49ersFanZone.net: Unsere Werte +++ Wetten zu Gunsten der FanZone – ab sofort!

 

In-Depth: San Francisco 49ers Season Preview 2014 – Teil 2: Draft

Begonnen von igor, Mi, 3. Sep. ’14, 10:30

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

igor

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer mehrteiligen Saisonvorschau über die San Francisco 49ers.  Bisher erschienene Teile:
(verfasst von zugschef)

2. Draft


Rookie Jimmie Ward ersetzt Carlos Rogers als Nickel-Cornerback.

Die 49ers gingen mit den meisten Draftpicks (12) aller 32 NFL-Teams in die Draft. Das Roster des Teams galt vor der Draft auch als das möglicherweise tiefste der Liga. Eklatante Schwächen gab es eigentlich keine, wenn man von Verletzungen und möglichen Suspendierungen absah. Allerdings war das Durchschnittsalter des Teams mit 28,3 Jahren auf dem zweitletzten Platz der Liga – den Bestwert hatte der Divisionrivale aus St. Louis mit 25,5 Jahren. Es war also durchaus wichtig, wieder ein paar Veterans durch Rookies zu ersetzen.

Nachdem General Manager Trent Baalke letztes Jahr hochgetradet hatte, um Eric Reid an siebzehnter Stelle auszuwählen, gingen viele Experten und Fans davon aus, dass er das heuer wieder so anlegen würde, um Wide Receiver Odell Beckham ins Team zu holen. Weil dieser aber bereits an der elften Stelle von den Giants ausgewählt worden war, blieben die 49ers stattdessen auf ihrem Spot und wählten überraschenderweise wie in der Saison davor einen Safety an Position 30 aus.

Jimmy Ward ist allerdings kein klassischer Safety und spielte für Northern Illinois im gesamten Defensive Backfield. Für die 49ers wird er vorerst den zu den Raiders auf die andere Seite der Bay abgewanderten Carlos Rogers im Slot ersetzen und voraussichtlich viel Einsatzzeit bekommen.

In der zweiten Runde schickte das Team seinen Pick von den Chiefs (für den Alex-Smith-Trade) nach Denver und holte sich den Draftpick der Dolphins, um an 25. Stelle den als besten Running Back der Draft gehandelten Carlos Hyde auszuwählen. Hyde (183 cm, 103,5 kg) wird mit Eddie Lacy verglichen, dem Back der Green Bay Packers. Da Frank Gore mittlerweile 31 Jahre alt ist, braucht dieses lauforientierte Team unbedingt einen Nachfolger. Wie richtig es war, einen Running Back früh zu draften, wurde nur allzu offensichtlich, nachdem sich Backup Kendall Hunter am zweiten Tag des Camps das Kreuzband gerissen und LaMichael James zwei Tage darauf den linken Ellbogen ausgekugelt hatten.

Den eigenen Pick der zweiten Runde schickte man zu den Jaguars und holte dann in der dritten an deren Position Center Marcus Martin mit dem 70. Pick der Draft. Nachdem Center Jonathan Goodwin das Team nach einem durchwachsenen Jahr in der Free Agency verlassen hatte, brauchte das Team etwas Konkurrenz für dessen Backup Daniel Kilgore. Martin wurde als der beste Center der Draft gehandelt.

Mit dem zweiten Pick in der dritten Runde, den sie letztes Jahr bei einem Draft-Day-Trade mit den Titans einsammeln konnten, holten die 49ers den kleinen aber unglaublich produktiven Inside Linebacker Chris Borland von Wisconsin. Er gilt als Klon von dem sich mittlerweile in Rente befindlichen fünffachen First-Team-All-Pro Zach Thomas. Die Frage, die sich stellt, ist, ob sich ein Spieler mit nur 74 cm kurzen Armen in der NFL als Linebacker durchsetzen kann; insbesondere wenn er für 40 Yards ganze 4,83 Sekunden braucht. Gerade in der Defense der 49ers ist auch Athletik bei den Inside Linebackern sehr gefragt.

