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In-Depth: Grant Cohn: Vorhersehbares Playcalling zieht die 49ers Offense runter

Begonnen von MoRe99, Di, 20. Sep. ’16, 21:19

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MoRe99

Grant Cohn von pressdemocrat.com spricht einige Tendenzen der 49ers-Offense an, die seiner Meinung die Offense vorhersehbarer machen als letzte Saison unter Tomsula. Hinweis: Immer, wenn im nachfolgenden Text "ich" steht, redet Cohn von sich.

Ich sage nich, dass Chip Kelly schlimmer ist an Jim Tomsula. Aber ich sage auch nicht, dass Kelly besser ist als er. Ich nehme an, dass er besser ist, obwohl die Zahlen bisher nicht zeigen, dass das wahr ist.

Nach zwei Spielen weisen die Niners eine Bilanz von 1-1 auf, genau wie letzte Saison. Sie haben ihren Gegner im Season Opener zuhause dominiert, genau wie letzte Saison, und gaben dann in der folgenden Woche auswärts mindestens 43 Punkte ab, und sie verloren dieses Spiel, genau wie letzte Saison.

Also was ist anders bei Kellys Team als bei Tomsulas Team?

Oberflächlich betrachtet ist Kellys Offensive besser. Unter ihm erzielten die Niners 55 Punkte in zwei Spielen. Unter Tomsula erzielte sie in den ersten beiden Wochen der Saison nur 38 Punkte. Vorteil: Kelly.

Gräbt man jedoch tiefer, findet man heraus, dass 38 der 55 Punkte, die die Niners untern Kelly erzielt haben, aus sechs Turnovers der beiden Gegner resultierten. Diese Turnover lassen die Offense der 49ers besser aussehen als sie ist.

Der beste Weg, über eine Offense zu urteilen, ist über die erzielten Yards, nicht über die Punkte, die durch Turnover und Feldposition aufgebläht sein können. Wenn es darum geht, den Ball zu bewegen, kommt die Offense unter Kelly im Durchschnitt auf lediglich 4,4 Yards pro Play - das ist der zweitschlechteste Wert in der NFL. Nur die Rams sind schlechter. Letzte Saison konnte die Offense der 49ers über die ersten beiden Spiele im Durchschnitt 5,4 Yards pro Play erzielen, und über die gesamte Saison hinweg 5,0 Yards pro Play. Vorteil: Tomsula.

Vergleichen wir das Laufspiel miteinander, so ist Kelly berühmt für seinen scheinbar super-moderne, Up-Tempo, Spread-Option-Laufangriff. Aber über die ersten beiden Spiele kommt Kellys Offense auf lediglich 3,2 Yards pro Lauf. - der fünftschlechteste Wert der Liga. Letzte Saison kamen die Niners über die ersten beiden Spiele auf 4,9 Yards pro Laufspielzug, und auf 4,0 Yards pro Lauf über die gesamte Saison betrachtet. Vorteil: Tomsula.

Bitte nicht vergessen: ich sage nicht, dass Kelly schlimmer ist als Tomsula. Aber ich sage, dass Kelly schlechter ist als man sich eingestehen möchte. Ich sage auch, dass das Fundament seines Angriffsschemas - sein Laufspiel - einfach und vorhersehbar ist. Es hat Tendenzen, die sogar ich identifizieren kann. Ich liste sie mal auf.

Tendenz #1: Wenn Kelly einen Lauf ansagt, so sagt er dieses Play in rund 75% der Laufspielzüge an. Das Play heißt "Inside-Zone-Read", und die Runningbacks laufen entweder hinter dem Left Guard oder hinter dem Right Guard.

Tendenz #2: Wenn Kelly einen Lauf ansagt mit drei Wide Receivern in der Formation und einem Tight End, der einen Schritt hinter der Line of Scrimmage steht, ist der Laufspielzug zu 100% "Inside-Zone-Read".

Tendenz #3: Wenn Kelly einen Lauf für Carlos Hyde ansagt ist das Play so angelegt, dass Hyde in nahezu 100% der Fälle zwischen den Tackles laufen soll. In dieser Saison hatte Hyde bisher 37 Läufe, und nur ein einziger war vom Play Design her darauf ausgelegt, außerhalb der Tackles zu gehen. Mit diesem Lauf, einem "Outside-Zone-Read", erzielte Hyde 5 Yards. Man könnte meinen, Kelly hätte das Play für Hyde öfter aufgerufen, aber Kelly änderte nichts.

Er bleibt bei seinen Tendenzen.

Nehmen wir das Spiel vom Sonntag gegen die Panthers. Die Niners verloren 46-27 und erzielten im Schnitt gerade einmal 2,5 Yards pro Laufspielzug, weil Kellys Laufspiel nicht funktionierte. Er wollte Hyde zwischend en Tackles einsetzen und Shaun Draughn außerhalb der Tackles, aber Hyde hatte nur 2,2 Yards pro Lauf durch die Mitte während Draughn über außen auf -4 Yards pro Lauf kam. Die Panthers kannten Kelly Tendenzen und erstickten seinen Gameplan im Keim.

