Autor Thema: Baalke draftet für die Zukunft, nicht nach Need  (Gelesen 853 mal)

Offline MoRe99

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Zwei Wochen vor dem Draft bestand General Manager Trent Baalke darauf, dass sein Roster auf jeder jeder Position voll sei und die 49ers nicht für Need draften würden. Er hielt sich daran, als es ans Draften ging.

Wenn es ein Thema für die Ausbeute beim Draft gibt ist es, dass wenige Spieler sofort Lücken füllen und viele Zeit brauchen werden, sich zu entwickeln.

Man kann dies über Erstrundpick Arik Armstead sagen, der bis vor einem Jahr zwei Sportarten ausübte, über Viertrundenpick Blake Bell, der den Wechsel von von Quarterback auf Tight End vollzieht, und über Viertrunden-Receiver DeAndre Smelter, der zu Georgia Tech ging, um Baseball zu spielen.

Baalke verwendete einen Fünftrundenpick für einen Punter, obwohl ein perfekt guter und perfekt gesunder Punter bereits auf dem Roster ist. Armstead spielt in einer Defensive Line, über die Head Coach Jim Tomsula vor rund einem Monat sagte, dass es die tiefste Gruppe sei, die er je in San Francisco gesehen habe.

Die drei größten Baustellen der 49ers schienen Cornerback, Wide Receiver und Inside Linebacker zu sein. Die Niners wählten keinen Cornerback aus, keinen Inside Linebacker und einen Wide Receiver, der wegen eines Kreuzbandrisses wenigstens bis zur Saisonmitte ausfallen wird.

Sowohl Baalke als auch Tomsula betonten, dass es sehr wohl Cornerbacks im Draft gab, die ihnen gefallen haben, aber dass diese schlicht und ergreifend nicht verfügbar waren, als die Niners dran waren. Baalke wies außerdem darauf hin, dass das Team letztes Jahr drei Cornerbacks - Dontae Johnson, Kenneth Acker und Keith Reaser - gedraftet hat.

"Wir halten sehr viel von den drei Jungs, die wir letztes Jahr gedraftet haben", sagte er. "Wir versuchten mehrmals, Cornerback im Draft zu adressieren. Unser Board - es ergab sich nicht. Manchmal passt es, manchmal nicht. Wir werden nicht 'reachen'. Wir werden nicht für Spieler 'reachen'. Es ist einfach etwas, das wir nicht tun. Aber wir fühlen uns gut, wir fühlen uns wirklich gut mit dieser Gruppe in diesem Raum."

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Ein anderes Team ist natürlich Größe. Armstead, Safety Jaquiski Tartt, Smelter, Punter Bradley Pinion und Offensive Lineman Trent Brown waren entweder die größten Spieler auf ihrer Position oder hatten Attribute - zum Beispiel Smelters massive 11-Inch-Hände - die sie in Bezug auf Größe auszeichnen. Brown war der größte Spieler bei der Scouting Combine.

Es gab außerdem keine Risiken in Bezug auf den Charakter. Der 2015er Draft war voller Spieler mit roten Flaggen - von Receiver Dorial Green-Beckham bis Pass Rusher Randy Gregory - und die Niners haben scheinbar charakterlich einwandfreie Spieler genommen.

Wie die meisten Teams entschieden die Niners offensichtlich, dass Green-Beckham ein zu großes Risiko war, um ihn in der ersten Runde zu nehmen. Hätten sie ihn in der zweiten Runde genommen?

Ja?
Vielleicht?
Wahrscheinlich?

Die Titans nahmen den großen Receiver - Green-Beckham hat offensichtlich das Größenattribut, das die Niners mögen - mit Pick #40, sechs Plätze vor San Francisco.

