In-Depth: Analyse: Viele Probleme bei der Offense zum Start der Preseason (16. Aug. 2010)
Während die Defense der 49ers nach dem ersten Preseason-Spiel mit sich wieder mal recht zufrieden sein konnte, war es eine glatter Fehlstart für die First Unit der Offense. Das beginnt beim Quarterback: 37 Yards und ein Rating von 7,4 - mehr hatte Alex Smith nach seinem ersten Saisoneinsatz nicht zu bieten. Das lag aber nicht allein an ihm. Smith schien geradezu erstaunt, dass niemand bei den Interviews was von "Quarterback-Debatte" sagte. Immerhin hatte Backup David Carr 20 Punkte beim 37-17-Sieg gegen die Colts geschafft. "Das war es schon?", fragte Smith ungläubig, als die Reporter ihn nach einigen eher milden Fragen wieder alleine liessen.
In ihren vier Drives kam die First Unit auf zwei Turnover, zwei Punts und zwei First Downs in 13 Plays, dazu noch auf eine gezerrtes Knie bei Pro Bowl Tight End Vernon Davis. Das Spiel begann mit einem Fumble von Michael Robinson (der Frank Gore vertrat, den man lieber schonte) und endete für die First-Unit, als Tight End Delanie Walker einen fangbaren Ball von Smith über die Fingerspitzen gleiten liess, was zu einer Interception führte.
Gut, es fehlte auch Receiver Michael Crabtree, der eine Zerrung am Hals auskuriert. Trotzdem war der Auftritt der Starter ein glatte Enttäuschung - immerhin hatte man die ganze Offseason wiederholt, wieviel weiter die Offense im Vergleich zur letzten Saison sei, nun da man endlich mal denselben Offensive Coordinator habe. "Ich hätte gehofft, dass wir besser spielen und das eine oder andere Play machen", kommentierte Singletary das, "hätte ich es erwartet? So weit würde ich nicht gehen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber noch weit gehen".
Zu gute halten muss man der Offense, dass sie einige Plays beinahe gemacht hätte. Einen Unterschied macht das letztlich aber nicht. Das wichtigste Beinahe-Play war ein Wurf zu Vernon Davis auf seiner Spezialroute tief. Davis schaffte es hinter die Secondary und war auf dem Weg in die End Zone. Aber dann drehte er inside, und der Ball ging outside. Diese Routen werden im Training viel geübt. Jetzt sah man, dass Smith und Davis genug Zutrauen ineinander haben, um kleine Modifikationen des Playbooks einzubauen. Aber die funktionieren eben noch nicht immer perfekt - so war es gestern.
"Wir dachten zuerst beide: Touchdown", sagte Smith, "aber dann war es ein Missverständnis". Dazu kamen ein Swingpass, den Robinson nicht bekommen konnte, ein High screen, bei dem Receiver Ted Ginn Jr. beim Fangversuch abgeräumt wurde, ein schlechter Sprung von Walker, der zur Interception führte. "Meine Zahlen sehen nicht gut aus", sagte Smith, "aber ich hatte ein gutes Gefühl, obwohl wir nicht viel zustande gekriegt haben. Ich bin den Ball früh losgeworden, ich hab das Spiel gut gesehen. Es fehlte die Feinabstimmung, aber das bekommen wir hin".
Carr war 9 für 11 mit einem Touchdown und einem 134.1-Passer Rating über zwei Quarter. Aber er wurde dreimal gesackt (es hätten noch mehr Sacks werden können), weil er den Ball zu lange hielt. Das ist bei Carr ein altes Problem. Die Starting Offensive Line erlaubte zwei Quarterback-Hits - dabei wurden erst Rookie Tackle Anthony Davis und dann Rookie TE Nate Byham übertölpelt. Unterm Strich war es eine gemischte Bilanz für die neue OL - Anthony Davis hatte seine schwachen Momente, aber auch gute. Festzuhalten ist, dass er Speed Rusher Mathis auf der anderen Seite nicht bändigen konnte. Mike Iupati spielte recht ordentlich, dafür hatte Guard Chilo Rachal neben Rookie Davis einige Aussetzer. Bei der Pass Protection hatte er sogar gegen die zweite Unit der Colts Schwierigkeiten. Coach Singletary liess die Starting OL länger zusammenspielen, als es viele erwartet hätten, damit sie Spielpraxis gewinnt.
Somit bewiesen die 49ers letztlich nur eines: Ihre Backups und Third-Stringers waren viel besser als die AFC-Champions aus Indianapolis.
Quellen: Verschiedene, vor allem SF Gate, 15.8.
In ihren vier Drives kam die First Unit auf zwei Turnover, zwei Punts und zwei First Downs in 13 Plays, dazu noch auf eine gezerrtes Knie bei Pro Bowl Tight End Vernon Davis. Das Spiel begann mit einem Fumble von Michael Robinson (der Frank Gore vertrat, den man lieber schonte) und endete für die First-Unit, als Tight End Delanie Walker einen fangbaren Ball von Smith über die Fingerspitzen gleiten liess, was zu einer Interception führte.
Gut, es fehlte auch Receiver Michael Crabtree, der eine Zerrung am Hals auskuriert. Trotzdem war der Auftritt der Starter ein glatte Enttäuschung - immerhin hatte man die ganze Offseason wiederholt, wieviel weiter die Offense im Vergleich zur letzten Saison sei, nun da man endlich mal denselben Offensive Coordinator habe. "Ich hätte gehofft, dass wir besser spielen und das eine oder andere Play machen", kommentierte Singletary das, "hätte ich es erwartet? So weit würde ich nicht gehen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber noch weit gehen".
Zu gute halten muss man der Offense, dass sie einige Plays beinahe gemacht hätte. Einen Unterschied macht das letztlich aber nicht. Das wichtigste Beinahe-Play war ein Wurf zu Vernon Davis auf seiner Spezialroute tief. Davis schaffte es hinter die Secondary und war auf dem Weg in die End Zone. Aber dann drehte er inside, und der Ball ging outside. Diese Routen werden im Training viel geübt. Jetzt sah man, dass Smith und Davis genug Zutrauen ineinander haben, um kleine Modifikationen des Playbooks einzubauen. Aber die funktionieren eben noch nicht immer perfekt - so war es gestern.
"Wir dachten zuerst beide: Touchdown", sagte Smith, "aber dann war es ein Missverständnis". Dazu kamen ein Swingpass, den Robinson nicht bekommen konnte, ein High screen, bei dem Receiver Ted Ginn Jr. beim Fangversuch abgeräumt wurde, ein schlechter Sprung von Walker, der zur Interception führte. "Meine Zahlen sehen nicht gut aus", sagte Smith, "aber ich hatte ein gutes Gefühl, obwohl wir nicht viel zustande gekriegt haben. Ich bin den Ball früh losgeworden, ich hab das Spiel gut gesehen. Es fehlte die Feinabstimmung, aber das bekommen wir hin".
Carr war 9 für 11 mit einem Touchdown und einem 134.1-Passer Rating über zwei Quarter. Aber er wurde dreimal gesackt (es hätten noch mehr Sacks werden können), weil er den Ball zu lange hielt. Das ist bei Carr ein altes Problem. Die Starting Offensive Line erlaubte zwei Quarterback-Hits - dabei wurden erst Rookie Tackle Anthony Davis und dann Rookie TE Nate Byham übertölpelt. Unterm Strich war es eine gemischte Bilanz für die neue OL - Anthony Davis hatte seine schwachen Momente, aber auch gute. Festzuhalten ist, dass er Speed Rusher Mathis auf der anderen Seite nicht bändigen konnte. Mike Iupati spielte recht ordentlich, dafür hatte Guard Chilo Rachal neben Rookie Davis einige Aussetzer. Bei der Pass Protection hatte er sogar gegen die zweite Unit der Colts Schwierigkeiten. Coach Singletary liess die Starting OL länger zusammenspielen, als es viele erwartet hätten, damit sie Spielpraxis gewinnt.
Somit bewiesen die 49ers letztlich nur eines: Ihre Backups und Third-Stringers waren viel besser als die AFC-Champions aus Indianapolis.
Quellen: Verschiedene, vor allem SF Gate, 15.8.
Kommentare
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snoopy (16. Aug. 2010)
Was erwartet man von einer OL mit 2Rookies, 1 Rookie-TE und einem neuen Center?
Dafür waren viele Laufspielzüge nicht schlecht - hätte Dixon hier und da besser gelesen, hätten sicherlich noch mehr yards rausspringen können.
Dazu noch Gore, Crabtree dann wird das schon!
Defense fand ich sogar schon richtig gut. Vor allem die DL hat mich positiv überrascht.
Mal abwarten, wie Mays sich noch entwickelt.
