In-Depth: Wie gut kann Alex Smith die letzten Wochen wegstecken? (21. Mär. 2012)
Die Hängepartie ist vorbei - bei Quarterback Alex Smith und den 49ers haben Verstand und Logik über das Herz gesiegt; der neue Vertrag für Smith ist unter Dach und Fach. Die Konditionen sind noch nicht veröffentlicht, aber alles spricht dafür, dass er sich im Rahmen des Angebots bewegt, das Smith zuvor nicht haben wollte - nämlich drei Jahre und etwa acht Millionen Dollar pro Jahr.
Die grosse Frage ist, ob der Konflikt damit abgehakt ist, oder ob er vielleicht doch Nachwirkungen haben wird. Anders gesagt: Was hat die Hängepartie mit Alex Smiths Grundeinstellung gemacht - und mit seinem Selbstvertrauen?
Da gibt es genug Kommentatoren, die das Naheliegende sagen: Mit solchen Situationen muss ein Profi klar kommen. Auch Alex Smith wird einsehen, dass die 49ers die Chance, vielleicht einen Peyton Manning zu bekommen, nicht einfach ignorieren konnten und wollten. Zudem ist Smith so ein bisschen der Poster-Boy der Liga, was das klaglose Überwinden von Rückschlägen angeht.
Aber manchmal ist es ein letzter Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Smith hat nach seinen Leistungen der letzten Saison - und nach dem Lob dafür - natürlich ein deutlich besseres Angebot erwartet. Für ihn muss es frustrierend sein, dass die Arizona Cardinals für Kevin Kolb 12 Millionen pro Saison bezahlen, und der hat selten gespielt und oft enttäuscht. Oder dass Seattle für Matt Flynn mit seinen zwei Karrierestarts sechs Millionen mehr bietet als die 49ers für Alex Smith mit seinen 68 Starts. Auch Buffalos Ryan Fitzpatrick, der letzte Saison ein Passer Rating von mehr als 10 Punkten schlechter als Alex Smith hatte, bekam einen deutlich besseren Vertrag von den Buffalo Bills.
Nun lässt sich argumentieren, dass Smith schon vorab vom System profitiert hat - der Rookie, der zumindest fünf Spielzeiten lang keine Leistung brachte oder bringen konnte, kassierte trotzdem seinen Nr.1-Draft-Pick-Vertrag in Höhe von 50 Millionen Dollar.
Das sollte ihm vom Verstand her reichen, um zu sehen, dass er unterm Strich bislang finanziell nicht schlecht gefahren ist - eine Diskussion, die bei solchen Vertragssummen sowieso ans Absurde grenzt.
Wichtiger - und weniger leicht zu steuern - aber ist womöglich die Auswirkung auf Smiths fragiles Selbstbewusstsein. Dass Smith nach all den Jahren auf einmal die uneingeschränkte Unterstützung eines Coaches zu haben schien, wirkte offensichtlich Wunder. Smith war auf einmal präsenter, entscheidungsfähiger, er reifte im Expresstempo zu dem, was man ihm nie zugetraut hatte, nämlich zu einer Führungsfigur. Falls er sich dadurch selbst überschätzt haben sollte, dann ist er jetzt wieder auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen.
Nicht nur die Manning-Episode, das Vertragsangebot an ihn allein wäre schon genug, um ihn wieder in Zweifel zu stürzen. 24 Millionen auf drei Jahre beweisen zwei Dinge glasklar: Einen wirklichen Elite-Spieler sieht General Manager Trent Baalke in Smith nicht, auch wenn Coach Harbaugh dieses schöne Wort benützt hat - wohl eher einen, der Harbaughs Vorgaben mit Elite-Qualität umsetzt. Und zweitens: Man plant doch nur begrenzte Zeit mit Smith am Steuerrad oder will sich zumindest die Option offenhalten, Colin Kaepernick irgendwann zu bringen. Teams geben erfahrungsgemäss die wirklich dicken Verträge an QBs, bei denen sie das Ende ihrer Möglichkeiten noch nicht sehen. So einen Vertrag bekam Smith nicht angeboten.
Und das ist ihm, intelligent wie er ist, auch sicherlich bewusst. Droht ihn das zurückzuwerfen? Das hängt davon ab, wie gut Smiths Kopf sein Gefühl steuern kann. Verstandesmässig weiss auch er: Die Niners sind seine mit Abstand beste Option, auch wenn der Vertrag ihm nicht wirklich gefällt. Und die Zahl der anderen Teams, die ihn unbedingt wollten, lag bei Null. Nicht mal Miami machte ihm das Angebot, zu dem er nicht Nein sagen konnte. Aber auch das hilft ihm nicht weiter, wenn es um sein Selbstbewusstsein geht. Da dürfte einige Arbeit auf Jim Harbaugh zukommen.
Quellen: Verschiedene, u.a. ESPN, NFL-Network, Barrows.
Die grosse Frage ist, ob der Konflikt damit abgehakt ist, oder ob er vielleicht doch Nachwirkungen haben wird. Anders gesagt: Was hat die Hängepartie mit Alex Smiths Grundeinstellung gemacht - und mit seinem Selbstvertrauen?
Da gibt es genug Kommentatoren, die das Naheliegende sagen: Mit solchen Situationen muss ein Profi klar kommen. Auch Alex Smith wird einsehen, dass die 49ers die Chance, vielleicht einen Peyton Manning zu bekommen, nicht einfach ignorieren konnten und wollten. Zudem ist Smith so ein bisschen der Poster-Boy der Liga, was das klaglose Überwinden von Rückschlägen angeht.
