In-Depth: Profil: Quarterbacks (20. Feb. 2010)
Alex Smith:
Alex Smith musste wissen, auf was er sich einliess, als er 2005 als Nr. 1-Pick der Draft zu den 49ers kam. Hier war man an Joe Montana gewöhnt, und da bekam selbst Steve Young nicht überwältigend viel Rückendeckung, bis er 1994 den Super Bowl gewann, weil endlich auch die 49ers Defense besser wurde. Und der arme Jeff Garcia - drei Trips zum Pro Bowl war alles, was ihm blieb. Nirgendwo sind die Ansprüche an einen Quarterback höher als in San Francisco.
Smith muss noch viel arbeiten, um zumindest in die Kategorie Garcia vorzustossen. So lassen sich seine ersten fünf Spielzeiten zusammenfassen:
1. Grausame Rookie Saison. Er wirkte zögerlich und überfordert; nichts deutete darauf hin, dass er je ein guter NFL-QB werden könnte.
2. Mit Norv Turners Digit System kam er weit besser zurecht. Als erster 49ers-QB jemals nahm er jeden Snap der Saison. Er war deutlich verbessert, bisweilen sogar stark. Aber unterm Strich nicht mal annähernd so konsistent, wie es ein Starting QB in der NFL sein muss.
3. Der Start war Ok, trotz schlechter Receiver, die ihm nicht helfen konnten. Die 49ers standen bei 2-1, als er sich die Schulter verletzte. Einige Spiele später versuchte er ein Comeback, aber man wusste nicht, was mehr weh tat: Seine Schulter oder ihm dabei zuzusehen, wie er nicht mal in der Lage war, einfache Würfe zu machen. Nach einer Schulter-OP kam er auf Injured Reserve.
4. Schon in der Offseason war die Schulter nicht in Ordnung. Somit verlor er den Job des Starting QB an J.T. O'Sullivan, obwohl man eigentlich einen Kampf zwischen ihm und Shaun Hill angekündigt hatte. Schon vor Saisonbeginn war die nächste Schulter-OP nötig.
5. Er hätte den 49ers entkommen können und niemanden hätte es überrascht. Stattdessen akzeptierte er einen reduzierten Vertrag - zwei Jahre, 6,5 Millionen - um beim Team bleiben zu können. Er warf in Camps und Offseason gut, trotzdem bekam Hill den Job des Starters. Als Smith Hill in zur Halbzeit des sechsten Saisonspiels ersetzte, zeigte er mehr Klasse als je zuvor in seiner Karriere. Später liess er etwas nach, aber kam trotzdem auf Karrierebestwerte in jeder statistischen Kategorie.
Und somit kommt jetzt
6. Zum ersten mal eine Saison, in der er keinen neuen Offensive Coordinator haben wird. Hilft ihm das unters beste Dutzend NFL-QB's vorzustossen? 2009 lag er auf Platz 19.
Fazit: Smith hat noch nicht bewiesen, dass er ein verlässlicher QB auf Dauer sein kann. Aber er wird im Mai erst 26 und deshalb ist ebenso wenig bewiesen, dass er ein Flop ist. Nur völlig voreingenommene Menschen können vom einen oder anderen überzeugt sein.
Ohne jeden Zweifel hat er sich in jeder Saison, in der er gespielt hat, verbessert. Er war in der zweiten Saison stärker als in der ersten. Die dritte und vierte kann man nicht zählen, in seiner fünften war er besser als in der zweiten. Warum sollte er jetzt schon am Ende seiner Möglichkeiten sein? Andererseits wissen wir nicht, ob er vielleicht schon nahe dran ist an seinen Grenzen. Zum ersten Mal muss er in dieser Offseason kein neues System lernen. Er hat mehr Unterstützung auf dem Feld als je zuvor. Deshalb muss er 2010 den nächsten Schritt nach vorne machen.
Coach Mike Singletary liess die Möglichkeit offen, dass man einen neuen Starting Quarterback holen könnte. Trotzdem deutet alles auf Smith als Starter. Team President Jed York hat gesagt, nur wenn ein "Hall of Fame-Kaliber"-QB verfügbar wäre, würden sich die 49ers einen Verpflichtung überlegen.
Es ist sonnenklar, dass die 49ers jetzt keine weitere QB-Kontroverse brauchen können. Das würde keinem weiterhelfen. Also bekommen sie entweder ihren Hall-of-Famer (äusserst unwahrscheinlich), oder Smith wird der unumstrittene Starter sein. Selbst falls die 49ers einen Rookie draften, würden sie nicht davon ausgehen, dass er eine Chance hat, in seinem ersten Jahr zu spielen - egal, um wen es sich handelt.
