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Murphy's Law im Alltag

Begonnen von MoRe99, Mo, 24. Nov. ’08, 20:51

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silentsound

Zitat von: MoRe99 am Mo, 24. Nov. ’08, 20:51
Wenn einer eine Reise tut dann kann er was erzählen, heißt es. Und ich kann das nach dem gestrigen Tag nur bestätigen.

Wie der eine oder andere ja weiß bin ich öfter mal unterwegs nach Berlin. So auch gestern, und da brach es dann über mich und meine Mitreisenden herein. Es fing auf dem heimischen Bahnsteig eigentlich recht harmlos an, als eine Durchsage verkündete, dass meine S-Bahn ca. acht Minuten Verspätung haben würde. Zu knapp für mich, denn mein ICE fuhr in den allermeisten Fällen in Mannheim pünktlich ab, was bei acht Minuten Verspätung gerade mal eine Minute Umsteigezeit gelassen hätte. Darauf verlassen, dass der ICE ausgerechnet dieses Mal Verpätung hat, wollte ich mich nicht.

Zum Glück wartete meine Frau mit den Kindern am Bahnhof. Sie fuhren mich dann nach Mannheim, wo "mein" ICE auch absolut pünktlich eintraf. Nicht gerade voll belegt, das war eine angenehme Überraschung. Ich nahm meinen Platz ein und wartete. Nach wenigen Minuten war klar, dass wir nicht pünktlich abfahren würden, denn der Zug auf dem Nachbargleis war verspätet. Als er denn endlich da war und die Umsteiger in unserem Zug waren, konnte es mit sechs Minuten Verspätung in Mannheim losgehen.

Nun, sechs Minuten sind bei einer planmäßigen Reisezeit von 5:34 Stunden nicht wirklich schlimm, also sagte ich mir "Was soll's!". In Frankfurt kamen wir dann mit acht Minuten Verspätung an, aber auch das ist ja immer noch kein Beinbruch. Als dann eigentlich die Abfahrt auf dem Programm stand tat sich erstmal nichts. Kurz danach dann die Durchsage im Zug, dass das Aufrüsten des anderen Triebfahrzeugs (in Frankfurt/Main wechselt der Zug ja seine Fahrtrichtung) aufgrund eines Computerfehlers nicht klappte. Sprich: der Computer bootete nicht.

Irgendwann war das Problem dann doch gelöst und es konnte weitergehen. Aktuelle Verspätung zu diesem Zeitpunkt: 18 Minuten. Nicht toll, aber immer noch irgendwie erträglich. In Hanau waren es dann ca. 23 Minuten, die wir hinter dem Fahrplan waren. So ganz war mir nicht klar, warum eigentlich, aber gut, man ist ja geduldig. Unterwegs nach Fulda kam es mir so vor, als würde unser Zug nicht gerade das mögliche herausholen und irgendwie etwas "schleichen". Volltreffer, denn in Fulda betrug unsere Verspätung nun 32 Minuten.

Kassel hieß die nächste Station auf dem Weg gen Berlin, doch da kamen wir erstmla gar nicht an. Denn in einem der Tunnel (über 7 km lang) standen wir einige Minuten, bis dann der Hinweis kam, dass wir "derzeit eine Verspätung von rund 45 Minuten" hätten. Damit nicht genug: aufgrund der Probleme mit dem Triebfahrzeug müssten wir, so die Durchsage, eine "Drehfahrt" hinlegen. Übersetzt: von Kassel-Wilhelmshöhe ging es nicht direkt nach Göttingen, sondern erst nach Kassel Hauptbahnhof, wo wieder die Richtung gewechselt wurde, und dann erst nach Göttingen. Zusätzliche Verspätung: ca. 20 Minuten.

Auf dem Weg Richtung Göttingen kamen dann die (mehr oder weniger) freundlichen Zugbegleiterinnen durch und verteilten Kamelle ... ähhh, Verspätungsgutscheine. Nein, das sind keine Gutscheine, für die man eine Verspätung bekommt (die gibt's auch so), sondern der Schein, den man braucht, um am Schalter (an den ich nur in solchen Situationen gehe; wozu gibt es das Online-Ticket?) sein Geld zu bekommen. Immerhin satte 20% des Reisepreises (für diese Fahrt). Die Bahn ist halt großzügig. Sogar _sehr_ großzügig, denn im Bord Bistro wurde ein gekühltes Erfrischungsgetränk (hab mir 'ne Pepsi geholt) kostenfrei angeboten.

Göttingen wurde irgendwann doch noch erreicht, allerdings mit inzwischen ca. 70 Minuten Verspätung, und so ganz allmählich wurde es ein bisschen kühler im Großraumwagen. Kurz nach der Abfahrt aus Göttingen meldete sich wieder der Zugchef (nein, nicht unser Member zugschef ;) ) per Lautsprecherdurchsage. Aufgrund von Bauarbeiten zwischen Göttingen und Hildesheim und damit verbundenen Störungen würden wir umgeleitet auf die Altbaustrecke. Konsequenz: langsamere Fahrt, Umweg, und weitere rund 20 Minuten Verspätung. Was dazu führte, dass wir in Hildesheim angekommen 99 Minuten Verspätung verzeichneten. Als nächster Stopp stand Braunschweig auf dem Programm, und, hey! es waren nur noch 97 Minuten Verspätung! Sollte unser Zug etwas von der Verspätung wieder aufholen können? Wetten wurden noch angenommen ...

