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Commentary: igors Take: 49ers @ Cowboys

Begonnen von igor, Mo, 8. Sep. ’14, 10:01

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igor

»Sometimes it's better to be lucky than to be good.«
(Daryl Johnston, während des Spiels der Bears gegen die Bills.)

Noch selten habe ich einen dermaßen ungefährdeten Sieg einer Mannschaft erlebt, die weniger Time of Possession sowie deutlich weniger Total Yards und First Downs als der Gegner hatte.  Nach alldem, was wir in der Preseason erlebt haben, ist der gelungene Saisonstart vor allem eins: eine Erleichterung.

Trotzdem darf das nicht darüber hinwegtäuschen, daß dieser Erfolg in erster Linie Tony Romo geschuldet ist.  Nicht jeder Gegner wird uns dermaßen viele Touchdowns quasi schenken.  Nicht jeder Gegner wird aus zwei langen, zeitraubenden Drives bis tief in unsere Redzone zu Beginn des Spiels gerade einmal drei Punkte machen.  Regelmäßig darauf zu spekulieren wäre fahrlässig, auf Dauer wird das nicht gutgehen.

Um mich nicht falsch zu verstehen: die 49ers haben sich keineswegs schlecht präsentiert.  Die gestern gezeigte Leistung ist aber auch noch ein gutes Stück von dem entfernt, was beispielsweise die Seahawks am Donnerstag gegen die Packers abgeliefert haben.  Steigerungspotential ist noch reichlich vorhanden.

Vor allem an den Lines sahen wir für meinen Begriff auf beiden Seiten des Balles schwächer als der Gegner aus.  Romo hatte in der Regel weniger Druck bei seinen Würfen als Kaepernick, wenngleich die beiden Sacks von Justin Smith genau zu den richtigen Zeitpunkten kamen.  Auch das Laufspiel kam bei uns erst gegen Ende des Spiels auf Betriebstemperatur, während es bei den Cowboys von Beginn weg gut funktionierte.

Wirklich Sorgen bereiten mir nach diesem Spiel besonders die vielen verpaßten Tackles, einstmals unsere Stärke.  Abgesehen von seinem Fumble zu Spielbeginn hatte DeMarco Murray eine wirklich gute Partie.  Ein 100-Yard-Game gegen die 49ers-Defense (das erste in der Regular Season seit dem Ende der 2012er-Saison) mit 5,36 Yards per Carry muß man erst einmal abliefern.  Hoffentlich bleibt das die Ausnahme.  Hätten die Cowboys konsequenter auf den Lauf gesetzt, wäre das womöglich eine ganz enge Kiste geworden.

Interessant fand ich auf unserer Seite, daß unsere, unter Harbaugh schon fast traditionelle, Run-First-Philosophie in diesem ersten Spiel gänzlich verschwunden war.  Bis auf den ersten langen Lauf von Gore ging da zudem lange Zeit nicht viel.  Hyde machte mir einen viel besseren Eindruck in diesem Spiel als Gore; wenn er gesund bleibt, werden wir an ihm noch viel Freude haben.  Ich bin schon sehr gespannt, ob er im Lauf der Saison die Rolle als Primary Back von Gore übernehmen wird.

Wirklich schön fand ich unseren letzten Drive unmittelbar vor der Pause.  Neun Plays für 64 Yards in drei Minuten, abwechselungsreich, und am Ende auch mit einem Touchdown abgeschlossen – das darf ruhig unser Blueprint werden.  Schade, daß wir davon nicht mehr zu sehen bekamen.

Am besten und wichtigsten war freilich die Tatsache, daß wir gestern die Chancen, die wir auf dem Silbertablett serviert bekamen, auch tatsächlich in Touchdowns ummünzen konnten.  Das war in den letzten Jahren alles andere als selbstverständlich – man denke vor allem an das Panthers-Heimspiel letztes Jahr im November.  Auch die Third-Down-Conversion-Rate war gestern herausragend; etwas, worüber man sich in den vergangenen Spielzeiten immer nur punktuell freuen konnte.

