Commentary: Kevin Lynch (SF Gate): Die Free-Agent-Strategie der 49ers zerstört Illusionen (28. Mär. 2012)
Kevin Lynch über die Art und Weise der 49ers, Verträge zu schliessen:
Die Free-Agent-Strategie der 49ers grenzt an Kaltherzigkeit. Aber sie ist effektiv. So wie auch die Steelers oder die Packers haben sich die 49ers entschieden, dass sie mit Spielern oder ihren Agenten nicht verhandeln. Stattdessen untersuchen sie gründlichst, welchen Wert ein Spieler in ihren Augen haben sollte. Und dann geben sie ihr Gebot ab und bleiben dabei.
Das kann Spieler konsternieren und lässt Fehleinschätzungen platzen. Genau das passierte bei Quarterback Alex Smith. Die 49ers boten ihm 24 Millionen Dollar auf drei Jahre und blieben auch Wochen später dabei - egal was andere QBs bekamen oder ob Smith andere Angebote bekam.
Das Angebot der 49ers an Smith war abgesichert. Die 49ers werden wohl Dutzende von Telefongesprächen geführt haben, um Smiths Wert als Free Agent herauszufinden. Offenbar kamen sie zu dem Schluss, dass Smith's Chancen begrenzt waren und genau das spiegelte sich dann in ihrem Angebot wider. Jetzt liegt Smith mit seinem Gehalt bei den Starting QBs nur auf Rang 22.
Smiths Lager gab sich alle Mühe, einen besseren Deal zu bekommen. Vermutlich präsentierte es Coach Jim Harbaughs begeisterte Zitate über Smith während der Saison. Da nannte er ihn "Elite" und sagte, er sollte im Pro Bowl sein. Einem Bericht zufolge warteten Smith und sein Agent, wieviel Matt Flynn bekommt und versuchten das dann als Argument zu benützen. Aber weder Harbaughs Sätze noch Flynns Vertrag brachten Smith weiter.
Damit diese Strategie funktioniert, müssen die 49ers ihr Coaching und ihr Personal-Department komplett voneinander abschotten. Das ermöglicht es Harbaugh, mit seinen Bemerkungen das Selbstvertrauen der Spieler aufzubauen. Aber das garantiert nicht notwendigerweise üppige Verträge, denn Personal und Scouting funktionieren anders. Bei ihnen geht es um die Salary Cap und darum, die Spieler möglichst billig zu bekommen.
Harbaugh mag das Gesicht des Teams sein, aber General Manager Trent Baalke ist die wohl stärkste Macht bei den 49ers. Er ist dafür verantwortlich, Talent zu holen und Talent zu halten. Deshalb liegen alle falsch, die sagten, Harbaughs sonnige Anmerkungen zu Smith seien Lügen gewesen, weil die 49ers sich dann ja um Peyton Manning bemühten und Smith keinen besseren Vertrag anboten. Wer das sagt, versteht das Prinzip nicht, nach dem die 49ers gemanagt werden.
Quelle: Kevin Lynch, Niners Insider Blog auf SF Chronicle, 27.3.
Die Free-Agent-Strategie der 49ers grenzt an Kaltherzigkeit. Aber sie ist effektiv. So wie auch die Steelers oder die Packers haben sich die 49ers entschieden, dass sie mit Spielern oder ihren Agenten nicht verhandeln. Stattdessen untersuchen sie gründlichst, welchen Wert ein Spieler in ihren Augen haben sollte. Und dann geben sie ihr Gebot ab und bleiben dabei.
Das kann Spieler konsternieren und lässt Fehleinschätzungen platzen. Genau das passierte bei Quarterback Alex Smith. Die 49ers boten ihm 24 Millionen Dollar auf drei Jahre und blieben auch Wochen später dabei - egal was andere QBs bekamen oder ob Smith andere Angebote bekam.
