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In-Depth: East-Coast-Bias der 49ers?

Begonnen von frontmode, Di, 30. Apr. ’13, 17:31

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frontmode

Der Begriff ,,East-Coast Bias" entstammt dem College Football, nach dem sich die Teams an der Westküste bei der Erstellung der Rangfolgen gegenüber den Ostküsten-Teams benachteiligt fühlen. Der Vorwurf ist meist, dass die Juroren nur die Spiele in der Eastern und Central Time Zone schauen und danach ins Bett gehen. 

Anbei eine Übersicht über die Draft-Picks der 49ers in den letzten drei Drafts. Dabei wurden die Teams grob regional nach Ost, Mitte und West eingeteilt. Diese Einteilung ist zusätzlich auch abhängig von Conference, in der das Team spielt (beispielswiese liegt Missouri ziemlich in der Mitte, spielt aber in der East-Coast Conference SEC).

Baalke und Harbaugh haben zusammen insgesamt 28 Spieler gedraftet. Mehr als die Hälfte – nämlich 17 – stammen von einem College bzw. einer Conference aus dem Osten. 6 Spieler kommen von Teams, die der Mitte des Landes zugeordnet werden können und nur 5 von der Westküste bzw. Teams aus dem Westen.

Aufgeteilt nach Conferences bedeutet dies:

   - SEC: 6 Spieler (Ost)
   - ACC: 5 Spieler (Ost)
   - Big12: 4 Spieler (Mitte)
   - Big10: 2 Spieler (Ost)
   - PAC12: 2 Spieler (West)
   - Conference USA: 2 Spieler (Ost)
   - Big-East: 1 Spieler (Ost)
   - MWC: 1 Spieler (Ost)

Dazu kommen ein Spieler von Notre Dame (Ost), drei Spieler aus der Football Championship Subdivision (2x Ost, 1x West) und einer Spieler von einem Division II College (West).

Betrachtet man die Bundesstaaten, so stellt Florida mit 5 Spielern die Mehrheit dar, alle anderen Staaten sind mit maximal 2 Spielern vertreten. Auffällig ist, dass nur ein Spieler aus Kalifornien den Weg zu den 49ers gefunden hat – und sich dort am Ende nicht durchsetzten konnte.

Ähnlich wie bei Pete Carroll, Chip Kelly und Doug Marrone hat Harbaugh bisher keinen einzigen seiner Schützlinge aus College-Zeiten gedraftet.

Es hat den Anschein, dass das Scouting Department sehr stark auf den (Süd-) Osten der USA konzentriert ist und hier immer wieder Überraschungsspieler (Miller, Daniels) geholt werden.

Baalke selber hat aber Matt Barrows auch berichtet, dass manche Ziele der 49ers eher zufällig entstehen. Er war ungeplant beim Spiel von Texas A&M gegen Louisiana Tech anwesend, als Patton die nicht gerade schlechte Defense der Aggies im Alleingang zerlegt hat. Danach war er ein fester Teil des Draftboards der 49ers.

Es bleibt abzuwarten, ob diese regionale Verteilung ein Trend ist, oder ob es vielleicht nächstes Jahr schon wieder ganz anders ist.
QuestFor32:
49ers, Cardinals, Rams, Seahawks, Buccaneers, Falcons, Panthers, Saints, Lions, Packers, Vikings, Cowboys, Giants, Broncos, Chargers, Chiefs, Raiders, Colts, Jaguars, Texans, Browns, Ravens, Dolphins, Jets, Patriots

Duke

Zitat von: frontmode am Di, 30. Apr. ’13, 17:31
Ähnlich wie bei Pete Carroll, Chip Kelly und Doug Marrone hat Harbaugh bisher keinen einzigen seiner Schützlinge aus College-Zeiten gedraftet.
da frag ich mich warum....
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

MoRe99

Zitat von: Duke am Di, 30. Apr. ’13, 17:34
Zitat von: frontmode am Di, 30. Apr. ’13, 17:31
Ähnlich wie bei Pete Carroll, Chip Kelly und Doug Marrone hat Harbaugh bisher keinen einzigen seiner Schützlinge aus College-Zeiten gedraftet.
da frag ich mich warum....

Chip Kelly hat es im Fall von Dion Jordan so erklärt:

Zitat
"When you start to get emotionally involved, and I was very conscious of that, then what do you have to do to move up?" Kelly said. "If you move up to get him, then that means you don't get Bennie Logan because you don't have a third-round pick, or you don't get Matt Barkley because you don't have a fourth-round pick. It's the accumulation of putting the whole team together. It's saying, 'What are you willing to sacrifice to get one player?'

