49ersFanZone.net: Unsere Werte +++ Wetten zu Gunsten der FanZone

 

In-Depth: Preview: 49ers vs. Cardinals

Begonnen von Moriarty, Sa, 8. Sep. ’07, 13:30

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Moriarty

Neuer, (alter) Ruhm? Eine Saison voller Erwartungen beginnt gegen den Angstgegner der letzten Jahre.

Irgendwie kann man ihn wieder spüren. Den alten Glanz, das Goldene in den Trikots der 49ers. Die Fans glauben wieder an ihr Team, das durch Coach Mike Nolan in den letzten Jahren saniert wurde. In San Francisco hat man wieder Talent, nicht zuletzt durch die Draft, die heuer wieder zwei Erstrunder hervorgebracht hat. Patrick Willis, der wohl talentierteste LB der Draft und Joe Staley, ein OT, dem viel Potenzial attestiert wird. Beide werden am Montag starten und haben jetzt schon ein Stück weit die Erwartungen erfüllt. Auf dem Papier sieht das Roster der 49ers wieder sehr gut aus.

CB Nate Clements, SS Michael Lewis, NT Aubrayo Franklin und OLB Tully Banta-Cain sind alle Free Agent Verpflichtungen, die in der Anfangsformation stehen und eine Bereicherung für die zuletzt so schwache Defensivabteilung sind. Theoretisch sind die Lücken geschlossen. Clements ist ein lange gesuchter "Shutdown Corner", der die starken WR der Divisions-Konkurrenten ausschalten möchte. Larry Fitzgerald ist der erste, der seine Qualitäten spüren soll. Um Anquan Boldin muss sich Walt Harris, der im letzten Jahr mit acht Interceptions überraschte, kümmern. Ein ungleiches Duell durch das wohl beste Receiver-Duo der Liga, ist plötzlich keine klare Sache mehr. Harris und Clements geben dem Ganzen ihren Anstrich und heizen die Stimmung mit eigenen Aussagen an. Harris sprach vom Super Bowl und Clements ist heiß auf die Duelle mit den besten seiner direkten Konkurrenten. Der gefühlte Schub mag theoretisch logisch erscheinen, aber in der Offseason wurde das neue Potenzial noch nicht immer umgesetzt. Zeit ist aber etwas, das man gar nicht brauchen möchte. Selbst Coach Nolan wäre enttäuscht, wenn man heuer den 7-9 Rekord vom letzten Jahr nicht überbieten könnte.

Das zweite große Defensivproblem, der fehlende Druck auf gegnerische Quarterbacks, soll mit Tully Banta-Cain in den Griff bekommen werden. Der ehemalige Spieler der Patriots zeigte als Teilzeitstarter Pass Rush Qualitäten, indem er 5,5 Sacks verbuchte. Sein Problem liegt eher in der Passverteidigung. Bei Manny Lawson war die Verteilung dagegen umgekehrt. Er konnte in seiner Rookie-Saison weniger Druck aufbauen und stattdessen mit seinem Talent bei der Verteidigung von Pässen überzeugen. Im zweiten Jahr erwartet man eine Steigerung in Hinblick auf die Anzahl der Sacks. Durch den neuen Defense Coordinator Greg Manusky, den man aus San Diego abwerben konnte, erwartet man sich mehr Blitz-Spielzüge, die QB Matt Leinart schon am kommenden Montag das Leben schwer machen sollen. Das entscheidende Duell in der Defense findet aber in erster Linie eben an der Linie statt. Neuling Aubrayo Franklin ergänzt die bewährten Altstars um Bryant Young und Marques Douglas. Beide DEs sind für ihre Qualitäten gegen den Lauf bekannt, konnten aber in der Vergangenheit nicht mehr die nötigen Pass Rush Qualitäten an den Tag legen. Das Resultat sind Zahlen, die nicht den Erwartungen entsprechen. Die O-Line der Cardinals wurde mit Rookie RT Levi Brown verstärkt, gleichzeitig aber auch durch den Abgang von OT Leonard Davis geschwächt. Mit LG Reggie Wells hat man gegenwärtig nur einen überdurchschnittlichen Spieler im Kader und für die 49ers geht es darum, die vermeintliche Schwäche ausnutzen, damit QB Matt Leinart seine hervorragenden Receiver nicht in Ruhe anvisieren kann. Neben den Startern stehen bei den 49ers Rookie DE Ray McDonald und NT Isaac Sopoaga, die beide eine gute Offseason hatten, als Teilzeitkräfte bereit.

