Commentary: Lowell Cohn (SRPD): Ein Jahr Singletary - noch längst nicht am Ziel (8. Nov. 2009)
Lowell Cohn zieht nach einem Jahr mit Mike Singletary am Steuer Bilanz:
Jetzt hat Mike Singletary eine volle Saison gecoacht - neun Spiele letztes Jahr und sieben diese Saison. Da stellt sich die Frage - was hat er in dieser Zeit geschafft? Zunächst mal startete er mit einem heftigen Nachteil - das Team, das er bekam, war nicht besonders gut. Aber es spielte mit grossem Einsatz für ihn. Das liegt daran, dass er ein inspirierender Coach ist und ein grosser Spieler war - beides wird vom Team respektiert.
Er hat bewiesen, dass er sich anpassen kann - besser anpassen kann, als ich es offen gesagt erwartet hätte. Letztes Jahr fand er J.T. O'Sullivan nicht gut und machte den Wechsel zu Shaun Hill. Das zeigte, dass er bereit ist, Entscheidungen zu treffen. Denn Entscheidungen zu treffen ist Singletarys Stil - so arbeitet er.
Dieses Jahr sah er, wie begrenzt Hills Fähigkeiten sind und wechselte zu Alex Smith - in der Halbzeit eines Spiels. Das war wieder eine mutige Entscheidung. Er hatte kein Problem damit, sich von seinem ursprünglichen Plan zu verabschieden.
Man muss ihn auch sehr dafür loben, dass er während Michael Crabtrees Holdout den Mund hielt. Er schuf kein neues Problem, er sagte nichts Dummes. Das beweist Weisheit. Ein dümmerer Coach würde auf Crabtree losgegangen sein und hätte die Angelegenheit so zu einer persönlichen Sache gemacht. Singletary vermied das - er lobte Crabtree und versprach ihm seinen Platz im Team, sobald er unterschreibe. Als Crabtree endlich da war, machte Singletary ihn sofort zum Starter, weil er Spiele gewinnen will Und Du gewinnst mit Deinen besten Spielern. Nur ein dummer Coach hätte sein Team bestraft, indem er es Crabtree heimzahlt.
Und schliesslich: Singletarys Kombination aus Disziplin und rauher Zuneigung haben aus Vernon Davis endlich einen richtigen Football-Spieler gemacht.
Singletarys Mannschaft hat drei richtig gute Spiele in dieser Saison abgeliefert: Am Opening-Tag gegen Arizona, und dazu die beiden Niederlagen gegen Minnessota und Indianapolis. Das, weil die Niners gut spielten gegen zwei hochtalentierte Mannschaften - sie knickten nicht ein oder waren schrecklich. Sie waren ein echter Gegner - und das wegen Singletary.
Trotzdem muss er noch viel beweisen. Seine Saison-Bilanz liegt jetzt bei 8-8. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Eben Durchschnitt. Durchschnitt ist zugegebenermassen eine Verbesserung gegenüber den letzten Jahren. Aber Durchschnitt kann nur eine Übergangsphase sein. Und Singletary weiss das. Zumindest sollte er es wissen.
Er ist ein guter Motivator, aber manchmal kommt man sich bei ihm vor wie in der Grundschule. Da verschwendet er Timeouts für Ansprachen, und später fehlen sie ihm, wenn er sie wirklich braucht. Er muss seine Technik als Coach verfeinern und verinnerlichen, dass er Profis trainiert.
Jetzt passt er er sein Offense an einen neuen Quarterback an, Alex Smith. Dafür muss man ihn loben! Aber es bleibt die Sorge, dass er letztlich doch an seinem Run first-Power gewinnt-Ansatz festhält. Mit dieser Neandertaler-Philosophie kann er auf Dauer aber nie und nimmer gewinnen. Bill Walsh sagte mir einst, ein Power-Team stösst früher oder später auf ein Team mit noch mehr Power. Und dann muss das Power-Team einen Plan B haben. Singletary muss seinen Plan B noch finden, und das möglichst schnell.
Dabei schränken ihn seine Quarterbacks ein. Falls Smith noch zu Peyton Manning wird, ist das Problem gelöst. Aber er könnte nicht zu Peyton Manning werden. Dann muss Singletary entweder einen Weg finden, mit Smith zu gewinnen, oder er muss einen besseren Quarterback finden. Singletary hat sich immer mit Lob für Hill und Smith zurückgehalten. Er weiss, was er von ihnen zu halten hat. Falls Smith sich diese Saison nicht durchsetzen kann, müssen Singletary und Scot McCloughan einen fähigen Quarterback finden, oder sie werden zur Mittelmässigkeit verdammt sein.
Singletary steht diese Saison bei 3-4 und hat drei Spiele in Folge verloren. Trotzdem wirft ihm niemand vor, Mike Nolan zu sein. Die nächsten beiden Spiele gegen Tennessee und Chicago sind gewinnbar, und Singletary muss das hinbekommen.
Am Ende der Saison wird man klarer sehen. Sowohl Singletary als auch Smith sind noch längst nicht am Ziel; sie müssen sich beide weiterentwickeln. Singletary hat viel Positives gezeigt. Am Ende zählt aber nur, wie weit er sein Team bringen kann.
Quelle: Lowell Cohn, Santa Rosa Press Democrat, 4.11.
Jetzt hat Mike Singletary eine volle Saison gecoacht - neun Spiele letztes Jahr und sieben diese Saison. Da stellt sich die Frage - was hat er in dieser Zeit geschafft? Zunächst mal startete er mit einem heftigen Nachteil - das Team, das er bekam, war nicht besonders gut. Aber es spielte mit grossem Einsatz für ihn. Das liegt daran, dass er ein inspirierender Coach ist und ein grosser Spieler war - beides wird vom Team respektiert.
Er hat bewiesen, dass er sich anpassen kann - besser anpassen kann, als ich es offen gesagt erwartet hätte. Letztes Jahr fand er J.T. O'Sullivan nicht gut und machte den Wechsel zu Shaun Hill. Das zeigte, dass er bereit ist, Entscheidungen zu treffen. Denn Entscheidungen zu treffen ist Singletarys Stil - so arbeitet er.
Dieses Jahr sah er, wie begrenzt Hills Fähigkeiten sind und wechselte zu Alex Smith - in der Halbzeit eines Spiels. Das war wieder eine mutige Entscheidung. Er hatte kein Problem damit, sich von seinem ursprünglichen Plan zu verabschieden.
Man muss ihn auch sehr dafür loben, dass er während Michael Crabtrees Holdout den Mund hielt. Er schuf kein neues Problem, er sagte nichts Dummes. Das beweist Weisheit. Ein dümmerer Coach würde auf Crabtree losgegangen sein und hätte die Angelegenheit so zu einer persönlichen Sache gemacht. Singletary vermied das - er lobte Crabtree und versprach ihm seinen Platz im Team, sobald er unterschreibe. Als Crabtree endlich da war, machte Singletary ihn sofort zum Starter, weil er Spiele gewinnen will Und Du gewinnst mit Deinen besten Spielern. Nur ein dummer Coach hätte sein Team bestraft, indem er es Crabtree heimzahlt.
Und schliesslich: Singletarys Kombination aus Disziplin und rauher Zuneigung haben aus Vernon Davis endlich einen richtigen Football-Spieler gemacht.
Singletarys Mannschaft hat drei richtig gute Spiele in dieser Saison abgeliefert: Am Opening-Tag gegen Arizona, und dazu die beiden Niederlagen gegen Minnessota und Indianapolis. Das, weil die Niners gut spielten gegen zwei hochtalentierte Mannschaften - sie knickten nicht ein oder waren schrecklich. Sie waren ein echter Gegner - und das wegen Singletary.
Trotzdem muss er noch viel beweisen. Seine Saison-Bilanz liegt jetzt bei 8-8. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Eben Durchschnitt. Durchschnitt ist zugegebenermassen eine Verbesserung gegenüber den letzten Jahren. Aber Durchschnitt kann nur eine Übergangsphase sein. Und Singletary weiss das. Zumindest sollte er es wissen.
Er ist ein guter Motivator, aber manchmal kommt man sich bei ihm vor wie in der Grundschule. Da verschwendet er Timeouts für Ansprachen, und später fehlen sie ihm, wenn er sie wirklich braucht. Er muss seine Technik als Coach verfeinern und verinnerlichen, dass er Profis trainiert.
Jetzt passt er er sein Offense an einen neuen Quarterback an, Alex Smith. Dafür muss man ihn loben! Aber es bleibt die Sorge, dass er letztlich doch an seinem Run first-Power gewinnt-Ansatz festhält. Mit dieser Neandertaler-Philosophie kann er auf Dauer aber nie und nimmer gewinnen. Bill Walsh sagte mir einst, ein Power-Team stösst früher oder später auf ein Team mit noch mehr Power. Und dann muss das Power-Team einen Plan B haben. Singletary muss seinen Plan B noch finden, und das möglichst schnell.
Dabei schränken ihn seine Quarterbacks ein. Falls Smith noch zu Peyton Manning wird, ist das Problem gelöst. Aber er könnte nicht zu Peyton Manning werden. Dann muss Singletary entweder einen Weg finden, mit Smith zu gewinnen, oder er muss einen besseren Quarterback finden. Singletary hat sich immer mit Lob für Hill und Smith zurückgehalten. Er weiss, was er von ihnen zu halten hat. Falls Smith sich diese Saison nicht durchsetzen kann, müssen Singletary und Scot McCloughan einen fähigen Quarterback finden, oder sie werden zur Mittelmässigkeit verdammt sein.
Singletary steht diese Saison bei 3-4 und hat drei Spiele in Folge verloren. Trotzdem wirft ihm niemand vor, Mike Nolan zu sein. Die nächsten beiden Spiele gegen Tennessee und Chicago sind gewinnbar, und Singletary muss das hinbekommen.
Am Ende der Saison wird man klarer sehen. Sowohl Singletary als auch Smith sind noch längst nicht am Ziel; sie müssen sich beide weiterentwickeln. Singletary hat viel Positives gezeigt. Am Ende zählt aber nur, wie weit er sein Team bringen kann.
Quelle: Lowell Cohn, Santa Rosa Press Democrat, 4.11.
Kommentare
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wizard49er (8. Nov. 2009)
GoranP (8. Nov. 2009)
Touchdownmaker (9. Nov. 2009)
MoRe99 (10. Nov. 2009)
Moriarty (10. Nov. 2009)
Ich vermute eher, dass sich die Aussage, wonach Holmgren und Shanahan bereitstehen, eher auf Singletarys Job bezieht
MoRe99 (10. Nov. 2009)
Touchdownmaker (10. Nov. 2009)
IamNINER (10. Nov. 2009)
erwartet hat man seiten der Owner PO... denn das hat Jed ende letzter Saison klar gesagt...
von daher muss er nicht mehr zeit kriegen...
TheBeast (10. Nov. 2009)
MaybeDavis (11. Nov. 2009)