Nach dem schwärzesten Tag seiner kurzen Karriere zeigte WR Kyle Williams Mut. Der Mann, der mit zwei verkorsten Punt-Return-Versuchen den Giants mehr oder weniger den Sieg geschenkt hatte, verkroch sich nicht, tat sich nicht selbst leid, sondern stellte sich ohne Zögern den Fragen. Nicht mal die Tatsache, dass er, wie sein Vater berichtete, Todesdrohungen über Twitter erhalten hatte, schien ihn zu beeindrucken:
"Man muss die volle Verantwortung für das übernehmen, was geschehen ist", sagte Williams den Medien nach dem Spiel, "ich habe Fehler gemacht. Ich werde sie überwinden. Das verspreche ich Euch". Einzig und allein bei dem gepunteten Ball, der sein Knie berührt haben soll, meldete er Zweifel an: "Ich habe ihn nicht berührt", sagte er, "ich glaube nach wie vor, dass er mich nicht getroffen hat".
Williams war mutig, und sein Mut wurde belohnt. Von seinen Teammates gab es auch am Montag kein Wort der Kritik, viele stellen sich sogar demonstrativ hinter ihn, während Fans Williams Twitter-Account mit Beschimpfungen füllten. Guard Adam Snyder aber postete dort: "Kopf hoch, Bruder. Du hattest eine tolle Saison. Ich bin stolz, dass Du mein Teammate bist". Snyder sagte später, dieses Team sei "bei weitem" das tollste, für das er je gespielt habe: "Wir sind hier Freunde, nicht nur Mitspieler. Und ich glaube nicht, dass das überall so ist. Das ist hier eine ganz besondere Sache, und die wird die Leute lange Zeit beisammen halten".
Auch Kicker David Akers stärkte Williams mit einem Tweet den Rücken, und sagte später: "Ich war in derselben Situation letztes Jahr. Da habe ich zwei Kicks in einem Playoffspiel verschossen, und es war hart. Wir alle versuchen immer alles zu geben. Kyle hat viele big Plays für uns gemacht dieses Jahr. Auch er will gut sein. Das Wetter war fürchterlich - und ich weiss, er wird das nicht als Entschuldigung benützen - aber ich kann das tun, weil es mehr als wahr ist".
Williams selbst sagt, er achte nicht auf die Twitter-Drohungen. Aber er habe am Sonntagabend noch Anrufe von vielen Mitspielern und Freunden bekommen - das war wichtig für mich". Nach dem Spiel hatte es auch Berichte gegeben, Williams habe sich im dritten Quarter die linke Schulter ausgerenkt. Das trifft nicht zu, wie sich inzwischen ergeben hat, aber laut Jim Harbaugh hat er eine starke Verstauchung. Williams selbst sagt, das habe bei dem stripped Punt aber keine Rolle gespielt.
Quellen: Matt Barrows, Sac Bee Blog; Matt Maiocco, CSN BayArea Blog; ESPN, 23.1.