In-Depth: Rookie RB-James: Behütete Jugend mitten in einem "Kriegsgebiet" (15. Mai. 2012)
Running Back LaMichael James bekam nach dem Rookie-Camp besonders viel Lob für seinen Einsatz und seinen unbeugsamenWillen. Er selbst sagte, dafür gebe es Gründe, und die lägen in seiner nicht unkomplizierten Jugend und in der gewalttätigen Gegend, in der er aufwuchs.
James kannte seinen Vater nie - der wurde noch vor seiner Geburt als Gangmitglied von einer verfeindeten Gang erschossen. Erst mit 17 erfuhr James, wer sein Vater gewesen war. Stattdessen wuchs er bei seiner Grossmutter auf, die bei einer Bank und noch in einem weiteren Abendjob arbeitete, um genug Geld zusammenzubekommen. Sie nahm ihren Ziehsohn mehrfach die Woche mit in die Kirche. Als sie vor fünf Jahren starb (da war James 17), hatte sie Geld zurückgelegt, von dem James auch nach ihrem Tod leben sollte.
Der Rookie beschreibt die Gegend in der abgelegenen Texas-Arkansas-Grenzstadt Texarkana als "Kriegsgebiet". Schüsse, Drogenhandel, Polizeieinsätze seinen der Alltag im Stadtteil Beverly gewesen: "Das hat mich kalt gelassen, weil es ständig passiert ist. Das gehörte zum Alltag, das war einfach so". Auch seine Ex-Coaches, die sich nach dem Tod der Oma um ihn kümmerten, bestätigen, dass James da nicht übertreibt - das Viertel sei so schlimm.
Seine 16 Jahre ältere Schwester Tasha versuchte immer, ihren Bruder zum Wegziehen zu überreden. James aber blieb und versuchte sich aus der Gewalt herauszuhalten, die ihn umgab. Die Hälfte von Texarkana liegt in Texas, die andere Hälfte der Stadt liegt in Arkansas; das führte zu den Kämpfen verfeindeter Gangs aus den beiden Bundesstaaten. James Grossmutter lebte in der Texas-Hälfte, seine Mutter in der Arkansas-Hälfte. Dadurch gehörte er ein wenig zu beiden Seiten. Ausserdem erzählt James, selbst die Anführer der Gangs hätten ihn gedrängt, kein Krimineller zu werden, sondern ein Football-Star: "Die Jungs, mit denen ich aufwuchs, wollten mich nicht in Schwierigkeiten bringen. Die wollten sehen, dass ich es schaffe. Das bedeutet denen was - als ob ich für alle dort spielen würde".
Nur einmal im Jahr 2010 hatte James ein Problem mit der Polizei, das dann auch grosse Wellen schlug: Als er einen gewalttätigen Streit mit seiner Freundin hatte, der zu einer Bewährungsstrafe führte und zu einer Suspendierung für den Season Opener. Die Gerichtsunterlagen deuten aber darauf hin, dass die Geschichte schlimmer klingt, als sie wirklich war. James versuchte seine eifersüchtige Freundin von seinem Grundstück zu bekommen und dann wurde es handgreiflich, als James Halskette abgerissen wurde. Dass er sich da nicht zurückhielt, war sicherlich unklug und führte wie in den USA üblich zu einer Verhaftung - aber die Frau erlitt keine bemerkenswerten Verletzungen.
James lebte übrigens nach dem Tod seiner Grossmutter noch ein halbes Jahr weiter alleine in dem leeren Gebäude, in dem er sich zu Haus fühlte - bis er dann an die Uni wechselte. Er hätte auch zu seiner Mutter oder seiner Schwester ziehen können, entschied sich aber für diesen Weg.
Quelle: Matt Barrows, Sacramento Bee und Sac Bee Blog, 13.5.
James kannte seinen Vater nie - der wurde noch vor seiner Geburt als Gangmitglied von einer verfeindeten Gang erschossen. Erst mit 17 erfuhr James, wer sein Vater gewesen war. Stattdessen wuchs er bei seiner Grossmutter auf, die bei einer Bank und noch in einem weiteren Abendjob arbeitete, um genug Geld zusammenzubekommen. Sie nahm ihren Ziehsohn mehrfach die Woche mit in die Kirche. Als sie vor fünf Jahren starb (da war James 17), hatte sie Geld zurückgelegt, von dem James auch nach ihrem Tod leben sollte.
Der Rookie beschreibt die Gegend in der abgelegenen Texas-Arkansas-Grenzstadt Texarkana als "Kriegsgebiet". Schüsse, Drogenhandel, Polizeieinsätze seinen der Alltag im Stadtteil Beverly gewesen: "Das hat mich kalt gelassen, weil es ständig passiert ist. Das gehörte zum Alltag, das war einfach so". Auch seine Ex-Coaches, die sich nach dem Tod der Oma um ihn kümmerten, bestätigen, dass James da nicht übertreibt - das Viertel sei so schlimm.
