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In-Depth: Singletary in den Augen seiner Familie

Begonnen von stig49, Do, 14. Mai. ’09, 13:03

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stig49

Hier Auszüge aus einer Reportage, die San Jose Mercury News-Reporterin Ann Killion über Mike Singeltary und seine Familie geschrieben hat:

NFL könnte auch für Nicht-Familie-Liga stehen. Hier werden Coaches glorifiziert, die nachts im Büro schlafen und für die die Arbeit weit über der Familie steht. Bei Mike Singletary dagegen ist der Muttertag im Kalender mit einem dicken Kreis markiert. "Da werden wir das Schönes machen", sagte er breit lächelnd letzte Woche.

Singletary ist heute ein Coach, weil seine Frau Kim, Mutter von sieben Kindern, ihn drängte, das zu tun. Er sagt auch, seine Hall of Fame-Karriere wäre ohne die Unterstützung seiner Frau nicht möglich gewesen. Die beiden sind demnächst 25 Jahre verheiratet.

"Sie sind sehr verschieden", sagt ihr ältestes Kind, die 23jährige Kirsten. "Deshalb ergänzen sie sich so gut". Kim ist die Samtschicht auf Mikes Eisenhaut. Er brennt bei allem, was er tut, und sie regelt die Flamme runter. Er konzentriert sich auf seine Aufgabe, und sie sieht die grösseren Zusammenhänge und hält ihn auf dem Boden.

Kim selbst sagt, Mike will von ihr immer die wichtigsten fünf Ziele in den nächsten fünf Jahren hören. "Und ich frage ihn dann, was machen wir heute fürs Abendessen?".

Kim hätte sich nie vorstellen können, einen Schwarzen zu heiraten. Aber das war schnell kein Thema mehr, 1984 heirateten die beiden.  Mike, der selbst neun Geschwister hat, wollte 10 Kinder, sie selbst höchstens vier - jetzt sind es sieben geworden.

Nach dem Ende seiner Karriere stellte sich Mike mit der Intensität des Linebackers erst mal an die heimische Line of Scrimmage. Abspülen, Wäsche, Schule, alles geschah im Singeltary-Stil. "Das hörte nicht mal beim Falten der Wäsche auf", sagt Kristen. "Er macht immer alles mit vollem Einsatz, studieren, Hausarbeiten, aber er liebt auch aus vollem Herzen".

Eines Abends kam Mike mit der Idee, ein Familienstatment schnitzen zu lassen. Das hängt jetzt mit folgendem Text in der Küche: "Das ist das Zuhause von Champions. Wir Singletarys werden immer überall unser Bestes geben. Wir werden ehrlich sein, die anderen respektieren, ihre Gefühle, ihren Besitz, ihre Zeit. Wir werden immer füreinander beten, füreinander kämpfen und einander ermutigen. Denn wir vertrauen nicht auf unser Zuhause, auf unser Geld, unseren Status oder unser Wissen, sondern aufeinander und vor allem auf Gott".

Kim war klar, dass Mikes Bessessenheit besser zum Coachen passt als zur Spülmaschine. Also sagte sie ihm, da müsse er hin, auch wenn es schwer werden würde für die Familie. Er begann sich mit Tabellen und Notizbüchern auf den Tag vorzubereiten, an dem er ein NFL Headcoach sein würde. Aber als er den Job angeboten bekam, zögerte er kurz, weil sein Freund und Chef Mike Nolan gefeuert worden war.

"Loyalität ist für ihn so wichtig", sagt seine Frau. "Er war den Nolans auf eine altmodische Art loyal".

Aber dann stürzte er sich natürlich in seine neue Aufgabe - und verkündete, er wolle der beste Coach in der Geschichte der NFL werden. Die meisten hoben die Augenbrauen, doch Kim überraschte der Satz nicht. "Er hat damals von Anfang an gesagt, er wolle der beste Linebacker in der Geschichte der NFL werden. Und dann tat er genau das. Er meint, was er sagt".

Singletarys Familie verfolgte das erste Spiel, in dem Singletary Tight End Vernon Davis in einer umstrittenen Aktion wegen Aufsässigkeit zum Duschen schickte. Singletarys Kinder wussten sofort, was kommen würde. "Ich dachte, 'Oh Vernon, dreh Dich jetzt nicht um, grosser Fehler'. Aber er tat genau das und Dad schmiss ihn raus", erzählt Kirsten. "Als Kind dachte ich, 'war doch klar!', er hat immer getan, was er angedroht hat".

