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In-Depth: Trotzige Haltung nach der Niederlage gegen die Saints

Begonnen von stig49, Di, 21. Sep. ’10, 12:12

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stig49

Zwei Niederlagen zum Saisonstart - und trotzdem geht es den 49ers deutlich besser als letzte Woche nach dem Seahawks-Deasaster. Ein absurdes Spiel: Man steckt einen Katastrophen-Start weg. Als es zählt, nimmt der Quarterback das Spiel endlich so in die Hand, wie man es sich von ihm immer gewünscht hat. Man schafft den Touchdown. Man schafft die Two-Point-Conversion und den Ausgleich. Man hat eine Hand am letzten Fieldgoal-Versuch der Saints. Aber man verliert trotzdem.

Die Situation erinnert ein wenig an Mike Singletarys erste beide Spiele als Headcoach in der Mitter der 2008er-Saison. Da gab es erst den Blowout-Loss gegen die Seahawks, in denen der Coach Vernon Davis duschen schickte und danach zu seiner legendären "I want Winners"-Rede ansetzte. Es folgte die Wende - beginnend mit einer dramatischen Niederlage in letzter Sekunde gegen die Cardinals in einem Monday Night-Spiel. Danach lief es besser.

Nach der gestrigen Niederlage waren die 49ers-Spieler sauer auf sich, aber trotzig. Man hat ja im Prinzip jemanden geschlagen - sich selbst leider. "Die Saints konnten uns nicht stoppen", sagt Left Tackle Joe Staley, "wir haben uns selbst gestoppt". Und Frank Gore, 112 Yards und zwei Touchdowns unterm Gürtel: "Nicht die warens. Wir haben uns geschlagen". Gore erzählt, er habe nach dem Spiel mit seinem alten College-Mitspieler Jonathan Vilma gesprochen: "Er wusste selbst, dass wir ihnen eigentlich den Arsch versohlt haben". Vilma kam auf 10 Tackles und ein Key Play, als er Delanie Walker in der Red Zone den Ball aus der Hand schlug.

Quarterback Alex Smith  trieb seine Offense an, wie selten je zuvor. "Ich bin im Wechselbad der Gefühle", sagte er nachdem Garett Hartleys abgefälschtes Fieldgoal irgendwie durch die Uprights geflattert war, "ich bin frustriert. Niederlage ist Niederlage". Ray McDonald hätte den Versuch fast noch geblockt - es wäre sein vierter Block gewesen. "Ich dachte, ich hätte ihn", sagte er.

Rookie Phillip Adams suchte nach seinem Muffed Punt in entscheidender Phase gar nicht erst nach Ausreden. Der Wind war nämlich ein echtes Problem an diesem Abend - Saints HC Sean Payton nahm einmal sogar zwei Timeouts nacheinander, weil er auf besseren Wind wartete. "Der Wind spielt in Candlestick immer eine Rolle", sagte Adams, "aber da sollte man als Spieler gar nicht erst mit anfangen. Der Wind blies, aber das zählt nicht, ich hätte den Ball fangen sollen".

Auf der positiven Seite: Nicht nur die Offense zeigte was - auch der Defensive Game Plan wurde zumeist gut umgesetzt. Es ging drum, Drew Brees die Big Plays wegzunehmen und ihn zu vielen kurzen zu zwingen. So machte Brees nur 198 Yards - bis zu seinem grossen Game Winning Drive am Ende.

Und das Time-Management, sowie das Play-Calling funktionierten weit besser als in Seattle. Perfekt war man dennoch nicht - einmal musste man ein Delay-Of-Game-Penalty einstecken.  Offensive Coordinator Jimmy Raye war in der Coaches Booth geblieben, aber QB-Coach Mike Johnson übermittelte seine Plays an Smith jetzt über einen Kurzcode. Smith trug dafür ein Armband mit 180 verschiedenen Plays. Die 49ers hatten das im Lauf der Woche wieder und wieder trainiert. Es schien auch, als sei ein Stück mehr Kreativität bei der Auswahl der Plays eingekehrt.

Auf der negativen Seite: Dieses Spiel zu verlieren, war auf anderer Ebene ähnlich frustrierend für das Team, wie die Abreibung zu Saisonbeginn. "Wenn Du den Football herschenkst, gewinnst Du in der NFL nur sehr schwer", so Singletary. "Wenn wir das abstellen, können wir ein sehr gutes Footballteam sein".

