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Commentary: Jeffri Cadiha (ESPN): Alex Smith ist eine Langzeit-Lösung

Begonnen von stig49, So, 22. Jan. ’12, 13:45

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stig49

Jeffri Cadiha argumentiert, warum die 49ers langfristig auf Alex Smith bauen können:

Alex Smiths Geschichte kennen wir eigentlich schon. Wir haben Quarterbacks, die erst spät aufblühen, immer wieder erlebt, Rich Gannon und Kurt Warner sind neuere Beispiele dafür, Jim Plunkett oder Terry Bradshaw ältere. Der Unterschied bei Smith ist nur, dass er mehr Zweifel überwinden musste als jeder andere. Seine Zeit in San Francisco war eine derartige Enttäuschung, dass er selbst nicht mehr erwartete, dahin zu kommen, wo er jetzt ist.

Jetzt ist er noch ein Spiel vom Super Bowl entfernt - und in der Liga ist es chic geworden, seine Auferstehung in der siebten Saison zu feiern. Aber die hätte viel früher kommen können. Smith hat all die besonderen Dinge, die ein Pro-Quarterback braucht: Härte, Intelligenz und die körperlichen Voraussetzungen. Jetzt hat er dazu die besonderen Segnungen gefunden, die ein Pro-QB ebenfalls braucht: Verlässliche Unterstützung, gutes Coaching und Teammates, die Druck von ihm wegnehmen.

Das ist das Geheimnis für seinen Erfolg - Faktoren, die andere Top-Picks wie Tim Couch, David Carr und JaMarcus Russell nie hatten. Smith schaffte es, lange genug durchzuhalten bis er das für ihn richtige Umfeld hatte und in Jim Harbaugh einen Coach, der ihn endlich richtig anleitet.

Jetzt bringt Alex Smith endlich Leistung. Man muss es seiner Leidensfähigkeit danken, und der neuen Stabilität bei den 49ers. "Alex sass in der QB-Hölle", sagt Hall of Fame-QB Steve Young. "Immer neue Koordinatoren, immer neue Systeme. Und er wurde für alles verantwortlich gemacht, ohne die nötige Unterstützung zu haben. Jetzt da er sie hat, sagte mir Smith, er fühle sich, als ob er weniger leiste als früher. Er bringt eine unglaubliche Leistung, weil er jetzt in einem System ist, das sich um den QB dreht".

Young weiss, wovon er spricht, aus tiefstem Inneren. Er musste in Tampa Bay scheitern, bevor Bill Walsh seine Karriere in San Francisco wieder auf Kurs brachte. Dabei lernte Young dieselbe Lektion wie Alex Smith: Es dauert für die meisten QBs lange, in der NFL auf höchstem Niveau zu spielen. Und die, die es schnell schaffen, wie Peyton Manning oder Cam Newton, ruinieren die Sache für die anderen, die normaleren.

Tatsache ist nun mal, dass es nur eine Handvoll Quarterbacks gibt, die wirklich "Elite" sind. Wenn Du mit Tom Brady, Aaron Rodgers und Drew Brees durch bist, bist Du schnell bei einer Menge talentierter Spieler, die Jahr für Jahr dazuzulernen versuchen. Und ob sie Erfolg haben, hängt sehr stark davon ab, ob sie je das erleben, was Smith diese Saison erlebt. Sie müssen Systeme bekommen, die ihren Fähigkeiten entsprechen, anstatt in die Systeme von Coaches gepresst zu werden, die sich selbst für Genies halten.

Als Ex-Oakland-Coach Jon Gruden sich entschloss, 1999 seine Offense in Rich Gannons Hände zu legen, sah er einen Journeyman, der nicht viel vorzuweisen hatte. Und nicht den Spieler, der später die Passing Records der Liga neu schrieb. Aber er schätzte Gannons Führungsqualitäten, seinen Mumm und die Fähigkeit, Plays durch seine Beweglichkeit am Leben zu halten. Ein Grund, warum Kurt Warner so lange keine Chance in der NFL bekam, bevor er in St. Louis alle Masstäbe sprengte, war: Er wirkte sehr durchschnittlich. Aber beim Arena Football und in der NFL Europe hatte er plötzlich kapiert, wie man Defenses schnell liest und den Ball noch schneller los wird - und das machte ihn zur idealen Besetzung für die Express-Offense von Mike Martz.

