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In-Depth: Analyse: Play of the Week Seattle@49ers"The 97 G-Rup"

Begonnen von LeonJoe, Fr, 13. Dez. ’13, 16:02

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LeonJoe

Play Analsye "The 97 G-Rup"

In einem Footballspiel gibt es viele verschiedene Plays, zu unterschiedlichen Situationen. Der Spielzug mit dem Namen "97 G-Rup" war alles andere als ein Zufallsprodukt. In der Nachbetrachtung zu Frank Gores 51 Yard Lauf, der das Field Goal von Phil Dawson vorbereitete und für die 49ers ganz sicher den Schlüssel zum Sieg darstellte, waren sich die Beatwriter rund um den Candlestick einig. Das war das richtige Play zur richtigen Zeit und der oft so gescholtene Greg Roman hatte in der Situation einmal alles richtig gemacht.


Dieser Spielzug war von der Ausführung her nahezu perfekt. Greg Roman hatte sich diesen Spielzug für einen besonderen Moment aufgehoben und dieser besondere Moment war spät im vierten Quarter mit einem Punkt Rückstand und nur noch weniger als 4 Minuten zu spielen im Candlestick, gegen die Seattle Seahawks endlich da.

Wir vom 49ersfanzone.net Webradio möchten euch mit unserer heutigen Play Analyse zeigen, warum dieser Spielzug als nahezu perfekt betitelt werden kann. Viel Spaß...

Alles beginnt mit einer Formation, die für die 49ers in der Saison 2013/2014 als typisch zu bezeichnen ist. In Bild 1 erkennt man sehr gut, dass Colin Kaepernick genau das bekommt, was er von der Defense der Seahawks erwartet. Die Defense der Seahawks formiert sich geballt um die LoS , beim Durchzählen entdeckt man neun Verteidiger der Seahawks und der einzige Receiver der 49ers wird in Manndeckung genommen. Als Absicherung dient den Seahawks der tief stehende Saftey.

Bild 1


TE Vance McDonald geht in Motion, um ein Ungleichgewicht an der Line auszugleichen. Wichtig für das Play ist nämlich, dass jeder Blocker seinen richtigen Gegenspieler findet, um ihn aus dem Weg zu blocken. Vernon Davis, Anthony Davis und Adam Snyder blocken in die Mitte, d.h., sie machen die Mitte zu gegenüber der Defense der Seahawks. Damit verhindern sie, dass es bei einem Run Blitz dazu kommen kann, dass die Ballübergabe an Gore schon im Backfield gestoppt wird. Vance McDonald und Alex Boone bewegen sich bei diesem Play hinter die Defense Line der Seahawks und versuchen damit, die LB der Seahawks aus dem Spiel zu nehmen. Dabei blocken beide auf der rechten Seite nach innen, damit da die Lücke entstehen kann, durch die Frank Gore später laufen soll. Center Jonathan Godwin schützt in diesem Blocking Schema den Handoff von Colin Kaepernick an Frank Gore und Joe Staley kümmert sich um den Outside LB der Seahawks. Das heißt ihre Blocks gehen nicht nach vorne, sondern eher nach hinten in einer Art Rückwärtsbewegung. Der Vorblocker läuft dann durch die entstehende Lücke und macht den Weg frei für Gore. Alles gut zu erkennen auf den Bildern 2-7.

Bild 2


Bild 3


Bild 4


Bild 5


Bild 6


Bild 7


Auf Bild 8 zeigen wir euch das Play nochmal aus einer anderen Perspektive, um euch noch einmal das Blockschema aus einer anderen Sicht darzustellen. Hier kann man gut erkennen, dass Vance McDoanald und Alex Boone sich einmal "überkreuzen", um danach ihre jeweiligen Gegenspieler weg zu blocken. Um den Laufweg von Bruce Miller bzw. Frank Gore zu verdeutlichen haben wir den Weg, den sie später nehmen, einmal Blau eingezeichnet.

Bild 8


Der Cut-Back, den Frank Gore bei diesem Play macht, erkennt man wunderbar in Bild 9. Dieser Cut-Back ist im Run-Design nicht enthalten, er lastet komplett auf den Schultern von Frank Gore, der erkennen muss, "wo tut sich die Lücke auf". In diesem Fall durch das schon o.g. Überkreuzen öffnet sich die Lücke so ziemlich in der Mitte der Line.

Bild 9


Nun haben wir das Blocking Schema erklärt. Schauen wir doch jetzt auf das, was dieses Blocking Schema ermöglicht. Bild 10 und 11 zeigen, wie der Spielzug startet. Alles, was wir oben beschrieben haben, kommt nun zur Anwendung.

