In-Depth: Post-Game Drive Analyse - Der Schlüssel Drive vor dem Schlüssel Drive (16. Jan. 2012)
Auch wenn es am Ende nicht der Sieg bringende Drive war, so war vorletzte TD Drive doch der Schlüssel zum Erfolg - und gibt dabei noch Anlass für eine interessante Diskussion über das Clock-Management.
Nun zunächst zum Schlüssel-Spielzug des Schlüssel-Drives. Mit noch 3:14 auf der Uhr und Zweiter und 10 haben beide Teams noch jeweils 2 Auszeiten. Aufgrund des Rückstandes benötigen die 49ers eigentlich nur ein FG zum Sieg. ABER, lässt man zu viel Zeit auf der Uhr, würde ein FG der Saints das Spiel wieder kippen. Darüber hinaus war das Team in den letzten zwei Quartern nicht in der Lage, längere Drives zu produzieren. Das Laufspiel war keine Stütze, Crabtree hatte mehr Bälle fallen gelassen als gefangen. Durch die mangelnde Exekution der Plays und fragwürdiges Playcalling waren die 49ers oft nicht in der Lage, die Situation 3. und lang zu vermeiden und wurden dann vom Blitz überrannt.
Nach dem die 49ers über weite Strecken keine Antwort auf die extremen Blitz-Packages hatten, haben Roman und Harbaugh in diesem Play taktisch variiert.

Während Davis meist auf der TE Position stand, nimmt er hier die Position des X-Receivers ein. Crabtree ist der Y-Receiver, Williams im Slot. Dazu eine I-Formation zur Unterstützung der Protection. Ein 7-Mann Blitz würde so 1:1 aufgenommen werden können, darüber hinaus wären mindestens zwei der drei Receiver in Single-Coverage bzw. ein Deep-Safety könnte Hilfe bei tiefen Pässen geben. Im letzteren Fall wären alle drei Receiver zumindest auf kurzen und mittleren Routen in Single-Coverage. Im Vorfeld sieht man, dass Gore kurz mit Miller kommuniziert, vermutlich wird hier noch mal die Protection besprochen.

Pre-Snap Read. ROLB und Strong-Safety orientieren sich auf die rechte Seite. Die Saints haben tendentiell immer die etwas schwächere rechte Seite der O-Line überladen und konnten so oft an Davis vorbei kommen. Ohne einen Deep-Safety sieht Alex eine reine Man-to-Man Coverage, in der die beiden CBs Crabtree und Williams verteidigen, FS Jenkins ist für Davis verantwortlich. Alle drei stehen mit entsprechendem Abstand und verteidigen die First-Down-Linie. Die Saints stehen mit sechs Spielern an der LoS, die beiden verbleibenden LB verteidigen den Lauf durch die Mitte bzw. haben Containment auf der linken Seite. Für eine bessere Positionierung zum Blitz bewegt sich Miller pre Snap leicht nach rechts, eine von den 49ers in diesem Spiel sehr häufig eingesetzte Motion, vor allem beim Lauf.

Snap. Keiner der Defensive Backs verteidigt die ganz kurzen Routen, alle Receiver haben einen ungestörten Antritt. Die Backs beginnen relativ schnell die langen Routen zu verteidigen. Alle sechs Verteidiger an der LoS setzen zum Pass-Rush an, ohne Play-Action reagieren auch die beiden Linebacker sofort auf den Pass.

Entsprechend der überladenen rechten Seite unterstützen sowohl Gore als auch Miller Anthony Davis. Während Miller Inside Unterstützt und einen Schlüssel-Block gegen Cameron Jordan setzt, schützt Gore seinen QB gegen den über die Außenseite heranstürmenden Roman Harper. Diesen konnten die Saints zuvor meistens in Szene setzen, die Adjustments der 49ers hielten hier Alex im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken frei. Insgesamt müssen Linie und Backs Alex Smith gegen acht Pass-Rusher verteidigen.

