In-Depth: Der Gegner im Championship Game: Vorschau New York Giants (21. Jan. 2012)
Die gute Nachricht: Die 49ers müssen im NFC Championship Game nicht bei den Green Bay Packers antreten. Die schlechte Nachricht: Jetzt kommt mit den New York Giants ein Team nach San Francisco, das nach einer wechselhaften Saison jetzt auf seinem Top-Level angekommen zu sein scheint, und das vor Selbstvertrauen nur so strotzt. Die Giants forderten die 49ers schon im Vorfeld mit Worten heraus, allen voran Veteran-Safety Antrel Rolle: Der sagte in einem Interview, die 49ers hätten es sich besser überlegen sollen, wen sie sich als Gegner im NFC-Finale wünschen, "denn wir werden uns nicht stoppen lassen".
Der Saisonverlauf:
Die Giants starteten mit einigen Fragezeichen in die Saison. Man verlor Tight End Kevin Boss und Wide Receiver Steve Smith, holte umgekehrt aber keinen grossen Namen in der Free Agency. Zudem gab es früh Verletzungen. Trotzdem starteten die Giants überraschend gut in die Saison; nach dem achten Spieltag standen sie bei 6-2 und die Playoffs schienen sicher. Dann folgten fünf Niederlagen in den nächsten sechs Spielen, bevor man sich wieder fing und am letzten beiden Spieltagen gegen die New York Jets und die Dallas Cowboys aller klar machte.
Warum brachen die Giants ein: Schwer zu sagen! Die Offensive Line war damals löchrig, und auch Verletzungen spielten eine Rolle. Als die New Yorker im Regular-Season-Game gegen die 49ers verloren, fehlten zum Beispiel CB Prince Amukamara, LB Michael Boley verletzte sich und Justin Tuck war nicht bei vollen Kräften. Trotzdem hätten die Giants das Spiel wohl gewonnen, wenn QB Eli Manning WR Mario Manningham nicht zweimal in Scoring Position überworfen hätte. Zudem gingen vier Spiele in Folge gegen starke Gegner verloren, neben San Francisco waren das Philadelphia, New Orleans und Green Bay.
Die Playoffs:
Zu den Playoffs waren die Giants endlich wieder gesünder und hatten sich als Team auch offenbar gefunden. Endlich funktionierte auch der Run besser. In der Regular Season waren die Giants da noch auf dem letzten Platz der NFL gelandet, mit nur gut 89 Yards pro Spiel. Bei den beiden überzeugenden Playoff-Siegen gegen die Atlanta Falcons (24-2) und bei den Green Bay Packers (37-20) waren es mehr als 133 Yards im Schnitt.
Die Offense:
Die explosive Offense trug die Giants durch die Saison, und das liegt ganz besonders auch an Quarterback Eli Manning. Der war fast die gesamte Saison durch brilliant, und je mehr die Spiele auf der Schneide standen, desto besser spielte er. Manning stellte mit 15 Touchdowns im vierten Quarter einen neuen NFL-Rekord auf. So kamen die Giants auf 394 Punkte in der Saison und siegten wiederholt, weil sie so effizient spielten, als es drauf ankam.
Manning hat aber auch die Targets, die er braucht. Ein Glanzstück des Teams sind die Wide Receiver. Victor Cruz, 2010 ein Undrafted Free Agent, hat eine Sensationssaison hingelegt. Besonders stark ist er bei Yards nach dem Catch, da ist er der sechstbeste in der NFL, und das könnte für die 49ers gefährlich werden. Hakeem Nicks, der Nr.1-Receiver, stand lange im Schatten von Cruz, hat aber in den Playoffs aufgedreht: 13 Receptions, 280 Yards und vier Touchdowns verzeichnet er in zwei Spielen. Dazu kommen noch Veteran Mario Manningham, und mit Jake Ballard ein junger Tight End, der im Lauf der Saison immer gefährlicher wurde. Ballard war zuletzt angeschlagen, wird aber gegen die 49ers spielen können.
