Die Pro Football Hall of Fame hat ihre Finalisten für die Klasse von 2009 bekannt gegeben. Sie umfasst 17 Kandidaten, und 49ers Running Back Roger Craig gehört leider nicht dazu.
Dafür befinden sich ein paar andere Spieler auf der Liste, die einige Zeit bei den 49ers verbrachten, darunter Richard Dent, Bob Hayes und Rod Woodson, der sich im ersten Jahr seiner Berechtigkeit befindet.
Quelle: Chrissy Mauck (49ers.com, 06.01.)
aber oj simpson ist immer noch vertreten... frechheit!
schon wieder nicht?
hm, schade. Ich finde der Mann hätte es Verdient.
Ich tippe auf Rod Woodson. Ich denke Bruce Smith wird definitiv einen Platz bekommen. Schade für Craig - aber einen triffts leider immer.
Zitat von: Touchdownmaker am Mi, 7. Jan. ’09, 19:26
... aber einen triffts leider immer.
Stimmt, und dieser eine, den es immer trifft, heißt Roger Craig >:(
bei allem respekt vor woodson's karriere und seiner leistung; ich denke kaum, dass er es im ersten anlauf schaffen wird.
aber auf jeden fall schade für craig.
dass mit o.j. finde ich ok, denn eine hof-commision hat ja darüber entschieden, dass er trotz seiner "aktionen" seinen platz behalten wird. wo kommen wir denn sonst hin, wenn jedes hof-member in seinem folgenden privatleben noch um seinen platz in der hall of fame bangen muss?
auch wenn er ein verbrecher ist (was wir ja auch nicht erst seit ein paar monaten wissen) hat er seinen platz dort sich regeltrecht erspielt, nicht verspielt.
Zitat von: zugschef am Mi, 7. Jan. ’09, 18:26
aber oj simpson ist immer noch vertreten... frechheit!
Dau gab es letztens irgendwo einen Kommentar mit Fokus auf Pat Tillman. Der wird nie in der HoF landen, da er sich "nur" moralisch qualifiziert hat.
Es zählt aber nichts als die Leistung auf dem Feld und daher wird der Knacki OJ drin bleiben und der gefallene Soldat nicht....
Unter diesen Umständen ist es aber umso weniger vertretbar, dass ein gewisser Edward DeBartolo Jr. wie Luft behandelt wird...
Zitat von: kryssow am Mi, 7. Jan. ’09, 20:33
dass mit o.j. finde ich ok, denn eine hof-commision hat ja darüber entschieden, dass er trotz seiner "aktionen" seinen platz behalten wird. wo kommen wir denn sonst hin, wenn jedes hof-member in seinem folgenden privatleben noch um seinen platz in der hall of fame bangen muss?
auch wenn er ein verbrecher ist (was wir ja auch nicht erst seit ein paar monaten wissen) hat er seinen platz dort sich regeltrecht erspielt, nicht verspielt.
Sehe ich etwas anders. Irgendwie sind die Member der HOF auch Vorbilder für die Jugend.
Ob da unbedingt ein verurteilter Straftäter drin sein muss, bei dem noch hinzu kommt, dass er eigentlich trotzt Freispruch immer mit einem Doppelmord in Verbindung gebracht wird, halte ich zumindestens für moralisch sehr fraglich.
Zumal man hier ja auch nicht gerade von einer "kleinen Straftat" (die für die er verurteilt wurde) reden kann.
Das Roger Craig wieder durchgefallen ist hat mit der HOF Memberschaft eines OJ Simpson aber herzlich wenig zutun und ist bedauerlich.
Eddie D`B. werden wir niemals in der HOF sehen. So bedauerlich das sicherlich sein mag.
Zitat von: duffeldoffel am Mi, 7. Jan. ’09, 20:40
Unter diesen Umständen ist es aber umso weniger vertretbar, dass ein gewisser Edward DeBartolo Jr. wie Luft behandelt wird...
BING!
Zitat von: zugschef am Mi, 7. Jan. ’09, 18:26
aber oj simpson ist immer noch vertreten... frechheit!
hier kann ich mich nur anschließen. OJ ht ja schließlich nicht nur Bonbons im Kaufhaus geklaut. Als Vorbilder, was HOF'er sind, muß auch der Lebenslauf vorbildlich sein. Es müssen auch keine Engel sein. ;) Sollten aber nahe daran sein ;D
Zitat von: 49er-essen am Do, 8. Jan. ’09, 08:33
Zitat von: zugschef am Mi, 7. Jan. ’09, 18:26
aber oj simpson ist immer noch vertreten... frechheit!
hier kann ich mich nur anschließen. OJ ht ja schließlich nicht nur Bonbons im Kaufhaus geklaut. Als Vorbilder, was HOF'er sind, muß auch der Lebenslauf vorbildlich sein. Es müssen auch keine Engel sein. ;) Sollten aber nahe daran sein ;D
Nun OJ hat mal als Footballer was geleistet, und das hat ihn in die HOF gebracht... Menschen machen Fehler, gewisse LErnen was draus, gewisse eben nicht...
Dass Craig es nicht schafft finde ich schade... Er gehört sicher einmal in die HOF, für seine Leistunen... So wie ich das sehe, ist die HOF dazu da die sportlichen und für den Sport herausragenden Leistungen zu ehren und nicht über das privatleben zu richten...
Eddie gehört irendwann in die HOF... vieleicht bringt es die NFL und das HOF Commitee ja übers Herz wenn sie Laudatio Nummer 100 von Eddie für einen HOF gehört haben, Eddie zu vergeben und erkennen, was er für einen Wert hatte...
mit ihren ganzen off the field regelungen sagt die nfl aber klar aus, dass es nicht nur um sportliches sondern auch um charakterliches und vorbildwirkung geht. das steht im krassen gegensatz dazu.
Zu einem Sportler gehört mehr als nur seine sportliche Leistung. OJS hat in der HoF nichts verloren.
Zitat von: Duke am Do, 8. Jan. ’09, 11:36
Zu einem Sportler gehört mehr als nur seine sportliche Leistung. OJS hat in der HoF nichts verloren.
Finde ich auch! Beim Baseball lassen sie Pete Rose ja auch nicht rein, und der hat zumindest niemanden umgebracht.
Zitat von: Duke am Do, 8. Jan. ’09, 11:36
Zu einem Sportler gehört mehr als nur seine sportliche Leistung. OJS hat in der HoF nichts verloren.
:dito:
Zitat von: MoRe99 am Do, 8. Jan. ’09, 12:05
Zitat von: Duke am Do, 8. Jan. ’09, 11:36
Zu einem Sportler gehört mehr als nur seine sportliche Leistung. OJS hat in der HoF nichts verloren.
:dito:
:dito:
OJ hat in der Hall of fame nichts verloren, man muss aber objektiverweise auch mal sagen, dass Roger Craig gegen die nominierte Klasse auch abfällt.
Ich finde ihn auch toll, aber ich finde nicht, dass er Hall of Fame Kaliber war.
Offiziell hat OJ auch niemanden umgebracht.
Offiziell sitzt OJ z.Zt. wegen bewaffnetem Raubüberfall und Geiselnahme in Haft.
Zitat von: HeyJoe am Do, 8. Jan. ’09, 19:17
Offiziell hat OJ auch niemanden umgebracht.
Strafrechtlich nicht, zivilrechtlich hingegen schon, wenn ich mich richtig erinnere...
Amerika halt...
:noidea:
Zitat von: duffeldoffel am Do, 8. Jan. ’09, 21:27
Zitat von: HeyJoe am Do, 8. Jan. ’09, 19:17
Offiziell hat OJ auch niemanden umgebracht.
Strafrechtlich nicht, zivilrechtlich hingegen schon, wenn ich mich richtig erinnere...
Amerika halt...
:noidea:
Auch bei uns sind Zivil- und Strafrecht übrigens getrennt, wenn auch nicht so strikt wie in den USA.
OJ wurde im Strafrechtsprozess frei- und im Zivilprozess schuldig gesprochen. Jetzt sitzt er doch, aber vor allem wegen abgrundtiefer Dämlichkeit in einem anderen Fall.
Aber dass er zwei Menschen umgebracht hat, davon kann man doch wohl ausgehen - immerhin hat er ja auch das Buch "Wenn ich es getan hätte" geschrieben ;)
Zitat von: duffeldoffel am Do, 8. Jan. ’09, 21:27
Strafrechtlich nicht, zivilrechtlich hingegen schon, wenn ich mich richtig erinnere...