Jonathan Vilma wählt aufgrund der nicht vorhandenen Lücken in der Linie den längeren weg zwischen Davis und Gore, was Smith einen nicht zu unterschätzenden Zeitvorteil gibt. Auf der linken Seite halten Staley, Iupati, Goodwin, Snyder und Miller ihre Position gegen sechs Saints. Smith selber macht einen sehr schnellen 5-Step Drop und geht sofort auf seinen ersten Read, das 1:1 Duell zwischen Davis und Jenkins.

Smith legt den Ball - bevor Davis Jenkins überlaufen hat - hoch in die Luft für eine Fly-Route. Dies ist genau die Route, die in den letzten drei Spielen vermehrt zum Einsatz kam und auch die Route, welche Smith bisher am wenigsten beherrschte. Meine Vermutung ist, dass dieses Play gecallt wurde, da man mit einem 7-Mann Pass-Rush und einem Deep-Safety gerechnet hat. Bei der von den Saints gewählten Coverage bietet sich sonst in der Regel eher eine Post-Route an.

Aufgrund des Größen- und Geschwindigkeitsvorteil von Davis kann Smith den Ball jedoch nach innen werfen, so dass sich Davis für den Catch nicht links über die Schulter drehen muss. Dazu hat man so eine größere Chance, noch Yards nach dem Catch zu machen und die Außenlinie arbeitet nicht wie ein weiterer Verteidiger.

Ein 100%ig perfekt geworfener Ball fällt Davis so in die Hände, der trotz der engen Coverage einen sicheren Catch und 5 weitere Yards machen kann.
Ein Touchdown hier und die Saints hätten 3 Minuten, 2 Time-Out und die Two-Minute-Warning - genug Zeit, sogar für einen etwas länger dauernden Drive.
40 Sekunden, zwei Plays und eine Procedure Strafe (12 Men in the Huddle) später fanden sich die 49ers wieder mal in einer 3. und lang Situation wieder. Von diesem Spot wäre es ein 48 Yards Field-Goal. Normaler Weise kein Problem für David Akers, aber aus der Entfernung kann es schon mal schiefgehen. Darüber hinaus hätten die Saints zwei Minuten und vielleicht sogar ein Time-Out sowie die Two-Minute-Warning für einen spielentscheidenden Drive - für den ein Field-Goal reichen würde.


Ähnlich wie im ersten Play wird wieder die rechte Seite gegen über von Anthony Davis überladen. Die Defensive-Backs stehen wieder in Man-to-Man Coverage. Anders als im vorherigen Play stehen aber drei der vier Cornerbacks direkt an der LoS und könnten so Bump-and-Run spielen. Darüber hinaus spielen die Saints diesmal mit einem Deep-Safety, der die Post-Routen verteidigen soll. Die Coverage für Vernon Davis ist nicht direkt erkennbar. Die Entscheidung Gore als rechten Slot-Receiver aufzustellen dürfte die Verteidigung noch weiter nach rechts gezogen haben. Links von Alex Smith sind nur 3 Verteidiger positioniert. Der NT ist direkt über dem Center positioniert, was diesem Play sehr entgegen kommt, der Deep-Safety kann bis zum First-Down keinen Run-Support bieten. Der für diesen Spielzug aber entscheidende Punkt des Blocking-Schemas ist Kyle Williams auferlegt: den rechten End zumindest so zu hitten, dass er nicht den Spielzug im Backfield zunichte machen kann. Um hierfür in eine bessere Position zu kommen, bewegt er sich in der Motion leicht nach rechts und bleibt schon in einer Position stehen, die das Hitten erleichtert.