Passend dazu das, was Baalke über Drittrundenpick Eli Harold, einen Pass Rusher, sagte:

"Wir mochten wirklich die Person. Er ist ein herausragender junger Mann. Er ist ein Profi unter Profis. Er nimmt das Spiel sehr ernst. Er arbeitet daran. Er arbeitet unermüdlich an seinem Handwerk. Jeder, mit dem wir über Eli gesprochen haben, hatte nur Positives über ihn zu sagen. Und das reicht zurück bis zu seinem High School Coach und bis zu jedem, der mit ihm an der Universität von Virgina gearbeitet hat. Wir hatten ein gutes Gefühl bei ihm als Person und dann schaust du ihn dir auf Video an und der Junge hatte 15, 15,5 Sacks in den letzten beiden Jahren. Er spielte in dem Jahr gegen Miami mit Offensive Tackle Ereck Flowers (Erstrundenpick der New York Giants) im Team und er schlug sich sehr gut. Ich meine, er hatte zwei Sacks gegen ihn."

Baalke Faktencheck: Harold hatte letzte Saison keinen Sack gegen Miami. Tatsächlich hatte Harold in keinem seiner drei Spiele gegen die Hurricanes  einen Sack.

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Baalke sagt, Pinion muss den aktuellen Punter Andy Lee ausstechen, um den Job als Punter zu bekommen. Das kann man so interpretieren, dass Lee, der Spieler, der so lange wie kein anderer auf dem Roster der 49ers ist, deutlich besser sein muss als Pinion, um seinen Job zu behalten.

Pinion's Auswahl hat sehr viel mit der Salary Cap zu tun. Lee, einer der besten Punter der Liga über die letzten zehn Jahre, verdient diese Saison $2 Mio, und dieser Wert steigt in den kommenden Jahren. 2018 würde sein Grundgehalt über $4 Mio betragen. Ein Fünftrundenpick wie Pinion erhält in den kommenden Spielzeiten im Durchschnitt ca. eine halbe Million Dollar. Warum haben die Niners einen Punter gedraftet? Folge dem Geld!

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Seit Baalke 2010 begann, die Entscheidungen im Draft zu treffen, hat er sieben Spieler in der ersten Runde ausgewählt. Sechs davon hatten vor dem Draft einen Besuch bei den 49ers. Zusätzlich zu Armstead besuchten auch Zweitrundenpick Tartt und Viertrundenpick Mike Davis letzten Monat das Team.

Quelle: Matt Barrows (SacBee)
« Letzte Änderung: 4. Mai. 15, 20:05 von MoRe99 »
(M)Ein Blog zu den Rhein-Neckar Löwen
FB Mock Draft 19: #2 DE N. Bosa, #36 S N. Adderley, #71 OL M. Deiter, #104 CB S. Bunting, #156 TE K. Smith, #176 P J. Bailey, #212 WR J. Meyers

Offline stig49

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Re: Baalke draftet für die Zukunft, nicht nach Need
« Antwort #1 am: 4. Mai. 15, 23:15 »
Ist ja ein hübscher Ansatz, aber eines ist bislang auch klar: Der gefeierte Draft-Guru Baalke hat, und das hab ich jetzt von einem der Draft-Bewerter, hat eine unterdurchschnittliche Rate, wenn man drauf kuckt, wieviele Starter er bislang gedraftet hat.

2014: Kein Starter. Hyde wird wohl einer, Borland hätte einer werden können, Ward, Lynch,Johnson, Reaser, Acker, Ellington, Thomas, Martin Fragezeichen.
2013: Ein Starter - Eric Reid. Carradine, Lemonier, Patton, Dial Fragezeichen.
2012: Kein Starter. Jenkins, James, Looney, Fleming, Robinson, Slowey, Johnson, alles nix.
2011: Fünf Starter, einer davon bereits wieder weg: Smith, Kaepernick, Culliver, Kilgore, Miller. Dann noch Kendall Hunter, ein Backup, und der Rest ist vergessen.

Mit anderen Worten: Es wär schon ganz gut, wenn aus der Mehrzahl der 2015er-Projekte was werden würde.

« Letzte Änderung: 4. Mai. 15, 23:18 von stig49 »