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Neues Offense-System: Sprachlosigkeit überall

Begonnen von stig49, Do, 5. Mai. ’16, 22:09

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stig49

Schweigen ist zwar nicht Gold, aber die Garantie für mehr Tempo bei der Offense der 49ers, wie Matt Maiocco jetzt in einem Artikel über das neue System von Headcoach Jim Kelly beschreibt.

Der entscheidende Unterschied: Die Spielansagen werden per Zeichensprache von der Sideline aus gegeben. "Das schwierigste daran ist, es zu umreißen", sagt WR Torrey Smith, "das ist wie eine neue Sprache zu lernen, eine Zeichensprache. Es ist ganz was neues, aber es wird und sehr organisiert und detailliert beigebracht".

Zeichensprache statt der zuletzt üblichen länglichen Wortcodes, die Formationen, Assignments und Adjustments beschrieben. An ihre Stelle treten "eine Menge Signale", sagt Smith. "Wenn Du die nicht kennst, weißt Du nichts".

"Diese Offense ist meiner Meinung nach leicht zu lernen, wenn man das Prinzip mal verstanden hat", meint TE Garret Celek. "Sie macht uns ja nicht ohne Grund so schnell. Es ist eine einfache Offense, und wenn es erst mal klickt, dann heißt es go, go, go".

Weg sind die langen Codewörter, die erst an den Quarterback übermittelt und von dem dann im Huddle weitergegeben wurden. Jetzt gibt es gar keinen Huddle mehr - alle Spieler schauen sofort zur Sideline, von wo aus das Play in einer Abfolge von Signalen angesagt wird. "In der Vergangenheit hatten wir diese Delay-of-Game-Strafen, weil da Play entweder zu spät von oben kam, oder weil der QB es nicht mehr rechtzeitig an die Spieler brachte", erzählt Celek. "Jetzt geht es viel schneller. Wir benützen ja Handsignale, da kann man nicht 15 Worte signalisieren. Das geht Boom, Boom, Boom. Und weil Du weniger Signale hast, kannst Du es Dir leichter merken. Das ist irgendwo genial".

Smith, der 2011 in die NFL kam, hat dort noch nie eine Offense erlebt, die mit Signalen von der Sideline gesteuert wurde. Aber einige jüngere Spieler kennen das von ihren Collegeteams. "Wenn man eine neue Offense lernt", so Celek, "ist das größte Problem, dass es schneller wird. Solange Du viel nachdenken musst, bleibt es langsam. Wenn Du es intus hast, können alle Gas geben".

Schon jetzt ist das Tempo der Offense im Training schneller, was aber auch bedeutet, die Spieler haben weniger Zeit, sich zwischen den Plays zu erholen. "Du bleibst wo Du bist", so Smith. "Das mag ich, weil ich eh immer der letzte im Huddle war. Jetzt geht es drum, richtig zu stehen und zu wissen, was man gerade tut. Man hat dort dann Zeit, kurz Luft zu holen und vielleicht die Defense zu überrumpeln. Im Moment holen wir uns noch die Kondition und lernen das System."

Veteran Zane Beadles hat schon einmal bei den Denver Broncos eine Tempo-Offense gespielt und glaubt, sie kommt seinem Spiel entgegen: "Wenn Du so schnell bist, dass die Defense Probleme bekommt, sich aufzustellen und die Hand auf den Boden zu bekommen, hast Du als Offense-Spieler definitiv einen Vorteil. Deshalb kommt das bislang gut an. Da muss noch viel passieren und viel Arbeit erledigt werden. Aber schon jetzt sehen alle die Vorteile. Aber fest steht auch, dass Dir bisweilen der Atem fehlt und Du ein bisschen müde wirst. Wir müssen in Top-Zustand sein, dass ist schon mal klar".

Quelle: Matt Maiocco, CSN BayArea Blog, 5.5.

stig49

Hoffe nur, dass es nicht so simpel wird, dass der Gegner ab der zweiten Hälfte alles durchschaut. Und wie verhindern die eigentlich, dass der Gegner die Signale mitlernt, indem er sich die letzten Spiele ansieht? Modifiziert man die dann in jedem Spiel?

Spook181

Zitat von: stig49 am Do,  5. Mai. ’16, 22:12
... Und wie verhindern die eigentlich, dass der Gegner die Signale mitlernt, indem er sich die letzten Spiele ansieht? Modifiziert man die dann in jedem Spiel?

