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In-Depth: Warum David Carr bei den Texans nie eine echte Chance hatte

Begonnen von stig49, Fr, 12. Mär. ’10, 12:33

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stig49

Alles, was man über David Carrs NFL-Karriere wissen muss, sah man in seinem zweiten Spiel.  Das war 2002, als die Houston Texans ihr erstes Jahr hatten und dachten, sie würden ihre gesamte Franchise auf Carr aufbauen. An diesem Tag aber wurde er von den San Diego Chargers in Grund und Boden getrampelt - und das war ein Vorzeichen für seine gesamte Karriere.

Die Texans hatten Carr 2002 als Nr. 1 gepickt, ihm einen 60-Millionen-Dollar-Vertrag gegeben und ihn zu nächsten Superstar erklärt. Bei ihm würde man alles richtig machen. Leider geschah das Gegenteil.

Gleich mal zum Ende dieser Geschichte: Die Texans versagten bei Carr lange Zeit, bevor er bei ihnen versagte. Und daran sollte man sich erinnern, nun, da er als Backup der 49ers seine Karriere wiederzubeleben versucht.

Die Texans machten so gut wie jeden möglichen Fehler bei dem Mann, der ihr Franchise Quarterback werden sollte. Sie gaben ihm keine gute Offense Line. Sie gaben ihm nicht genug gute Receiver, und keinen guten Running Back.

Sie verpflichteten nicht einmal einen echten QB-Coach für ihn. Da war ein kräftiger junger Kerl aus Fresno State mit einem sehr starken Arm und einem guten Herzen. Der Junge wollte alles richtig machen. Aber wie man ihn behandelte, steht für die Inkompetenz, die bei den Texans während ihrer ersten Jahre herrschte. Erstaunlicherweise hätte man es wissen müssen. General Manager Charley Casserly war  GM bei den Redskins, als  Joe Gibbs dort seine Hall of Fame-Karriere beendete.  Gibbs Philosophie war einfach: Schütze Deinen Quarterback. Gibbs wusste, dass grosse Defensive Coaches darauf aus sind, den gegnerischen Quarterback so früh und oft wie möglich zu hitten.

Aber die Texans liessen es zu, dass Carr regelmässig niedergemacht wurde. Und obwohl Casserly wusste, dass er seinen Franchise Quarterback gefährdete, obwohl er mehr Pass Protection anmahnte,  liess er Fehler zu, die man nicht zulassen darf.

Dom Capers war der erste Head Coach und 2005 wurde er zusammen mit Casserly gefeuert, auch weil sie es nicht schafften, Carr zu entwickeln. Aber zurück zum zweiten Spiel von Carrs Karriere. Die Texans hatten mit einem überraschenden 19-10 Sieg gegen die Cowboys begonnen, und dann flogen sie nach San Diego.  An diesem Tag bekam Carr die schlimmsten Prügel seiner Karriere, vielleicht die schlimmsten, die je ein NFL-Quarterback einstecken musste.

Er wurde neun Mal gesackt, und das war noch nicht alles.  Er wurde mindestens ein Dutzend mal mehr getroffen. Einige seiner Mitspieler wunderten sich, dass er noch in der Lage war, das nächste Play anzusagen.

Danach sprach er mit eingefrorenem Lächeln vom Überleben.  Und Capers sagte auf die Frage, warum er das zugelassen habe,  ihm sei es darum gegangen, dass Carr dem Team seine Toughness beweisen könne. Diese Entscheidung, ihn auf dem Feld zu lassen, und vor allem dieser Satz, waren vielleicht nicht das Allerdümmste, was je von einem NFL-Coach kam - da wird soviel Mist gemacht. Aber idiotischer hätte Capers in dem Moment nicht klingen können.  Schon da hätten die Texans sehen können, dass die Traumehe mit Carr ein schlechtes Ende nehmen muss. Zumal die Texans nie die Pass Protection hinbekommen. Zumal sie nie gute Linemen aufs Feld brachten. Kurz: Sie gaben Carr nie eine echte Chance.

Als Gary Kubiak 2006 übernahm, versprach er Owner McNair, er werde einen Star aus Carr machen. Und das versuchte er auch. Carr war regelmässig früh am Morgen da. Er tat alles, um die Offense zu lernen und sagte kein falsches Wort. In diesem Sommer schrie Kubiak Carr regelmässig an, wenn er Fehler machte. Carr war sein Projekt, und das behandelte er mit aller Härte. Nach vier oder fünf Saisonspielen hörte er mit dem Schreien auf, weil er offensichtlich zu dem Ergebnis gekommen war, dass Carr es nicht hinbekommt. Zu Saisonende musste Carr gehen und Matt Schaub wurde geholt.