Smith ist also die beste Option für 2010. Was er in den 10,5 Spielen 2009 geschafft hat, ist das Mindeste, was er 2010 zeigen muss. Auf 16 Spiele hochgerechnet wären das:
343 von 567 (60.5 Prozent), 3,581 Yards mit 27 TDs und 18 Interceptions.
Sofern er diese Zahlen übertrifft, sollten die 49ers viele Spiele in der nächsten Saison gewinnen können.
Shaun Hill:
Seine Statistiken in den ersten 5,5 Spielen waren nur geringfügig schlechter als die von Smith danach. Die 49ers lieben Hills Führungsqualität und Kaltblütigkeit, aber sei kommen trotzdem nicht über die Sorge hinweg, dass er den Ball schlicht und einfach zu schlecht wirft, um auf Dauer der QB sein zu können. Hill ist im letzten Jahr seines Vertrags.
Nate Davis:
Diese Offseason könnte die entscheidende für ihn sein. Davis war ein Fünftrunden-Pick; sieben Quarterbacks wurden vor ihm ausgewählt (Matthew Stafford, Mark Sanchez, Josh Freeman, Pat White, Stephen McGee und Rhett Bomar). Davis war nicht überwältigend in der Exhibition Season, aber er spielte auch nicht schlecht. Viele 49ers-Fans erinnern sich noch an seinen Game-Winning-Drive gegen die Cowboys, der vielleicht das Highlight der Exhibition Season war. Da kam Davis auf 3 von 6 für 52 Yards, dazu gab es einen 27-Yards-Pass-Interference-Penalty.
Davis spielte aufgrund seiner Lernschwäche mit einem vereinfachten Gamebook. Er war weit davon entfernt, in der Regular Season aufs Feld zu können, zumal er nur selten Spielzüge im Training üben konnte. So ist das in der NFL, dass der Starter während der Woche so gut wie alle Offensive Reps bekommt, während der Backup fast komplett das Scout Team übernimmt, um in Form zu bleiben.
Davis will in der Offseason zusammen mit Donovan McNabb in Arizona trainieren. Vielleicht macht er auch beim Lernen und dann in der Offseason weitere Fortschritte. Dann könnte er es schaffen, Shaun Hill in einen Zweikampf um die Nr 2-Position zu zwingen.
****
Die 49ers werden in der Offseason noch einen weiteren QB verpflichten, um mit vier QB's ins Camp zu gehen. Die Frage ist noch, ob sich sich für entweder einen Veteranen oder einen Draft Pick entscheiden, der Chancen auf einen Roster Spot hätte, oder ob es ein Undrafted Free Agent sein wird. Der wäre dann als ein "Camp Arm" vorgesehen; mit der Option, sich ihn vielleicht noch ein bisschen länger anzusehen.
Quelle: Matt Maiocco, Santa Rosa Press Democrat, 19.2.
Alex Smith musste wissen, auf was er sich einliess, als er 2005 als Nr. 1-Pick der Draft zu den 49ers kam. Hier war man an Joe Montana gewöhnt, und da bekam selbst Steve Young nicht überwältigend viel Rückendeckung, bis er 1994 den Super Bowl gewann, weil endlich auch die 49ers Defense besser wurde. Und der arme Jeff Garcia - drei Trips zum Pro Bowl war alles, was ihm blieb. Nirgendwo sind die Ansprüche an einen Quarterback höher als in San Francisco.
Smith muss noch viel arbeiten, um zumindest in die Kategorie Garcia vorzustossen. So lassen sich seine ersten fünf Spielzeiten zusammenfassen:
1. Grausame Rookie Saison. Er wirkte zögerlich und überfordert; nichts deutete darauf hin, dass er je ein guter NFL-QB werden könnte.
2. Mit Norv Turners Digit System kam er weit besser zurecht. Als erster 49ers-QB jemals nahm er jeden Snap der Saison. Er war deutlich verbessert, bisweilen sogar stark. Aber unterm Strich nicht mal annähernd so konsistent, wie es ein Starting QB in der NFL sein muss.
3. Der Start war Ok, trotz schlechter Receiver, die ihm nicht helfen konnten. Die 49ers standen bei 2-1, als er sich die Schulter verletzte. Einige Spiele später versuchte er ein Comeback, aber man wusste nicht, was mehr weh tat: Seine Schulter oder ihm dabei zuzusehen, wie er nicht mal in der Lage war, einfache Würfe zu machen. Nach einer Schulter-OP kam er auf Injured Reserve.
4. Schon in der Offseason war die Schulter nicht in Ordnung. Somit verlor er den Job des Starting QB an J.T. O'Sullivan, obwohl man eigentlich einen Kampf zwischen ihm und Shaun Hill angekündigt hatte. Schon vor Saisonbeginn war die nächste Schulter-OP nötig.
5. Er hätte den 49ers entkommen können und niemanden hätte es überrascht. Stattdessen akzeptierte er einen reduzierten Vertrag - zwei Jahre, 6,5 Millionen - um beim Team bleiben zu können. Er warf in Camps und Offseason gut, trotzdem bekam Hill den Job des Starters. Als Smith Hill in zur Halbzeit des sechsten Saisonspiels ersetzte, zeigte er mehr Klasse als je zuvor in seiner Karriere. Später liess er etwas nach, aber kam trotzdem auf Karrierebestwerte in jeder statistischen Kategorie.
Und somit kommt jetzt
6. Zum ersten mal eine Saison, in der er keinen neuen Offensive Coordinator haben wird. Hilft ihm das unters beste Dutzend NFL-QB's vorzustossen? 2009 lag er auf Platz 19.
Fazit: Smith hat noch nicht bewiesen, dass er ein verlässlicher QB auf Dauer sein kann. Aber er wird im Mai erst 26 und deshalb ist ebenso wenig bewiesen, dass er ein Flop ist. Nur völlig voreingenommene Menschen können vom einen oder anderen überzeugt sein.
Ohne jeden Zweifel hat er sich in jeder Saison, in der er gespielt hat, verbessert. Er war in der zweiten Saison stärker als in der ersten. Die dritte und vierte kann man nicht zählen, in seiner fünften war er besser als in der zweiten. Warum sollte er jetzt schon am Ende seiner Möglichkeiten sein? Andererseits wissen wir nicht, ob er vielleicht schon nahe dran ist an seinen Grenzen. Zum ersten Mal muss er in dieser Offseason kein neues System lernen. Er hat mehr Unterstützung auf dem Feld als je zuvor. Deshalb muss er 2010 den nächsten Schritt nach vorne machen.
Coach Mike Singletary liess die Möglichkeit offen, dass man einen neuen Starting Quarterback holen könnte. Trotzdem deutet alles auf Smith als Starter. Team President Jed York hat gesagt, nur wenn ein "Hall of Fame-Kaliber"-QB verfügbar wäre, würden sich die 49ers einen Verpflichtung überlegen.
Es ist sonnenklar, dass die 49ers jetzt keine weitere QB-Kontroverse brauchen können. Das würde keinem weiterhelfen. Also bekommen sie entweder ihren Hall-of-Famer (äusserst unwahrscheinlich), oder Smith wird der unumstrittene Starter sein. Selbst falls die 49ers einen Rookie draften, würden sie nicht davon ausgehen, dass er eine Chance hat, in seinem ersten Jahr zu spielen - egal, um wen es sich handelt.
Smith ist also die beste Option für 2010. Was er in den 10,5 Spielen 2009 geschafft hat, ist das Mindeste, was er 2010 zeigen muss. Auf 16 Spiele hochgerechnet wären das:
343 von 567 (60.5 Prozent), 3,581 Yards mit 27 TDs und 18 Interceptions.
Sofern er diese Zahlen übertrifft, sollten die 49ers viele Spiele in der nächsten Saison gewinnen können.
Shaun Hill:
Seine Statistiken in den ersten 5,5 Spielen waren nur geringfügig schlechter als die von Smith danach. Die 49ers lieben Hills Führungsqualität und Kaltblütigkeit, aber sei kommen trotzdem nicht über die Sorge hinweg, dass er den Ball schlicht und einfach zu schlecht wirft, um auf Dauer der QB sein zu können. Hill ist im letzten Jahr seines Vertrags.
Nate Davis:
Diese Offseason könnte die entscheidende für ihn sein. Davis war ein Fünftrunden-Pick; sieben Quarterbacks wurden vor ihm ausgewählt (Matthew Stafford, Mark Sanchez, Josh Freeman, Pat White, Stephen McGee und Rhett Bomar). Davis war nicht überwältigend in der Exhibition Season, aber er spielte auch nicht schlecht. Viele 49ers-Fans erinnern sich noch an seinen Game-Winning-Drive gegen die Cowboys, der vielleicht das Highlight der Exhibition Season war. Da kam Davis auf 3 von 6 für 52 Yards, dazu gab es einen 27-Yards-Pass-Interference-Penalty.
Davis spielte aufgrund seiner Lernschwäche mit einem vereinfachten Gamebook. Er war weit davon entfernt, in der Regular Season aufs Feld zu können, zumal er nur selten Spielzüge im Training üben konnte. So ist das in der NFL, dass der Starter während der Woche so gut wie alle Offensive Reps bekommt, während der Backup fast komplett das Scout Team übernimmt, um in Form zu bleiben.