Diese beiden Männer sind nicht anders als Smith. Sie haben es irgendwie geschafft, lange genug im Geschäft zu bleiben, um die nötigen Erfahrungen zu sammeln. Und dann fanden sie Coaches, die an sie glaubten. Smiths Treffen mit Harbaugh vor dem Lockout waren wichtig - aber genauso wichtig ist das Wissen, dass Smith in den sechs Jahren voll Enttäuschung und Frustration ansammeln konnte.

"Bill Walsh hat mir mal gesasgt, dass man bei der Quarterack-Evaluierung immer auch seine Spiel-Erfahrung im Auge haben sollte", sagte Houstons QB-Coach Greg Knapp, "weil ein Spieler entwickelt sich, indem er spielt". Und das ist ein wichtiger Punkt: Ex-NFL-QB Trent Dilfer meint, ein QB müsse sich körperlich entwickeln, aber weit kritischer und länger dauernd sei sein Reifeprozess als Mann, der Entscheidungen zu treffen hat: "QB ist die einflussreichste Position im Sport, und wenn Du Schwierigkeiten hast, kannst Du eine Menge Dinge zerstören".

Steve Young glaubt, dass seine besten Jahre in der NFL kamen, als er in der Lage war, sein Spiel auf ein höheres Niveau zu haben. So wie es jetzt auch Smith beweist: Die erfolgreichen QBs sind die, deren Körper oder deren Geist nicht schon gebrochen ist, bevor sie das Spiel wirklich gelernt haben.

Angesichts dessen darf man in San Francisco sehr optimistisch sein, sowohl für die Playoff-Hoffnungen jetzt als auch für die Langzeitaussichten ihres so lange verteufelten QBs. Young lacht, wenn er hört, Smith sei in dieser Saison nur ein "Game-Manager" gewesen: "Ein Game-Manager zu sein ist 60 bis 70 Prozent dieses Jobs". Young: "Ich weiss noch, dass ich vor der Saison dachte: 'Bitte Jim, kein Fehlstart, weil dann beginnt sofort die Revolution gegen Alex. So zerbrechlich war die Lage. Aber dann haben sie es hinbekommen, Spiele gewonnen, und das gab ihnen Schutz. Es war genial, wie die Fans plötzlich nicht mehr dachten "Ich will Alex nie wieder sehen", und stattdessen dachten: "Das passiert jetzt wegen Alex". So muss es sein!"

Smith selbst interpretiert da sicherlich im Moment nicht soviel hinein. Er konzentriert sich auf das Giants-Spiel und die Chance, es nach Indianapolis zu schaffen. Aber jede Menge ums Überleben kämpfende QBs verfolgen seinen Erfolg und träumen davon, auch eines Tages ihr Potential ausspielen zu können. Sie alle haben jetzt einen Gedanken: Wenn Smith es geschafft hat, dann könnte es auch für die anderen noch Hoffnung geben.

Quelle: Jeffri Cadiha, ESPN, 21.1.

JimH

Applaus...

Er bringt es auf den punkt. Wer aus der hölle kommt, ist mit allen wassern gewaschen und hat für die zukunft einen großen vorteil... nein zwei...

EIER!
"Money talks. Treating people right talks louder."

BILL WALSH

Duke

hm, ich würde sagen. ER KANN eine langzeitlösung werden. :pleased:
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

jerryrice80

Absolut nachvollziehbare Schlüsse (für mich) und jede Menge Hoffnung !  :)

wizard49er

Momentan ist alles möglich und man sollte ihm ne vernünftige Chance geben.
Warten wir mal ab was er uns heute Nacht zeigen kann.
1 x Dynasty League Champion - 3 x Vize Champion
2 x Keeper League Champion - 2 x Vize Champion - 1 x Bronze
4 x Casual Keeper League Champion - 1 x Bronze
1 x Fantasy League 1 Champion - 1 x Vize Champion
2 x Fantasy League 2 Champion
1 x Fantasy League 3 Champion

reagan - The Left Hand

Wer aus der Hölle kommt, dem macht der vorhergesagte Regen heute auch nix aus  ;)

Do it again - Alex!!! :champ:
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

stig49

Interessant ist, dass Mike Martz es bei den Rams geschafft hat, den passenden Quarterback zu bekommen. Und bei allen anderen Teams, inklusive der Niners, hat er mit seinem System die QBs dann eher zerstört, weil er sein System nie an sie anpassen wollte oder konnte. Spricht nicht für ihn.