Und aus dem Artikel dazu:

Zitat
Kelly and the Eagles decided Jordan wasn't worth the cost to move up when they were happy with the other option available. Oklahoma's Lane Johnson was the pick at No. 4 overall, and he's the athletic type of tackle that Kelly's offense needs.

Ich denke, das trifft es ganz gut. Vielleicht hast du , dann wenn du dran bist, einen Spieler, den du nicht im College hattest und den du schlicht und ergreifend besser einstufst als den Spieler, den du aus dem College kennst. Oder du würdest ihn, wie hier, eigentlich gerne nehmen, musst aber zusätzliche Picks investieren, um ihn zu bekommen, und verzichtest damit auf die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt einen Spieler zu holen, den du eben auch gerne in deinem Team sehen würdest. Da gilt es dann abzuwägen.

Außerdem kann es sein, dass du bei einem Spieler, den du im College betreut hast, gesehen hast, dass sein Potenzial vielleicht nicht so groß ist wie es von außen scheint. Im täglichen Umgang, im täglichen Training kriegst du halt doch mehr mit, als wenn du einen Spieler "nur" scoutest.

Kann aber natürlich auch sein, dass ein Coach seinen ehemaligen Spieler nur deshalb nicht draftet, weil der ihm irgendwann den letzten Donut vor der Nase weg gekauft hat ...  ;)
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

IamNINER

Zitat von: Duke am Di, 30. Apr. ’13, 17:34
Zitat von: frontmode am Di, 30. Apr. ’13, 17:31
Ähnlich wie bei Pete Carroll, Chip Kelly und Doug Marrone hat Harbaugh bisher keinen einzigen seiner Schützlinge aus College-Zeiten gedraftet.
da frag ich mich warum....

Vor zwei Jahren wars glaube ich, da hat Mayock mal gesagt, dass die Coaches bei den eigenen Spielern teilweise noch etwas kritischer hinschauen. Und man halt auch viele Spieler im Draft Pool findet, die man vielleicht auch gerne mal rekrutiert hätte, oder die sich dann anders entwickelt haben.

Die 49ers wollten damals ja Owen Marecic holen. Der ging aber knapp früher zu den Browns (wenn ich mich richtig erinnere). Es müssen denke ich spezielle Spieler sein, welche man wirklich holt. Nachträglich muss man fast sagen, dass Richard Sherman und Doug Baldwin durchaus nette Picks gewesen wären...
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

MyQuestFor32: 49ers, Lions, Patriots, Eagles, Seahawks, Rams, Jets, Raiders, Panthers, Cardinals, Broncos, Jaguars, Packers, Chargers, Titans

owl49er

Wieder ein sehr interessanter Artikel.

Vor allem war mir gar nicht bewusst, dass auch "The Cheat" bislang keinen seiner ehemaligen Spieler gedraftet hat. Bislang wurde doch nur Harbaugh als der böse, undankbare Bube dargestellt (Sherman...).

Spontan ist mir durch den Kopf geschossen, dass diese East-Coast-Bias vielleicht auch an der generellen Verteilung in der FBS liegen könnte:
"Ost"-Conferences: 81 (67,5%)
"Mitte"-Conferences (BIG 12, WAC): 17 (14,17%)
"West"-Conferences (PAC-12 und MWC): 22 (18,33%).

Da Du Notre Dame einzeln aufgeführt hast, habe ich die Independent-Teams in der obigen Auflistung weggelassen und keiner Region zugerechnet.

Wenn dann noch 23 Spieler gedraftet wurden, die sich auf Ost/Mitte/West verteilen lassen, ergebe dies rein statistisch eine Verteilung von:
Ost: ca. 15,53 Spieler
Mitte: ca. 3,26 Spieler
West: ca. 4,21 Spieler.

Spielt man jetzt den Gedanken weiter, dass Coaches offenbar nicht gerne ehemalige Spieler rekrutieren, könnte dies vielleicht auch auf die ganze Conference ausgeweitet werden. Vielleicht hat man dort auch schon mehr Schwächen entdeckt als bei Spielern, die man selbst nie live gesehen hat :noidea:

Für den Westen gilt dann auch noch insbesondere, dass in den letzten drei Jahren aus PAC-12 (87) und MWC (29) insgesamt 116 Spieler gedraftet wurden. Das sind 15,22%. Oder wieder umgerechnet auf die 23 Picks, die nach Ost/Mitte/West eingeteilt wurden: 3,5 Spieler... 
INEOS... guess who's just scored one unbelievable goal again :(

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