Amerika halt...
:noidea:
die beweislast ist halt im strafprozess eine andere als im zivilprozess.
im strafprozess muss etwas bewiesen werden ohne das irgendwelche begruendete zweifel bestehen.
im zivilprozess (common law) reicht ein beweis "on the balance of probabilities", will heissen wenn es wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist, reicht das unter unmstaenden schon als beweis.
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:07
Zitat von: duffeldoffel am Do, 8. Jan. ’09, 21:27
Strafrechtlich nicht, zivilrechtlich hingegen schon, wenn ich mich richtig erinnere...
Amerika halt...
:noidea:
die beweislast ist halt im strafprozess eine andere als im zivilprozess.
im strafprozess muss etwas bewiesen werden ohne das irgendwelche begruendete zweifel bestehen.
im zivilprozess (common law) reicht ein beweis "on the balance of probabilities", will heissen wenn es wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist, reicht das unter unmstaenden schon als beweis.
Wobei in diesem Fall auch im Strafprozess die Beweislast hätte reichen müssen, wenn der Richter sich nicht so blöde angestellt hätte.
Zitat von: stig49 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:28
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:07
Zitat von: duffeldoffel am Do, 8. Jan. ’09, 21:27
Strafrechtlich nicht, zivilrechtlich hingegen schon, wenn ich mich richtig erinnere...
Amerika halt...
:noidea:
die beweislast ist halt im strafprozess eine andere als im zivilprozess.
im strafprozess muss etwas bewiesen werden ohne das irgendwelche begruendete zweifel bestehen.
im zivilprozess (common law) reicht ein beweis "on the balance of probabilities", will heissen wenn es wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist, reicht das unter unmstaenden schon als beweis.
Wobei in diesem Fall auch im Strafprozess die Beweislast hätte reichen müssen, wenn der Richter sich nicht so blöde angestellt hätte.
sehe ich anders. zum einen ist das in den USA nicht die entscheidung des richters, sondern die einer jury.
und zum anderen haben polizei und staatsanwaltschaft damals mehr als nur schlampig ermittelt. Ihnen konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass sie anderen hinweisen nicht nachgegangen sind, und dass einer der leitenden ermittler ein rassist war. insofern war der freispruch damals voellig richtig, auch wenn das nicht heisst, das OJ unschuldig ist. ich bin mir da nicht sicher, und habe da so meine eigene theorie.
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:33
Zitat von: stig49 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:28
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:07
Zitat von: duffeldoffel am Do, 8. Jan. ’09, 21:27
Strafrechtlich nicht, zivilrechtlich hingegen schon, wenn ich mich richtig erinnere...
Amerika halt...
:noidea:
die beweislast ist halt im strafprozess eine andere als im zivilprozess.
im strafprozess muss etwas bewiesen werden ohne das irgendwelche begruendete zweifel bestehen.
im zivilprozess (common law) reicht ein beweis "on the balance of probabilities", will heissen wenn es wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist, reicht das unter unmstaenden schon als beweis.
Wobei in diesem Fall auch im Strafprozess die Beweislast hätte reichen müssen, wenn der Richter sich nicht so blöde angestellt hätte.
sehe ich anders. zum einen ist das in den USA nicht die entscheidung des richters, sondern die einer jury.
und zum anderen haben polizei und staatsanwaltschaft damals mehr als nur schlampig ermittelt. Ihnen konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass sie anderen hinweisen nicht nachgegangen sind, und dass einer der leitenden ermittler ein rassist war. insofern war der freispruch damals voellig richtig, auch wenn das nicht heisst, das OJ unschuldig ist. ich bin mir da nicht sicher, und habe da so meine eigene theorie.
Stimmt, es wurde erbarmungswürdig schlecht ermittelt. Aber trotzdem widerspreche ich Dir im Kernpunkt massiv: Natürlich entscheidet letztlich die Jury, aber der Richter bestimmt den Prozessablauf, welche Zeugen, welche Beweise zugelassen werden oder nicht. Und Lance Ito hat nach Meinung fast aller Experten weitgehend versagt. Und der Freispruch war in meinen Augen Unrecht, wie es im Buche steht, und zudem ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen.
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:07im zivilprozess (common law) reicht ein beweis "on the balance of probabilities", will heissen wenn es wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist, reicht das unter unmstaenden schon als beweis.
