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Commentary: Ian O'Connor (ESPN): Warum Kaepernick Kelly beim Dazulernen hilft

Begonnen von stig49, Do, 24. Mär. ’16, 16:06

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stig49

Ian O'Connor von ESPN glaubt, dass Chip Kelly smart genug ist, um seinen Fehler aus Philadephia nicht zu wiederholen. Und dass Colin Kaepernick ihm dabei ungewollt hilft.

Colin Kaepernick hat Chip Kelly bereits einen großen Gefallen getan. Die Frage ist nur, ob der San Francisco 49ers-Coach das bereits umrissen hat. Denn Kaepernick hat Kelly durch seinen Wunsch, getradet zu werden, letztlich eines mitgeteilt: Dass er nicht in einem System spielen will, dass wie gemacht für Kaepernicks Multi-Tasking-Fähigkeiten ist, die diesen einmal bis auf fünf Yards nahe an eine Superbowl-Parade gebracht hatten.  Mit anderen Worten, Kaepernick hat Chip Kelly die Botschaft gegeben, dass er keinen Lust hat, für ihn zu spielen.

Um das mal wirken zu lassen: Kaepernick und Kelly sind zwei beschädigte Einheiten, die dringend etwas Zuneigung brauchen. Der QB sieht wie eine Oregon Duck aus, spielt wie eine Oregon Duck und quäkt wie eine Oregon Duck - und trotzdem hat er seine Agenten angewiesen, ihn vom Erfinder des Systems zu verschonen, das der einst bei den Oregon Ducks rund um Kaepernick-Typen wie Marcus Mariota gebaut hat.

Das alleine schon sollte Kelly klar machen, dass der Mann, den er im Spiegel sieht, ein bis drei Änderungen machen sollte.

Mit Grund hat Kelly am Mittwoch beim Ligatreffen seinen Enthusiasmus über Kaepernick spüren lassen, indem er sagte, "falls er am 4. April hier ist", könnte es toll werden mit den beiden. Gefragt, warum er "falls" sagt, antwortet Kelly rhetorisch: "Gibt's da etwa Probleme? Ich sage nur, was alle sagen".

Was Kellys Zeit in Philadelphia angeht, sagen auch alle etwas: Dass er eine neue zwischenmenschliche Strategie entwickeln sollte bei seinem zweiten Anlauf in der NFL. Und trotzdem klang Kelly bei seinem Ein-Stunden-Treffen mit Reporter beim Coaches Breakfast sehr defensiv. Er wurde gefragt, was er gelernt habe aus seinem Kollaps im dritten Jahr, in dem er gefeuert wurde, während Besitzer Jeff Lurie öffentlich sagte, man brauche einen Ersatz mit "emotionaler Intelligenz", der "sein Herz für die Spieler öffnen" könne.

Kelly beharrte, seine Lehre sei einfach: "Wir haben nicht genug Spiele gewonnen".

Tatsächlich war es ein Musterbeispiel an dysfunktionalem Management. Kelly hatte die volle Kontrolle über den 2015er-Roster, und vermied trotzdem jeden Kontakt zu dem Mann, der die Salary-Cap managte, Howie Roseman. Stattdessen musste Personalmann Ed Marynowitz den unglücklichen Mittelmann spielen. Selbst Kelly gibt zu, dass das eine "seltsame Situation" war. Ach ja?

Beunruhigender sind natürlich die Berichte, dass Kelly einen Verhaltenscoach gebraucht hätte, wenn er auf der menschlichen Ebene mit Spielern und anderen Eagles-Angestellten umging. Er konnte distanziert und eiskalt sein. Er entledigte sich Schlüsselspielern wie DeSean Jackson und LeSean McCoy, behielt dafür den aufrührerischen Riley Cooper, der auf einer Videoaufnahme einen Schwarzen beleidigte. Indem er annahm, dass Coopers neuer Vertrag die Teamharmony nicht groß beeinträchtigen würde, lag Kelly besonders falsch.

Bei dieser Gelegenheit ausdrücklich: Es spielt keine Rolle, dass sich Kelly sicher ist, dass er weiße und schwarze Spieler genauso behandelt. Wenn einige schwarze Spieler glauben, dass er Probleme mit ihnen hat, und wenn das so greifbar ist, dass es Kelly im Locker Room und bei der Free Agency Schwierigkeiten macht, dann hat er ein Problem. Ein großes Problem.

Aber am Mittwoch sagte er, er habe nach seiner Entlassung mit so gut wie jedem Eagles-Spieler Kontakt gehabt. Seine Gegner seien nur eine "laute Minderheit", seine Beziehung zum Team sei "völlig ok" gewesen und alles Gegenteilige könne man unter Dichtung abheften.

Das klang nicht sehr einsichtig.

Und das klingt nach schlechten Nachrichten, oder? Es wirkt so, als OB der Chip Kelly, der es in SF hinbekommen will, der selbe geblieben ist, der in Philly gescheitert ist. Kelly fehlen die vier Jahre Abstand, die Bill Belichick zwischen seiner Entlassung in Cleveland und seinem zweiten NFL-Job in New England hatte. Und Kelly hat offensichtlich auch keinen jungen Tom Brady in seinem Kader versteckt. Von einem 6-9-Team kommend macht er gleich bei einem 5-11-Team weiter, und bietet dabei nichts an, was nach schneller Anpassung klingt. "Ich denke, wir alle handeln gemäß unseren Erfahrungen", war da Äußerste, was Kelly hinbrachte.