Sehr ärgerlich waren leider die vielen Penalties.  Mich würde einmal interessieren, wieviele Strafen Ahmad Brooks in seiner Karriere bereits für Offside bzw. Neutral Zone Infraction kassiert hat.  Gefühlt fängt er sich in jedem zweiten bis dritten Spiel eine ein; das wird sich wohl nicht mehr ändern.  Abgesehen davon muß man aber auch festhalten, daß die Refs bei vielen Dingen gestern eher kleinlich (und teilweise auch falsch) gepfiffen haben, und das gleichermaßen auf beiden Seiten des Balles.

Positiv hervorheben möchte ich noch unser Backup-Cornerback-Duo, Perrish Cox und Dontae Johnson.  Die beiden haben angesichts der Umstände ihre Aufgabe wirklich ordentlich gemacht; vor allem letzterer war für mich die positive Überraschung in diesem Spiel aus 49ers-Sicht.  Besonders sein abgewehrter Pass bei Third Down für die Cowboys zu Beginn der zweiten Halbzeit war sehenswert.

Ein Fragezeichen bleibt hingegen bei den Special Teams hängen, besonders bei Phil Dawson.  Einen Field-Goal-Versuch aus 37 Yards dermaßen klar links vorbeizuschießen ist alles andere als beruhigend.  Es erinnert irgendwie unweigerlich an David Akers' letzte Saison im 49ers-Jersey.  Unsicherheit auf der Kicker-Position werden wir uns mit unserer Spielweise nicht leisten können.

Somit bleibt am Ende des Tages ein klarer Erfolg, ohne daß man sich wirklich strecken mußte.  Allzu viele Aufschlüsse hat das Spiel noch nicht gegeben, weil wir auch nicht wirklich viel zeigen wollten bzw. mußten.  Für den Home Opener gegen die Bears sollten wir erneut in der Favoritenrolle sein, allerdings wird es nicht leicht werden: was ein DeMarco Murray kann, kann ein Matt Forte schon lange.  Bis dahin bleibt auf jeden Fall die Freude über den ersten Sieg über die Cowboys seit zwölf Jahren; damit ist das zweitwichtigste Saisonziel schon erreicht.
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

stig49

Sehr schön zusammengefasst, stimme Dir in allem zu. Zum Auftakt reichte es, Super Bowl-Kandidat sind wir bei weitem noch nicht.

snoopy

Müssen wir jetzt ja auch noch nicht sein.
Nun gilt es erst einmal, bis zur bye-week Punkte zu sammeln.

Dann sehen wir weiter.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

TheBeast

Ganz ehrlich: Wenn wir in den diversen Power Rankings nach der Leistung den ein oder anderen Platz verlieren würde es mich auch nicht wundern. Wirklich schön zusammengefasst, finde ich. Und wo der Herr Bartholomäus tatsächlich den Traubensaft holt wissen wir frühestens nächste Woche (obwohl: Die haben gerade gegen die Bills verloren - Vistienkarte abgeben schaut auch anders aus).

sf49er

Du sprichst mir mit deinem Bericht aus der Seele.
Ein wichtiger Sieg, aber es sind noch viele Baustellen vorhanden...

igor

Zitat von: TheBeast am Mo,  8. Sep. ’14, 10:57
Und wo der Herr Bartholomäus tatsächlich den Traubensaft holt wissen wir frühestens nächste Woche (obwohl: Die haben gerade gegen die Bills verloren - Vistienkarte abgeben schaut auch anders aus).
Das war immerhin ein unterhaltsames Spiel (war ja »mein« 7-Uhr-Spiel), wobei auch hier – ähnlich wie bei uns – gilt: die Bills haben vor allem von den Turnovers der Bears gelebt.  Wenn er den Ball einmal zu den eigenen Spielern geworfen hat, hat Cutler den Ball eigentlich recht schön verteilt.  Forte brauchte im Laufspiel ein wenig, um auf Touren zu kommen, wurde mit der Fortdauer des Spiels aber immer gefährlicher.
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—Jurgen

tuneman

Super Zusammenfassung. Ich stimme auch in allen Punkten zu.

Nur eine Anmerkung:
Was mich gestern fast am meisten geärgert hat, waren die vielen Strafen (ob jetzt 100% gerechtfertigt, oder nicht)
Das muß abgestellt werden. Es waren zumindest 4 1st downs der Cowboys durch Penalties zustandegekommen.

reagan - The Left Hand

Treffend geschrieben - allerdings noch den Zusatz, das was Romo kann - auch Cutler kann. Seine Interception gestern hätte auch Romo gut zu Gesicht gestanden  :)
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

igor

Das stimmt schon, Cutler hat gestern auch nicht geglänzt.  Insgesamt fand ich ihn aber weitaus stärker als Romo.
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—Jurgen

Cordovan

Frage: Warum schreibst du vom zweitwichtisten Saisonziel? Die Rivalität zw. den Boys und den 9ers gibt es für mich schon lange nicht mehr. Viel wichtiger wären heuer 3 Siege gegen die Hawks und natürlich an erster Stelle steht der SB-Gewinn.

Wenn man um die PO's mitspielen will - war das nur ein Pflichtsieg nicht mehr und nicht weniger. Wir wissen seit dem vorigen jahr, dass man während der Regular-Season sich keinen Ausrutscher erlauben darf, wenn man an den Hawks vorbei will bzw. nicht wieder in den PO's in Seattle antreten will.

Wichtig ist ist erste Saisonhälfte mal einigermaßen zu überstehen um danach gegen die Hawks alles aufbieten zu können.

Ansonsten KLASSE geschrieben!
Erst wenn eine Mücke auf deinen Hoden landet, wirst du lernen Probleme ohne Gewalt zu lösen. - Konfuzius.

igor

Zitat von: Cordovan am Mo,  8. Sep. ’14, 12:23
Frage: Warum schreibst du vom zweitwichtisten Saisonziel? Die Rivalität zw. den Boys und den 9ers gibt es für mich schon lange nicht mehr. Viel wichtiger wären heuer 3 Siege gegen die Hawks und natürlich an erster Stelle steht der SB-Gewinn.
An erster Stelle steht der Super-Bowl-Gewinn, keine Frage.  Alles andere ist nebensächlich.  Daß ich die 49ers-Seahawks-Rivalität für völlig overhyped halte, sollte hinlänglich bekannt sein.  Rivalitäten entstehen für mich aus der Historie heraus und nicht wegen einer handvoll Jährchen, in denen es erst einmal wirklich um die Super Bowl ging (letzte Saison).  Daher sind für mich nach wie vor die Cowboys die Negativ-Nummer-Eins der Liga.  Wer das anders sieht, dem sei das unbenommen.

Unterm Strich ist es latürnich sowieso völlig wurscht, wie wir zum Titel kommen.  Sollten wir im Februar die VLT stemmen, dann ist's mir herzlich egal, gegen wen aller wir in der Regular Season verloren haben.  Da ich die Cowboys am wenigsten mag, verliere ich gegen die demnach auch am wenigsten gern.

Zitat von: Cordovan am Mo,  8. Sep. ’14, 12:23
Wenn man um die PO's mitspielen will - war das nur ein Pflichtsieg nicht mehr und nicht weniger. Wir wissen seit dem vorigen jahr, dass man während der Regular-Season sich keinen Ausrutscher erlauben darf, wenn man an den Hawks vorbei will bzw. nicht wieder in den PO's in Seattle antreten will.
Auch die Seahawks müssen, so wie auch wir, erst einmal dorthin kommen, noch ein drittes Mal gegen uns zu spielen.  Außerdem glaube ich, daß wir durchaus auch in Seattle bestehen können, wenn bei uns alle fit sind.
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—Jurgen

frontmode

Zitat von: igor am Mo,  8. Sep. ’14, 12:41
  Daher sind für mich nach wie vor die Cowboys die Negativ-Nummer-Eins der Liga.  Wer das anders sieht, dem sei das unbenommen.