Davis will in der Offseason zusammen mit Donovan McNabb in Arizona trainieren. Vielleicht macht er auch beim Lernen und dann in der Offseason weitere Fortschritte. Dann könnte er es schaffen, Shaun Hill in einen Zweikampf um die Nr 2-Position zu zwingen.
****
Die 49ers werden in der Offseason noch einen weiteren QB verpflichten, um mit vier QB's ins Camp zu gehen. Die Frage ist noch, ob sich sich für entweder einen Veteranen oder einen Draft Pick entscheiden, der Chancen auf einen Roster Spot hätte, oder ob es ein Undrafted Free Agent sein wird. Der wäre dann als ein "Camp Arm" vorgesehen; mit der Option, sich ihn vielleicht noch ein bisschen länger anzusehen.
Quelle: Matt Maiocco, Santa Rosa Press Democrat, 19.2.
Kommentare
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IamNINER (20. Feb. 2010)
einen jungen QB, z.B. Dan LeFevour, muss man sicher draften... wie auch ein Clausen oder Bradford, wenn einer den Rodgers oder Quinn macht am Draft-Day... Ansonsten würde ich nicht zu viel in einen QB investieren...
mit den anderen Qbs hat man eine gute Ausgagslage für die Tiefe... Hill ist ein Feuerwehrmann und Davis hat ein gewisses Talent, das man behutsam anzapfen soll...
DeRa (21. Feb. 2010)
Er hat eigentlich bewiesen, das er es kann.Okay, in einigen spielen sah er jetzt nicht allzu gut aus, aber Smith ist ja erst 25 bzw. 26 zur nächsten Saison.
Falls er sich nicht verletzt, und in der Offseason viel trainiert und die playbooks lernt,dann sollte wohl nichts schiefgehen...Aber warten wir mal ab......
MaybeDavis (21. Feb. 2010)
Aber hoffentlich rutscht in der Draft noch einer der beiden QB's durch und kann dann nach einem Jahr Smith übernehmen.
Smith wird kein HoF QB mehr werden, selbst wenn er gut genug werden "könnte" uns in die Playoffs oder auch in den SB zu bringen, wozu das restliche Team echt Spitze spielen muss, ist Alex nicht die rosige Zukunft der Niners. So viel ist mit zumindest klar, da er in den letzten 5 Jahren keine Ansätze gezeigt hat das zu schaffen.
Moriarty (21. Feb. 2010)
Die Option wurde vor kurzem im "huddlereport" als sinnvoll dargestellt (selbst für einen Erst- und Drittrunder).
beattheheat (22. Feb. 2010)
Doch bezweifle ich stark, dass McNabb weg von Phillly zu den 49ers gehen wird! Der bleibt wohl dort, bis er seine Karriere beenden wird!
So stecke ich alle meine Hoffnungen in Smith und vorallem in Mike Johnson. Johnson soll jetz in der Offseason dem Urban Meyer Krüpel Smith mal seine schlechten Mechanics austreiben und all die Techniken beibringen, die ein QB NFL tauglich machen! Auch muss er ihm das Winner-Gen einimpfen und mit Voodoo die bösen UM-Geister austreiben!
Smith und die 9ers Offense war unter OC Raye II in der letzten Saison einfach zu durchschaubar, das muss unbedingt ändern, koste es was es wolle!
IamNINER (22. Feb. 2010)
T.O. zu den Niners!!!!
beattheheat (22. Feb. 2010)
stig49 (22. Feb. 2010)
IamNINER (22. Feb. 2010)
aus welchem grund sollte man sich nicht um ihn bemühen???
igor (22. Feb. 2010)
stig49 (22. Feb. 2010)
Aber, da ich immer auf Igor höre
Dein Vorschlag...
IamNINER (22. Feb. 2010)
auf was für Typen steht denn Sing??? ich habe bisher in einem Jahr noch nicht so viel gesehen, was mir ein klares Format von Spieler, die SIng will und die Sing nicht will, beschreibt...
Ich glaube eher, dass das FO aus unerklärlichen Gründen TO nicht holen will...
Ich wette mit dir um 5 Euro für die Fanzone, dass sich die Niners um TO bemühen werden... EInverstanden???
stig49 (22. Feb. 2010)
P.S. Typen mit Charakter - sieht dazu das Barrows-Posting.
snoopy (23. Feb. 2010)
ein sehr einnehmenden sogar
wizard49er (23. Feb. 2010)
Sanfranolli (23. Feb. 2010)
PS: Das Bild sah wirklich sch... aus, hab es bei Total Access gesehen, glaube aber es war ein Fotomontage von NFL.Films.