Die größte Stärke der Cardinals ist das Passspiel und dementsprechend sind Pass Rush und Passverteidigung zwei wesentliche Schlüssel zum Sieg. RB Edgerrin James blühte in Arizona bislang noch nicht auf, was sicherlich auch an der schwach besetzen O-Line liegt. Mit MLB Patrick Willis, CB Nate Clements und SS Michael Lewis haben die 49ers neue Waffen gegen den Lauf hinzugewonnen. Es ist davon auszugehen, dass ein möglicher Cardinals-Sieg eng mit der Leistung von Leinart, Fitzgerald und Boldin zusammenhängt. Insofern muss die Niners-Defense vor allem jene Spieler neutralisieren bzw. effektiv attackieren

In der Offense hofft man in San Francisco, dass durch WR Darrell Jackson, den man per Trade aus Seattle holen konnte, endlich eine legitime Eins auf der WR-Position gefunden wurde. Zusammen mit RB Frank Gore, QB Alex Smith und TE Vernon Davis bildet Jackson das neue Gerüst der 49ers-Offensive. Smith, der sich im letzten Jahr deutlich steigern konnte, hat im Trainings Camp trotz des Verlusts von Offensiv Coordinator Norv Turner überzeugt und wirkte in den ersten drei Preseason-Spielen souveräner denn je. Der ehemalige Nummer Eins Pick hat mit Jackson und Davis, den Neu-Coordinator Jim Hostler aufgrund der Verpflichtung von RT Joe Staley mehr als Receiver denn als Blocker agieren lassen kann, mehr Waffen als je zuvor. Nolan vertraut zudem WR Arnaz Battle, dessen Zahlen im letzten Jahr überzeugten. Battle ist ein unterschätzter Possession-Receiver, der selten Bälle fallen lässt. Hinter einer Line, die nicht nur für Frank Gore Wege effektiv freiblockt, kann Smith seinen Kritikern beweisen, dass er dem auferlegten Druck gewachsen ist.

Mit Sorge hat man in San Francisco die Verletzung von Frank Gore betrachtet. Die gebrochene Hand des neuen Stars zeigte deutlich, dass die vermeintlich größte Stärke gleichzeitig auch eine Schwäche ist. Maurice Hicks und Michael Robinson können den NFC-Rushing-Leader des letzten Jahres nicht ersetzen, das wurde in der Offseason deutlich. Gores Hand ist wieder geheilt, aber die Sorge bleibt, falls er denn wieder ausfallen würde. Mit ihm an Board und seinen durchschnittlichen 5,4 Yards pro Lauf aus dem letzten Jahr atmete man in San Francisco kollektiv auf. Gore macht das Leben auch für Alex Smith leichter, weil der Gegner immer mit seinen kraftvollen Läufen rechnen muss. ILB Gerald Hayes und die OLB Karlos Dansby bzw. Calvin Pace sind jedenfalls gewarnt, obwohl die Vorsicht nichts nützen dürfte, wenn Gore die Form des letzten Jahres erreicht. Die Arizona Defense ist nicht die Stärke des Teams, mit Ausnahme von SS Adrian Wilson hat man keine Stars, die auf Pro Bowl Niveau spielen. Alex Smith und Co. haben es in dieser Begegnung definitiv leichter als Clements und die anderen, neuen Gesichter der 49ers Defensive.

Auf dem Papier ist das erste Monday Night Game eine Begegnung zweier Mannschaften, die ihren Fans etwas beweisen müssen: Arizona seit Jahren und die 49ers nach einer Offseason, die Erwartungen geweckt hat. Es kann unter diesen Umständen alles passieren und demnach ist eine Prognose sehr schwer. Formal wurden die Schwächen in San Francisco beseitigt - jetzt muss die Theorie aber erst einmal in die Praxis umgesetzt werden. Wie weit die 49ers wirklich sind, wird man schon am Montag vor heimischem Publikum sehen können. Es gibt einiges gut zu machen, zwei Niederlagen aus der Saison 2006 und im Allgemeinen viele Jahre, die den Glanz der Teamfarben verblassen ließen.

Der Tipp des Autors: 24-13 49ers

Tags: