktioniert ohne Tight End. Die Patriots spielen quasi nur über Grobkowski, die Saints haben Graham, die Chargers haben Gates... Die Colts haben mit Fleener und Allen gleich zwei TEs die ständig Touchdowns machen.

OHNE GEHT NICHT.

Die genannten bekommen aber auch regelmäßig Plays in der Endzone, die 49ers haben sich aber scheinbar entscheiden, ihre TEs in der End-/Redzone nicht mehr zu integrieren.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

Eike14


Zitat von: frontmode am Do, 11. Dez. ’14, 16:33
Zitat von: Eike14 am Do, 11. Dez. ’14, 16:12
Das größte Problem nach Kaps Kopf ist meiner Meinung nach, dass wir keinen TE haben. Kein Team funktioniert ohne Tight End. Die Patriots spielen quasi nur über Grobkowski, die Saints haben Graham, die Chargers haben Gates... Die Colts haben mit Fleener und Allen gleich zwei TEs die ständig Touchdowns machen.

OHNE GEHT NICHT.

Die genannten bekommen aber auch regelmäßig Plays in der Endzone, die 49ers haben sich aber scheinbar entscheiden, ihre TEs in der End-/Redzone nicht mehr zu integrieren.

Und das ist das Problem. Gerade in der Red-/Endzone ist ein großer, kräftiger Receiver unerlässlich.
#7

TheCatch49

Zitat von: frontmode am Do, 11. Dez. ’14, 16:33
Zitat von: Eike14 am Do, 11. Dez. ’14, 16:12
Das größte Problem nach Kaps Kopf ist meiner Meinung nach, dass wir keinen TE haben. Kein Team funktioniert ohne Tight End. Die Patriots spielen quasi nur über Grobkowski, die Saints haben Graham, die Chargers haben Gates... Die Colts haben mit Fleener und Allen gleich zwei TEs die ständig Touchdowns machen.

OHNE GEHT NICHT.

Die genannten bekommen aber auch regelmäßig Plays in der Endzone, die 49ers haben sich aber scheinbar entscheiden, ihre TEs in der End-/Redzone nicht mehr zu integrieren.
Perfekt geschrieben frontmode. Eines der vielen Rätsel diese Saison.

frontmode

Zitat von: Eike14 am Do, 11. Dez. ’14, 16:50

Zitat von: frontmode am Do, 11. Dez. ’14, 16:33
Zitat von: Eike14 am Do, 11. Dez. ’14, 16:12
Das größte Problem nach Kaps Kopf ist meiner Meinung nach, dass wir keinen TE haben. Kein Team funktioniert ohne Tight End. Die Patriots spielen quasi nur über Grobkowski, die Saints haben Graham, die Chargers haben Gates... Die Colts haben mit Fleener und Allen gleich zwei TEs die ständig Touchdowns machen.

OHNE GEHT NICHT.

Die genannten bekommen aber auch regelmäßig Plays in der Endzone, die 49ers haben sich aber scheinbar entscheiden, ihre TEs in der End-/Redzone nicht mehr zu integrieren.

Und das ist das Problem. Gerade in der Red-/Endzone ist ein großer, kräftiger Receiver unerlässlich.

Der Davis ist
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

Duke

Davis 1,91
Gronk 1,98
Graham 2,01
Fasano 1,94
Gates 1,93
Fleener 1,98
Allen 1,91

davis ist von den genannten zusammen mit allen der kleinste
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

Eike14

#7

IamNINER

Zitat von: Duke am Do, 11. Dez. ’14, 17:40
Davis 1,91
Gronk 1,98
Graham 2,01
Fasano 1,94
Gates 1,93
Fleener 1,98
Allen 1,91

davis ist von den genannten zusammen mit allen der kleinste
Aber trotzdem gross genug...
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

MyQuestFor32: 49ers, Lions, Patriots, Eagles, Seahawks, Rams, Jets, Raiders, Panthers, Cardinals, Broncos, Jaguars, Packers, Chargers, Titans

Leech

Zitat von: Duke am Do, 11. Dez. ’14, 17:40
Davis 1,91
Gronk 1,98
Graham 2,01
Fasano 1,94
Gates 1,93
Fleener 1,98
Allen 1,91

davis ist von den genannten zusammen mit allen der kleinste

Ist Davis geschrumpft? Oder warum hat es bis letzte Saison gut funktioniert? An der Größe liegt es doch bestimmt nicht.
Ich denke, dass er in anderen Offenses auch mehr produzieren würde.

frontmode

Zitat von: Duke am Do, 11. Dez. ’14, 17:40
Davis 1,91
Gronk 1,98
Graham 2,01
Fasano 1,94
Gates 1,93
Fleener 1,98
Allen 1,91

davis ist von den genannten zusammen mit allen der kleinste

Aber immer noch größer als die DBs - und schneller als viele andere auf der Liste.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

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