Aber manchmal ist es ein letzter Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Smith hat nach seinen Leistungen der letzten Saison - und nach dem Lob dafür - natürlich ein deutlich besseres Angebot erwartet. Für ihn muss es frustrierend sein, dass die Arizona Cardinals für Kevin Kolb 12 Millionen pro Saison bezahlen, und der hat selten gespielt und oft enttäuscht. Oder dass Seattle für Matt Flynn mit seinen zwei Karrierestarts sechs Millionen mehr bietet als die 49ers für Alex Smith mit seinen 68 Starts. Auch Buffalos Ryan Fitzpatrick, der letzte Saison ein Passer Rating von mehr als 10 Punkten schlechter als Alex Smith hatte, bekam einen deutlich besseren Vertrag von den Buffalo Bills.
Nun lässt sich argumentieren, dass Smith schon vorab vom System profitiert hat - der Rookie, der zumindest fünf Spielzeiten lang keine Leistung brachte oder bringen konnte, kassierte trotzdem seinen Nr.1-Draft-Pick-Vertrag in Höhe von 50 Millionen Dollar.
Das sollte ihm vom Verstand her reichen, um zu sehen, dass er unterm Strich bislang finanziell nicht schlecht gefahren ist - eine Diskussion, die bei solchen Vertragssummen sowieso ans Absurde grenzt.
Wichtiger - und weniger leicht zu steuern - aber ist womöglich die Auswirkung auf Smiths fragiles Selbstbewusstsein. Dass Smith nach all den Jahren auf einmal die uneingeschränkte Unterstützung eines Coaches zu haben schien, wirkte offensichtlich Wunder. Smith war auf einmal präsenter, entscheidungsfähiger, er reifte im Expresstempo zu dem, was man ihm nie zugetraut hatte, nämlich zu einer Führungsfigur. Falls er sich dadurch selbst überschätzt haben sollte, dann ist er jetzt wieder auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen.
Nicht nur die Manning-Episode, das Vertragsangebot an ihn allein wäre schon genug, um ihn wieder in Zweifel zu stürzen. 24 Millionen auf drei Jahre beweisen zwei Dinge glasklar: Einen wirklichen Elite-Spieler sieht General Manager Trent Baalke in Smith nicht, auch wenn Coach Harbaugh dieses schöne Wort benützt hat - wohl eher einen, der Harbaughs Vorgaben mit Elite-Qualität umsetzt. Und zweitens: Man plant doch nur begrenzte Zeit mit Smith am Steuerrad oder will sich zumindest die Option offenhalten, Colin Kaepernick irgendwann zu bringen. Teams geben erfahrungsgemäss die wirklich dicken Verträge an QBs, bei denen sie das Ende ihrer Möglichkeiten noch nicht sehen. So einen Vertrag bekam Smith nicht angeboten.
Und das ist ihm, intelligent wie er ist, auch sicherlich bewusst. Droht ihn das zurückzuwerfen? Das hängt davon ab, wie gut Smiths Kopf sein Gefühl steuern kann. Verstandesmässig weiss auch er: Die Niners sind seine mit Abstand beste Option, auch wenn der Vertrag ihm nicht wirklich gefällt. Und die Zahl der anderen Teams, die ihn unbedingt wollten, lag bei Null. Nicht mal Miami machte ihm das Angebot, zu dem er nicht Nein sagen konnte. Aber auch das hilft ihm nicht weiter, wenn es um sein Selbstbewusstsein geht. Da dürfte einige Arbeit auf Jim Harbaugh zukommen.
Quellen: Verschiedene, u.a. ESPN, NFL-Network, Barrows.
Kommentare
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snoopy (21. Mär. 2012)
Zum ersten mal seit Jahren läuft es in SF und er ist ein (großes) Teil davon.
Das weiß er auch !
Zudem sind die Konditionen ja noch nicht klar (Gehalt, Boni....)
Am Ende seiner Karriere wird er wohl über 100Mio verdient haben, da wird er wohl nicht an Hunger sterben.
MaybeDavis (21. Mär. 2012)
Und die Niners wirtschaften gut, erst das ermöglicht unseren Erfolg.
Bei uns bekommt keiner einen dicken langen Vertrag, ausser er ist absolute NFL-Elite (Willis zb).
Si ust nunmal der Sport. Und ich denke AS ist lang genug in der Liga um das zu verstehen. Er ist ein kluger Junge, das er schon immer. Er und JH sind Profi's und Baalke erst recht. Das ganze sollte nix am Verhältnis ändern und wird es auch nicht. Baalke ist der Bad Cop, Harbaugh steht "sauber" da und kann AS weiter Honig um den Bart schmiern...
MaybeDavis (21. Mär. 2012)
"Coach Jim Harbaugh believes in Smith and knows his strengths and weaknesses more than anyone. Sure, Harbaugh believed in Manning more than Smith. So does every other human being who has ever watched football."
Cordovan (21. Mär. 2012)
Ich sehe da viel Positives: Jetzt kann Smith beweisen, dass er einen besseren Vertrag verdient, die ganze NFL sieht zu! Kann er es (bzw. holt der wirklich mit den 9ers eine VL-Trophy), ist er nach Ablauf des jetzigen Vertrages 30 Jahre alt, also im besten QB-Alter! Dann kann er einen wirklich fetten Vertrag - entweder in SF - oder bei einem anderen Team absahnen. Aber das hängt wirklich "nur" an ihm selber, da in SF nunmehr das gesamte Team einen Level erreicht hat, wo große Siege möglich sein sollten!
Epi (21. Mär. 2012)
Cordovan (21. Mär. 2012)
Das Crabbi die GESAMTE Vorbereitung mitmacht, glauch ich erst, wenn ich es sehe!
snoopy (21. Mär. 2012)
Epi (21. Mär. 2012)
Somila (21. Mär. 2012)