Die 49ers begannen die 2011-Saison mit einer Power-Running-Offense, die sich vor allem auf Frank Gore stützte. Aber gegen Mitte der Saison änderte sich etwas: Gores Rolle wurde kleiner, und die 49ers wurden von einem Team, das mehr lief als zu werfen, zu einem Team das im NFC Championship-Game 33 Pass Plays ansagte, und 24 Run Plays. Das scheint seltsam für ein Team, das sich als Power Running Team verstand und sich jahrelang vor allem auf Frank Gore gestützt hatte.
Die Erklärung dafür hat mehrere Aspekte. Zum Teil hatte es was mit den Defenses zu tun, auf die die 49ers trafen. Sie waren häufig der Ansicht, das Pass Play der Niners sei das kleinere Übel. Und das allein ist schon ein guter Grund dafür, warum das Team die Offseason nützen sollte, um sein Passing Game aufzupeppen. Aber der zweite Grund war Frank Gore selbst. Er erlitt zwar keine schwere Verletzung wie 2010, als er sich die Hüfte brach. Aber seine starke Belastung in der ersten Saisonhälfte hinterliess bei ihm eine Serie von lästigen, andauernden Blessuren, wie jetzt eine Quelle enthüllte, die sich auskennt. Und die verhinderten, dass er soviel Plays auf dem Feld sein konnte, wie zu Saisonbeginn.
Gores verminderte Einsätze wurden damals anders gedeutet: Dass man ihn frisch halten wollte für die Playoffs. Aber auch da spielte er nicht häufiger. Gore, der im Mai 29 wird, kam in der ersten Saisonhälfte auf 20 Carries pro Spiel. In der zweiten Hälfte und in den Playoffs waren es 15. Auch da sah es gut aus, wenn er den Ball hatte. Aber Gore verliess das Feld desöfteren aus eigener Entscheidung. Während des entscheidenden Fourth-Quarter-Drives gegen die Giants schien die Ground Attack den New Yorkern zuzusetzen. Dann aber ersetzte Third-Stringer Anthony Dixon Gore. Bei einem Run, der viel hätte bringen können, wurde er bei Second und 4 zu Fall gebracht und holte 3 Yards. Bei Third und 1 wurde er ohne Gain gestoppt.
Das alles deutet darauf hin, dass die 49ers in der Offseason einen weiteren Runner holen werden. Sie könnten Gore zu Saisonbeginn überlastet haben - aber welche Alternativen hatten sie? Das Passing Game war noch in den Kinderschuhen, und die anderen zwei Runner waren ein Rookie mit Kendall Hunter und ein anderer junger Runner mit Anthony Dixon, in den die Coaches nicht genug Vertrauen hatten. Dixon kam am Ende bei nur 29 Carries auf drei Yards pro Versuch, Gore auf 4,3 und Hunter auf 4,2. Damit war Hunter eine positive Überraschung.
Aber auch wenn die 49er in der Offseason einen, zwei, vielleicht sogar drei Wide Receiver dazuholen werden - sie bleiben trotzdem im Kern ein Team, das Defenses mit dem Run niedermachen will. Und das gelang in der kritischen Phase der Saison nicht mehr. Deshalb wird man dafür in der Offseason eine Lösung finden müssen.
Quelle: Matt Barrows, Sacramento Bee, 30.1.