In-Depth: Bausteine des Erfolgs: Trent Baalkes Draft und Jed Yorks Stil als Owner (6. Jan. 2012)
Am Ende dieser für die 49ers so erfolgreichen Regular Season ist der Mann im Scheinwerferlicht Headcoach Jim Harbaugh, der vermutlich mit dem Titel Coach of the Year rechnen kann. Aber zwei andere können sich den Erfolg ebenso auf die Fahne schreiben, weil sie jeder auf seine Weise dazu beigetragen haben: Team President Jed York und General Manager Trent Baalke - auch er ist ein Titel-Kandidat - für den Executive of the Year.
Baalkes erste Draft, für die er voll verantwortlich war, erweist sich als voller Erfolg. Da ist Bruce Miller, der DE, der in der siebten Runde als potentieller Fullback geholt wurde. Als er bei den 49ers ankam hatte Miller ein einziges Ziel: Irgendwie im Team zu bleiben. Fünf Monate später blickt er auf acht Starts und 568 Snaps zurück - und könnte ein zukünftiger Star-Fullback werden. Insgesamt sind neun Rookies in der Regluar Season auf dem Feld gestanden und machten damit die Draft zu einer der erfolgreichsten seit Jahren. Harbaugh selbst hat damit nicht gerechnet. Er erwartete von seinen Rookies angesichts des Lockouts nicht viel, als die Saison begann, wie er heute zugibt: "Wir dachten, die seien stark benachteiligt als das Camp begann", erzählt der Coach, "die Veteranen, die unser oder andere Systeme kannten sollten doch eigentlich einen deutlichen Startvorsprung haben".
Aber es kam anders. Die 49ers sahen schnell Leistung von ihren Rookies - ob es nun Cornerback Chris Culliver war, Defensive End Aldon Smith, oder in der Offense Miller oder Running Back Kendall Hunter. Der startete erstmals in Woche 4 gegen Philadelphia. Miller, obwohl neu als Fullback, startete schon in Spiel 3 in Cincinnati. "Sie haben sich sofort an Spielern wie Frank Gore orientiert", erzählt Tackle Joe Staley, "sie haben jede Menge Fragen gestellt, alles getan, was man von ihnen verlangt hat und sich vorbereitet. Das machte ihren Erfolg erst möglich". First Round Pick Aldon Smith zum Beispiel könnte den Titel des Defensive Rookie of the Year holen - obwohl ihm ein Hindernis im Weg steht: Er war - trotz seiner 14 Sacks - in keinem einzigen Spiel der Starter. Trotzdem spielte er in fast der Hälfte der Snaps.
Die meisten Snaps, 617, aber hat Culliver, wenn man die Special Teams-Einsätze dazuzählt. Auch Safety Colin Jones war ein wichtiger Mann in den STs, ebenso der ungedraftete Defensive Lineman Demarcus Dobbs. Die einzigen beiden Rookies, die überhaupt nicht zum Einsatz kamen, waren am Ende Siebtrunden-Pick Mike Person, ein O-Liner, und der ungedraftete QB Scott Tolzien. Mit dieser Bilanz kann GM Baalke mehr als zufrieden sein.
Und das funktionierte wohl auch nur, weil der Team President Baalke die Möglichkeit gab, frei zu arbeiten. Jed York, obwohl damals noch nicht mal 30, bewies schon früh, dass er sein Ego im Griff hat. Das belegt zum Beispiel der Tag vor einem Jahr, an dem York und er Jim Harbaugh eingeladen hatten, um diesen zu überreden, zu den Niners zu wechseln. Da traf man sich im Haus eines gemeinsamen Freundes und zog sich mittags mit Sandwiches bewaffnet in den Pool Room zurück. York stellte sich Harbaugh vor, sagte ein paar Worte über seine Vision für die 49ers und schwieg danach. Harbaugh und Baalke diskutierten stundenlang über Football, bis es dunkel wurde. Und das, so sagt Yorks berühmter Onkel Eddie DeBartolo Jr, ist das brillianteste Manöver, dass ein Owner machen kann: "Jed hat getan, was jeder Owner in der NFL tun sollte - nämlich sich aus den Details raushalten. Dass er das in seinem Alter geschafft hat, sagt eine Menge über ihn aus".