Den eigenen Pick der dritten Runde schickte man nach Cleveland und holte mit dem Kompensationspick der selbigen Runde, den man Dashon Goldsons Abgang in der Free Agency 2013 verdankt, Offensive Tackle Brandon Thomas mit dem 100. Pick der Draft. Thomas hatte sich bei einem Workout für die Saints noch vor der Draft das Kreuzband gerissen und galt davor als möglicher Kandidat für die späte erste Runde, minimal jedoch als Zweitrunder. Wie Tank Carradine und Marcus Lattimore letztes Jahr wird er heuer auf der Bank bleiben, um nächstes Jahr dann mit den neuen Rookies durchzustarten.

Den Trade mit den Browns nutzte man dafür, um sich in der vierten Runde Wide Receiver Bruce Ellington ins Team zu holen. Ellington war ein Dual-Athlet im College und hätte sich genausogut der NBA-Draft stellen können. Als einer der besten Combine Performer (Top-Zeiten unter den Receivern im Standhochsprung und im 20-Yard- bzw. 60-Yard-Shuttle) soll er der Position endlich eine weitere Dimension verpassen, da das Team seit Ewigkeiten einen Receiver neben Tight End Vernon Davis sucht, der die Defense in der Tiefe schlagen kann.

Der eigene Viertrunder wurde in Defensive Back Dontae Johnson investiert. Wie Jimmy Ward lief er für sein Team sowohl auf Cornerback als auch auf Safety auf und ist mit seinen 188 cm und seiner Athletik (Top-Performer im 60-Yard-Shuttle) ein Prospect, der erst entwickelt werden muss. Für die 49ers ist er als Cornerback prognostiziert. Da die 49ers mit Ed Donatell vielleicht den besten Position Coach für diese Aufgabe haben, darf man gespannt sein.


Mit Aaron Lynch holten die 49ers auch einen klassischen Boom-or-Bust Prospect.

Den zweiten Pick, den man im Handel mit den Jaguars erhalten hatte, nutzte man für Outside Linebacker Aaron Lynch. Lynch begann seine College Karriere als einer der vielversprechendsten Pass Rusher der NCAA, machte in seinen letzten beiden Saisonen aber leider nur mehr durch Schlagzeilen bezüglich seiner fragwürdigen Arbeitseinstellung, Gewichts- und Amphetaminproblemen auf sich aufmerksam. Ein klassischer Boom-or-Bust-Pick.

Für den eigenen Pick der Runde fünf bekam man Cornerback Kenneth Reaser. Reaser wird mit einem Kreuzbandriss vermutlich die gesamte Saison aussetzen. Unter den Cornerbacks war er mit 22 Wiederholungen im Bankdrücken (102 kg) der beste der NFL Combine. Im Jahr davor – also vor seiner Verletzung – soll er die 40 Yards in 4,3 Sekunden gelaufen sein. Mit dem zweiten Pick von den Browns holte man den nächsten Cornerback, Kenneth Acker. Der Sechstrunder ist 183 cm groß und startete in seinem Senior Jahr alle Spiele für die SMU Mustangs.

Die letzten beiden Picks waren Defensive End Kaleb Ramsey und Fullback Trey Millard. Millard galt als der beste Fullback der Draft und wurde teilweise sogar für die dritte Runde prognostiziert, allerdings reiht er sich in die lange Liste der 49ers-Draftpicks mit Kreuzbandriss ein. Ramsey war mit 36 Wiederholungen der beste im Bankdrücken unter den Defensive Linemen.

Die 49ers nutzten alle zwölf Draftpicks und stockten ihr Roster insbesondere im Defensive Backfield auf. Angeblich soll Trent Baalke nicht allzu beeindruckt von dieser Draftklasse gewesen sein, weswegen er sich dafür entschied, das Problem mit Masse zu bedienen. Ansonsten deckte man wieder schön die Needs des Teams ab, wobei man darauf achtete, die Spieler nicht zu früh zu draften. Ward und Hyde werden garantiert schon in ihrem Rookiejahr Leistungen erbringen; Martin, Borland, Ellington und Johnson unter Umständen ebenfalls. Sogar Lynch könnte sich in eine prominentere Rolle spielen, sollte während Aldon Smiths Sperre noch ein Spieler ausfallen.