Mit dem Snap beginnt die kollektive Bewegung nach linke. Ausnahme ist Swain, der seinen Mann nach außen zieht und so direkt einen Sprint in Richtung des Plays verhindert. Vor allem deswegen, weil die 49ers ja bereits Play hatten, die als Lauf in die eine Richtung beginnen und dann der Pass quer über das Feld kommt. Die fünf anderen Verteidiger auf der rechten Seite sind schon mit dem Snap aus dem Play - zumindest was das First-Down angeht. Goodwin schiebt seinen Gegenspieler gerade zurück, Kyle Williams setzt zum Block gegen den End an, Staley bewegt sich bereits wie ein Fullback als Vorblocker für Smith und Crabtree hält seinen Block. Maßgeblich wird der Erfolg des Plays davon beeinflusst, dass der Gegenspieler von Williams, der offensichtlich blockt, nach innen reagiert.


Vor allem im zweiten Bild ist gut zu sehen, dass zwei drittel der Verteidiger keinen Einfluss mehr auf den Spielzug haben können. Das Blocking direkt vor Smith ist perfekt, Williams Hit hat den End aus dem Spiel genommen, das gleiche gilt für Crabtrees Verteidiger. Vilma hat einen schlechten Winkel, ist langsamer als Smith und noch nicht in der vollen Beschleunigung. Die drei Defensive Backs in Höhe der 25 Yard Linie sind zu weit weg, geblockt oder in die falsche Richtung unterwegs. Gore und Swain beschäftigen ihre Verteidiger, so dass auch von denen keine Gefahr mehr ausgeht.


Hier ist das volle Potential des Spielzugs sichtbar. Nur noch zwei Spieler können eingreifen, Turk McBride (90) und Safety Isa Abdul-Quddus (42). Smith Aufgabe ist es, McBride zu entkommen, Staley als Vorblocker ist für den Free-Saftey zuständig.



Beides funktioniert hervorragend! McBride hat zwar einen guten Winkel, ist aber viel zu langsam. Staley hat gegen den viel kleineren Safety natürlich keine Probleme.


Am Ende kann Alex zwar nicht joggen, da er doch von fünf Saints verfolgt wird, aber der gleich zu Beginn gelegte Grundstein des Spielzugs führte zu einem ungefährdeten Touchdown - allerdings mit 2:11 auf der Uhr und einem Time-Out für die Saints (die jetzt jedoch einen Touchdown benötigen).
Noch bevor der Jubel richtig begann, gab es schon Diskussionen zwischen unserem Radio Co-Host 49erChrisB und mir, ob nicht viel zu viel Zeit auf der verblieben Uhr ist. Ich erinnerte mich an ein Spiel zwischen Eagles und Cowboys, bei dem sich Brian Westbrook an der 1 Yard Linie hat fallen lassen, damit die Uhr nicht stehen bleibt. Es wäre First Down und wie gesagt, ein FG hätte zum Sieg gereicht.
Aber die Situation war im Endeffekt eine andere, da bei den Eagles die Uhr komplett runter gelaufen ist. Hier wäre das nicht der Fall gewesen. Folgend Optionen hätte es gegeben (ausgehend von einem optimalen Ausgang, sprich FG bzw. Touchdown und der Return nicht besser als der bisherige beste Return):
2:10 1.Down on NO 1 - Time-Out NO
2:10 1.Down on NO 1 - Kneel Down on NO 3
2:00 Two Minute Warning
2:00 2. Down - Kneel Down on NO 5
1:17 3. Down - Kneel Down on NO 7
0:34 Time-Out SF
0:34 Field Goal
0:29 Kick-Off
0:29 Touchback (oder zwischen 0:24 und 0:19 First Down wo auch immer)
2:10 1.Down on NO 1 - Time-Out NO
2:10 1.Down on NO 1 - Kneel Down on NO 3
2:00 Two Minute Warning
2:00 2. Down - Kneel Down on NO 5
1:17 Time-Out SF
1:12 3. Down - Touchdown
1:12 PAT
1:12 Touchback (oder zwischen 1:07 und 1:02 First Down wo auch immer)
Hätten die Saints zunächst die TMW genommen und dann das Time-Out, wären am Ende ca. 3 Sekunden weniger auf der Uhr gewesen.
Wenn ich das Play vorher so geplant hätte, würde ich vermutlich die erste Variante wählen. Eine knappe halbe Minute wäre vermutlich auch für die Saints ein wenig zu viel gewesen, aber daran denkt man im Spiel überhaupt nicht.
Aber man kann aus dem tatsächlichen Spielverlauf mehr ziehen, als wenn man hier durch abknien das Spiel zu Ende verwaltet hätte. So eine Leistung hätte keiner den 49ers zugetraut und alle Spieler werden davon profitieren und Selbstvertrauen tanken. Es wird die Giants zwingen, sich auf noch mehr Varianten einzustellen und das Publikum wird auch in scheinbar ausweglosen Situationen nicht das Vertrauen verlieren.
Aber wie wäre das Fazit gewesen, wenn das Spiel am Ende verloren gegangen wäre....
Nun zunächst zum Schlüssel-Spielzug des Schlüssel-Drives. Mit noch 3:14 auf der Uhr und Zweiter und 10 haben beide Teams noch jeweils 2 Auszeiten. Aufgrund des Rückstandes benötigen die 49ers eigentlich nur ein FG zum Sieg. ABER, lässt man zu viel Zeit auf der Uhr, würde ein FG der Saints das Spiel wieder kippen. Darüber hinaus war das Team in den letzten zwei Quartern nicht in der Lage, längere Drives zu produzieren. Das Laufspiel war keine Stütze, Crabtree hatte mehr Bälle fallen gelassen als gefangen. Durch die mangelnde Exekution der Plays und fragwürdiges Playcalling waren die 49ers oft nicht in der Lage, die Situation 3. und lang zu vermeiden und wurden dann vom Blitz überrannt.
Nach dem die 49ers über weite Strecken keine Antwort auf die extremen Blitz-Packages hatten, haben Roman und Harbaugh in diesem Play taktisch variiert.