Man muss sich dabei die Ausgangslage für Jed York vor Augen halten: Acht Jahre ohne Winning Record, Mike Singletary gefeuert, QB Alex Smith auf dem Weg nach draussen; und man spielte in einem heruntergekommenen Stadion, während die Suche nach einem Ersatz auf der Stelle trat. Später dann noch die unschönen Vorfälle beim Raiders-Spiel in der Preseason. Aber York liess sich von all dem nicht beirren. Auch seine Entscheidung, eine Woche in Youngstown zu verbringen - was damals viele den Kopf schütteln liess - erwies sich als Gold wert. Denn auch DeBartolo war dort und zeigte sich vermutlich zum ersten Mal, seit er das Team 2000 abgeben musste, bei den Trainingseinheiten. Das wusste damals nur keiner.
Der Fünf-Tages-Aufenthalt schweisste das Team zusammen, vor der passenden Kulisse der ehemaligen Stahlarbeiterstadt mit ihrem Blue-Collar-Denken. Zwei Tage später gelang den Niners der Comeback-Sieg bei den Eagles.
Danach folgten für York auch Siege jenseits des Feldes - das Stadionprojekt ist so gut wie eingetütet, und der 13-3-Record hilft enorm beim Marketing und dem Verkauf der Luxury Suiten. Und so wie DeBartolo, John McVay, Carmen Policy und Bill Walsh an der Seite hatte, hat York jetzt auch sein Team mit Balke und Harbaugh - und dazu das Team auf dem Feld. DeBartolo glaubt, dass die 2011-Niners talentierter sind, als die 13-3-Niners 1981. Heisst das, auch 2011 ist der Super Bowl mehr als nur eine Illusion? "Ich hab da so ein Gefühl...", sagt DeBartolo.
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, ESPN, 5.1.
Baalkes erste Draft, für die er voll verantwortlich war, erweist sich als voller Erfolg. Da ist Bruce Miller, der DE, der in der siebten Runde als potentieller Fullback geholt wurde. Als er bei den 49ers ankam hatte Miller ein einziges Ziel: Irgendwie im Team zu bleiben. Fünf Monate später blickt er auf acht Starts und 568 Snaps zurück - und könnte ein zukünftiger Star-Fullback werden. Insgesamt sind neun Rookies in der Regluar Season auf dem Feld gestanden und machten damit die Draft zu einer der erfolgreichsten seit Jahren. Harbaugh selbst hat damit nicht gerechnet. Er erwartete von seinen Rookies angesichts des Lockouts nicht viel, als die Saison begann, wie er heute zugibt: "Wir dachten, die seien stark benachteiligt als das Camp begann", erzählt der Coach, "die Veteranen, die unser oder andere Systeme kannten sollten doch eigentlich einen deutlichen Startvorsprung haben".
Aber es kam anders. Die 49ers sahen schnell Leistung von ihren Rookies - ob es nun Cornerback Chris Culliver war, Defensive End Aldon Smith, oder in der Offense Miller oder Running Back Kendall Hunter. Der startete erstmals in Woche 4 gegen Philadelphia. Miller, obwohl neu als Fullback, startete schon in Spiel 3 in Cincinnati. "Sie haben sich sofort an Spielern wie Frank Gore orientiert", erzählt Tackle Joe Staley, "sie haben jede Menge Fragen gestellt, alles getan, was man von ihnen verlangt hat und sich vorbereitet. Das machte ihren Erfolg erst möglich". First Round Pick Aldon Smith zum Beispiel könnte den Titel des Defensive Rookie of the Year holen - obwohl ihm ein Hindernis im Weg steht: Er war - trotz seiner 14 Sacks - in keinem einzigen Spiel der Starter. Trotzdem spielte er in fast der Hälfte der Snaps.