Mannings Klasse übertünchte lange, dass die Offensive Line der Giants nicht besonders viel brachte. Center David Baas ist so solide, wie er es letztes Jahr bei den 49ers war. Auch auf Guard Chris Snee ist normalerweise Verlass. Entscheidend wird sein, wie sich die beiden Tackles Kareem McKenzie und David Diehl (eigentlich ein Guard) gegen die Passrusher der 49ers halten werden.
Aber auch die OL hat sich in den letzten Spielen deutlich verbessert, was wohl die Steigerung beim Run erklärt. Da versuchen es die Giants mit einer Zweifach-Attacke: Ahmad Bradshaw ist der Haupt-Runner, Brandon Jacobs kommt, wenn ein Brecher benötigt wird. Dazu steht noch DJ Ware für Spezialsituationen in Warteposition. Bradshaw hat in den Playoffs zugelegt, aber kommt immer noch auf relativ viele Downs ohne Raumgewinn oder sogar mit Verlust. Ob der Run gegen die starke Run-Defense der 49ers funktioniert, könnte entscheidend sein - denn wenn die Giants erneut eindimensional werden, bekommen sie wohl Probleme.
Die Defense:
Die Giants zermürbten die Packers durch ihren ständigen Druck aus der Front Seven - und genauso wollen sie es auch gegen die 49ers machen. Aus den Giants heisst es, die tödlichen Drops der Packers-Receiver seien letztendlich keine individuellen Fehler gewesen, sondern eine Folge dessen, dass die Packers-Wideouts sich permanent gegen Giants-Defender erwehren mussten.
Die Stars in der Giants-Defense sind die Defensive Ends Justin Tuck, Osi Umenyiora und immer mehr auch der Youngster Jason Pierre-Paul. Dazu kommt mit Chris Canty ein Zwei-Meter-Riese auf DT, der als Hauptgrund dafür gilt, dass die Giants jetzt auch den Run offenbar besser stoppen als die meiste Zeit während der Saison. Weiterhin zu beachten: Linebacker Michael Boley, der die zweitmeisten Tackles im Team hat. Boleys Stärke ist seine Reichweite; vermutlich wird 49ers TE Vernon Davis es öfter mit Boley zu tun bekommen - die Giants werden wohl kaum denselben Fehler machen wie die Saints.
Das Backfield der Giants ist eher durchschnittlich - mit zwei soliden Safeties, Antrel Rolle und Kenny Phillips, die während der Saison allerdings manchmal Probleme mit der Coverage hatten.
Die Special Teams:
Kicker Lawrence Tynes hat fast so viele Clutch-Fieldgoals wie David Akers, und auch seine Kickoffs sind im Lauf der Saison besser geworden. Punter Sean Weatherford war zuletzt grossartig. Die Returner der Giants erschrecken keinen, aber umgekehrt lässt die Units auch kaum Return-Touchdowns zu.
Der Coach:
Was soll man noch zu Tom Coughlin sagen? Er hätte es drauf, auch Jim Harbaughs Team auszucoachen, wenn alles gut läuft. Dabei war Coughlin während der Niederlagen-Serie in der Saisonmitte noch umstritten - viele Fans forderten, er müsse gehen. Aber Coughlin liess sich nie aus der Ruhe bringen.
Zum Schluss: Es gab nicht nur Trashtalk von den Giants. Osi Umenyiora zum Beispiel sagte über die Niners: "Man sah gegen die Saints, wie hungrig sie sind. Die glauben, das ist ihr Jahr und bislang war es auch ihr Jahr. Sie haben fast alles weggehauen, was ihnen gegenüber stand. Aber wir sind mindestens genauso hungrig wie sie. Und deshalb wird es ein grosses Spiel werden!".