Überhaupt waren Baalke und sein Draft-Team wieder unheimlich aktiv an den drei Tagen. Vor der Draft galt Wide Receiver als vielleicht größter Need des Teams, weswegen Beckham auch ganz oben auf der Liste aller Draftnicks für die 49ers stand. Die 49ers bedienten die Position mit einem Draft-Day-Trade mit den Bills: Für einen Conditional Pick (vierte oder dritte Runde in der Draft 2015) sicherte man sich die Dienste von Steve Johnson. In Kombination mit Ellington ist es daher durchaus gelungen, die Position und Schwachstelle der letzten Saison ordentlich aufzupeppen.

Fraglich ist es natürlich, ob es sinnvoll ist, so viele Spieler mit schweren Verletzungen zu draften. Letzte Saison waren es drei (Carradine, Lattimore und Quinton Dial), heuer sind es drei weitere (Thomas, Reaser und Millard). Im Camp fehlen dann natürlich Spieler, denn die Roster umfassen nicht umsonst 90 Mann.

Insgesamt gesehen kann man jedoch recht wenig an dieser Draft aussetzen. Mel Kiper Jr. war beispielsweise begeistert von der Draftklasse der 49ers, und auch sonst erhielten die 49ers gute Kritiken von den Experten für diese Draft. Entscheidend wird sein, ob Ward und Hyde heuer tatsächlich schon qualitativ hochwertige Leistungen erbringen. Ein erstes Zeichen für eine hohe Qualität dieser Draftklasse ist, dass kein einziger der zwölf gedrafteten Spieler bei den finalen Cuts entlassen wurde.

Übersicht der Draftpicks
RundePickNamePositionRolle
130Jimmie WardDBNickel Cornerback
257Carlos HydeRBBackup
370Marcus MartinCBackup
377Chris BorlandLBBackup
3100Brandon ThomasOGNFI
4106Bruce EllingtonWRBackup-Receiver und Returner
4129Dontae JohnsonCBBackup
5150Aaron LynchLBBackup
5170Keith ReaserCBNFI
6180Kenneth AckerCBIR
7243Kaleb RamseyDTPUP
7245Trey MillardFBNFI

Ausblick 2015

  • Erste Runde: eigener Pick
  • Zweite Runde: eigener Pick
  • Dritte/Vierte Runde: einer der beiden Picks geht an die Bills (Stevie-Johnson-Trade)
  • Vierte Runde: Pick der Broncos
  • Fünfte Runde: eigener Pick
  • Sechste Runde: eigener Pick (geht möglicherweise an die Jaguars für Blaine Gabbert)
  • Siebte Runde: Pick der Colts (Cam-Johnson-Trade)
Zusätzlich erwartet man noch mindestens zwei Compensatory Selections.
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

sidious

sehr guter Artikel :) ....freu mich schon auf die nächsten Teile von dir ;)

Jens

Sehr guter Artikel, zugschef. Ich finde es allerdings auch ein bischen besorgniserregend, daß die 49ers inden letzten zwei Jahren soviele Spieler mit Kreuzbandrissen gedraftet haben. Hoffentlich rächt sich das nicht in der Zukunft.

Wembley49er

 ;D Toller Bericht Chef
Freue mich schon auf den nächsten...  :P
Trotzdem freue ich mich noch viel mehr darauf, dass es endlich wieder losgeht.
Die Fussball-WM war schön, aber jetzt gibt es bald endlich wieder richtigen Sport!

sf49er

Toller Bericht!

Ich hoffe auch, daß sich Baalke mit den verletzt gedrafteten Spielern nicht verzockt. Ich bin echt auf Tank Carradine gespannt!

Tags: