FanZone

49ers FanZone => 49ers News Zone => Thema gestartet von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 00:22

Titel: In-Depth: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 00:22
Eines Morgens an einem Tisch in einem Frühstückslokal in Scottsdale versucht Kurt Warner die Frage zu beantworten, die jeden, innerhalb und außerhalb des 49ers-Umkleideraums, zur Verzweiflung bringt: Was zur Hölle ist mit Colin Kaepernick passiert?

Vor nicht allzu langer Zeit, mit einem kraftvollen Arm und mit langen Schritten wie ein Reh, schien Colin Kaepernick die Zukunft des American Footballs zu sein. Er hatte Brady in Foxboro geschlagen, Drew Brees in New Orleans, Matt Ryan in Atlanta, Newton in Carolina und Aron Rodgers zweimal in den Playoffs. Ron Jaworski prophezeihte, er könne der Größte aller Zeiten werden. Er war der ultimative Bolzplatz-Quarterback, geführt vom ultimativen Bolzplatz-Coach Jim Harbaugh. Aber die Brüche in seiner Performance, die letztes Jahr begannen, wurden überschattet vom Drama, das Harbaughs Status als Coach umgab. Jetzt aber, da der Coach weg ist, treten sie deutlich zutage. Kap wurde zu einer Footballversion von (Baseballspieler) Chuck Knoblauch (https://en.wikipedia.org/wiki/Chuck_Knoblauch): auf und nieder und unfähig etwas auszuführen, was ehemals ganz natürlich kam. Sein Quarterback Rating von 47,6 ist um über 20 Puntke schlechter als es 2012 war, seinem ersten Jahr als Starter. Der neue Coach Jim Tomsula setzte Kap schließlich nach Woche 8 für Blaine Gabbert auf die Bank und sagte, "Colin solle einen Schritt nach hinten machen und durchatmen"; eine Maßnahme, von der der Coach hofft, dass sie als Reset funktoniert, nicht als dauerhafte Lösung.

In der vergangenen Offseason verbrachte Kap sechs Wochen lang jeweils drei Tage pro Woche unter der Leitung von Kurt Warner in Phoenix. Anders als andere Quarterback Gurus ist Warner einer, der das Handwerk selbst perfektionierte. Er besaß die seltene Mischung aus Schnelligkeit, Genauigkeit, Herz, Gehirn, Arbeitsmoral und Rücksichtslosigkeit, die man braucht, um ein Hall-of-Fame würdiger Quarterback zu werden. Seine unglaubliche Geschichte - vom Regaleinräumer im Supermarkt zum Gewinn eines Super Bowls - bewies, wie schwer diese Fähigkeiten zu finden und vorherzusagen sind. Er bildete ein ungewöhnliches Paar mit Kap, dessen schillernder Laufstil zu vielen Bizepsküssen führte, ihm aber gleichzeitig erlaubten zu vermeiden, die Position auf die traditionelle Weise zu erlernen. Warners Herausforderung bestand darin, Kap in einem unfassbar kurzen Zeitraum zu lehren, wie er denkt, und das im Bewusstsein, dass nur eine Handvoll Quarterbacks jeder Generation es in der Art verarbeiten wie er. Warner sagte "Ich erzählte ihm, 'Der härteste Teil des Prozesses wird sein, dass du nicht so denkst wie ich, und dass ich nie fähig war, so zu denken wie du.' Wann höre ich auf, ein Quarterback zu sein und werde zum Athleten? Ich musste mir darum nie Gedanken machen".

Bei einem Cranberrysaft lehnte sich Warner auf den Tisch und schaute ein Video von einem Play aus Woche 4 an. Viertes Quarter, die 49ers lagen 17-3 hinten gegen Green Bay, und sie versuchten, aufzuholen. Bei einem zweiten Versuch mit fünf Yards zu gehen von der 15-Yard-Linie der Packers nimmt Kaepernick den Snap aus der Shotgun-Formation, sieht Running Back Reggie Bush weit offen über die Mitte, was zu einem Spaziergang zum Touchdown werden sollte. "Ein Korbleger," sagt Warner. Kap feuert den Ball in den Staub. Warner spult die Szene zurück, hält das Video an der Stelle an, als Kaepernick wirft. "Die größte Sache, die ich bei Kap sehr oft sehe - und es ist frustrierend - sind seine Füße." Als Kap den Ball los lässt sind seine Beine parallel zur Line of Scrimmage statt im rechten Winkel dazu. Er wirft nur mit dem Arm statt mit dem Körper. Das Resultat ist ein Pass, der sowohl spät ist - Bush war offen, kein Verteidiger näher als drei Schritte von ihm entfernt, bevor Kap überhaupt Notiz von ihm nahm - als auch nicht akkurat. "Normalerweise werfen gute Quarterbacks nicht so," sagte Warner.

Warner lehnt sich zurück, entmutigt. Sie hatten sich in der Offseason auf die Beinarbeit fokussiert. Noch entmutigter war er, als Kap Reportern sagte, er lege "nicht viel Wert" auf Mechaniken. "Das spricht Bände," sagte Warner. Er stellt Kaps Arbeitsmoral nicht in Frage. "Er riss sich den Hintern auf" während ihrer gemeinsamen Zeit, sagte Warner. Er sagte, dass Kap nicht wirklich ein Quarterback in seinem fünften Profijahr ist. Er ist zwar ein Spieler in seinem fünften Profijahr, 28 Jahre alt, aber was seine Entwicklung angeht hinkt er hinterher. Warner macht die Spielweise, in die sich der Football bewegt, dafür verantwortlich, mit Jugend- und Collegetrainern, die ihren besten Athleten auf die Quarterbackposition stellen und ihn in die Spread Offense hineinwerfen, also genau das, was Kap an der University of Nevada passierte. "Und nun sagen wir," meinte Warner, "du sollst - auf dem höchsten Level, gegen die besten Talente - lernen, Quarterback zu spielen. Für mich klingt das unmöglich."

Als er im Spiel Probleme bekam wurde Kap zu einer trennenden Kraft in der Bay Area. Ohne jegliche Zweifel ist er ein guter, lustiger Kerl, aber er kann kantig sein und misstrauisch. An seinem unerschütterlichen Glauben an sich selbst und an seinen Einzelgängertendenzen - Augen gen Boden gerichtet, die Ohren immer von Kopfhörern bedeckt - die seinen Erfolg befeuerten und die 49ers bis 5 Yards vor ihren sechsten Super Bowl heran brachten, scheinen sich nun die Leute zu reiben. Seine Receiver waren diese Saison mehrfach sichtbar verärgert über ihn, warfen die Arme nach oben, wenn er schlecht warf oder wenn er sie sie übersah, wenn sie frei waren. Die 49ers haben kurze, schnelle Pässe versucht, um seine Vertrauen wieder herzustellen, aber Coaches können Defizite nur für eine begrenzte Zeit kaschieren. Kap ist in einem grausamen Morast, sowohl psychologisch als auch physiologisch, während er versucht, so elementare Probleme wir Beinarbeit zu lösen gegen Defenses, die einen Mastertitel erfordern, um sie zu entziffern. "Wie lange dauert es, bis er dort ist? Kann er dorthin kommen?", fragt Warner. "Das ist die große Frage."

Warner wendet sich einem anderen Play zu, eines, das - oberflächlich betrachtet - die alte Magie von Kap heraufbeschwört. Es ist gegen die Ravens, zwei Wochen nach dem Packersspiel. Er nimmt den Snap aus der Shotgun-Formation und schaut nach rechts, flitzt nach links, als wolle er los rennen, dreht sich zurück nach rechts, stellt sich hin und feuert einen 21-Yard-Touchdown-Pass auf Receiver Quinton Patton. Eine Kombination aus starkem Arm und der Fähigkeit, Defendern auszuweichen, bei der nur wenige andere Quarterbacks mithalten können.

Aber nein. Warner spult zurück zum Anfang, Kap sieht, dass sein erster Read gedeckt ist. Warner weist auf den zweiten Read hin, Anquan Boldin, der bei einem Slant weit offen ist. Aber Kap schaut nicht mal in seine Richtung. Stattdessen verfällt er in Panik, bei einer sauberen Pocket. "Seine Füße spielen verrückt," sagt Warner. "Da war kein Druck." Und als Kap wirft sind seine Füße in derselben Position wie beim schlechten Wurf auf Bush. Es wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Kannst du mit den Pässen in den Staub leben, wohl wissend, dass die selben Mechaniken spektakuläre Plays produzieren werden? Kann er immer noch der Franchise Quarterback der 49ers sein - oder wird das anderswo passieren, mit einem frischen Start, falls es überhaupt passiert? Wie die 49ers sieht Warner resigniert aus. Er starrt auf Kap's Füße. Parallel zur Line of Scrimmage, Play für Play, und stellt sich vor, NFL Defenses aus einer Position der Schwäche zu schlagen.

"Es ist schwer, in dieser Welt zu überleben," sagt er.

Quelle: Seth Wickersham, (espn.com, 10.11.2015)

Der Text stammt aus einem längeren Artikel, der auf espn.com erschienen ist, und bei dem es um die Schlüssel zur Zukunft von Andy Dalton, Cam Newton und Colin Kaepernick geht. Hier wiedergegeben ist nur der Teil, der sich mit Kaepernick (= Kap) beschäftigt. Wer den vollständigen Artikel lesen möchte: The key to the futures of Andy Dalton, Cam Newton and Colin Kaepernick (http://espn.go.com/nfl/story/_/id/14067004/the-key-futures-bengals-qb-andy-dalton-panthers-qb-cam-newton-49ers-qb-colin-kaepernick)
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: stig49 am Mi, 11. Nov. ’15, 00:54
Danke für die Übersetzung!! Wollte mich gerade zu später Stunde hinsetzen und das selbst übersetzen, weil ich den Artikel so interessant finde. Und husch - schon steht er da.

Mein Gefühl war, uff, Houston, we have a real problem.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Texas am Mi, 11. Nov. ’15, 03:56
THX für diesen Beitrag und für die Übersetzung. War sehr interessant was Warner alles über Kaep zu sagen hatte.

Was ich mich schon längere Frage, was wäre passiert wenn die Niners damals in den PlayOffs in der ersten oder zweiten Runde ausgeschieden wären??? Hätte sich Kaep dann anders entwickelt???
In seiner "Rookie" Saison im Super Bowl stehen(den um 5 Yards verloren), der große Hype um ihn, sein Talent ( was er unbestreitbar hat/hatte) das ganze Gerede um Fran.QB und nicht zuletzt eine Vertrag mit ner Stange Geld???? Eine ziemliche große Last die dieser noch junge Kaep zu Schultern hatte)
Er war der Leader, ohne wirkliche Erfahrung und mit seinen Fehlern kamen auch die Kontroversen um seine Person. Er hatte das Vertrauen und die Verantwortung dieses Team zu führen.....
Vielleicht aber hätte er seine Zeit gebraucht um in diese Rolle reinzuwachsen. Es ist natürlich schwierig, wenn man von allen Seiten hochgehandelt wird, aber trotzdem Kritik einstecken muss. (mir ist oft aufgefallen, bei TDs hatter er immer ein Dauergrinsen auf den Lippen, aber bei INT wirkte er wie ein Kind das schmollt)
Der Profisport ist ein hartes Biz. da man fast nur nach Leistung und dem Ergebnis beurteilt wird. Willen und Kampfgeist, ist zwar alles schön und gut aber wenn du nicht erfolgreich bist, wirst du ersetzt. ( Gerade in der NFL gibt es ja einen großen Druck es gibt einfach so viele Spieler die heute auf ihre Chance warten)
Ich glaube er kam mit all dem nicht zurecht( siehe Twitter Miami Mütze, dem Internet)
vieles nahm er wohl einfach zu persönlich.
Es ging immer weiter bergab für ihn. Mehr Fehler umso größer wurde auch der Druck und mit den Fehler, dann kamen die Niederlagen. Im Fokus stand er fast immer.
Das er heute kein Selbstvertrauen mehr hat verwundert da keinen mehr....bzw mich.

JH war davor College HC und dort lebst du damit das deine Spieler kommen und in zwei/drei Jahren wieder weg sind(Draft NFL oder sie sind fertig mit dem College). Vielleicht hatte das JH einfach in all seinen Jahren so verinnerlicht, dass das auch in seiner Art zu coachen wieder zu erkennen war. Der schnelle Erfolg. Warum ich das jetzt geschrieben habe, weil sollte Kaep jetzt wirklich am Ende sein, wäre er meiner Meinung verheizt worden, und er wäre leider auch nicht der erste QB/ Spieler dem dieses Schicksal in der NFL widerfahren wäre.(sag nur RG3). Sollte das wirklich der Fall sein dann hätte auch ein JH sein Teil dazu beigetragen......
Kaep wurde später gedrafted (Runde 2 vor ihm zb Cam Newton 1Pick, Andy Dalton aber auch noch drei QBs die nicht wirklich besser waren als er. Interessant auch Blain Gabbert wurde vor ihm gedrafted 10 Pick) und wir wissen ja alle hier wie sehr Spieler durchleuchtet werden( Es werden ja richtige Akten über die Spieler angelegt).  Vielleicht war eben seine Psyche sein größtes Problem (weil Talent hatte er schon im College) und das der Grund, dass er noch zu haben war.
Ich war begeistert von ihm, in seinem ersten Jahr aber ich glaube eben, dass er zu schnell ins Rampenlicht geschoben worden ist.( Beim Boxen spricht man auch oft das jungen Boxern noch die Erfahrung fehlt um, um einen Gürtel zu boxen)
Hätte man ihn vielleicht einfach zwei drei Jahre aufgebaut, ihn als BackUp QB eingesetzt, vielleicht wäre er dann auch mehr in der Lage gewesen, mit dem Druck ein Leader zu sein und mit der Verantwortung umzugehen.

Man wird es nie erfahren, aber ich für mich gesprochen, hätte es schon gerne gewusst was aus Kaep geworden wäre bei den Niners mit Zeit und seinem Talent.........

Verzeiht mir wenn hier und da etwas zu wenig genauer ausgeführt ist, aber es ist ja schon spät und ich bin doch schon müde.
Ich hab das mal aussprechen wollen, weil er ja schon länger und gerade sehr aktuell ein Thema ist und vielleicht ist er ab nächstes Jahr ja kein Niner mehr.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Candlestick am Mi, 11. Nov. ’15, 07:27
Jim Harbaugh wollte den schnellen Erfolg, er dachte der Überraschungseffekt macht den entscheidenden Kick aus, um den Super Bowl zu gewinnen. Danach hat Baalke Fakten geschaffen.

Ich habe es damals gesagt, ich sage es heute: Man hätte mindestens 2 Jahre intensives Techniktraining hinter Alex Smith gebraucht. Da hätte man den Druck auf ihn hochhalten können: "Lerne oder es reicht nicht für die NFL", man hätte die nötige Zeit und Ruhe gehabt und im besten Fall hätte er noch von Alex Smith Dinge in Leadership und Game Management lernen können. Das er zu früh spielte, hat seine Entwicklung abgewürgt, leider.

Damals benannte ich den Wechsel als verlorene Chance, als zu kurzfristige Denke, heute weiß ich, dass ich richtig lag. Darüber könnte ich mich ergötzen, ich ärgere mich aber leider wie Sau.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Cordovan am Mi, 11. Nov. ’15, 07:31
Vielen Dank fürs übersetzen! :D
Für mich hat dieser Artikel eine Kernaussage, welche ich auch schon öfters benutzt habe: Colin ist ein herausragender Athlet der versucht ein QB zu sein (was er leider nicht ist). Im College kann man das noch kaschieren, bis zu einem gewissen Punkt auch in der NFL, danach ist aber Schluss. Entweder du beherrscht die Basis und kannst sie abrufen wenn dir ein Verteidiger schon auf einen Schritt nahe ist, oder zu gehst unter.

Bei Colin scheint dies leider das Zweite zu sein. Er scheint unfähig zu sein, das Erlernte im Spiel umsetzen zu können. :-[
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Cordovan am Mi, 11. Nov. ’15, 07:36
Zitat von: Candlestick am Mi, 11. Nov. ’15, 07:27
Jim Harbaugh wollte den schnellen Erfolg, er dachte der Überraschungseffekt macht den entscheidenden Kick aus, um den Super Bowl zu gewinnen. Danach hat Baalke Fakten geschaffen.