Aber trotz 0-2 dürfen die 49ers nach wie vor hoffen, dass sie die schwache NFC West noch gewinnen.  Da muss man sich nur den Game-Tying-Drive kurz vor Schluss ansehen. Smith brauchte nur 53 Sekunden um die 49ers 82 Yards weit zu führen.  Er kam auf 4 von 5 Pässe und lief selbst zweimal für 24 Yards. Das machte Frank Gores Rushing Touchdown möglich.  Smith könnte nach der gestrigen Leistung der Quarterback sein, der die 49ers zurück in die Playoffs bringt.

"Er zeigt Willen", lobte gestern Center David Baas. "Er traut sich was zu und ich war stolz auf ihn". Beide Inteceptions waren abgefälscht. Die eine war ein - arg scharfer - Wurf auf Gore, mit dem Smith einen Sack vermeiden wollte, weil niemand den Blitzer blockte. Die zweite kam bei einem Wurf auf Michael Crabtree in Double Coverage. So war es am Ende Drew Brees, der das zufriedene Fazit zog: "Wir wussten exakt, was wir zu tun hatten - einen Weg zu siegen zu finden".

**********

Die 49ers haben nur einen Verletzten: Takeo Spikes prellte sich das Knie und wurde von Rookie NaVorro Bowman ersetzt.  Falls Spikes länger ausfällt, gäbe es keinen Backup mehr auf MLB und die 49ers müssten wohl einen weiteren verpflichten. Matt Wilhelm fällt da aus, nachdem die 49ers ein Injury Settlement mit ihm geschlossen haben, ist er erst später in der Saison wieder einsetzbar.

Quellen: Matt Barrows, Sac Bee; David White, SF Gate; Matt Maiocco, CSN-Blog, 20.9.

zimba

Grade das Spiel angeschaut. Bitter. Allerdings darf man sich so einen Tiefschlaf wie zu Beginn des Spiels unter keinen Umständen erlauben.

Sanfranolli

Wenn eine Trotzreaktion wie damals bei Davis durchs gesamte Team geht, dann wären wir aller Sorgen ledig... ;o)
Auch wenn die Welt zusammenbricht, verlier nie das Lächeln in deinem Gesicht!

London 2010 und 2013 - Ich war dabei!!!

wizard49er

Zitat von: Sanfranolli am Di, 21. Sep. ’10, 16:30
Wenn eine Trotzreaktion wie damals bei Davis durchs gesamte Team geht, dann wären wir aller Sorgen ledig... ;o)

Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre........... ::)
1 x Dynasty League Champion - 3 x Vize Champion
2 x Keeper League Champion - 2 x Vize Champion - 1 x Bronze
4 x Casual Keeper League Champion - 1 x Bronze
1 x Fantasy League 1 Champion - 1 x Vize Champion
2 x Fantasy League 2 Champion
1 x Fantasy League 3 Champion

Touchdownmaker

Guter Artikel!
So wie man das Seahawks Spiel nicht zu schlecht sehen sollte, so darf man diese Leistung gegen die Saints nicht überbewerten, da man weder das eine noch das andere Match gewinnen konnte. Am Ende zählen nun mal nur Siege. Trotzdem weiß das Team, was es leisten kann und was noch verbesserungswürdig ist. Dieses Spiel gegen die Saints macht Mut und zeigt unser Potential. Wir müssen es nur noch umsetzen, um am Ende die Spiele zu gewinnen. Das zeichnet eben Top-Teams aus, da hat Steve Young recht. Wir können uns jetzt ärgern oder auf bessere Zeiten hoffen, fakt ist: Unsere Bilanz ist 0-2 und es sind noch 14 Spiele. Also, alles noch offen. Die NFC-West Konkurrenz hat mich nicht sonderlich beeindruckt. Ich glaube immer noch an den Divisionssieg. Daran hat sich nach den ersten beiden Niederlagen nichts geändert. GO NINERS!

snoopy

Ich glaube auch an den Div.Sieg !!!
Nicht wenige haben hier einen Start mit einer möglichen Bilanz von 1-3 angedeutet. Dieses ist immer noch mehr als realistisch - wie auch der Sieg in dieser Division.
Das Team kann es; jetzt liegt es an den Coaches, die kleinen, aber mal wieder schmerzhaften, Fehler abzustellen.
GO NINERS !
OwensOwensOwensOwensOwens!!!!CAUGHTIT!hecaughtithecaughtithecaughtit!!!

wizard49er

Irgendwie habe ich aber ein mulmiges Gefühl was das Game in Kansas angeht.

Cassel und Co stehen 2-0 :hmm:

Wohl net umsonst ??? ::)
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