Finde ich ganz schlimm - und sowas nennt sich dann Rechtstaat...
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:33
sehe ich anders. zum einen ist das in den USA nicht die entscheidung des richters, sondern die einer jury.
und zum anderen haben polizei und staatsanwaltschaft damals mehr als nur schlampig ermittelt. Ihnen konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass sie anderen hinweisen nicht nachgegangen sind, und dass einer der leitenden ermittler ein rassist war. insofern war der freispruch damals voellig richtig, auch wenn das nicht heisst, das OJ unschuldig ist. ich bin mir da nicht sicher, und habe da so meine eigene theorie.
Ich bin zwar juristischer Laie, war aber auch damals eher der Ansicht, dass das vorgebrachte für einen Schuldspruch nicht ausreichen konnte...
Und hatte dieser eine Cop nicht sogar Evidence "geplanted"?
Zitat von: duffeldoffel am Fr, 9. Jan. ’09, 05:27
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:07im zivilprozess (common law) reicht ein beweis "on the balance of probabilities", will heissen wenn es wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist, reicht das unter unmstaenden schon als beweis.
Finde ich ganz schlimm - und sowas nennt sich dann Rechtstaat...
Da tust Du den Amerikanern aber Unrecht. Auch im Deutschen Zivilprozess (und in den meisten anderen Ländern) reicht es aus, wenn der Richter die "Überzeugung" gewonnen hat, dass die Beweislage in die oder jene Richtung deutet. Ausserdem werden in wichtigen Zivilprozessen in den USA auch höhere Standards angelegt als nur "balance of probabilities", nämlich "clear und convincing evidence" oder sogar "beyond reasonable doubt". Das ist aber zugegebenermassen nicht die Regel.
also so krasse indizienprozesse wie es sie in den usa gibt, hab ich hierzulande noch nie erlebt...
Zitat von: zugschef am Fr, 9. Jan. ’09, 12:31
also so krasse indizienprozesse wie es sie in den usa gibt, hab ich hierzulande noch nie erlebt...
Das stimmt! Ich hatte lange mit dem US-Justizsystem zu tun, und ich finde es seltsam. Aber es ist trotzdem kein Unrechtssystem, und kommt in 99.9 Prozent der Fälle zum richtigen Ergebnis. Über die Absurd-Urteile von Geschworenen oder auch Zivilrichtern wird halt entsprechend gross berichtet.
Zitat von: stig49 am Fr, 9. Jan. ’09, 12:14
Zitat von: duffeldoffel am Fr, 9. Jan. ’09, 05:27
Zitat von: sebastian082 am Fr, 9. Jan. ’09, 02:07im zivilprozess (common law) reicht ein beweis "on the balance of probabilities", will heissen wenn es wahrscheinlicher ist, dass etwas passiert ist, als dass es nicht passiert ist, reicht das unter unmstaenden schon als beweis.
Finde ich ganz schlimm - und sowas nennt sich dann Rechtstaat...
Da tust Du den Amerikanern aber Unrecht. Auch im Deutschen Zivilprozess (und in den meisten anderen Ländern) reicht es aus, wenn der Richter die "Überzeugung" gewonnen hat, dass die Beweislage in die oder jene Richtung deutet. ...
Um den armen Amis nicht Unrecht zu tun ;) , kann ich die Aussage natürlich auch präzisieren und sagen, dass ich es ganz schlimm finde und alle Länder, in denen so etwas Usus ist, nicht als hundertprozentig rechtsstaatlich akzeptiere.
Und "Überzeugung" steht wohl zu Recht in Anführungsstrichen, denn Vermutung trifft es wohl eher, wenn eine hundertprozentige Beweislage nicht gegeben ist...
Überall, wo basierend auf Vermutung ein Urteil getroffen wird, stimmt etwas ganz und gar nicht. Auch als juristischer Laie lege ich mich persönlich hierauf fest.
Um auch nochmal meinen OT-Senf dazu zu geben: In Zivilprozessen ist es m.M. nach garnicht anders möglich. Es geht hier ja meistens nicht darum eine "Schuld" zu bestimmen. Ein Zivilrecht, dass so enge Prinzipien wie das Strafrecht hätte, wäre überhaupt nicht handlungsfähig.