Ich habe es damals gesagt, ich sage es heute: Man hätte mindestens 2 Jahre intensives Techniktraining hinter Alex Smith gebraucht. Da hätte man den Druck auf ihn hochhalten können: "Lerne oder es reicht nicht für die NFL", man hätte die nötige Zeit und Ruhe gehabt und im besten Fall hätte er noch von Alex Smith Dinge in Leadership und Game Management lernen können. Das er zu früh spielte, hat seine Entwicklung abgewürgt, leider.

Damals benannte ich den Wechsel als verlorene Chance, als zu kurzfristige Denke, heute weiß ich, dass ich richtig lag. Darüber könnte ich mich ergötzen, ich ärgere mich aber leider wie Sau.

Ja, da Stimme ich dir zu. Der Wechsel zu Colin hat JH und Colin verdammt (um es mal drastisch auszudrücken).  Es gibt ja einige Stimmen, die meinen, dass wir mit Smith under Center bereits einen weiteren Ring hätten - natürlich ist das nur spekulativ.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: snoopy am Mi, 11. Nov. ’15, 07:49
ALLE wollten den schnellen Erfolg. Das sollte man nicht vergessen.

Wenn man den möglichen Erfolg sieht, greift man zu. Das ist nun mal so im Profisport.
Im College leider auch; vor allem weil man den QB meistens nur 2-3 als Starter hat.

Interessant die Aussagen über die Mechanik. Danke für die Übersetzung.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Dillinger am Mi, 11. Nov. ’15, 09:30
Warner ist intelligent, angenehm zurückhaltend und gedankenvoll. Mich würden anhand dieses Artikels und Warners faktenreicher Aussagen mal die Gedanken der Kaep-Fürsprecher jetzt interessieren. Denn ich kann Euch verstehen, wenn ihr die Argumente von uns Laien als nicht überzeugend erachtet. Aber hier spricht ein Profi, der ganz genau weiß, wovon er redet. Und er sagt im Grunde: Es reicht einfach nicht für Kaep.

Eigentlich konnte das ein Blinder mit Krückstock sehen im Laufe der ersten acht Spiele (oder deren sechs, die sie verloren haben).
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: reagan - The Left Hand am Mi, 11. Nov. ’15, 09:34
Erfolg hatten wir und er tat uns allen gut. Aber so schnell wie er kam, so schnell ist er wieder verschwunden. Ich sehne mich nach Konstanz analog Patriots, Packers, Steelers. Dazu brauchen wir endlich wieder einen QB mit Perspektive. Wer es nicht ist, das wissen wir jetzt.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 09:46
Zitat von: Dillinger am Mi, 11. Nov. ’15, 09:30
... hier spricht ein Profi, der ganz genau weiß, wovon er redet. Und er sagt im Grunde: Es reicht einfach nicht für Kaep.

Die entscheidende Frage, die er stellt, ist mMn diese:

Zitat
Kannst du mit den Pässen in den Staub leben, wohl wissend, dass dieselben Mechaniken spektakuläre Plays produzieren werden?

Solange die Niners diese Frage mit einem Ja beantworten kann Kaepernick QB der Niners sein. Wenn diese Frage mit Nein beantwortet wird ist Kaepernick in San Francisco Geschichte.

Zitat von: reagan - The Left Hand am Mi, 11. Nov. ’15, 09:34
Erfolg hatten wir und er tat uns allen gut. Aber so schnell wie er kam, so schnell ist er wieder verschwunden. Ich sehne mich nach Konstanz analog Patriots, Packers, Steelers.

Die geringe Anzahl deiner Beispiele verdeutlicht, wie schwierig das zu bewerkstelligen ist.

Zitat
Dazu brauchen wir endlich wieder einen QB mit Perspektive. Wer es nicht ist, das wissen wir jetzt.

Gabbert?  :runaway:  ;)  :cheers:
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: reagan - The Left Hand am Mi, 11. Nov. ’15, 10:28
Diese Konstanz hatten wir ja mal. Also wissen wir eigentlich, wie es geht.