Die Niners wären gegen Carolina besser damit gefahren, hätte Kelly einfach gegen seinen Tendenzen gehandelt. Er hätte Draughn durch die Mitte laufen alssen sollen und Hyde über außen. Draughn kam auf durchschnittlich 4,8 Yards pro Lauf durch die Mitte und Hyde auf 5,0 Yards außerhalb der Tackles.

Jim Harbaugh führte einst die Niners in green Bay zu einem Sieg gegen die Packers, indem er tat, was ich eben vorgeschlagen habe. Das war 2012. Die Packers rechneten mit Frank Gore durch die Mitte und mit Kendall Hunter über außen, aber die Niners machten es genau umgekehrt. Gore lief über außen, Hunter durch die Mitte, die Offense der 49ers kam auf 186 Yards auf dem Boden und das Team gewann 30-22.

Das ist Coaching!

Ich weiß nicht, wie ich das bezeichnen soll, was Kelly macht. Er verwendet dieselben Läufe jede Woche, ob sie funktionieren ode rnicht. Jeder könnte das tun. Tomsula könnte das tun. Ich könnte das tun.

Ich fragte Kelly auf der Pressekonferenz am Montag nach seinem Laufspiel. "Wie kontern sie, wenn ihr Basislaufspiel nicht funktioniert?" fragte ich.

"Man muss sie (Anm. d. Red.: die gegnerische Defense) mit dem Passspiel etwas auflockern," antwortete Kelly. "Vielleicht muss man den Ball beim ersten Versuch etwas häufiger werfen."

In anderen Worten: Kelly hat kein alternatives Laufspiel, dem er sich zuwenden kann, wenn sein einfaches, vorhersehbares Laufspiel nicht funktioniert.

Ist das Coaching?

Quelle: Grant Cohn (www.pressdemocrat.com, 19.09.16)

reagan - The Left Hand

Mhh, harte Worte. Ich bin noch nicht bereit, dem zu folgen. Auch wenn ich Cohn eigentlich gerne lese.
"Geld spielt keine Rolle. Unser Ziel ist der Gewinn des Super Bowls" so York.

MoRe99

Ich stimme nicht mit allem überein, was Cohn da schreibt. Z.B. spricht er von 5 Yards, die Hyde im Schnitt über außen erzielte, und meint dann, das hätte öfter kommen müssen. Weiter oben schreibt er aber, dass nur ein einziger Run für Hyde so angelegt war, dass er über außen geht, und dass dieser 5 Yards einbrachte. Ob das bei mehreren Versuchen immer noch ein Schnitt von 5 Yards gewesen wäre ist aber völlig offen.

Wo ich aber absolut bei ihm bin sind zwei Dinge. Zum einen, dass Kellys Laufspiel zumindest in Carolina zu vorhersehbar war. Gegen die Rams gab es einige wenige Plays, die nicht ganz so stur Inside Zone Read waren, aber bei den Panthers war es immer dasselbe.

Zum anderen, dass Kelly im Laufspiel Alternativen braucht. Es muss möglich sein, mal was unvorhersehbares zu tun, etwas anderes als Inside-Zone-Read zu spielen, auch mal die RBs "gegen den Strich" zu besetzen. Mehr Pässe beim ersten Versuch sind zwar nicht ganz berkehrt, aber wenn das Laufspiel dann doch wieder immer gleich ist, wird auch das nicht viel helfen. V.a. dann, wenn QB und Receiver nicht in der Lage sein sollten, den Pass beim first down zu einem Element zu machen, das der Gegner wirklich respektieren muss.

Marcello

Genau das hatte ich in beiden Live-Threads schon angemerkt, die Inside Zone Runs sind zu viel, zu vorhersehbar. Wenn da einfach mehr Abwechslung kommt, vielleicht ja auch mal sowas wie ein designter QB Run wie wir ihn am Sonntag bei Newton gesehen haben, eben einfach Abwechslung, dann werden auch die Inside Zone Runs erfolgreicher werden. Dazu muss das Passspiel natürlich weiter verbessert und respektiert werden.
#49er Faithful!

stig49

Ich finde, in der Tendenz hat Cohn recht - so wie es IM MOMENT aussieht. Nun gilt Kelly aber als Superbrain, da kann ich mir nicht vorstellen, dass er tatsächlich nur eine Option im Sack hat. Seine Beharrlichkeit gegen die Panthers dürfte also andere Gründe gehabt haben - auf jeden Fall hat es nicht funktioniert.

Insofern ist es ein BISSCHEN billig, jetzt gleich so auf den Coach einzudreschen. Das wäre nach fünf solchen Spielen angebrachter. Aber ich muss auch sagen - Cohn hat einen speziellen Blick auf Dinge und vor allem er traut sich was. Früher war er immer zu schrill, jetzt gefällt er mir zunehmend besser.

snoopy

Ich frage mich nur, warum Cohn kein erfolgreicher Coach ist.
Aber egal, seine Sache.

Das einzige, was ich wirklich verlässlich zu den Trends sagen kann, ist, dass wir erst zwei Spiele hinter uns haben. Nach vier bis fünf kann man erst wirklich von Trends sprechen.