Während Davis meist auf der TE Position stand, nimmt er hier die Position des X-Receivers ein. Crabtree ist der Y-Receiver, Williams im Slot. Dazu eine I-Formation zur Unterstützung der Protection. Ein 7-Mann Blitz würde so 1:1 aufgenommen werden können, darüber hinaus wären mindestens zwei der drei Receiver in Single-Coverage bzw. ein Deep-Safety könnte Hilfe bei tiefen Pässen geben. Im letzteren Fall wären alle drei Receiver zumindest auf kurzen und mittleren Routen in Single-Coverage. Im Vorfeld sieht man, dass Gore kurz mit Miller kommuniziert, vermutlich wird hier noch mal die Protection besprochen.

Pre-Snap Read. ROLB und Strong-Safety orientieren sich auf die rechte Seite. Die Saints haben tendentiell immer die etwas schwächere rechte Seite der O-Line überladen und konnten so oft an Davis vorbei kommen. Ohne einen Deep-Safety sieht Alex eine reine Man-to-Man Coverage, in der die beiden CBs Crabtree und Williams verteidigen, FS Jenkins ist für Davis verantwortlich. Alle drei stehen mit entsprechendem Abstand und verteidigen die First-Down-Linie. Die Saints stehen mit sechs Spielern an der LoS, die beiden verbleibenden LB verteidigen den Lauf durch die Mitte bzw. haben Containment auf der linken Seite. Für eine bessere Positionierung zum Blitz bewegt sich Miller pre Snap leicht nach rechts, eine von den 49ers in diesem Spiel sehr häufig eingesetzte Motion, vor allem beim Lauf.

Snap. Keiner der Defensive Backs verteidigt die ganz kurzen Routen, alle Receiver haben einen ungestörten Antritt. Die Backs beginnen relativ schnell die langen Routen zu verteidigen. Alle sechs Verteidiger an der LoS setzen zum Pass-Rush an, ohne Play-Action reagieren auch die beiden Linebacker sofort auf den Pass.

Entsprechend der überladenen rechten Seite unterstützen sowohl Gore als auch Miller Anthony Davis. Während Miller Inside Unterstützt und einen Schlüssel-Block gegen Cameron Jordan setzt, schützt Gore seinen QB gegen den über die Außenseite heranstürmenden Roman Harper. Diesen konnten die Saints zuvor meistens in Szene setzen, die Adjustments der 49ers hielten hier Alex im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken frei. Insgesamt müssen Linie und Backs Alex Smith gegen acht Pass-Rusher verteidigen.

Jonathan Vilma wählt aufgrund der nicht vorhandenen Lücken in der Linie den längeren weg zwischen Davis und Gore, was Smith einen nicht zu unterschätzenden Zeitvorteil gibt. Auf der linken Seite halten Staley, Iupati, Goodwin, Snyder und Miller ihre Position gegen sechs Saints. Smith selber macht einen sehr schnellen 5-Step Drop und geht sofort auf seinen ersten Read, das 1:1 Duell zwischen Davis und Jenkins.

Smith legt den Ball - bevor Davis Jenkins überlaufen hat - hoch in die Luft für eine Fly-Route. Dies ist genau die Route, die in den letzten drei Spielen vermehrt zum Einsatz kam und auch die Route, welche Smith bisher am wenigsten beherrschte. Meine Vermutung ist, dass dieses Play gecallt wurde, da man mit einem 7-Mann Pass-Rush und einem Deep-Safety gerechnet hat. Bei der von den Saints gewählten Coverage bietet sich sonst in der Regel eher eine Post-Route an.

Aufgrund des Größen- und Geschwindigkeitsvorteil von Davis kann Smith den Ball jedoch nach innen werfen, so dass sich Davis für den Catch nicht links über die Schulter drehen muss. Dazu hat man so eine größere Chance, noch Yards nach dem Catch zu machen und die Außenlinie arbeitet nicht wie ein weiterer Verteidiger.

Ein 100%ig perfekt geworfener Ball fällt Davis so in die Hände, der trotz der engen Coverage einen sicheren Catch und 5 weitere Yards machen kann.
Ein Touchdown hier und die Saints hätten 3 Minuten, 2 Time-Out und die Two-Minute-Warning - genug Zeit, sogar für einen etwas länger dauernden Drive.
40 Sekunden, zwei Plays und eine Procedure Strafe (12 Men in the Huddle) später fanden sich die 49ers wieder mal in einer 3. und lang Situation wieder. Von diesem Spot wäre es ein 48 Yards Field-Goal. Normaler Weise kein Problem für David Akers, aber aus der Entfernung kann es schon mal schiefgehen. Darüber hinaus hätten die Saints zwei Minuten und vielleicht sogar ein Time-Out sowie die Two-Minute-Warning für einen spielentscheidenden Drive - für den ein Field-Goal reichen würde.


Ähnlich wie im ersten Play wird wieder die rechte Seite gegen über von Anthony Davis überladen. Die Defensive-Backs stehen wieder in Man-to-Man Coverage. Anders als im vorherigen Play stehen aber drei der vier Cornerbacks direkt an der LoS und könnten so Bump-and-Run spielen. Darüber hinaus spielen die Saints diesmal mit einem Deep-Safety, der die Post-Routen verteidigen soll. Die Coverage für Vernon Davis ist nicht direkt erkennbar. Die Entscheidung Gore als rechten Slot-Receiver aufzustellen dürfte die Verteidigung noch weiter nach rechts gezogen haben. Links von Alex Smith sind nur 3 Verteidiger positioniert. Der NT ist direkt über dem Center positioniert, was diesem Play sehr entgegen kommt, der Deep-Safety kann bis zum First-Down keinen Run-Support bieten. Der für diesen Spielzug aber entscheidende Punkt des Blocking-Schemas ist Kyle Williams auferlegt: den rechten End zumindest so zu hitten, dass er nicht den Spielzug im Backfield zunichte machen kann. Um hierfür in eine bessere Position zu kommen, bewegt er sich in der Motion leicht nach rechts und bleibt schon in einer Position stehen, die das Hitten erleichtert.