Für ein endgültiges Urteil über Gabbert ist es zu früh. Aber ich würde ihn nicht von vornherein abschreiben. Die Jahre auf der Bank scheint er genutzt zu haben. Er wäre nicht der erste Franchise-QB, der von der Bank kommt.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Jens am Mi, 11. Nov. ’15, 10:33
Zitat von: reagan - The Left Hand am Mi, 11. Nov. ’15, 10:28
Diese Konstanz hatten wir ja mal. Also wissen wir eigentlich, wie es geht.

Für ein endgültiges Urteil über Gabbert ist es zu früh. Aber ich würde ihn nicht von vornherein abschreiben. Die Jahre auf der Bank scheint er genutzt zu haben. Er wäre nicht der erste Franchise-QB, der von der Bank kommt.

Die Konstanz hatten wir aber zu einer anderen Zeit. Das ist mit der Heutigen nicht zu vergleichen.
Wäre ja schön, wenn Gabbert noch ein guter Starting QB bei uns wird.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Norton51 am Mi, 11. Nov. ’15, 10:38
Zitat von: reagan - The Left Hand am Mi, 11. Nov. ’15, 10:28
Diese Konstanz hatten wir ja mal. Also wissen wir eigentlich, wie es geht.

Für ein endgültiges Urteil über Gabbert ist es zu früh. Aber ich würde ihn nicht von vornherein abschreiben. Die Jahre auf der Bank scheint er genutzt zu haben. Er wäre nicht der erste Franchise-QB, der von der Bank kommt.

Ist aber auch schon sehr lange her und manche Franchises hatten es noch vor längerer Zeit oder noch nie. Da muss man in Bezug auf QB demütig Respekt vor haben, einfach weil die Position in der NFL so schwer ist.

Ich kenne übrigens nahezu kein Franchise, was es geschafft hat, die QB Position nach einem Franchise QB gleich wieder akkurat zu besetzen. Da ist die Situation von Montana zu Young doch recht einmalig. - Nur Ninersfans nehmen das gerne als Selbstverständlichkeit oder Normalsituation an und erwarten es. Das ist das Problem.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Dillinger am Mi, 11. Nov. ’15, 10:58
Zitat von: Norton51 am Mi, 11. Nov. ’15, 10:38
Zitat von: reagan - The Left Hand am Mi, 11. Nov. ’15, 10:28
Diese Konstanz hatten wir ja mal. Also wissen wir eigentlich, wie es geht.

Für ein endgültiges Urteil über Gabbert ist es zu früh. Aber ich würde ihn nicht von vornherein abschreiben. Die Jahre auf der Bank scheint er genutzt zu haben. Er wäre nicht der erste Franchise-QB, der von der Bank kommt.

Ist aber auch schon sehr lange her und manche Franchises hatten es noch vor längerer Zeit oder noch nie. Da muss man in Bezug auf QB demütig Respekt vor haben, einfach weil die Position in der NFL so schwer ist.

Ich kenne übrigens nahezu kein Franchise, was es geschafft hat, die QB Position nach einem Franchise QB gleich wieder akkurat zu besetzen. Da ist die Situation von Montana zu Young doch recht einmalig. - Nur Ninersfans nehmen das gerne als Selbstverständlichkeit oder Normalsituation an und erwarten es. Das ist das Problem.

Das ist - mit Verlaub - Unsinn. Da ich mich als Niners Fan angesprochen fühle, kann ich sagen, dass das nicht stimmt. Und ich bin fast sicher, dass keiner hier solche Erwartungshaltungen hat. Nicht mehr. Nicht nach knapp siebzehn Jahren fast durchgehend völliger Unbeständigkeit. (Garcia vielleicht ausgenommen). Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage: Keiner erwartet mehr, dass wir automatisch einen Franchise QB bekommen. Wir hoffen es. Aber das tut jeder Fan. Selbst bei den Jets...
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: snoopy am Mi, 11. Nov. ’15, 11:00
Die beiden aktuell besten folgten einem Franchise-QB

Rodgers - Favre
Brady - Bledsoe
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: snoopy am Mi, 11. Nov. ’15, 11:04
Zitat von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 00:22
Er hatte Brady in Foxboro geschlagen, Drew Brees in New Orleans, Matt Ryan in Atlanta, Newton in Carolina und Aron Rodgers zweimal in den Playoffs.