Phidell

Zitat von: stig49 am So, 22. Jan. ’12, 17:51
Interessant ist, dass Mike Martz es bei den Rams geschafft hat, den passenden Quarterback zu bekommen. Und bei allen anderen Teams, inklusive der Niners, hat er mit seinem System die QBs dann eher zerstört, weil er sein System nie an sie anpassen wollte oder konnte. Spricht nicht für ihn.

Ja das find ich auch total interessant. Irgendwo hab ich dazu letztens einen Artikel gelesen, ich weiss leider nicht mehr wo. Des Autors Kernthese war, dass sich der Charakter der OC's Grundsätzlich gewandelt hat. Die alte Garde um Martz und hier wurden auch Shanahan und Holmgren genannt, hatte eher ein System, welches Zentral war und mussten ein Team finden, das dazu passt, bzw. das System dem Team aufzwingen. Natürlich darf das nicht absolut verstanden werden, Anpassungen spielen immer eine Rolle, waren aber wohl bei diesen Herren eher Sekundär oder Tertiär.
Die Neue Garde, dazu wurden unsere Herren ROman und JH, aber auch Fox usw. gezählt, hingegen zieht ihre Stärke diametral aus der Anpassung an die Stärken der Spieler. Sie kreieren grundsätzlichere Philosphien, welche dann den Teams mit ihren individuellen Stärken angepasst werden, um "immediate impact" zu erzeugen.
Kritisch äußert sich der Autor, dass die alte Garde eher auf Langfristigen Erfolg ausgelegt war, und die Junge neben dem kurzfristigen Erfolg, den ersteren erst noch beweisen muss. Aber interessanter Ansatz wie ich finde.

Achja heute ist es irgendwie wie ein Feiertag oder bin ich der einzige der so fühlt? ;)
We have a lot of players in their first year. Some of them are also in their last year." BW

T. Savini

Zitat von: Phidell am So, 22. Jan. ’12, 19:26
Zitat von: stig49 am So, 22. Jan. ’12, 17:51
Interessant ist, dass Mike Martz es bei den Rams geschafft hat, den passenden Quarterback zu bekommen. Und bei allen anderen Teams, inklusive der Niners, hat er mit seinem System die QBs dann eher zerstört, weil er sein System nie an sie anpassen wollte oder konnte. Spricht nicht für ihn.

Ja das find ich auch total interessant. Irgendwo hab ich dazu letztens einen Artikel gelesen, ich weiss leider nicht mehr wo. Des Autors Kernthese war, dass sich der Charakter der OC's Grundsätzlich gewandelt hat. Die alte Garde um Martz und hier wurden auch Shanahan und Holmgren genannt, hatte eher ein System, welches Zentral war und mussten ein Team finden, das dazu passt, bzw. das System dem Team aufzwingen. Natürlich darf das nicht absolut verstanden werden, Anpassungen spielen immer eine Rolle, waren aber wohl bei diesen Herren eher Sekundär oder Tertiär.
Die Neue Garde, dazu wurden unsere Herren ROman und JH, aber auch Fox usw. gezählt, hingegen zieht ihre Stärke diametral aus der Anpassung an die Stärken der Spieler. Sie kreieren grundsätzlichere Philosphien, welche dann den Teams mit ihren individuellen Stärken angepasst werden, um "immediate impact" zu erzeugen.
Kritisch äußert sich der Autor, dass die alte Garde eher auf Langfristigen Erfolg ausgelegt war, und die Junge neben dem kurzfristigen Erfolg, den ersteren erst noch beweisen muss. Aber interessanter Ansatz wie ich finde.