Das Angebot der 49ers an Smith war abgesichert. Die 49ers werden wohl Dutzende von Telefongesprächen geführt haben, um Smiths Wert als Free Agent herauszufinden. Offenbar kamen sie zu dem Schluss, dass Smith's Chancen begrenzt waren und genau das spiegelte sich dann in ihrem Angebot wider. Jetzt liegt Smith mit seinem Gehalt bei den Starting QBs nur auf Rang 22.
Smiths Lager gab sich alle Mühe, einen besseren Deal zu bekommen. Vermutlich präsentierte es Coach Jim Harbaughs begeisterte Zitate über Smith während der Saison. Da nannte er ihn "Elite" und sagte, er sollte im Pro Bowl sein. Einem Bericht zufolge warteten Smith und sein Agent, wieviel Matt Flynn bekommt und versuchten das dann als Argument zu benützen. Aber weder Harbaughs Sätze noch Flynns Vertrag brachten Smith weiter.
Damit diese Strategie funktioniert, müssen die 49ers ihr Coaching und ihr Personal-Department komplett voneinander abschotten. Das ermöglicht es Harbaugh, mit seinen Bemerkungen das Selbstvertrauen der Spieler aufzubauen. Aber das garantiert nicht notwendigerweise üppige Verträge, denn Personal und Scouting funktionieren anders. Bei ihnen geht es um die Salary Cap und darum, die Spieler möglichst billig zu bekommen.
Harbaugh mag das Gesicht des Teams sein, aber General Manager Trent Baalke ist die wohl stärkste Macht bei den 49ers. Er ist dafür verantwortlich, Talent zu holen und Talent zu halten. Deshalb liegen alle falsch, die sagten, Harbaughs sonnige Anmerkungen zu Smith seien Lügen gewesen, weil die 49ers sich dann ja um Peyton Manning bemühten und Smith keinen besseren Vertrag anboten. Wer das sagt, versteht das Prinzip nicht, nach dem die 49ers gemanagt werden.
Quelle: Kevin Lynch, Niners Insider Blog auf SF Chronicle, 27.3.
Kommentare
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MaybeDavis (28. Mär. 2012)
Toll was Jed York da zusammen gestellt hat mit Baalke & Harbaugh...
igor (28. Mär. 2012)
kicker (28. Mär. 2012)
Genau wie bei jedem anderen System darf man nicht starr daran festhalten. Oft ist auch eine Investition in die Zukunft bei potenten Talenten notwendig. Aber ich denke, dass Baalke auch dazu in der Lage sein wird.
igor (28. Mär. 2012)
frontmode (28. Mär. 2012)
snoopy (28. Mär. 2012)
Ich sehe die Strategie nicht als kaltherzig an. Man könnte es auch Kalkulation nennen.
Und zwar VORHER und nicht während irgendwelcher Verhandlungen !
Wenn einem PW dann halt nicht 20mio/Jahr wert ist, ist das dann halt so.
MaybeDavis (28. Mär. 2012)
Man hat ja bei Brooks gesehn das man auch gewillt ist Geld in die Hand zu nehmen.
kicker (28. Mär. 2012)
Wie er dann entscheidet, hat in letzter Zeit immer gepasst.
Und das ist gut so !
reagan - The Left Hand (28. Mär. 2012)
Touchdownmaker (28. Mär. 2012)
wizard49er (28. Mär. 2012)
JimH (28. Mär. 2012)
Nur genau das darf man nicht machen, wenn man den ruf einer souveränen vertragsstrategie aufbauen will. Man muss um jeden preis die kaltschnäuzige vorgehensweise durchziehen. Und das ist kein widerspruch. Ich muss nur ganz genau wissen, was ich will. Wenn ich jemanden als "potentes talent" einschätze, muss ich mir überlegen, was er mir als baustein speziell für mein team wert ist und gleich mit der kohle rausrücken, um mich nicht später auf spielchen einlassen zu müssen. Das kann schon mal den marktpreis "zu" schnell hochtreiben. Aber am ende zahlt sich´s aus. Do or die!
Ich bin auch begeistert...