Commentary: Matt Barrows: Die Offense muss sich weiterentwickeln (11. Jan. 2010)
Matt Barrows (Sacramento Bee) über die Defizite der 49ers-Offense:
Mike Singletarys notorischer "Nutcracker"-Drill, bei dem sich drei Starter verletzten, ist eine Art Symbol für seine erste Saison als Headcoach. Wie beim Nutcracker, bei dem zwei gleichgrosse Spieler versuchen müssen, einander umzurammen, glaubte Singletary, dass die 49ers die Playoffs mit blossem Willen erreichen können. Der Wille sollte triumphieren. Vielleicht glaubt er das immer noch.
Rückblickend könnte so das Exhibition Game am 22. August gegen die Raiders den grössten Schaden angerichtet haben, weil es diese Meinung noch verstärkte. Die 49ers trampelten damals geradezu über die Raiders weg. Sie liefen 275 Yards, und alle drei Running Backs, Glen Coffe, Michael Robinson und Kory Sheets, hatten einen grossen Tag.
Aber dieses Spiel war die Ausnahme.
Gegen eine gute Defense der Cardinals, der es darum ging, den Run zu stoppen, sah es zu Saisonbeginn nämlich anders aus: Die 49ers schaffen nur 21 Yards rushing. Am Ende der Saison lagen sie beim Run auf Rang 25. Es gab Sonntage, da wirkte der Run eindrucksvoll. Aber das waren immer Zwischenspurts - unterm Strich war der Run nie konsistent. Das Problem dabei ist, dass der Wille zwar stimmt, so wie es Singletary fordert, aber der Rhytmus fehlte.
Klar, Singletary änderte seine Offensivstrategie zur Saisonhälfte, und für ein paar Wochen sahen die 49ers wie die passfreudigen Colts aus. Aber die Feinheiten der Offense, Dinge wie Personnel Packages, Protection Schemes und Blocking Schemes, blieben immer gleich und wurden nicht besser.
Die NFL ist aber eine Liga, in der Tendenzen ebenso schnell durchblickt werden, wie wenn Wölfe sich das kranke Karibu in der Herde aussuchen. Defensive Coordinators sehen sich soviel auf Fim an - wenn eine Offense sich nicht von Woche zu Woche ändert, ist es für sie nicht schwer, sich eine Gegenattacke zu überlegen.
Das zeigte sich bei den Statistiken. Die 49ers Offense war zumeist am Beginn von Spielen schrecklich. Das erste Quarter war immer das schlimmste. San Francisco ist eines von nur zwei Teams, das nie beim Opening Drive einen Touchdown schaffte.
Man muss OC Jimmy Raye zugute halten, dass er oft grossartige Adjustment zur Halbzeit machte. Auf diese Weise setzten sich die Niners von den Lions und Rams nach schlimmen ersten Halbzeiten ab. Leider sind aber die meisten Teams besser als die Lions oder Rams, und so reichten die Halbzeit-Anpassungen eben nicht mehr gegen Atlanta, Houston oder Green Bay.
Kontinuität bei der Offense und ihrem Personal hatten die 49ers seit sieben Jahren nicht mehr. Dass das 2010 so sein wird, ist eine positive Sache. Aber Stillstand wäre nichts positives. Die 49ers müssen die Offseason dafür nützen, um herauszufinden, wie man sich weiterentwicklen kann.
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, 10.1.
Mike Singletarys notorischer "Nutcracker"-Drill, bei dem sich drei Starter verletzten, ist eine Art Symbol für seine erste Saison als Headcoach. Wie beim Nutcracker, bei dem zwei gleichgrosse Spieler versuchen müssen, einander umzurammen, glaubte Singletary, dass die 49ers die Playoffs mit blossem Willen erreichen können. Der Wille sollte triumphieren. Vielleicht glaubt er das immer noch.
Rückblickend könnte so das Exhibition Game am 22. August gegen die Raiders den grössten Schaden angerichtet haben, weil es diese Meinung noch verstärkte. Die 49ers trampelten damals geradezu über die Raiders weg. Sie liefen 275 Yards, und alle drei Running Backs, Glen Coffe, Michael Robinson und Kory Sheets, hatten einen grossen Tag.
Aber dieses Spiel war die Ausnahme.
Gegen eine gute Defense der Cardinals, der es darum ging, den Run zu stoppen, sah es zu Saisonbeginn nämlich anders aus: Die 49ers schaffen nur 21 Yards rushing. Am Ende der Saison lagen sie beim Run auf Rang 25. Es gab Sonntage, da wirkte der Run eindrucksvoll. Aber das waren immer Zwischenspurts - unterm Strich war der Run nie konsistent. Das Problem dabei ist, dass der Wille zwar stimmt, so wie es Singletary fordert, aber der Rhytmus fehlte.
Klar, Singletary änderte seine Offensivstrategie zur Saisonhälfte, und für ein paar Wochen sahen die 49ers wie die passfreudigen Colts aus. Aber die Feinheiten der Offense, Dinge wie Personnel Packages, Protection Schemes und Blocking Schemes, blieben immer gleich und wurden nicht besser.
Die NFL ist aber eine Liga, in der Tendenzen ebenso schnell durchblickt werden, wie wenn Wölfe sich das kranke Karibu in der Herde aussuchen. Defensive Coordinators sehen sich soviel auf Fim an - wenn eine Offense sich nicht von Woche zu Woche ändert, ist es für sie nicht schwer, sich eine Gegenattacke zu überlegen.
Das zeigte sich bei den Statistiken. Die 49ers Offense war zumeist am Beginn von Spielen schrecklich. Das erste Quarter war immer das schlimmste. San Francisco ist eines von nur zwei Teams, das nie beim Opening Drive einen Touchdown schaffte.
Man muss OC Jimmy Raye zugute halten, dass er oft grossartige Adjustment zur Halbzeit machte. Auf diese Weise setzten sich die Niners von den Lions und Rams nach schlimmen ersten Halbzeiten ab. Leider sind aber die meisten Teams besser als die Lions oder Rams, und so reichten die Halbzeit-Anpassungen eben nicht mehr gegen Atlanta, Houston oder Green Bay.
Kontinuität bei der Offense und ihrem Personal hatten die 49ers seit sieben Jahren nicht mehr. Dass das 2010 so sein wird, ist eine positive Sache. Aber Stillstand wäre nichts positives. Die 49ers müssen die Offseason dafür nützen, um herauszufinden, wie man sich weiterentwicklen kann.
Quelle: Matt Barrows, Sac Bee, 10.1.
Kommentare
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stig49 (11. Jan. 2010)
Ich glaube, es lag nicht an falschen oder durchschaubaren Packages und Schemes. Wenn die Niners mal loslegten, dann waren sie zwischenzeitlich sogar erstaunlich variabel. Man war IMHO deshalb durchschaubar, weil man sich zu Beginn von Spielen, weiss der Himmel warum, immer wieder viel zu stark auf das Vorhersehbare beschränkt hat. In der Hinsicht könnte vor allem Sing zu stur gewesen sein - er wollte es womöglich erzwingen. Das Resultat war, dass die 49ers bisweilen anfangs outgecoacht wirkten.
In dieser Richtung muss man sich weiterentwickeln - mehr Mut, mehr Flexibilität. Und mehr Erfahrung.
Norton51 (11. Jan. 2010)
Hauptproblem war die Protection durch die Oline und aus meiner Sicht gameplan + playcalling.
Wenn ich mich an unseren ersten Drive nach der Byeweek erinnere, kommt mir jetzt noch das Grausen. Das war für mich sinnbildlich für viele erste Viertel diese Saison.
Das Team wirkte offensiv nicht gut vorbereitet und hatte keinen Plan, wo der Gegner zu attackieren ist. Eigentlich sollte man ja mit einem gameplan ins Spiel gehen, der dem Gegner was zum Nachdenken gibt und das war doch eher selten der Fall.
Man muss sicher nicht jede Woche die schemes und packages wechseln, das machen andere Teams ja auch nicht in dem Maße, aber man muss die Schwachstelle des Gegners besser treffen.
Moriarty (11. Jan. 2010)
stig49 (11. Jan. 2010)
Duke (11. Jan. 2010)
IamNINER (11. Jan. 2010)
das ist übrigens eine Aussage von Alex SMith...
IamNINER (11. Jan. 2010)
Dann ha man oft keinen Plan gehabt, wie man zu einer Balanced Attacke kommt... einmal war man Sprad ohne Run über eine gewisse Zeit und dann war man Halbzeiten lang ein Team, das mit em Kopf durch die Wand wollte und kläglich scheiterte...
alles in allem waren wir am erfolgreichsten, wenn wir eine gute Mischung mit mutigem Pass hatten... da hat man auch gesehen, dass Alex doch mehr kann, als er vor den Verletzungen gezeigt hat...
frontmode (11. Jan. 2010)
Naja, bei dem schlechten Anfang sind 15 aufgeschriebene Plays schon nahezu die ganze erste Halbzeit - das erklärt einiges