Das Stadionprojekt in Santa Clara könnte im letzten Moment doch noch in grosse Schwierigkeiten kommen. Denn eine Bürgerinitiative, die schon 10.000 Unterstützer hinter sich haben will, klagt jetzt vor Gericht, um eine zweite Chance zu erzwingen, das Stadionprojekt mit einer Volksabstimmung zu stoppen. Damit tun sich einige Fragezeichen auf.
Bei der ersten Abstimmung hatten im Sommer 2010 58 Prozent für den Stadionbau gestimmt. Die Gegner argumentieren, der Stadtrat habe die Bürger damals über die finanziellen Belastungen getäuscht, die auf die mit 114.000 Einwohnern relativ kleine Gemeinde zukommen werden. Das Stadionprojekt sei für Santa Clara tatsächlich kaum zu finanzieren.
Der Stadtrat hatte den Antrag auf eine zweite Volksabstimmung letzte Woche abgelehnt. Jetzt will die Stadt mit sich eine einstweilige Verfügung holen, damit der anstehende Rechtsstreit die Bauarbeiten nicht verzögert.
Der Streit dreht sich um den 850-Millionen-Dollar-Kredit, der die Stadionkosten grösstenteils abdeckt. Rechnerisch läuft dieser Kredit zu 83 Prozent auf die städtische Stadionbehörde, die den Bau und Betrieb des Stadions abwickeln soll. Und damit sei das Risiko faktisch weitgehend bei der Stadt, argumentieren die Wähler. Vor der Abstimmung im Sommer hatte es hingegen geheissen, mehr als 80 Prozent der Kosten seien durch die 49ers, den NFL-Beitrag und durch die Einkünfte aus dem Stadion abgedeckt - das finanzielle Risiko für Santa Clara halte sich in Grenzen.
Quellen: Mike Rosenberg, San Jose Mercury News; Al Sarazevic, SF Chronicle Niners Blog.