Mit dem Snap beginnt die kollektive Bewegung nach linke. Ausnahme ist Swain, der seinen Mann nach außen zieht und so direkt einen Sprint in Richtung des Plays verhindert. Vor allem deswegen, weil die 49ers ja bereits Play hatten, die als Lauf in die eine Richtung beginnen und dann der Pass quer über das Feld kommt. Die fünf anderen Verteidiger auf der rechten Seite sind schon mit dem Snap aus dem Play - zumindest was das First-Down angeht. Goodwin schiebt seinen Gegenspieler gerade zurück, Kyle Williams setzt zum Block gegen den End an, Staley bewegt sich bereits wie ein Fullback als Vorblocker für Smith und Crabtree hält seinen Block. Maßgeblich wird der Erfolg des Plays davon beeinflusst, dass der Gegenspieler von Williams, der offensichtlich blockt, nach innen reagiert.


Vor allem im zweiten Bild ist gut zu sehen, dass zwei drittel der Verteidiger keinen Einfluss mehr auf den Spielzug haben können. Das Blocking direkt vor Smith ist perfekt, Williams Hit hat den End aus dem Spiel genommen, das gleiche gilt für Crabtrees Verteidiger. Vilma hat einen schlechten Winkel, ist langsamer als Smith und noch nicht in der vollen Beschleunigung. Die drei Defensive Backs in Höhe der 25 Yard Linie sind zu weit weg, geblockt oder in die falsche Richtung unterwegs. Gore und Swain beschäftigen ihre Verteidiger, so dass auch von denen keine Gefahr mehr ausgeht.


Hier ist das volle Potential des Spielzugs sichtbar. Nur noch zwei Spieler können eingreifen, Turk McBride (90) und Safety Isa Abdul-Quddus (42). Smith Aufgabe ist es, McBride zu entkommen, Staley als Vorblocker ist für den Free-Saftey zuständig.



Beides funktioniert hervorragend! McBride hat zwar einen guten Winkel, ist aber viel zu langsam. Staley hat gegen den viel kleineren Safety natürlich keine Probleme.