In Wolfsburg waren wir dann allerdings immer noch 97 Minuten hinter dem Fahrplan, aber immerhin; keine weitere Verspätung aufgelaufen! Der Weg Richtung Berlin verlief dann ziemlich ruhig. Zu ruhig ...

Denn irgendwann fiel mein Blick auf meine Uhr. Nach Kontrollblick in den Fahrplan dachte ich mir: 'Jetzt haben wir 22:55 Uhr, und wir hätten um 21:11 Uhr in Spandau sein müssen. Das sind doch ... 104 Minuten Verspätung!'. Und es war noch keine Ansage zu hören, dass wir bald nach Spandau kommen würden. Die kam kurz danach und hatte zum Inhalt, dass mit der Ankunft in Spandau gegen 23:02 Uhr zu rechnen sei.

Es wurde dann 23:03 Uhr, denn unser Gleis in Spandau war noch nicht frei, aber das machte eh schon nix mehr aus, und dass dann noch eine weitere Minuten auf dem Weg zum Hauptbahnhof Berlin hinzukam erst recht nicht. Am Ende waren es also 111 Minuten Verspätung bei einer planmäßigen Fahrtzeit von 294 Minuten ... Und: nein, dafür gibt es _nicht_ mehr Entschädigung. Warum auch? Ich war ja nun glücklich in Berlin gelandet, und das noch am selben Tag, an dem die Abfahrt statt fand.

Wenn's läuft, dann läuft's halt ...
das ist dann der punkt, wo du dich fragst, ob du jetzt jemanden erschiessen musst oder dich mit einem glas rotwein begnügst...aber denk dran...in thailand hättest du im augenblick noch mehr verspätung... ;D ;D :peace:
if you follow every dream...you might get lost

MoRe99

Zitat von: silentsound am Mi,  3. Dez. ’08, 20:31
das ist dann der punkt, wo du dich fragst, ob du jetzt jemanden erschiessen musst oder dich mit einem glas rotwein begnügst...aber denk dran...in thailand hättest du im augenblick noch mehr verspätung... ;D ;D :peace:
Jou, da haste Recht. ;) Warum du aber immer ganze Beiträge zitierst ist mir schleierhaft ... ;D :cheers:
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

silentsound

Zitat von: MoRe99 am Mi,  3. Dez. ’08, 20:38
Zitat von: silentsound am Mi,  3. Dez. ’08, 20:31
das ist dann der punkt, wo du dich fragst, ob du jetzt jemanden erschiessen musst oder dich mit einem glas rotwein begnügst...aber denk dran...in thailand hättest du im augenblick noch mehr verspätung... ;D ;D :peace:
Jou, da haste Recht. ;) Warum du aber immer ganze Beiträge zitierst ist mir schleierhaft ... ;D :cheers:
ich werd versuchen mich zu bessern...wenn ichs schaff... ;D :peace:
if you follow every dream...you might get lost

igor

da wir so schoen beim thema bahn waren: auch das gibt's...

Bahn fahren, Nerven sparen? - Nächster Halt: Polizeikontrolle

cheers =)
*igor*

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GO NINERS!
Ask not what the community can do for you, ask what you can do for the community!
—Jurgen

Jens

Total bescheuert. Wieso konnte der Schaffner denn das Ticket nicht stempeln? Mit sowas muß die Bahn doch immer mal rechnen, oder?  ???

MoRe99

Zitat von: Jens am Do, 11. Dez. ’08, 10:57
Total bescheuert. Wieso konnte der Schaffner denn das Ticket nicht stempeln? Mit sowas muß die Bahn doch immer mal rechnen, oder?  ???
Ob er das stempeln kann oder nicht weiß ich nicht. Jedenfalls wäre es ja ok gewesen, wenn einer beim nächsten Halt mal eben schnell raus wäre und abgestempelt hätte. Ist sicherlich ein Fehlverhalten des Schaffners, der ja auf megastur geschaltet hat.
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

Jens

Zitat von: MoRe99 am Do, 11. Dez. ’08, 11:41
Zitat von: Jens am Do, 11. Dez. ’08, 10:57
Total bescheuert. Wieso konnte der Schaffner denn das Ticket nicht stempeln? Mit sowas muß die Bahn doch immer mal rechnen, oder?  ???
Ob er das stempeln kann oder nicht weiß ich nicht. Jedenfalls wäre es ja ok gewesen, wenn einer beim nächsten Halt mal eben schnell raus wäre und abgestempelt hätte. Ist sicherlich ein Fehlverhalten des Schaffners, der ja auf megastur geschaltet hat.
Bei mir ist es leider schon über 20 Jahre her, daß ich während der Ausbildung fast täglich Bahnfahren mußte. Da konnten sie es noch.

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