In-Depth: Vernon Davis' Erfolg ist auch seinem Coach zu verdanken (2. Feb. 2010)
Der Touchdown, der Rekord. Peter Hoener, der Tight Ends Coach der 49ers, wusste schon, dass Vernon Davis sich beides holen würde, als der Ball am 3. Januar in St. Louis gerade erst gesnapt worden war. Hoener über das Play im vierten Quarter: "Er hat den Sam-Linebacker schon beim Release gekillt" - was in der Coach-Sprache heisst: Der Rams-Verteidiger, der Davis an der Line of Scrimmage hätte bremsen sollen, schaffte es nicht mal, ihn zu berühren.
Davis rannte an ihm vorbei und fing Alex Smiths Pass in vollem Lauf. Dann lief er auch dem Safety weg - das Ergebnis war ein 73-Yards-Touchdown, das längste Passspiel der Saison - und in Davis' Karriere. Es war sein 13. Touchdown in dieser Saison, womit er den Rekord von San Diegos Antonio Gates einstellte.
Die Wahrheit ist, dass Davis mittlerweile der beste Allround-Tight End der Liga ist. Er kann Defenses auseinanderziehen, wenn er Routen läuft, er kann Verteidiger plattmachen, wenn er für Runs blockt.
Und das schreibt Davis Hoener zu. Deshalb gab er seinem Coach den Ball, mit dem er in St. Louis seinen Rekord-Touchdown machte. "Er pusht mich ständig", sagt Davis, "und das mag ich. Ich bin ein Kämpfer. Ich mag es, wenn ich Druck habe, weil darauf reagiere ich". Deshalb sind die beiden die perfekte Kombination.
Der 57jährige Hoener ist ein grossewachsener Mann, der in den 70ern Tight End in Bradley/Illinois gespielt hat. Blocken ist seine Spezialität. Er war Offensive-Line-Coach bei den Cardinals und Bears, bevor er 2005 als TE-Coach zu den Niners wechselte.
Hoener ist der Ansicht, dass mehr und mehr junge Tight Ends kein Ahnung vom Blocken haben, wenn sie in die Liga kommen. Das war auch bei Davis der Fall. Weil er der schnellste Spieler auf dem Feld war und Defensive Backs ihn nicht tacklen konnten, benützten die Coaches in Maryland Davis niemals als Blocker. Es ging nur drum, den Ball in seine Hände zu bekommen.
"Er hatte unglaubliches Potenzial", erinnert sich Hoener, "er war kein normaler Junge, sondern jemand der gross, stark und voller Power ist und gleichzeitig so schnell laufen konnte. Jemand wie ihn habe ich noch nie in meinem ganzen Leben gesehen".
Hoener war nicht zimperlich, als es drum ging, aus dem Potenzial was zu machen. Trainings Camps sind normalerweise purer Lärm - Helme und Pads krachen gegeneinander, Coaches schreien Anweisungen. Aber wenn Hoener schreit, übertönt er alles. 2006 war er für zwei Rookies verantwortlich: Davis und Delanie Walker, ein College-Wide-Receiver, der in der sechsten Runde gedraftet worden war. Hoener blieb nur eine Offseason, um ihnen das Blocken beizubringen, und diesen Sommer verbrachte er ein paar Zentimeter von ihren Ohren entfernt. Permanent wurden ihnen die Details ihres Spiels eingehämmert.
Walker: "Der Coach hat es mir jeden einzelnen Tag gegeben. Er rief Dinge, auf die Du nicht kommen möchtest. Aber ich habe dazugelernt". Und Davis: "Ich dachte - der Typ nimmt es ernst. Er lässt mich nicht in Frieden. Er lässt nicht locker, bis ich meinen Weg gemacht habe".
Hoener selbst: "Wenn Du jemandem was durchgehen lässt, weil er ein hoher Draft-Pick ist, tust Du ihm keinen Gefallen. Dann verliert er nämlich an Respekt bei den anderen Spieler, weil die sich sagen: "Den packen sie in Watte". Und deshalb habe ich das niemals getan.
Und Davis beschwerte sich niemals drüber. Zwei Jahre später war er einer der besten Blocking Tight Ends der Liga. In der Offense von Mike Martz fing er 2008 aber nicht mal zwei Pässe pro Spiel und kam so nur auf zwei TD' in der gesamten Saison. Und trotzdem wählte man ihn als Pro Bowl-Ersatzmann, nur weil er so gut im Blocken von Linebackern und Defensive Ends war. Das ist eine Fähigkeit, die den Gegenspielern auffällt, aber oft weniger den Fans und den Medien.
Davis zum Beispiel verstand nicht, warum er am Ende dieser Saison ein Pro Bowl Starter war, es aber nicht ins All-Pro-Team schaffte, das von Sportjournalisten gewählt wird. Da standen Gates und Dallas Clark. "Bei sowas werde ich sauer", sagt Davis. "Weil wenn Du Dir mich und Dallas Clark ansiehst - dann siehst Du glaube ich, dass mein Allround-Spiel weit besser ist als das von Clark".
Die starke Tendenz zum Eigenlob hatte Davis von Anfang an. Sogar als Rookie schon erzählte er jedem, der nahe genug stand, dass er bei jeder einzelnen Pass-Route, die er laufe, weit offen sei. Der Pro Bowl ist schön, sagt er, aber er wolle der beste Tight End aller Zeiten sein.
Hoener, der seit 35 Jahren coacht, reagiert mit einem schiefen Lächeln auf die Selbstverliebtheit von Davis. Aber ihm ist auch klar, dass Davis aufgrund seiner hohen Ziele und seines Ehrgeizes so gut geworden ist - also wäre es dumm, ihn da zu bremsen. In Wahrheit will er, dass sein Schüler das Höchste anstrebt. "Er ist gerade erst ein grossartiger Spieler geworden", sagt Hoener, "er hat noch jede Menge Spielraum".
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, 31.1.
Davis rannte an ihm vorbei und fing Alex Smiths Pass in vollem Lauf. Dann lief er auch dem Safety weg - das Ergebnis war ein 73-Yards-Touchdown, das längste Passspiel der Saison - und in Davis' Karriere. Es war sein 13. Touchdown in dieser Saison, womit er den Rekord von San Diegos Antonio Gates einstellte.
Die Wahrheit ist, dass Davis mittlerweile der beste Allround-Tight End der Liga ist. Er kann Defenses auseinanderziehen, wenn er Routen läuft, er kann Verteidiger plattmachen, wenn er für Runs blockt.
Und das schreibt Davis Hoener zu. Deshalb gab er seinem Coach den Ball, mit dem er in St. Louis seinen Rekord-Touchdown machte. "Er pusht mich ständig", sagt Davis, "und das mag ich. Ich bin ein Kämpfer. Ich mag es, wenn ich Druck habe, weil darauf reagiere ich". Deshalb sind die beiden die perfekte Kombination.
Der 57jährige Hoener ist ein grossewachsener Mann, der in den 70ern Tight End in Bradley/Illinois gespielt hat. Blocken ist seine Spezialität. Er war Offensive-Line-Coach bei den Cardinals und Bears, bevor er 2005 als TE-Coach zu den Niners wechselte.
Hoener ist der Ansicht, dass mehr und mehr junge Tight Ends kein Ahnung vom Blocken haben, wenn sie in die Liga kommen. Das war auch bei Davis der Fall. Weil er der schnellste Spieler auf dem Feld war und Defensive Backs ihn nicht tacklen konnten, benützten die Coaches in Maryland Davis niemals als Blocker. Es ging nur drum, den Ball in seine Hände zu bekommen.
"Er hatte unglaubliches Potenzial", erinnert sich Hoener, "er war kein normaler Junge, sondern jemand der gross, stark und voller Power ist und gleichzeitig so schnell laufen konnte. Jemand wie ihn habe ich noch nie in meinem ganzen Leben gesehen".
Hoener war nicht zimperlich, als es drum ging, aus dem Potenzial was zu machen. Trainings Camps sind normalerweise purer Lärm - Helme und Pads krachen gegeneinander, Coaches schreien Anweisungen. Aber wenn Hoener schreit, übertönt er alles. 2006 war er für zwei Rookies verantwortlich: Davis und Delanie Walker, ein College-Wide-Receiver, der in der sechsten Runde gedraftet worden war. Hoener blieb nur eine Offseason, um ihnen das Blocken beizubringen, und diesen Sommer verbrachte er ein paar Zentimeter von ihren Ohren entfernt. Permanent wurden ihnen die Details ihres Spiels eingehämmert.
Walker: "Der Coach hat es mir jeden einzelnen Tag gegeben. Er rief Dinge, auf die Du nicht kommen möchtest. Aber ich habe dazugelernt". Und Davis: "Ich dachte - der Typ nimmt es ernst. Er lässt mich nicht in Frieden. Er lässt nicht locker, bis ich meinen Weg gemacht habe".
Hoener selbst: "Wenn Du jemandem was durchgehen lässt, weil er ein hoher Draft-Pick ist, tust Du ihm keinen Gefallen. Dann verliert er nämlich an Respekt bei den anderen Spieler, weil die sich sagen: "Den packen sie in Watte". Und deshalb habe ich das niemals getan.
Und Davis beschwerte sich niemals drüber. Zwei Jahre später war er einer der besten Blocking Tight Ends der Liga. In der Offense von Mike Martz fing er 2008 aber nicht mal zwei Pässe pro Spiel und kam so nur auf zwei TD' in der gesamten Saison. Und trotzdem wählte man ihn als Pro Bowl-Ersatzmann, nur weil er so gut im Blocken von Linebackern und Defensive Ends war. Das ist eine Fähigkeit, die den Gegenspielern auffällt, aber oft weniger den Fans und den Medien.
Davis zum Beispiel verstand nicht, warum er am Ende dieser Saison ein Pro Bowl Starter war, es aber nicht ins All-Pro-Team schaffte, das von Sportjournalisten gewählt wird. Da standen Gates und Dallas Clark. "Bei sowas werde ich sauer", sagt Davis. "Weil wenn Du Dir mich und Dallas Clark ansiehst - dann siehst Du glaube ich, dass mein Allround-Spiel weit besser ist als das von Clark".
Die starke Tendenz zum Eigenlob hatte Davis von Anfang an. Sogar als Rookie schon erzählte er jedem, der nahe genug stand, dass er bei jeder einzelnen Pass-Route, die er laufe, weit offen sei. Der Pro Bowl ist schön, sagt er, aber er wolle der beste Tight End aller Zeiten sein.
Hoener, der seit 35 Jahren coacht, reagiert mit einem schiefen Lächeln auf die Selbstverliebtheit von Davis. Aber ihm ist auch klar, dass Davis aufgrund seiner hohen Ziele und seines Ehrgeizes so gut geworden ist - also wäre es dumm, ihn da zu bremsen. In Wahrheit will er, dass sein Schüler das Höchste anstrebt. "Er ist gerade erst ein grossartiger Spieler geworden", sagt Hoener, "er hat noch jede Menge Spielraum".
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, 31.1.
Kommentare
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Touchdownmaker (3. Feb. 2010)
MaybeDavis (3. Feb. 2010)
Gut wenn Clark zu den Raiders wechselt, dann spielt Davis nächstes Jahr im erfolgreicheren Team
Touchdownmaker (3. Feb. 2010)