Plummer50 (16. Aug. 2010)
Bei der Defense bin ich auch sehr optimistisch. Die Depth scheint da zu sein. Jean Francois spielte wirklich gut. Vielleicht haben die 49ers ja doch einen vernünftigen Backup NT. Wegen der Position habe ich mir in der Offseason schon etwas Sorgen gemacht.
Bei den Linebackern wissen wir, dass sie recht gut sind. Gestern hat ja Willis und auch Bowman noch gar nicht gespielt. Und mit Diyral Briggs scheint man letztes Jahr wirklich einen Glücksgriff gemacht zu haben.
Aber wer mich gestern komplett überrascht hat war Reggie Smith. Die Abwehraktion gegen Gonzalez in der Endzone am Ende der ersten Angriffssequenz war klasse. Und dann noch die Interception obendrauf. Es scheint so, als ob Reggie Smith in seinem dritten Jahr endlich der Durchbruch gelingen könnte. Die Rolle von Mark Roman aus dem Vorjahr hat er schon eingenommen. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass er Michael Lewis Spielzeit abnehmen könnte, wenn er so weiter macht.
Die Offense hat noch viel Arbeit vor sich. Aber gerade in der OLine waren Startschwierigkeiten zu erwarten. Jetzt ist die Frage wie schnell Solari die Jungs hinbekommt.
zugschef (16. Aug. 2010)
stig49 (16. Aug. 2010)
MaybeDavis (16. Aug. 2010)
Da muss noch einiges passiern bis week 1...
49erChrisB (16. Aug. 2010)
Trotzdem kann man natürlich die positiven Dinge des Spiels sicher hervorheben, aber nicht überbewerten. Neben den schon erwähnten Dixon, Briggs, RJF, Iupati, Kyle Willimas fand ich die linke Seite der OLine insgesamt nicht schlecht, im Run-Block sah das komplett um einges besser aus als im letzten Jahr. Baas war z.B. auf Center besser als ich nach den letzten Camp-Meldungen befürchtet hatte. Bei den Oline-Backups fand ich Alex Boone auch stark verbessert. Ich gehöre im Übrigen auch zu denjenigen, die Alex Smith nicht so schlecht gesehen haben, wie sein Stats aussagen. Imho hätten die Pässe auf Robinson, Ginn (dem stand vor dem Hit schon der Angstschweiß auf der Stirn) auf jeden Fall gefangen werden müssen, der Pass auf Walker war mindestens fangbar (ich will jetzt nicht sagen den muss er haben). Und der Pass auf VD war im Ergebnis natürlich nicht gut, wobei das, wie sich herausgestellt hat, mehr ein Mißverständnis bzgl. der Route war als ein schlechter Pass von Smith (das haben zumindest Smith und VD übereinstimmend gesagt).
Andererseits liegt insbesondere vor unserer rechten Oline Seite noch einiges an Abstimmungsarbeit, v.a. beim Pass-Block. Davis hat große athletische Fähigkeiten, das hat man mMn schon sehen können, aber er hat technisch noch viel Arbeit vor sich. Im College hat zumeist seine überlegene Physis ausgereicht seine Gegner in Schach zu halten, in der NFL reicht das eben nicht. Mehr Sorgen mach ich mir da schon bei Chilo Rachal, bei dem ich einfach wenig Entwicklung sehe. Ich hoffe, ich täusch mich da, sonst sieht die 2008er Draft wirklich ganz übel aus.
Norton51 (16. Aug. 2010)
Ich stehe ja nach wie vor auf dem Standpunkt, dass er der Schlüssel zu so ziemlich allem bei uns in der nächsten Saison ist.
zugschef (16. Aug. 2010)
snoopy (17. Aug. 2010)
Zacharry (17. Aug. 2010)
sebastian082 (17. Aug. 2010)
Fakt ist aber natürlich auch, dass die Pässe, mit denen er schon immer Probleme hatte (in die Flat und die ganz kurzen) auch diesmal nicht saßen.
Trotzdem hat mir sein Auftritt gefallen, und der Pass auf Davis lag klar an der Abstimmung zwischen den beiden.
wizard49er (17. Aug. 2010)
Dann gebt ihm Bundstifte
Norton51 (17. Aug. 2010)
BS.
Mir gefällt nur nicht was ich sehe, aber das Prinzip Hoffnung greift natürlich nicht nur bei euch, sondern auch bei mir.
Duke (18. Aug. 2010)
wizard49er (18. Aug. 2010)