Und dennoch gibt es auch gute Nachrichten für die 49ers-Fans, die sich bis heute fragen, warum Jim Harbaugh nicht mehr der starke Mann auf dem Campus ist: Chip Kelly mag und vertraut diesmal tatsächlich seinem Boss (Baalke). Er konzentriert sich auf das, was er am Besten kann (Coaching), und vor allem: Er hat bewiesen, dass er ein hochintelligenter Mann ist.

Hochintelligente Typen machen nicht mit dem weiter, was sie anderswo den Job gekostet hat. So darf man hoffen, dass Kelly doch weiß, dass er besser mit seinen Spielern und seinen Kollegen kommunizieren muss, damit diese das Gefühl haben, dass er sie mag und respektiert. Es kann gut sein, dass Kelly schlicht und einfach keinen Grund sieht, damit jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen - er könnte das gut als Zugeständnis und als Zeichen der Schwäche sehen. (...)

Kelly müsste sich weniger um Super-Technoloie und um personalisierte Gimmicks kümmern und mehr darum, was neben dem Geld Profis bewegt. Er sagt, er liebe es in der NFL, und so darf man vermuten, dass er drauf kommen wird, wie er es hinbekommt, dass die NFL auch ihn liebt.

Wenn er Kaepernick halten und ihn zu einer Super Bowl-Form aufbauen könnte, wäre schon eine Menge davon geschafft. (...) Kelly hat Kaepernick signalisiert, dass er ihn unbedingt haben will in San Francisco. "Ich schätze, das ist ihm klar", sagte Kelly.

Kaepernick weiß das, und er weiß dass er perfekt in Kellys System passt. Und trotzdem hält er immer noch an seinem Trade-Wunsch fest. Und so muss der 49ers-Coach sich nicht mehr an Jeff Lurie orientieren, oder an der Meinung von Reportern oder der von Ex-Eagles, die er abschwirren ließ. Dass der perfekte Chip Kelly-QB nicht für Chip Kelly spielen will, das allein sagt alles.

Quelle: Ian O'Connor, ESPN

Flames1848

Some guys practice like all-Americans but they can't play! - Joe Montana

stig49


Supertommy

Wahnsinn manche Journalisten haben noch mehr Phantsie als ich, hmmmm ich muss demnächst auch mit dem kiffen, koksen und ähnliches beginnen damit ich da Schritthalten kann.

Ich denke nicht das Kaepernicks Tradwünsche mit der Person oder der Philosophie des neuen HC zu tun haben, sondern das er weiss das er nicht mehr der Chef im Lockerroom ist.

Wien, Wien nur du allein kannst meine Heimat sein

Flames1848

Meine Theorie ist ja noch überforderter Sportler mit raffgierigen Agenten
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Candlestick


Zitat von: Flames1848 am Do, 24. Mär. ’16, 17:22
Meine Theorie ist ja noch überforderter Sportler mit raffgierigen Agenten

Leider auch auf dem Feld überfordert ...

Supertommy

Zitat von: Flames1848 am Do, 24. Mär. ’16, 17:22
Meine Theorie ist ja noch überforderter Sportler mit raffgierigen Agenten

Wobei man sagen muss, dass er damals viel mehr rausschlagen hätte können bei den Vetragsverhandlungen.

Und sucht nicht jeder Agent das Beste für seinen Schützlinge ?
Wien, Wien nur du allein kannst meine Heimat sein

Flames1848

Ja aber die suchen das Beste für sich, nicht für Kaep... Arbeiten wohl gegeneinander die 2 Agenten...
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stig49

Zitat von: Supertommy am Do, 24. Mär. ’16, 17:14
Wahnsinn manche Journalisten haben noch mehr Phantsie als ich, hmmmm ich muss demnächst auch mit dem kiffen, koksen und ähnliches beginnen damit ich da Schritthalten kann.

Ich denke nicht das Kaepernicks Tradwünsche mit der Person oder der Philosophie des neuen HC zu tun haben, sondern das er weiss das er nicht mehr der Chef im Lockerroom ist.


Ich finde das alles nachvollziehbar. Er will zuallererst nicht mehr mit diesem ihn untergrabenden FO, das ist ziemlich klar, und das hat sich einen HC ausgesucht, der jetzt nicht als der geborene Exzentriker-Versteher gilt. Drum will er weg. Wenn ihn was umstimmen kann, dann Kelly in Kombination mit fehlender Nachfrage. Ich schätze aber, der hofft immer noch gecuttet zu werden und dann anderswo leichter eine Chance zu bekommen.

franky49ers

Und was soll uns der Artikel jetzt sagen? Dass sowas überhaupt veröffentlicht wird...einfach schlecht!

stig49

Zitat von: franky49ers am Do, 24. Mär. ’16, 22:10
Und was soll uns der Artikel jetzt sagen? Dass sowas überhaupt veröffentlicht wird...einfach schlecht!
Dass Kelly gut beraten ist, wenn er erkennt, dass er seinen Ruf bei Spielern aufpolieren muss. Was gibt's da nicht zu verstehen?

rene1511

Ist der Ruf erst Ruiniert lebt es sich....
Ich denke als Coach musst du die Eierlegendewollmilchsau sein.... je nach Bedarf der Spielerflüsterer oder eben der harte Hund. Es kommt eben auf das Timing an. Aber man muss schon sagen das Kelly das ein und ander mal eine etwas schlechtere Figur abgab.
Jetzt hoffe ich das er aus seinen Fehlern gelernt hat und die Spieler ihm nicht mit Vorurteilen entgegen stellen... dann wird es ein sehr kurzes Intermezzo in der NFL für Kelly.

Greg_Skittles

Es ist wie überall. hat er erfolg, dann ist das wie fast egal, wie er es gemacht hat. ist er erfolglos, wird alles hinterfragt.
Wir standen schon vor der Toilette und haben uns dennoch in die Hose gemacht.

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