Seine 16 Jahre ältere Schwester Tasha versuchte immer, ihren Bruder zum Wegziehen zu überreden. James aber blieb und versuchte sich aus der Gewalt herauszuhalten, die ihn umgab. Die Hälfte von Texarkana liegt in Texas, die andere Hälfte der Stadt liegt in Arkansas; das führte zu den Kämpfen verfeindeter Gangs aus den beiden Bundesstaaten. James Grossmutter lebte in der Texas-Hälfte, seine Mutter in der Arkansas-Hälfte. Dadurch gehörte er ein wenig zu beiden Seiten. Ausserdem erzählt James, selbst die Anführer der Gangs hätten ihn gedrängt, kein Krimineller zu werden, sondern ein Football-Star: "Die Jungs, mit denen ich aufwuchs, wollten mich nicht in Schwierigkeiten bringen. Die wollten sehen, dass ich es schaffe. Das bedeutet denen was - als ob ich für alle dort spielen würde".
Nur einmal im Jahr 2010 hatte James ein Problem mit der Polizei, das dann auch grosse Wellen schlug: Als er einen gewalttätigen Streit mit seiner Freundin hatte, der zu einer Bewährungsstrafe führte und zu einer Suspendierung für den Season Opener. Die Gerichtsunterlagen deuten aber darauf hin, dass die Geschichte schlimmer klingt, als sie wirklich war. James versuchte seine eifersüchtige Freundin von seinem Grundstück zu bekommen und dann wurde es handgreiflich, als James Halskette abgerissen wurde. Dass er sich da nicht zurückhielt, war sicherlich unklug und führte wie in den USA üblich zu einer Verhaftung - aber die Frau erlitt keine bemerkenswerten Verletzungen.
James lebte übrigens nach dem Tod seiner Grossmutter noch ein halbes Jahr weiter alleine in dem leeren Gebäude, in dem er sich zu Haus fühlte - bis er dann an die Uni wechselte. Er hätte auch zu seiner Mutter oder seiner Schwester ziehen können, entschied sich aber für diesen Weg.
Quelle: Matt Barrows, Sacramento Bee und Sac Bee Blog, 13.5.
Kommentare
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Epi (15. Mai. 2012)
MaybeDavis (15. Mai. 2012)
kicker (15. Mai. 2012)
Entweder man ist ein unwahrscheinlich gefestigter Charakter oder ein Feigling.
Epi (15. Mai. 2012)
MaybeDavis (15. Mai. 2012)
snoopy (15. Mai. 2012)
Aber eine ordenliche Leistung ist es in den Verhältnissen schon (von ihm oder eher von seiner Oma), auf dem rechten Weg zu bleiben.
Von Vorteil ist natürlich mit sportliches Talent!
stig49 (15. Mai. 2012)
Touchdownmaker (15. Mai. 2012)
MaybeDavis (16. Mai. 2012)
Hast du denn schon mal in so einer Gegend gewohnt? Ich war schon mal in so einer Gegend, hab dort aber nicht gewohnt, also was sagt das schon...?
Umstände sind wie sie sind. Der eine hats leichter, der andre hats schwerer. Aber eine Wahl hat jeder, wie er mit den Umständen umgeht.
@Touchdownmaker:
Ich behaupte nicht man könne sich raushalten. Etwas achtsamer lesen bitte
Und du hast recht, dein Alkoholiker vergleichg ist nicht toll, weil er als Gleichnis nicht passt. Da kann man eher vergleichen "mit dem Alkohol trinken anfangen" und "in die Gang eintreten". Hat man erstmal die falsche Wahl getroffen (wie zb Alkohol trinken oder einer Gang betreten) ist es natürlich nicht so einfach "trete doch aus aus der Gang" oder "hör doch auf mit trinken".
Ich pauschalisiere auch nicht. Ich schreibe meine Meinung und habe sie mMn auch ausreichend Begründet. Wenn dir das nicht passt oder du nicht nachvollziehen kannst was ich meine, dann frag doch einfach nach.
Ich versetze mich auch in die Lage (soweit das möglich ist, denn jeder Mensch ist anders oder jeder Umstand ist anders). Nur bei dir kommt da anscheinend aufgrund deiner Konditionierungen etwas anderes heraus als bei mir (und meinen Konditionierungen).
Ist es gut das James kein Gangster geworden ist und versucht auf anständige Weise zu Leben? Sicherlich!
Aber wo kommen wir denn hin, wenn Nicht-Kriminell werden schon eine Heldentat ist?
Duke (16. Mai. 2012)