Am Ende kann Alex zwar nicht joggen, da er doch von fünf Saints verfolgt wird, aber der gleich zu Beginn gelegte Grundstein des Spielzugs führte zu einem ungefährdeten Touchdown - allerdings mit 2:11 auf der Uhr und einem Time-Out für die Saints (die jetzt jedoch einen Touchdown benötigen).
Noch bevor der Jubel richtig begann, gab es schon Diskussionen zwischen unserem Radio Co-Host 49erChrisB und mir, ob nicht viel zu viel Zeit auf der verblieben Uhr ist. Ich erinnerte mich an ein Spiel zwischen Eagles und Cowboys, bei dem sich Brian Westbrook an der 1 Yard Linie hat fallen lassen, damit die Uhr nicht stehen bleibt. Es wäre First Down und wie gesagt, ein FG hätte zum Sieg gereicht.
Aber die Situation war im Endeffekt eine andere, da bei den Eagles die Uhr komplett runter gelaufen ist. Hier wäre das nicht der Fall gewesen. Folgend Optionen hätte es gegeben (ausgehend von einem optimalen Ausgang, sprich FG bzw. Touchdown und der Return nicht besser als der bisherige beste Return):
2:10 1.Down on NO 1 - Time-Out NO
2:10 1.Down on NO 1 - Kneel Down on NO 3
2:00 Two Minute Warning
2:00 2. Down - Kneel Down on NO 5
1:17 3. Down - Kneel Down on NO 7
0:34 Time-Out SF
0:34 Field Goal
0:29 Kick-Off
0:29 Touchback (oder zwischen 0:24 und 0:19 First Down wo auch immer)
2:10 1.Down on NO 1 - Time-Out NO
2:10 1.Down on NO 1 - Kneel Down on NO 3
2:00 Two Minute Warning
2:00 2. Down - Kneel Down on NO 5
1:17 Time-Out SF
1:12 3. Down - Touchdown
1:12 PAT
1:12 Touchback (oder zwischen 1:07 und 1:02 First Down wo auch immer)
Hätten die Saints zunächst die TMW genommen und dann das Time-Out, wären am Ende ca. 3 Sekunden weniger auf der Uhr gewesen.
Wenn ich das Play vorher so geplant hätte, würde ich vermutlich die erste Variante wählen. Eine knappe halbe Minute wäre vermutlich auch für die Saints ein wenig zu viel gewesen, aber daran denkt man im Spiel überhaupt nicht.
Aber man kann aus dem tatsächlichen Spielverlauf mehr ziehen, als wenn man hier durch abknien das Spiel zu Ende verwaltet hätte. So eine Leistung hätte keiner den 49ers zugetraut und alle Spieler werden davon profitieren und Selbstvertrauen tanken. Es wird die Giants zwingen, sich auf noch mehr Varianten einzustellen und das Publikum wird auch in scheinbar ausweglosen Situationen nicht das Vertrauen verlieren.
Aber wie wäre das Fazit gewesen, wenn das Spiel am Ende verloren gegangen wäre....
Kommentare
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MoRe99 (16. Jan. 2012)
jerryrice80 (16. Jan. 2012)
Plummer50 (16. Jan. 2012)
Staley ist bei dem Run Play aber auch verdammt schnell für einen OLiner. Und der Block von Williams an einem DE? Respekt. Ein richtig starkes Play.
MoRe99 (16. Jan. 2012)
Cordovan (16. Jan. 2012)
maXi49 (16. Jan. 2012)
LeonJoe (16. Jan. 2012)
Bzgl Timemanagment:
Ich bin froh das Brees das BigPlay gesucht hat, zwischen den Scores. Was wäre gewesen sie hätten die knapp 4 min. nur auf Ball Kontrolle gespielt?? Ich hatte schon in unserer Gruppe den Wunsch geäußert , die Saints in die Endzone zu lassen. Damit wir noch genug Zeit auf der Uhr hätten für das Winning FG!!
greetz Frank
Diabolo (16. Jan. 2012)
LeonJoe (17. Jan. 2012)
Stimmt Falko, von 3 Voraussagen sind 2 unmittelbar nach dem aussprechen eingetroffen. Wenn man jetzt noch das ausscheiden der Packers dazu zählt, eigentlich doch 3!!..;-)
Ich werd mal Lotto spielen am WE!!
greetz Frank
igor (17. Jan. 2012)
zugschef (17. Jan. 2012)
ich bin wirklich nicht abgeneigt smith zu kritisieren, aber ihn hier in frage zu stellen, ist wirklich reines fanhirngewichse, wenn ihr mich versteht.^^
Duke (17. Jan. 2012)
Jens (17. Jan. 2012)
Ich könnte mir auch nicht vorstellen, daß einer da an ein kneeldown an der 1 gedacht hat. Es hat doch keiner damit gerechnet, daß das Play so gut funktioniert.