Wird gerne vergessen.
Schön war's!
Liegt es (abgesehen von seinen schon seit 3 Jahren bekannten Schwächen) nur an ihm, dass er jetzt nicht mehr produziert??  zweifelzweifelzweifel

(Übrigens war angeblich 2013 die readoption schon "entschlüsselt")
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: IamNINER am Mi, 11. Nov. ’15, 11:13
Dass es einfachere Aufgaben gibt als Franchise QBs zu finden ist klar. Nur kann ich mich dann nicht wirklich mit der Schlussfolgerung anfreunden, dass man dann lieber bei einem Projekt bleibt, welches das unbestrittene Talent einfach zu wenig abrufen kann, als die schwierige Aufgabe angeht.

Wie auch schon erwähnt. Gabbert hat in dem Spiel nichts gezeigt, was wir nicht auch schon von Kaepernick gesehen hätten. Bei Gabbert waren es in der ersten Halbzeit aber deutlich mehr Flashes als bei Kaepernick in den letzten Wochen (vereinfacht: Wir haben sogar 2 TDs erzielt).

Bei Kaepernick zeigt sich mMn das Problem, dass du mit deinen Stärken in die Liga kommst und mit deinen Schwächen bleibst. Heisst deine Schwächen dürfen, wenn deine Stärken verteidigt werden, nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Schaut man sich Manning (oder Warner) an. Mannings Stärke ist das Passing. Da ist (war) er so stark, dass es keine Rolle spielte, dass er etwa so mobil ist wie ein Elefant mit vier gebrochenen Beinen.

Bei Kaepernick ist die Athletik die Stärke. Da diese aber besser und besser verteidigt wird, ist die Herausforderung im Passing Plays machen. Wenn du irgendwann sogar mit deiner Schwäche Defenses vor Probleme stellst, dann werden auch deine Stärken wieder mehr bringen. Die Entwicklung beim Passing hinkt halt den Ansprüchen mittlerweile weit hinterher.

Garantien, dass es mit einem neuen Projekt anders wird, gibt es logischerweise keine. Genauso gibt es keine Garantien, dass man mit dem talentiertesten QB den Titel holen wird. Es ist ebenso nicht ausgeschlossen, dass Kaepernick irgendwann noch die Entwicklung macht. Ich glaube einfach, dass die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch ist und man hoffentlich in der nächsten Draft die Chance erhält einen guten QB zu holen.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Andy49ers am Mi, 11. Nov. ’15, 11:20
Erstmal Danke für den Artikel.

Ich finds komisch das Warner, jetzt wo CK gebencht wurde so redet. Am Anfang der Saison und auch nach ein paar Spiele hörte sich das ganz anders an.

Klar ist CK ist nicht der klassiche QB aber wie auch in dem Artikel beschrieben, wogegen wir alles gewonnen haben mit CK. Ich weiß noch wie wir in Green Bay gewonnen haben als er mit kurzen Armen rauskam und alle hatten große Augen, so hat er dann auch gespielt. Klar gehört da auch ein ganzes Team dazu, einer alleine reicht da nicht.
Jetzt aber meine Frage dazu: Kann das alles weg sein oder warum spielt CK nicht mehr auf dem Level? Klar die ganzen Faktoren haben wir hier schon zur genüge aufgezählt aber wieso kann man dann trotzdem die Leistung nicht mehr abrufen? Die persönliche Leistung war ja da oder lag es am Team das er auf einem anderen Level gespielt hat?
Ich habe oft gehört wenn ein guter bis sehr guter Spieler in einem schlechten Team spielt passt sich dieser Spieler dem Niveau an, warum ist das so? Wenn ein Spieler doch überdurchschnittlich gut sein will/möchte, muss er es doch auch da zeigen und hervorstechen. Das ist das was ich nicht verstehe.
Wenn CK "fehlerfrei" spielen würde, seine Pässe anbringen würde und die werden gedroppt liegt es nicht an ihm aber das ja auch nicht der Fall. Liegt es wirklich alles nur am Kopf, wenn man da frei ist spielt man um soviel besser?
Ich bin und war CK Fan und hoffe ihn noch mal spielen zu sehen bei uns alleine weil ich glaube das er es kann und ja schon bewiesen hat. Nur der Glaube fehlt mir daran weils vielleicht auch für beide Seiten besser wäre er spielt nicht mehr. :(
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: IamNINER am Mi, 11. Nov. ’15, 11:28
Zitat von: Andy49ers am Mi, 11. Nov. ’15, 11:20
Erstmal Danke für den Artikel.