Das gleiche Problem hast du ja bei Wortcodes, die werden ja auch ab und zu mal umgeswitcht. Ist dann denke ich bei den Signalen genau das gleiche.

Skywalker

Zitat von: stig49 am Do,  5. Mai. ’16, 22:12
Hoffe nur, dass es nicht so simpel wird, dass der Gegner ab der zweiten Hälfte alles durchschaut. Und wie verhindern die eigentlich, dass der Gegner die Signale mitlernt, indem er sich die letzten Spiele ansieht? Modifiziert man die dann in jedem Spiel?
Kommandos kannst du doch auch entziffern? Die werden doch auch nicht für jedes Spiel neu einstudiert, oder?
NFL-Teams live: 49ers  as standard, 2x St. Louis Rams, LA Rams, KC Chiefs, NY Gaints,  Miami Dolphins, Arizona Cardinals und Oakland Raiders.

Diabolo

Wenn der Spielzugname gesprochen übermittelt wird kann man aber dafür sorgen dass der Gegner den nicht hört & ggf. den Mund abdecken um Lippenlesen zu vermeiden.

Wenn man man optische Signale gibt sind diese per Definition sichtbar, auch für die Gegner.
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

Sanfranolli

Die Frage ist halt, ob der Gegner sich auf dich konzentrieren kann. Wenn der Defender seinen Gegenspieler suchen muss, weil er sich gleich wieder aufstellt, hat er wenig Zeit auch noch zur Sideline zu schauen.
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

snoopy

Zitat von: Sanfranolli am Fr,  6. Mai. ’16, 06:40
Die Frage ist halt, ob der Gegner sich auf dich konzentrieren kann. Wenn der Defender seinen Gegenspieler suchen muss, weil er sich gleich wieder aufstellt, hat er wenig Zeit auch noch zur Sideline zu schauen.
Erstens das. Zweitens ist es ein einfaches Mittel, Codes zu ändern. Ich habe z.B. gerne für ein Play zwei verschiedene Codes genommen oder zur 2. Halbzeit das Wristband ausgetauscht.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

Flames1848

Da gibt es sicher wie beim Baseball Tricks. Zb wer die Zeichen wann gibt usw. Oder der Spielstand oder das Quarter wird mit eingebaut...


Gesendet vom Batphone
Some guys practice like all-Americans but they can't play! - Joe Montana

IamNINER

Bin gespannt, ob man wirklich immer uptempo spielt oder ob man da auch variiert. Ich bin skeptisch ob immer uptempo wirklich erfolgreich sein wird.
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

MyQuestFor32: 49ers, Lions, Patriots, Eagles, Seahawks, Rams, Jets, Raiders, Panthers, Cardinals, Broncos, Jaguars, Packers, Chargers, Titans

Diabolo

Bei den Eagles wurde da durchaus auch mal Tempo rausgenommen wenn man Ruhe reinbringen wollte.
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

snoopy

Spricht ja auch nichts dagegen, im "Ernstfall" auch mal ein Huddle zumachen.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

reagan - The Left Hand

Wenn die Strategie so genial und erfolgreich wäre, dann würden sie wohl auch alle Teams nutzen. Ich bin da skeptisch. Erinnert mich ein bisschen an die Enigma-Geschichte. Geheimcode sind nur solange gut, so lange sie keiner entschlüsselt.
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

frontmode

Im College gibt es meistens mehrere Personen, die etwas anzeigen. Man muss also erst einmal die Code entschlüssen und dann auch noch wissen, wer gerade den aktuellen Spielzug ansagt.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

Duke

Aus eigener Erfahrung: wenn du nur uptempo spielst, machst du die eigene offense irgendwann wuschig. Weil einer vercheckt irgendwann mal das Signal.  ;)

Bin gespannt, die Spieler sind intellektuell jetzt deutlich mehr gefordert.
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

Klaus

Zitat von: Duke am Fr,  6. Mai. ’16, 09:43
Aus eigener Erfahrung: wenn du nur uptempo spielst, machst du die eigene offense irgendwann wuschig. Weil einer vercheckt irgendwann mal das Signal.  ;)

Bin gespannt, die Spieler sind intellektuell jetzt deutlich mehr gefordert.

Das mit dem Intellekt bereitet mir Sorgen 😜😳!