zugschef (17. Jan. 2012)
NinersUlm (17. Jan. 2012)
Aber bei diesem Play hat Joe Staley wirklich gezeigt wie schnell er ist.....ohne Ihn hätte es gar net funktioniert. Einfach der Hammer unsere Coaches. Setzten wirklich jeden so ein dass seine Stärken zum tragen kommen.
zugschef (17. Jan. 2012)
49erChrisB (17. Jan. 2012)
Ich glaube im Übrigen, dass die Saints uns (und die Fähigkeiten unserer Offense) in den letzten 4 Min. total unterschätzt haben. Sonst hätten sie womöglich selbst versucht bei ihrem letzten Drive noch etwas Zeit von der Uhr zu nehmen. Die haben nie geglaubt, dass wir mit 1:30 auf der Uhr noch ein weites Mal zurück kommen können. Und auch das Playcalling in unserem letzten Drive (Blitz und Man-Coverage gegen Vernon Davis) zeugt von wenig Respekt, fast schon Arroganz gegenüber unserer Offense.
jeffgarcia (17. Jan. 2012)
kicker (17. Jan. 2012)
Mensch Martin. Musst du mir denn auf so brutale Art klarmachen, dass ich keine Ahnung vom Football habe?
So hättte ich den Spielzug nie erklären können. Hut ab.
Und bitte mehr davon, auch wenn es wahrscheinlich sehr viel Arbeit macht.
MoRe99 (17. Jan. 2012)
Gibt's in fast jeder Webradio-Sendung, auch wenn es da nicht in schriftlicher, sondern mündlicher Form erfolgt.
kicker (17. Jan. 2012)
MaybeDavis (17. Jan. 2012)
Biotonne (17. Jan. 2012)
hast du für die screenshots die nfl app benutzt? da schau ich mir immer die spielzüge genauer an
frontmode (17. Jan. 2012)
GamsPass App auf dem iPad!
RedEd (17. Jan. 2012)
Was es alles gibt....
bin froh, dass ich meinen Receiver und mein Navi am Handy bedienen kann
MoRe99 (17. Jan. 2012)
Tja, was soll ich dir darauf antworten außer "Tja, was soll ich dir darauf antworten?"?
frontmode (17. Jan. 2012)
zugschef (17. Jan. 2012)
frontmode (17. Jan. 2012)
Du solltest den Absatz noch mal lesen....
zugschef (17. Jan. 2012)
dennoch hätten die saints genug zeit gehabt um wieder zu scoren.
zugschef (17. Jan. 2012)
MaybeDavis (17. Jan. 2012)
zugschef (17. Jan. 2012)
MaybeDavis (17. Jan. 2012)
TheBeast (18. Jan. 2012)
bzw.
Da nimmst Du immer 43 Sekunden von der Uhr. Selbst wenn man das Play im allerletzen Moment startet (was man wohl nicht tun würde, um keine DoG zu riskieren), dann sollten das eigentlich nicht mehr als 41 Sekunden sein (40 Sekunden, plus die Dauer vom Play, bei einem kneel hätte ich auf 1 Sekunde geschätzt).
Aber damit würde eh nur noch mehr Zeit für die Saints bleiben. Und wie schon mehrmals gesagt wurde: Es gab schon oft genug spielentscheidende Drives, die nach dem ersten Play auch gleich mit einem TD beendet waren. Den TD hier nicht zu nehmen hätte ich völlig bescheuert gefunden, selbst wenn es uns den Sieg gebracht hätte.
frontmode (18. Jan. 2012)
Ob man es macht oder nicht ist finde ich eine spannende Frage, allerdings muss es wenn so gecallt werden. Dass Alex da nicht mitten im Play anfängt darüber nachzudenken ist ja klar.
kicker (18. Jan. 2012)
TheBeast (18. Jan. 2012)
Ich bin gerade zu faul, um mir das in den NFL Rules rauszusuchen, aber zumindest in der NCAA startet die 40 Sekunden-Play Clock sofort mit dem Ende des vorigen Spielzugs. Warten aufs spotten gibt's nur bei 25 Sekunden. (Sonst könnte man sich die 40er auch gleich sparen, Sinn ist ja, dass das Spiel schneller wird).
Aber wie gesagt, im Großen und Ganzen sind die 4 Sekunden auf oder ab auch schon wurscht. Freiwillig gebe ich den Saints den Ball mit 2 Punkten Vorsprung nur, wenn weniger als eine Sekunde auf der Uhr ist
igor (18. Jan. 2012)
TheBeast (18. Jan. 2012)
Vielleicht sind die Clock Operators in der NFL auch einfach nicht so fix wie hierzulande
MoRe99 (18. Jan. 2012)
Ist frontmodisch für "ob man es macht".
kicker (18. Jan. 2012)