Carrs Mitspieler sagen aber, der QB, der 2006 ging, war nur ein Abklatsch dessen, der 2002 gekommen war. David Carr hatte seinen starken Arm verloren. David Carr hatte keinerlei Selbstvertrauen mehr.  Rückblickend gab es aber auch Warnzeichen, die nichts mit dem fehlenden Schutz für ihn zu tun hatten. Carr schien nie so footballverrückt, wie es Peyton Manning ist. Er fühlte sich als Gesicht der Franchise nicht wohl und wollte nicht mal ein Leader im Locker-Room sein. Er war ein guter, anständiger Typ mit einem wohlwollenden Herzen. Er kam früh, aber zu oft ging er auch als einer der ersten, weil er zu seiner Familie wollte.

Carr startete 75 von 80 Spielen in fünf Jahren mit den Texans. Seither war er in drei Jahren nur viermal der Starter,  jedesmal mit Carolina 2007. Die 49ers bekommen einen Mann,  der vielleicht nie so grossartig werden kann, wie man glaubte.  Aber das lässt sich nicht sagen - denn die Texans gaben ihm ja nie eine Chance.

Quelle: Richard Justice, Houston Chronicle (in SF Gate), 10.3.

stig49


GermanSpirit

Na, da wollen wir hoffen dass er bei uns eine gute O-Line findet  ::)  ;)

stig49

#3
Zitat von: link=topic=4494.msg90687#msg90687 date=
Na, da wollen wir hoffen dass er bei uns eine gute O-Line findet  ::) ;)
Back to hell...

Sanfranolli

Aber das ist es was ich meinte, als ich zu seiner Verpflichtung schrieb, dass er genügend Prügel einstecken musste um der richtige zu sein, der Alex Smith hilft ein guter NFL-QB zu werden.
Wenn er allerdings hier zu seinem früheren ich finden kann, dann könnte es für Smith schwer werden...
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

Touchdownmaker

Zwei halbe Hähnchen ergeben ein Ganzes, oder was? Da bin ich ja mal gespannt, wer als erstes sein First-Overall-Trauma ablegt und zu Höchstleistungen in der Lage ist. Alex hat den Vorteil sich im letzten Jahr endlich mal einspielen zu können und seine Leistung war im Vergleich zu den Vorjahren durchaus ansprechend. Carr hat den Vorteil, dass auf ihm weit weniger Druck lastet und Smith trotz anständiger Leistungen in der letzten Saison immer noch nicht fest im Sattel sitzt. Sobald er Fehler macht, wird Carr seine Chance bekommen. Ein Nervenspiel für beide QBs. Ob's hilft, wird man sehen. Ich denke es belastet eher als es hilft.

nik

Konkurenz schadet nie. Ein echter Champ setzt sich immer durch. Nervenstärke braucht man, wenn man als QB ein Leader sein will/muss. Besonders in den playoffs.
Niners forever

wizard49er

Ich hoffe das Alex besser wird und sich weiter steigern kann, damit wir nicht in die Verlegenheit kommen das ganze austesten zu müssen.
1 x Dynasty League Champion - 3 x Vize Champion
2 x Keeper League Champion - 2 x Vize Champion - 1 x Bronze
4 x Casual Keeper League Champion - 1 x Bronze
1 x Fantasy League 1 Champion - 1 x Vize Champion
2 x Fantasy League 2 Champion
1 x Fantasy League 3 Champion

ariemer988

Ich denke Smith wird sich durchsetzten, weil ich Carr nicht zutraue das er sich durchsetzten kann, da er nicht unbedingt ein großes Selbstvertauen hat.

DeRa

Ich denke auch,das sich Alex Smith durchsetzen wird.Was er letzte Saison gezeigt hat,läßt doch nur auf gutes schließen.Es war zwar manches dabei, wo man dachte..Au mein Gott...Aber letztendlich muß man sagen,das Alex seine Sache gut gemacht hat.

