Da die Handball-Bundesliga wegen der anstehenden EM in Österreich (19.-31.01.2010) Pause macht bietet es sich an, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Fangen wir oben an.
Nach 18 Spieltagen (der erste Rückrundenspieltag wurde noch vor dem Jahreswechsel absolviert) steht mit dem HSV ein Team oben, das mit der klaren Zielsetzung in die Saison ging, den THW Kiel vom Thron zu stoßen. Die Neuverpflichtungen Ivor Vori (Kreis) und Domagoj Duvnjak (RM) erwiesen sich als Volltreffer, auch wenn Duvnjak sicher noch Schwankungen in seinem Spiel hat. Aber er ist ja auch erst 21 Jhre alt. Eine einzige Niederlage steht für die Hamburger zu Buche (in Göppingen), und das Topspiel in Kiel endete 29-29.Der HSV ist auf Kurs und hat mittlerweile eine Mannschaft, die zumindest auf nationaler Ebene dem THW Kiel ebenbürtig ist.
Womit wir beim THW Kiel wären. Die Abgänge von Karabatic, Kavticnik und Lövgren konnten in etlichen Spielen gut kompensiert werden, aber der THW ist gegenüber den letzten Jahren schwankender geworden, was die Leistungen angeht. Die Neuzugänge Momir Ilic (RL), Daniel Narcisse (RM/RL) und Christian Sprenger (RA) spielen oft auf hohem Niveau, aber sie können die Abgänge noch nicht konstant ersetzen. Nachdem die Kieler zuhause gegen den TBV Lemgo einen Punkt abgaben und auch gegen den HSV nicht gewinnen konnten gab es dann eine böse vorweihnachtliche Überraschung: mit 37-39 verlor der THW in Balingen-Weilstetten, einem der Teams, die im Zusammenhang mit dem Abstieg gerne mal genannt werden. Diese Niederlage half dem HSV, auf Platz 1 in die EM-Pause zu gehen. Die Trümpfe liegen nun in Hamburg, denn der THW muss in der Rückrunde noch nach Hamburg. Es ist für den Rest der Saison in diesem Zweikampf viel Spannung angesagt.
Auf Rang 3 steht derzeit die Überraschungsmannschaft der Liga, nämlich Frisch Auf! Göppingen. Was Trainer Velimir Petkovic mit seinem Team leistet ist aller Achtung wert. Neuzugang Lars Kaufmann (RL) hat einen immensen Sprung gemacht und ist in einer sensationellen Form, auch wenn er immer noch ab und an überdreht. Er scheint deutlich gereift zu sein und ist einer der überragenden Spieler dieser Saison. Aber auch der Rest des Göppinger Teams lieferte tolle Leistungen ab. Für mich steht das Team, das außerdem sehr sympathisch rüberkommt, zurecht an der dritten Stelle. Ob sie die Position halten können? Es wird schwer, aber unmöglich ist es nicht.
Auf Platz 4 folgt dann die SG Flensburg-Handewitt. Auch das ist für mich eine kleine Überraschung. Der sehr starke Oscar Carlen (RL) ist ein Grund für die guten Leistungen der Flensburger. Aber auch Oldie Lars Christiansen (LA) spielt immer noch auf einem sehr hohen niveau. Vielleicht schafft er es, in seiner letzten Bundesligasaison noch den Torrekord von Kyung-Shin Yoon (2908 Tore) zu knacken, auch wenn es schwer werden dürfte. Gönnen würde ich es ihm auf alle Fälle. Ob die SG auch in der Rückrunde so gut mithalten kann ist eine andere Frage. Das Restprogramm, bei dem fast alle Mitkonkurrenten in Flensburg antreten müssen, kommt der SG dabei sicherlich entgegen.
Erst auf Rang 5 stehen die Rhein-Neckar Löwen, die vor der Saison fast den kompletten Kader ausgetauscht haben. Einigen grandiosen Spielen (in Lemgo, zuhause gegen Magdeburg) standen grottenschlchte Auftritte (in Berlin, in N-Lübbecke) gegenüber. Die Leistungen sind zu wenig konstant; v.a. inm Abwehrverhalten fehlt oft der letzte Biss. In der Rückrunde muss auf alle Fälle der Schalter umgelegt werden. Die Löwen abzuschreiben, wenn es um Platz 3 und die direkte Qualifikation zur Champions League geht, wäre sicher ein Fehler. Aber das Auftaktprogramm gleich nach der EM hat es in sich: Pokal-Viertelfinale in Göppingen, zuhause gegen Kiel, und dann in Hamburg. Da kann es auch drei Niederlagen geben, und dann wäre in Mannheim mächtig Feuer unter dem Dach.
to be continued ...