Ich sehe das deswegen anders, weil die Cowboys kein Divisions-Gegner sind und sie seit 20 Jahren in der Bedeutungslosigkeit vor sich hindümpeln. Das war mal eine Rivalität....
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snoopy

Das kann ja jeder für sich halten, wie er will. Für mich PERSÖNLICH sind die Cowboys Gegner Nr.1 .

Jede Saison ist FÜR MICH schon einmal eine gute, wenn man die Cowboys geschlagen hat. Ist zwar doof und unprofesionell, aber egal - bin da ja nur Fan.

Hat, wie ihr schon geschrieben habt, auch bei mir überhaupt nichts mit aktueller sportlicher Rivalität zu tun. Ich finde, den sportlichen Rivalen kann ich sehr wohl mögen. Die Cowboys nicht !

Zurück zum Thema: Die Ansätze von igor sind auch meine, jedoch würde ich dieses Spiel rein sportlich schon eher als Pre-Season-Spiel bewerten. Der Gegner war keiner und unser Team wird sicherlich Ende Okrober auch schon anders aussehen.

Spielerisch werden wir dieses Spiel schnel als einfachen Sieg abgehakt haben. in Erinnerung bleiben wird die Verlässlichkeit von Gore und Romo  ;) ;D
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

igor

Zitat von: snoopy am Mo,  8. Sep. ’14, 12:59
Das kann ja jeder für sich halten, wie er will. Für mich PERSÖNLICH sind die Cowboys Gegner Nr.1 .

Jede Saison ist FÜR MICH schon einmal eine gute, wenn man die Cowboys geschlagen hat. Ist zwar doof und unprofesionell, aber egal - bin da ja nur Fan.

Hat, wie ihr schon geschrieben habt, auch bei mir überhaupt nichts mit aktueller sportlicher Rivalität zu tun. Ich finde, den sportlichen Rivalen kann ich sehr wohl mögen. Die Cowboys nicht !
Sehr schön formuliert – ich stimme uneingeschränkt zu.
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—Jurgen

Cordovan

Zitat von: frontmode am Mo,  8. Sep. ’14, 12:45
Zitat von: igor am Mo,  8. Sep. ’14, 12:41
  Daher sind für mich nach wie vor die Cowboys die Negativ-Nummer-Eins der Liga.  Wer das anders sieht, dem sei das unbenommen.

Ich sehe das deswegen anders, weil die Cowboys kein Divisions-Gegner sind und sie seit 20 Jahren in der Bedeutungslosigkeit vor sich hindümpeln. Das war mal eine Rivalität....
Dem schließe ich mich so an.
Erst wenn eine Mücke auf deinen Hoden landet, wirst du lernen Probleme ohne Gewalt zu lösen. - Konfuzius.

bernd.urban

Dann wär das wenigstens geklärt...  :P 
:fight:

was mir derzeit mehr sorgen bereitet, ist die Rivalität zwischen Phil Dawson und den goalposts... :(

snoopy

Betonung auf ZWISCHEN, Herr Dawson  ;)
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

bernd.urban

vielleicht lags am wind? Klimaanlage zu hoch gedreht??? ;)

goldbüchi

sehr sehr gute Zusammenfassung. Dem ist nixx mehr hinzuzufügen. Danke schön

Zacharry

im grunde so wie erwartete: unsere D# ist vergleichsweise schwach, der passangriff ist spitze, keap hat ein super spiel gemacht, carlos hyde wird gore recht bald ablösen.

das ausscheiden der beiden starting CB's wirkte sich kaum aus, was zum einen für die qualität der backups sprechen kann, sehr viel wahrscheinlicher aber für die schwächen der ganzen unit spricht. das mag gegen dallas noch alles kein großes thema sein, gegen andere gegner wird das ganz bedenklich. würde mich nicht wundern wenn wir in nächster zeit einen weiteren CB holen.

tackling ganz schwach, kaum druck auf romo, große freude das justin 2 mal durchkam, der typ ist einfach der hammer.

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