Achja heute ist es irgendwie wie ein Feiertag oder bin ich der einzige der so fühlt? ;)
Mit Sicherheit nicht! Ich zähle mal wieder die Minuten!
Was den langfristigen Erfolg angeht weiß ich nicht ob das im "modernen" Football (Salary Cap) noch möglich ist. Ich glaube die Zeit der grossen Dynastien ist vorbei. Deshalb: SB jetzt!  ;D

Fireboy Tom

1895
MIND THE GAP!

Diabolo

Zitat von: T. Savini am So, 22. Jan. ’12, 19:58Ich glaube die Zeit der grossen Dynastien ist vorbei.
Glaube ich nicht, aber es sind in der heutigen Zeit eher die Coaches die für die Dynastien verantwortlich sind und weniger die Spieler.
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

Touchdownmaker

Zitat von: Diabolo am So, 22. Jan. ’12, 20:28
Zitat von: T. Savini am So, 22. Jan. ’12, 19:58Ich glaube die Zeit der grossen Dynastien ist vorbei.
Glaube ich nicht, aber es sind in der heutigen Zeit eher die Coaches die für die Dynastien verantwortlich sind und weniger die Spieler.
Ich glaube, das kann man nicht so einfach pauschalisieren. Grundsätzlich sind Dynastien immer möglich. Aber durch die salary-cap nicht mehr so leicht durchführbar, wie noch vor vielen Jahren. Ich denke es muss innerhalb der gesamten Franchise stimmen, damit man über Jahre an der Spitze mitspielen kann. Dazu gehören Coaches UND Spieler. Mal sehen, ob der Weg der 49ers nur ein kleiner Sonnenstrahl in der Dunkelheit war oder ob da wirklich was geniales heranwächst. JH % Co würde ich es jedenfalls zutrauen.

Diabolo

Einfach durchführbar auf keinen Fall, das war es aber früher auch nicht.
Aber durch die Salarycap werden die Teams ausgeglichener was das Spielermaterial angeht, wenn da dann einen Coach hat der das beste aus den Spielern rausholt die er hat macht das einen großen Unterschied.
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

JimH

Die salary cap gibts jetzt schon fast 2 jahrzehnte. Die zeiten für dynastien werden aus anderen gründen schwieriger. Dennoch werden stimmige coach/player-combos es auch in diesen "schwierigen" zeiten schaffen. So etwas was die es die PATS vormachen im letzten jahrzehnt kann man auch bei uns erreichen, wenn JH bleibt. Er ist so eine visionär/pragmatiker-mischung, wie man sie dazu braucht.
"Money talks. Treating people right talks louder."

BILL WALSH

T. Savini

Zitat von: Touchdownmaker am So, 22. Jan. ’12, 20:55
Zitat von: Diabolo am So, 22. Jan. ’12, 20:28
Zitat von: T. Savini am So, 22. Jan. ’12, 19:58Ich glaube die Zeit der grossen Dynastien ist vorbei.
Glaube ich nicht, aber es sind in der heutigen Zeit eher die Coaches die für die Dynastien verantwortlich sind und weniger die Spieler.
Ich glaube, das kann man nicht so einfach pauschalisieren. Grundsätzlich sind Dynastien immer möglich. Aber durch die salary-cap nicht mehr so leicht durchführbar, wie noch vor vielen Jahren. Ich denke es muss innerhalb der gesamten Franchise stimmen, damit man über Jahre an der Spitze mitspielen kann. Dazu gehören Coaches UND Spieler. Mal sehen, ob der Weg der 49ers nur ein kleiner Sonnenstrahl in der Dunkelheit war oder ob da wirklich was geniales heranwächst. JH % Co würde ich es jedenfalls zutrauen.
Oben mitspielen ist mit Sicherheit möglich, aber seit 1999 hat kein Team mehr den SB verteidigt und in den letzten 5 Jahren gab es 5 verschiedene SB Sieger. Ich hätte natürlich nichts dagegen wenn  JH % Co wieder eine Dynastie in San Francisco gründen würden.
Aber erst mal "Nahziele bekämpfen" ;) D.h. : Sieg gegen die Giants und dann Ring Nr.6! ;)

duffeldoffel

Zitat von: T. Savini am So, 22. Jan. ’12, 21:18
... aber seit 1999 hat kein Team mehr den SB verteidigt ...

Die Patriots gewannen Super Bowl 38 und 39 (und davor 36). :prof:

T. Savini

Zitat von: duffeldoffel am So, 22. Jan. ’12, 21:19
Zitat von: T. Savini am So, 22. Jan. ’12, 21:18
... aber seit 1999 hat kein Team mehr den SB verteidigt ...

Die Patriots gewannen Super Bowl 38 und 39 (und davor 36). :prof:
Upps stimmt :geeze:

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