Und dann folgte die Pressekonferenz, in der sich Singletary über selbstsüchtige Spieler in Rage redete. "Ich kann mit denen nicht antreten, ich kann sie nicht coachen, geht nicht". Schon als er das Podium betrat, wusste Kim, das sowas passieren würde. "Ich dachte: 'Bitte nicht', er sollte doch gelernt haben, dass er nicht alles sagen kann, was er denkt".

Aber Singletary lässt sich schwer von seinem Weg abbringen. Unter den 253 Spielern, die in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen wurden, ist er der einzige in diesem Macho-Club, der seine Einführungsrede von seiner Ehefrau halten liess. "Das war eine leichte Entscheidung", sagt er, "meine Frau ist abgesehen von meinem Glauben alles für mich - ohne sie wäre ich nicht gekommen".

Quelle: Ann Killion, San Jose Mercury News, 10.5.

kryssow

Zitat von: stig49 am Do, 14. Mai. ’09, 13:03
Eines Abends kam Mike mit der Idee, ein Familienstatment schnitzen zu lassen. Das hängt jetzt mit folgendem Text in der Küche: "Das ist das Zuhause von Champions. Wir Singletarys werden immer überall unser Bestes geben. Wir weehrlich sein, die anderen respektieren, ihre Gefühle, ihren Besitz, ihre Zeit. Wir werden immer füreinander beten, füreinander kämpfen und einander ermutigen. Denn wir vertrauen nicht auf unser Zuhause, auf unser Geld, unseren Status oder unser Wissen, sondern aufeinander und vor allem auf Gott".


... ein Familien Statement! Schon manchmal herrlich, die Amerikaner  ;)

Touchdownmaker

Erinnert mich alles irgendwie an Felix Magath...

silentsound

Zitat von: Touchdownmaker am Do, 14. Mai. ’09, 19:52
Erinnert mich alles irgendwie an Felix Magath...
wieso...hat der auch schon die niners gecoacht ;D ;D ;D :peace:
if you follow every dream...you might get lost

stig49

Zitat von: Touchdownmaker am Do, 14. Mai. ’09, 19:52
Erinnert mich alles irgendwie an Felix Magath...
Stimmt!! Ist mir noch gar nicht aufgefallen.
Auch wenn sich die Familie sicher ein bisschen selbst glorifiziert - er ist schon ein verdammt harter Knochen. Ich glaube, als Spieler würde ich mir für so einen Trainer den Arsch aufreissen.

Duke

Nicht jeder imponierend harte Knochen ist ein guter Trainer. ;)
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

stig49

Zitat von: Duke am Fr, 15. Mai. ’09, 09:40
Nicht jeder imponierend harte Knochen ist ein guter Trainer. ;)
Behaupte ich ja auch gar nicht ;)
Auch nicht jeder gute Spieler wird ein guter Trainer. Aber der Mann fasziniert mich halt mit seiner Extrem-Konsequenz.

Duke

Zitat von: stig49 am Fr, 15. Mai. ’09, 09:46
Zitat von: Duke am Fr, 15. Mai. ’09, 09:40
Nicht jeder imponierend harte Knochen ist ein guter Trainer. ;)
Behaupte ich ja auch gar nicht ;)
Auch nicht jeder gute Spieler wird ein guter Trainer. Aber der Mann fasziniert mich halt mit seiner Extrem-Konsequenz.
Verständlich. So lange sich diese nicht zum Schaden des Teams entwickelt, ist es auch ok.
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

IamNINER

Zitat von: Duke am Fr, 15. Mai. ’09, 10:10
Zitat von: stig49 am Fr, 15. Mai. ’09, 09:46
Zitat von: Duke am Fr, 15. Mai. ’09, 09:40
Nicht jeder imponierend harte Knochen ist ein guter Trainer. ;)
Behaupte ich ja auch gar nicht ;)
Auch nicht jeder gute Spieler wird ein guter Trainer. Aber der Mann fasziniert mich halt mit seiner Extrem-Konsequenz.
Verständlich. So lange sich diese nicht zum Schaden des Teams entwickelt, ist es auch ok.

Ich glaube aber diese Konsequenz war genau das was bei Nolan gefehlt hatte... es ist genau die Konsequenz die es ermöglicht auch mit schwierigeren Charakteren umzugehen...

es ist das was wohl unter dem Ablehnen von Idioten und Gleichgültigkeit zu verstehen ist...
2017 1st Rd get Myles Garrett, trade for Christian McCaffrey Sign Kyle and John and let them do their thing...

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