Was auch gerne vergessen wird. Es geht nicht nur um Kelly und Tomsula, sondern auch um das Team, welches den Coaches zur Verfügung gestellt wird.
Und hier kann leider keiner behaupten, dass bei den 49ers nur Weltklasse auf dem Feld steht.
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

Klaus

Sehe ich genauso! Es ist nicht mehr als die eventuelle Früherkennung eventueller Trends. Seine Analyse ist legitim, vielleicht auch, zu welchem prozentualen Anteil auch immer, richtig, aber die Grundlage, nämlich zwei Spiele, ist mir zu wenig. So wie snoopy schrieb, einige Spiele abwarten und dann mal sehen!

igor

Zitat von: stig49 am Di, 20. Sep. ’16, 23:32
Ich finde, in der Tendenz hat Cohn recht - so wie es IM MOMENT aussieht. Nun gilt Kelly aber als Superbrain, da kann ich mir nicht vorstellen, dass er tatsächlich nur eine Option im Sack hat. Seine Beharrlichkeit gegen die Panthers dürfte also andere Gründe gehabt haben - auf jeden Fall hat es nicht funktioniert.
Ein Gedanke, der mir während des Spiels mehrmals kam: vielleicht hat Kelly erkannt, daß wir so oder so nicht gewinnen werden, weil die Panthers nach belieben jederzeit noch nachlegen können – und dann spielt er einfach seinen Stiefel runter anstatt andere Dinge aus seinem Playbook zu ver(b)raten ...  ist aber eigentlich zu weit hergeholt; so richtig kann ich mir das nicht vorstellen (auch wenn ich's nicht zu hundert Prozent ausschließen würde).
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

zugschef

Zitat von: igor am Mi, 21. Sep. ’16, 09:07
Ein Gedanke, der mir während des Spiels mehrmals kam: vielleicht hat Kelly erkannt, daß wir so oder so nicht gewinnen werden, weil die Panthers nach belieben jederzeit noch nachlegen können – und dann spielt er einfach seinen Stiefel runter anstatt andere Dinge aus seinem Playbook zu ver(b)raten ...  ist aber eigentlich zu weit hergeholt; so richtig kann ich mir das nicht vorstellen (auch wenn ich's nicht zu hundert Prozent ausschließen würde).
Halte ich für absolut möglich. Was die Gerissenheit angeht, sehe ich Kelly auf einer Ebene mit Harbaugh.

frontmode

Zitat von: zugschef am Mi, 21. Sep. ’16, 09:08
Zitat von: igor am Mi, 21. Sep. ’16, 09:07
Ein Gedanke, der mir während des Spiels mehrmals kam: vielleicht hat Kelly erkannt, daß wir so oder so nicht gewinnen werden, weil die Panthers nach belieben jederzeit noch nachlegen können – und dann spielt er einfach seinen Stiefel runter anstatt andere Dinge aus seinem Playbook zu ver(b)raten ...  ist aber eigentlich zu weit hergeholt; so richtig kann ich mir das nicht vorstellen (auch wenn ich's nicht zu hundert Prozent ausschließen würde).
Halte ich für absolut möglich. Was die Gerissenheit angeht, sehe ich Kelly auf einer Ebene mit Harbaugh.

Dann hätte er das Spiel arg früh aufgegeben.... Wenn er wirklich so denkt, dann bin ich guter Dinge, dass man am Ende der Saison keine unnötigen Siege mehr einfährt und damit einen guten Draftpick verspielt  8) - falls es denn soweit kommt.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

snoopy

Hey, als Tabellenführer denkt man nicht über Draftpicks nach  ;D :)
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

IamNINER

Zitat von: snoopy am Mi, 21. Sep. ’16, 07:33
Ich frage mich nur, warum Cohn kein erfolgreicher Coach ist.
Aber egal, seine Sache.

...

Mit der gleichen Argumentation darf dann aber auch niemand den WR kritisieren, der den Ball droppt oder den QB, welcher nicht Top spielt, usw. Denn niemand von uns ist ja auch nur annähernd Spieler auf NFL Niveau.
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

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blubb0r

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snoopy

Zitat von: IamNINER am Mi, 21. Sep. ’16, 10:16
Zitat von: snoopy am Mi, 21. Sep. ’16, 07:33
Ich frage mich nur, warum Cohn kein erfolgreicher Coach ist.
Aber egal, seine Sache.

...

Mit der gleichen Argumentation darf dann aber auch niemand den WR kritisieren, der den Ball droppt oder den QB, welcher nicht Top spielt, usw. Denn niemand von uns ist ja auch nur annähernd Spieler auf NFL Niveau.

Klar darf man.
Dann sollte man nur eine Antwort haben, wie es besser geht.

Uralte Coachingweisheit: Sage nie einem Receiver " fang doch den Ball". Zeige ihm, wie.

Aber wie gesagt: egal

Man sollte nur nun nicht vorschnell urteilen und hinkende Zahlen heranziehen. Ab dem fünften Spieltag ca. ok. Aber jetzt ?
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

snoopy

OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

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