In Sachen David Carr denke ich, das er noch Selbstvertrauen hat.Football spielen kann er noch.Auch wenn er bei den Panthers und den Giants kaum gespielt hat.
Und falls er seine Chance kriegen sollte,wird er sich auch voll und ganz reinhängen.Allzu viele Chancen wird er nicht mehr kriegen.
"Who's Got It Better Than Us? Nooobody"

Diabolo

Zitat von: nik am Sa, 13. Mär. ’10, 10:06
Konkurenz schadet nie. Ein echter Champ setzt sich immer durch. Nervenstärke braucht man, wenn man als QB ein Leader sein will/muss. Besonders in den playoffs.
Doch tut sie: sie nimmt dem späteren Starter wertvolle Snaps mit der First Team Offense weg.
Sollte Carr nicht klar besser sein sollte man sich IMHO schon früh auf Smith als Starter festlegen - ist Carr klar besser soll er den Job übernehmen.
Beide QBs brauchen Trainingspraxis mit dem Team, Smith um sich besser auf die "Eigenheiten" seiner Mitspieler (Davis, Crabtree) einzustellen und Carr um die Offense zu lernen.

Aber dieGeschichte Carr / Texans zeigt zumindest dass Nolan nicht der einzeige ist der weiss wie man einen QB "zerstört"
BREAKING NEWS: In Schenefeld fällt gerade eine Schaufel um.

MaybeDavis

Zitat von: Diabolo am Mo, 15. Mär. ’10, 11:39
Zitat von: nik am Sa, 13. Mär. ’10, 10:06
Konkurenz schadet nie. Ein echter Champ setzt sich immer durch. Nervenstärke braucht man, wenn man als QB ein Leader sein will/muss. Besonders in den playoffs.
Doch tut sie: sie nimmt dem späteren Starter wertvolle Snaps mit der First Team Offense weg.
Sollte Carr nicht klar besser sein sollte man sich IMHO schon früh auf Smith als Starter festlegen - ist Carr klar besser soll er den Job übernehmen.
Beide QBs brauchen Trainingspraxis mit dem Team, Smith um sich besser auf die "Eigenheiten" seiner Mitspieler (Davis, Crabtree) einzustellen und Carr um die Offense zu lernen.

Aber dieGeschichte Carr / Texans zeigt zumindest dass Nolan nicht der einzeige ist der weiss wie man einen QB "zerstört"
Smith ist doch im Moment Starter und wird das auch sein während des TC. Und Carr bekommt die Snaps als Back Up.
Es ist doch kein offener Kampf um den Starterposten, wie vor 2 Jahren, sondern Carr wird nur Starter wenn er Smith weit überflügelt... so verstehe ich das zumindest. Sonst würde mich das dauernde gequatsche über Kontinuität echt ankotzen im nachhinein!
NFL Teams live: 49ers (2x London / 1x Indianapolis), Patriots, Buccaneers (2x), Dolphins, Giants, Jaguars, Broncos, Bears,  Colts,

"Can you SMEEEELLLL what the Niners are cookin'" George Kittle

stig49

Zitat von: MaybeDavis am Mo, 15. Mär. ’10, 17:32
Zitat von: Diabolo am Mo, 15. Mär. ’10, 11:39
Zitat von: nik am Sa, 13. Mär. ’10, 10:06
Konkurenz schadet nie. Ein echter Champ setzt sich immer durch. Nervenstärke braucht man, wenn man als QB ein Leader sein will/muss. Besonders in den playoffs.
Doch tut sie: sie nimmt dem späteren Starter wertvolle Snaps mit der First Team Offense weg.
Sollte Carr nicht klar besser sein sollte man sich IMHO schon früh auf Smith als Starter festlegen - ist Carr klar besser soll er den Job übernehmen.
Beide QBs brauchen Trainingspraxis mit dem Team, Smith um sich besser auf die "Eigenheiten" seiner Mitspieler (Davis, Crabtree) einzustellen und Carr um die Offense zu lernen.

Aber dieGeschichte Carr / Texans zeigt zumindest dass Nolan nicht der einzeige ist der weiss wie man einen QB "zerstört"
Smith ist doch im Moment Starter und wird das auch sein während des TC. Und Carr bekommt die Snaps als Back Up.
Es ist doch kein offener Kampf um den Starterposten, wie vor 2 Jahren, sondern Carr wird nur Starter wenn er Smith weit überflügelt... so verstehe ich das zumindest. Sonst würde mich das dauernde gequatsche über Kontinuität echt ankotzen im nachhinein!
Genauso muss es sein, wenn sie noch alle beieinander haben.

Duke

Zitat von: MaybeDavis am Mo, 15. Mär. ’10, 17:32Smith ist doch im Moment Starter und wird das auch sein während des TC. Und Carr bekommt die Snaps als Back Up.
Es ist doch kein offener Kampf um den Starterposten, wie vor 2 Jahren, sondern Carr wird nur Starter wenn er Smith weit überflügelt... so verstehe ich das zumindest.
Dito.
Rattay is the only quarterback in NFL history to throw 3 consecutive passes all going for touchdowns (2007)

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