Bild 10


Bild 11


Bild 12 und 13 zeigen nocheinmal das Blocking Schema, die Mittel-Blocks, Kreuz-Blocks und die Blocks im "Second Level". Sollte nur ein Spieler einen für ihn geplanten Block verpassen bricht das ganze Play zusammen.

Bild 12


Bild 13


Auf Bild 14 sehen wir, wie Joe Staley die Seite gegen den OLB schützt, der Handoff kann ganz normal ausgeführt werden. Bruce Miller bewegt sich dabei ebenfalls in den "Second Level" zu Alex Boone und Vance McDonald.

Bild 14


Bild 15 zeigt noch einmal farblich markiert die verschiedene Blocking Schemen und die Laufwege der Vorblocker und den von Frank Gore.

Bild 15


Auf Bild 16 ist der Spielzug nun komplett entwickelt und die Seattle Seahawk Defense kann nicht verhindern, dass Frank Gore einen Raumgewinn von 51 Yards erzielt. Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob ein Frank Gore, der 2-3 jünger wäre, es geschafft hätte, bis in die Endzone zu laufen.

Bild 16


Was Frank Gore aber immer noch perfekt beherrscht ist den Zeitpunkt zu finden für den Cut. Da spielt das Alter auch keine Rolle; das sind Dinge, die man automatisch beherrscht, wenn man es kann, und Frank Gore kann es einfach. Siehe Bild 18:

Bild 18


Bild 19 verdeutlicht noch einmal die Situation, in der Frank Gore die Lücke sieht und sich dafür entscheidet, nicht Bruce Miller hinterher zu laufen sondern einen anderen, besseren Weg wählt.

Bild 19


Bild 20 zeigt, wie groß die Lücke war, durch die Frank Gore letztendlich entwischt ist. Der Free Saftey steht relativ weit weg und kann das Play in der Entstehung nicht verhindern.

Bild 20


Der einzige, der den Touchdown verhindern kann, ist Richard Sherman. Er hat die Geschwindigkeit und auch das Glück, dass das Blocking-Schema für Vernon Davis vorsah, zunächst nach Innen zu blocken. Damit kommt dieser dann in die Situation, Sherman frontal von Innen nach Außen zu blocken. Natürlich kann der sich dann aus dem Block herausdrehen und Gore hinterherlaufen. Wenn Davis in diesem Moment weiter blockt, bekommt er entweder eine Holding Strafe oder eine Flagge für einen "Illegal Block in the Back". Das es nicht für einen Touchdown gereicht hat, sollte am Ende aber keine Rolle mehr spielen. Der 97 G-Rup schaffte genug Raumgewinn, um Phil Dawsons siegbringendes Field Goal vorzubereiten.

Bild 21


Bild 22


Bild 23


Bild 24


Dass Frank Gore nach dem Tackle nicht out of bounds ging und damit die Uhr am Laufen hielt zeigt die große Klasse und Erfahrung eines Runningbacks mit knapp 10.000 Rushing Yards auf dem Konto. Wenn alles normal läuft sollte Frank Gore diese magische Marke zum Ende der Saison geknackt haben.

Ich hoffe, wir vom Play Analyse Team konnten euch das doch ziemlich komplexe Play "97 G-Rup" ein wenig näher bringen und verabschieden uns für dieses mal und sagen Ciao bis nächste Woche.

MoRe99

Klasse umgesetzt, Frank! Dickes  :thanx:  für die Arbeit, die du dir gemacht hast!  :thumbup:
"Fear can hold you prisoner. Hope can set you free." (Stephen King)

NinersUlm

Klasse....ich finde das immer wieder sehr spannend!
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten, alle Grammatikfehler stehen unter meinem Copyright, für Fehler bei der Zeichensetzung haftet meine Tastatur und jeder weitere Fehler ist beabsichtigt und dient nur zur allgemeinen Erheiterung!

jerryrice80

Erstklassige Arbeit wieder, nur das mit 'wenn nur einer seine Aufgabe nicht erfüllt,....' gilt doch eigentlich beinahe für jeden Spielzug !  :D

zeropick

Football ist kein Kontaktsport
Tanzen ist Kontaktsport
Football ist Krieg!!
...... Lou Holtz ...... Notre Dame

LeonJoe

Zitat von: jerryrice80 am Sa, 14. Dez. ’13, 11:58
Erstklassige Arbeit wieder, nur das mit 'wenn nur einer seine Aufgabe nicht erfüllt,....' gilt doch eigentlich beinahe für jeden Spielzug !  :D

Erklär das frontmode, der hat es so im webradio gesagt.... :whistle:

greetz Frank

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