Jimmy49er

Zitat von: frontmode am Fr,  6. Mai. ’16, 09:35
Im College gibt es meistens mehrere Personen, die etwas anzeigen. Man muss also erst einmal die Code entschlüssen und dann auch noch wissen, wer gerade den aktuellen Spielzug ansagt.

Jimmy49er

Verstehe ich das richtig. Es zeigen mehrere Personen am Spielfeldrand verschiedene Spielzüge an und durch irgendein Zeichen/Vereinbarung müssen die Spieler wissen, welche Person nun den gewünschten Spielzug anzeigt? Scheint mir sehr verwirrend und ambitioniert... Ich befürchte da wird mehr daneben gehen als es Vorteile bringt, oder?
Egal, bis zum ersten Spiel am 13.09. gegen die Rams muss es funktionieren, egal wie...

frontmode

So machen es Colleges, keine Ahnung, ob Kelly das analog in der NFL einführt.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

MaybeDavis

Zitat von: snoopy am Fr,  6. Mai. ’16, 06:57
Zitat von: Sanfranolli am Fr,  6. Mai. ’16, 06:40
Die Frage ist halt, ob der Gegner sich auf dich konzentrieren kann. Wenn der Defender seinen Gegenspieler suchen muss, weil er sich gleich wieder aufstellt, hat er wenig Zeit auch noch zur Sideline zu schauen.
Erstens das. Zweitens ist es ein einfaches Mittel, Codes zu ändern. Ich habe z.B. gerne für ein Play zwei verschiedene Codes genommen oder zur 2. Halbzeit das Wristband ausgetauscht.
Selbst im Jugend-Football hab ich es mit den Jungs hinbekommen die Signale zu ändern und jeder wusste bescheid. Im NFL Football ist das ganze auch nochmal komplexer und schwieriger zu entschlüsseln. Wenn das System im deutschen Amateur Football geht und im College Football (wo man in beiden Ligen eigentlich nicht die Zeit hat komplexe Zeichen zu lernen), sollte es in der NFL doch auch funktionieren.

Wir hatten zb 1.Zeichen: Formation, 2.Zeichen: Blitz Package, 3.Coverage 4.Play "anzeigen"(Blitzes, Shifts etc) oder "Verstecken"

Oft dachte der Gegner er hätte mal nen Play entschlüsselt, weil fast alle zeichen immer gleich waren, weil wir zb nur zdie coverage geändert hatten. Der Gegner dachte aber es ist immer noch Cover 3, Weil Zeichen 1,2 und 4 gleich waren. Dabei war es plötzlich ne Cover 2 statt cover 3 und die Flat war doch nicht frei ;).

Oder in der Offense zb hat der QB Farben gerufen. 3 Farben (Deutschlandfahne, also schwarz, rot und Gold) bedeuteten das selbe und alle anderen Farben waren Fake. Im nächsten Spiel war dann eine neue Fahne dran.

Mit längerem Filmstudium in der NFL ist das sicherlich rauszukriegen ;), aber mitten im Spiel ist das für die auch nicht so einfach.
NFL Teams live: 49ers (2x London / 1x Indianapolis), Patriots, Buccaneers (2x), Dolphins, Giants, Jaguars, Broncos, Bears,  Colts,

"Can you SMEEEELLLL what the Niners are cookin'" George Kittle

Jimmy49er

Sehr interessant. Sorry, aber als Nichtaktiver stelle ich mir das wirklich sehr komplex vor, müssen doch viele Infos vermittelt werden. Die Formation mit dem ersten Zeichen scheint relativ einfach zu sein, aber ich nehme an mit dem vierten Zeichen "Play" müssen zahlreiche Infos verstanden werden, wie Lauf- oder Pass, dazu die Laufwege der einzelnen Receiver, wie geblockt wird usw. Und muss nicht auch noch gleich ein zweiter alternativer Spielzug mit angezeigt und verstanden werden, falls der QB aufgrund der Aufstellung der Defense mit dem Kommando "kill, kill, kill" das Play kurzfristig ändert?
Sorry, bin Laie...:-))) Gibt es im Forum oder irgendwo im Web eine ansprechende Erläuterung zu dem Thema Playbook und den Codes und deren Bedeutung (unabhängig von der Vermittlung via Zeichen oder sprachlichem Code)?

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