Autor Thema: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB  (Gelesen 755 mal)

Offline stig49

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49ers CEO Jed York traf sich überraschend am Freitag mit Reportern und gab so einiges preis, was ihn in den letzten Jahren bewegt hat. Er sprach auch über die Zeit, als frustrierte Fans ihn massiv kritisierten. „Ich versuche jeden Tag dran zu denken, wie Flugzeugbanner über dem Stadion kreisten, auf denen ich zum Rücktritt aufgefordert werde“, sagte York sarkastisch, „das wird immer meine liebste Erinnerung im Leben bleiben. Aber im Ernst: Ich konzentriere mich auf das, was jetzt zu tun ist. Ich freue mich für unsere Fans. Die sieben Jahre, seit wir im Super Bowl waren, sind gar nicht so lange. Aber dazwischen lag ein tiefes Tal.“.

Zwei Wegpunkte sind für York wichtig: Zum einen seine Entscheidung, Kyle Shanahan und John Lynch jeweils Sechs-Jahres-Verträge zu geben. Und zum anderen die Entscheidung, sich von First-Round-Rookie Reuben Foster zu trennen.

Zu Punkt 1 sagte Lynch: „Ich glaube, ich zahle bis heute drei Coaches. Damals dachte ich mir, wenn ich die alle bezahlen muss, dann kann ich doch genauso gut einem einzigen sechs Jahre anbieten. Das schien mal auch finanziell eine gute Idee. Ich verstand, dass wir die selbe Vision hatten und zusammenpassen. Natürlich war es ein Sechs-Jahres-Deal, aber für mich waren es erst zwei Jahre der Reparaturen, und dann ein Vier-Jahres-Vertrag. Wichtig war, dass ich wusste, dass ich mit Kyle und John Leute habe, mit denen ich mich durch den ganzen Mist durcharbeiten kann“.

Der schmerzhafte Schritt, kurz vor dem Spiel am 25. November in Tampa Bay sich von Reuben Foster zu trennen, ist für York im Nachhinein ein Moment der Selbstdefinition. Foster war zuvor zum wiederholten Mal wegen Vorwürfen der häuslichen Gewalt verhaftet worden. Das sei ein wichtiger Schritt gewesen, um die Kultur zu etablieren, die so wichtig für den Erfolg des Teams wurde. „Ich liebe Reuben“, so York, „und wünschte, er wäre noch bei uns. Wir haben ihm seine Chancen gegeben und einigen anderen auch. Wir haben auch unsere Grenzen gesetzt und gesagt, wenn das nicht zu reparieren ist, trennen wir uns auch von einem talentierten Spieler.” Er glaubte nicht, dass das mit jedem Coach und jedem General Manager in der NFL so möglich gewesen wäre, meint York. “Ich glaube, das war einer der entscheideneden Moment, dass John und Kyle in der Lage waren zu sagen: “Das ist unser First-Round-Pick in unserem ersten Jahr - und von dem trennen wir uns, was hart war”. Denn auch die andere Entscheidung wäre argumentierbar gewesen.

Wie schwer der Weg aus dem Tal auch für York gewesen sein muss, zeigt sein Vergleich mit dem Film “Shawshank Redemption”. Darin kämpft sich der zu  Unrecht wegen Mordes verurteilter Banker Andy Dufresne nach 20 Jahren aus dem Gefängnis, schappt sich das Schwarzgeld des korrupten Gefängnischefs und flieht in die Freiheit am Strand von Mexico. “Jeder möchte am Ende an den Strand”, sagte York, “aber kaum einer hält das aus, was Andy ausgehalten hat. Wir mussten es auch aushalten. Und Kyle und John sind zwei Kerle, bei denen ich wusste, wir können es zusammen schaffen. Ich wollte unseren Fans (mit den Sechs-Jahres-Verträgen) die Botschaft geben, jetzt sind die richtigen Männer da.”

Das Gefühl, die 49ers könnten es tatsächlich in den Super Bowl schaffen, hatte York erstmals, als es den 49ers gelang, in der letzten Draft Nick Bosa zu holen: “Ich wusste ja, welche Schritte wir bereits gemacht hatten, und als wir Bosa draften konnten, dachte ich: Jetzt ist es möglich”. Und somit bekam auch die schwere Verletzung von Quarterback Jimmy Garoppolo Sinn, denn mit einem gesunden Garoppolo hätten die Niners wohl kaum den Nr 2-Pick der Draft bekommen.