Der Saisonverlauf:
Die Giants starteten mit einigen Fragezeichen in die Saison. Man verlor Tight End Kevin Boss und Wide Receiver Steve Smith, holte umgekehrt aber keinen grossen Namen in der Free Agency. Zudem gab es früh Verletzungen. Trotzdem starteten die Giants überraschend gut in die Saison; nach dem achten Spieltag standen sie bei 6-2 und die Playoffs schienen sicher. Dann folgten fünf Niederlagen in den nächsten sechs Spielen, bevor man sich wieder fing und am letzten beiden Spieltagen gegen die New York Jets und die Dallas Cowboys aller klar machte.
Warum brachen die Giants ein: Schwer zu sagen! Die Offensive Line war damals löchrig, und auch Verletzungen spielten eine Rolle. Als die New Yorker im Regular-Season-Game gegen die 49ers verloren, fehlten zum Beispiel CB Prince Amukamara, LB Michael Boley verletzte sich und Justin Tuck war nicht bei vollen Kräften. Trotzdem hätten die Giants das Spiel wohl gewonnen, wenn QB Eli Manning WR Mario Manningham nicht zweimal in Scoring Position überworfen hätte. Zudem gingen vier Spiele in Folge gegen starke Gegner verloren, neben San Francisco waren das Philadelphia, New Orleans und Green Bay.
Die Playoffs:
Zu den Playoffs waren die Giants endlich wieder gesünder und hatten sich als Team auch offenbar gefunden. Endlich funktionierte auch der Run besser. In der Regular Season waren die Giants da noch auf dem letzten Platz der NFL gelandet, mit nur gut 89 Yards pro Spiel. Bei den beiden überzeugenden Playoff-Siegen gegen die Atlanta Falcons (24-2) und bei den Green Bay Packers (37-20) waren es mehr als 133 Yards im Schnitt.
Die Offense:
Die explosive Offense trug die Giants durch die Saison, und das liegt ganz besonders auch an Quarterback Eli Manning. Der war fast die gesamte Saison durch brilliant, und je mehr die Spiele auf der Schneide standen, desto besser spielte er. Manning stellte mit 15 Touchdowns im vierten Quarter einen neuen NFL-Rekord auf. So kamen die Giants auf 394 Punkte in der Saison und siegten wiederholt, weil sie so effizient spielten, als es drauf ankam.
Manning hat aber auch die Targets, die er braucht. Ein Glanzstück des Teams sind die Wide Receiver. Victor Cruz, 2010 ein Undrafted Free Agent, hat eine Sensationssaison hingelegt. Besonders stark ist er bei Yards nach dem Catch, da ist er der sechstbeste in der NFL, und das könnte für die 49ers gefährlich werden. Hakeem Nicks, der Nr.1-Receiver, stand lange im Schatten von Cruz, hat aber in den Playoffs aufgedreht: 13 Receptions, 280 Yards und vier Touchdowns verzeichnet er in zwei Spielen. Dazu kommen noch Veteran Mario Manningham, und mit Jake Ballard ein junger Tight End, der im Lauf der Saison immer gefährlicher wurde. Ballard war zuletzt angeschlagen, wird aber gegen die 49ers spielen können.
Mannings Klasse übertünchte lange, dass die Offensive Line der Giants nicht besonders viel brachte. Center David Baas ist so solide, wie er es letztes Jahr bei den 49ers war. Auch auf Guard Chris Snee ist normalerweise Verlass. Entscheidend wird sein, wie sich die beiden Tackles Kareem McKenzie und David Diehl (eigentlich ein Guard) gegen die Passrusher der 49ers halten werden.
Aber auch die OL hat sich in den letzten Spielen deutlich verbessert, was wohl die Steigerung beim Run erklärt. Da versuchen es die Giants mit einer Zweifach-Attacke: Ahmad Bradshaw ist der Haupt-Runner, Brandon Jacobs kommt, wenn ein Brecher benötigt wird. Dazu steht noch DJ Ware für Spezialsituationen in Warteposition. Bradshaw hat in den Playoffs zugelegt, aber kommt immer noch auf relativ viele Downs ohne Raumgewinn oder sogar mit Verlust. Ob der Run gegen die starke Run-Defense der 49ers funktioniert, könnte entscheidend sein - denn wenn die Giants erneut eindimensional werden, bekommen sie wohl Probleme.