Die meisten Snaps, 617, aber hat Culliver, wenn man die Special Teams-Einsätze dazuzählt. Auch Safety Colin Jones war ein wichtiger Mann in den STs, ebenso der ungedraftete Defensive Lineman Demarcus Dobbs. Die einzigen beiden Rookies, die überhaupt nicht zum Einsatz kamen, waren am Ende Siebtrunden-Pick Mike Person, ein O-Liner, und der ungedraftete QB Scott Tolzien. Mit dieser Bilanz kann GM Baalke mehr als zufrieden sein.
Und das funktionierte wohl auch nur, weil der Team President Baalke die Möglichkeit gab, frei zu arbeiten. Jed York, obwohl damals noch nicht mal 30, bewies schon früh, dass er sein Ego im Griff hat. Das belegt zum Beispiel der Tag vor einem Jahr, an dem York und er Jim Harbaugh eingeladen hatten, um diesen zu überreden, zu den Niners zu wechseln. Da traf man sich im Haus eines gemeinsamen Freundes und zog sich mittags mit Sandwiches bewaffnet in den Pool Room zurück. York stellte sich Harbaugh vor, sagte ein paar Worte über seine Vision für die 49ers und schwieg danach. Harbaugh und Baalke diskutierten stundenlang über Football, bis es dunkel wurde. Und das, so sagt Yorks berühmter Onkel Eddie DeBartolo Jr, ist das brillianteste Manöver, dass ein Owner machen kann: "Jed hat getan, was jeder Owner in der NFL tun sollte - nämlich sich aus den Details raushalten. Dass er das in seinem Alter geschafft hat, sagt eine Menge über ihn aus".
Man muss sich dabei die Ausgangslage für Jed York vor Augen halten: Acht Jahre ohne Winning Record, Mike Singletary gefeuert, QB Alex Smith auf dem Weg nach draussen; und man spielte in einem heruntergekommenen Stadion, während die Suche nach einem Ersatz auf der Stelle trat. Später dann noch die unschönen Vorfälle beim Raiders-Spiel in der Preseason. Aber York liess sich von all dem nicht beirren. Auch seine Entscheidung, eine Woche in Youngstown zu verbringen - was damals viele den Kopf schütteln liess - erwies sich als Gold wert. Denn auch DeBartolo war dort und zeigte sich vermutlich zum ersten Mal, seit er das Team 2000 abgeben musste, bei den Trainingseinheiten. Das wusste damals nur keiner.
Der Fünf-Tages-Aufenthalt schweisste das Team zusammen, vor der passenden Kulisse der ehemaligen Stahlarbeiterstadt mit ihrem Blue-Collar-Denken. Zwei Tage später gelang den Niners der Comeback-Sieg bei den Eagles.
Danach folgten für York auch Siege jenseits des Feldes - das Stadionprojekt ist so gut wie eingetütet, und der 13-3-Record hilft enorm beim Marketing und dem Verkauf der Luxury Suiten. Und so wie DeBartolo, John McVay, Carmen Policy und Bill Walsh an der Seite hatte, hat York jetzt auch sein Team mit Balke und Harbaugh - und dazu das Team auf dem Feld. DeBartolo glaubt, dass die 2011-Niners talentierter sind, als die 13-3-Niners 1981. Heisst das, auch 2011 ist der Super Bowl mehr als nur eine Illusion? "Ich hab da so ein Gefühl...", sagt DeBartolo.
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, ESPN, 5.1.
Kommentare
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frontmode (6. Jan. 2012)
MoRe99 (6. Jan. 2012)
IamNINER (9. Jan. 2012)
Beispiele, die zeigen, dass es nicht immer klappt, wenn sich ein Besitzer (auch wenn Fachkundig) zu sehr einmischen gibt es ja genug...
duffeldoffel (9. Jan. 2012)
49erChrisB (10. Jan. 2012)