Ein Sieg fehlt noch bis zum grossen Ziel - und eines hat Jed York schon klar gemacht: Falls die Niners es schaffen sollten und falls es dann eine Einladung von Präsident Trump ins Weiße Haus geben sollte - er würde hingehen. Aus Respekt vor dem Weißen Haus, denn mit Politik-Diskussionen wolle er gar nicht erst anfangen.

Quellen: 49ers.com, CSN BayArea; ESPN
« Letzte Änderung: 25. Jan. 20, 13:47 von stig49 »

Offline Fritzini

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Re: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB
« Antwort #1 am: 25. Jan. 20, 14:22 »
Aus Respekt vor dem Weißen Haus, denn mit Politik-Diskussionen wolle er gar nicht erst anfangen.
Respekt! Unser Jeddie wird noch richtig Weise in seinen Entscheidungen. Hat er doch was von Eddie abbekommen.
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Offline stig49

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Re: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB
« Antwort #2 am: 25. Jan. 20, 14:26 »
Aus Respekt vor dem Weißen Haus, denn mit Politik-Diskussionen wolle er gar nicht erst anfangen.
Respekt! Unser Jeddie wird noch richtig Weise in seinen Entscheidungen. Hat er doch was von Eddie abbekommen.
In der Hinsicht aber bitte  nicht. Als Owner war Eddie ja gut, aber ansonsten: Gemauschelt, einen Gouverneur bestochen, und am Ende merkte auch er, dass er das Team abgeben muss. Hoffe, dieser Jed York bleibt noch ein bisschen

Offline reagan - The Left Hand

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Re: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB
« Antwort #3 am: 25. Jan. 20, 16:45 »
Sehr interessant. York wirkte bei der Übergabe der NFC Trophäe sehr angefasst. Hat sicher noch mit seinem Bruder zu tun, aber genrell gingen ihm die letzten Jahre durch den Kopf. Er ist für mich ein positives Beispiel, dass Menschen sich weiter entwickeln können. Wobei er und Harbaugh eben auch unterschiedliche Generationen waren und JH ihn wohl auch nicht richtig ernst genommen hat.
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

Offline MoRe99

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Re: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB
« Antwort #4 am: 25. Jan. 20, 16:49 »
Wobei er und Harbaugh eben auch unterschiedliche Generationen waren und JH ihn wohl auch nicht richtig ernst genommen hat.

Was damals auch nicht so ganz unbegründet war.

Offline reagan - The Left Hand

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Re: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB
« Antwort #5 am: 25. Jan. 20, 18:55 »
Ja, er musste erst wachsen.
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Offline Uthorr49

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Re: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB
« Antwort #6 am: 26. Jan. 20, 17:12 »
Wobei er und Harbaugh eben auch unterschiedliche Generationen waren und JH ihn wohl auch nicht richtig ernst genommen hat.

Was damals auch nicht so ganz unbegründet war.
Er war damals einfach zu jung und unerfahren. Er hat das alles geerbt nicht erarbeitet.
Ich kann mich auch noch gut an seine Rede erinnern. Man feuert keinen Besitzer!
Sieht aber aus als ob er jetzt auf richtigen Kurs ist.

Offline Candlestick

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Re: Jed York: Reuben Foster war der erste Schritt Richtung SB
« Antwort #7 am: 27. Jan. 20, 00:36 »
Wobei er und Harbaugh eben auch unterschiedliche Generationen waren und JH ihn wohl auch nicht richtig ernst genommen hat.

Was damals auch nicht so ganz unbegründet war.
Er war damals einfach zu jung und unerfahren. Er hat das alles geerbt nicht erarbeitet.
Ich kann mich auch noch gut an seine Rede erinnern. Man feuert keinen Besitzer!
Sieht aber aus als ob er jetzt auf richtigen Kurs ist.

Andererseits hatte er damit ja sogar Recht. Niemand feuert den Besitzer außer der Besitzer feuert sich selbst und warum sollte er das tun?

Außerdem: hätte er die 49ers verkauft, dann nur an mich und ich wäre weitaus schlimmer als er. Also hätten die Fans auch damals schon froh über ihn sein müssen