Die Defense:
Die Giants zermürbten die Packers durch ihren ständigen Druck aus der Front Seven - und genauso wollen sie es auch gegen die 49ers machen. Aus den Giants heisst es, die tödlichen Drops der Packers-Receiver seien letztendlich keine individuellen Fehler gewesen, sondern eine Folge dessen, dass die Packers-Wideouts sich permanent gegen Giants-Defender erwehren mussten.
Die Stars in der Giants-Defense sind die Defensive Ends Justin Tuck, Osi Umenyiora und immer mehr auch der Youngster Jason Pierre-Paul. Dazu kommt mit Chris Canty ein Zwei-Meter-Riese auf DT, der als Hauptgrund dafür gilt, dass die Giants jetzt auch den Run offenbar besser stoppen als die meiste Zeit während der Saison. Weiterhin zu beachten: Linebacker Michael Boley, der die zweitmeisten Tackles im Team hat. Boleys Stärke ist seine Reichweite; vermutlich wird 49ers TE Vernon Davis es öfter mit Boley zu tun bekommen - die Giants werden wohl kaum denselben Fehler machen wie die Saints.
Das Backfield der Giants ist eher durchschnittlich - mit zwei soliden Safeties, Antrel Rolle und Kenny Phillips, die während der Saison allerdings manchmal Probleme mit der Coverage hatten.
Die Special Teams:
Kicker Lawrence Tynes hat fast so viele Clutch-Fieldgoals wie David Akers, und auch seine Kickoffs sind im Lauf der Saison besser geworden. Punter Sean Weatherford war zuletzt grossartig. Die Returner der Giants erschrecken keinen, aber umgekehrt lässt die Units auch kaum Return-Touchdowns zu.
Der Coach:
Was soll man noch zu Tom Coughlin sagen? Er hätte es drauf, auch Jim Harbaughs Team auszucoachen, wenn alles gut läuft. Dabei war Coughlin während der Niederlagen-Serie in der Saisonmitte noch umstritten - viele Fans forderten, er müsse gehen. Aber Coughlin liess sich nie aus der Ruhe bringen.
Zum Schluss: Es gab nicht nur Trashtalk von den Giants. Osi Umenyiora zum Beispiel sagte über die Niners: "Man sah gegen die Saints, wie hungrig sie sind. Die glauben, das ist ihr Jahr und bislang war es auch ihr Jahr. Sie haben fast alles weggehauen, was ihnen gegenüber stand. Aber wir sind mindestens genauso hungrig wie sie. Und deshalb wird es ein grosses Spiel werden!".
Kommentare
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Touchdownmaker (21. Jan. 2012)
stig49 (21. Jan. 2012)
JimH (22. Jan. 2012)
snoopy (22. Jan. 2012)
Wenn unsere DBs einigermaßen halten (und etwas Glück haben) scoren die Giants nicht viel.
Dann könnte ein Plus bei den FGs reichen.
Whatever: beide Teams haben eine geile Saison gespielt und sich das CC verdient. Sollten es die Giants schaffen, werde ich das sportlich sehen und mich trotzdem über die beste Saison seit mind. 10 Jahren freuen.
NinerForever (22. Jan. 2012)
Absolute Zustimmung, und trotzdem werde ich sehr sehr geknickt sein, wenn es in die Hose geht.
NinersUlm (22. Jan. 2012)
wizard49er (22. Jan. 2012)
Wenn die 49ers nicht SB Champ werden sollten gönne ich es am ehesten den Ravens, dann den Giants und am wenigsten den Pats!
duffeldoffel (22. Jan. 2012)
wizard49er (22. Jan. 2012)