Ich finds komisch das Warner, jetzt wo CK gebencht wurde so redet. Am Anfang der Saison und auch nach ein paar Spiele hörte sich das ganz anders an.

Klar ist CK ist nicht der klassiche QB aber wie auch in dem Artikel beschrieben, wogegen wir alles gewonnen haben mit CK. Ich weiß noch wie wir in Green Bay gewonnen haben als er mit kurzen Armen rauskam und alle hatten große Augen, so hat er dann auch gespielt. Klar gehört da auch ein ganzes Team dazu, einer alleine reicht da nicht.
Jetzt aber meine Frage dazu: Kann das alles weg sein oder warum spielt CK nicht mehr auf dem Level? Klar die ganzen Faktoren haben wir hier schon zur genüge aufgezählt aber wieso kann man dann trotzdem die Leistung nicht mehr abrufen? Die persönliche Leistung war ja da oder lag es am Team das er auf einem anderen Level gespielt hat?
...


Meine Meinung ist da, dass Defenses mehr und mehr herausgefunden, wie man ihn verteidigen kann (Diskussionspunkt: Read Option entschlüsselt oder nicht?). Defenses spielen anders gegen ihn als zu Beginn. Ich finde da das Spiel gegen die Chargers letzte Saison bezeichnend. Da hat er in der ersten Halbzeit wieder Plays mit seinen Beinen gemacht. In der Halbzeit haben die Chargers dann umgestellt und alles an die Line of Scrimmage gestellt. Die schnellen Entscheidungen im Passing kamen dann aber leider nicht.

Für mich ist das entscheidend. Kaep kann jeden Wurf machen. Er scheint aber (aktuell?) nicht fähig zu sein, das Spiel schnell zu erkennen und schnelle Entscheidungen zu treffen.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Andy49ers am Mi, 11. Nov. ’15, 11:40
Ok das könnte es natürlich sein aber ist mir persönlich zu einfach, zu sagen die Defenses haben einen Weg gefunden. Wenn dem so wäre, sind aber finde ich 2 Parteien gefragt, 1. CK der dann etwas anderes machen muss (Passing Game besser machen) und 2. die Coaches die sich was einfallen müssen wie es auch anders geht.
Man kann ja jetzt nicht sagen: Ok das wars, CK kann aufhören weil die Defenses wissen wie sie zu spielen haben.
Bei Manning und Brady weiß auch jeder wie sie Spielen und trotzdem kann man es fast nicht verteidigen. Liegt es da denn nur an Manning und Brady oder woran liegt es?
JT hat ihn doch von anfang an spielen sehen, auch letztes Jahr wo es durchschnittlich war, da muss ich mir doch als neuer HC was einfallen lassen das mein QB und damit das gesamte Team gut aussieht, das fehlt mir hier aber auch, natürlich dürfen wir da CK nicht rausnehmen, er hatte schlecht spiele aber ihn dafür alleine verantworlich für zu machen ist mir zu einfach.
Titel: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Candlestick am Mi, 11. Nov. ’15, 11:55
Zitat von: Andy49ers am Mi, 11. Nov. ’15, 11:40
Ok das könnte es natürlich sein aber ist mir persönlich zu einfach, zu sagen die Defenses haben einen Weg gefunden. Wenn dem so wäre, sind aber finde ich 2 Parteien gefragt, 1. CK der dann etwas anderes machen muss (Passing Game besser machen) und 2. die Coaches die sich was einfallen müssen wie es auch anders geht.
Man kann ja jetzt nicht sagen: Ok das wars, CK kann aufhören weil die Defenses wissen wie sie zu spielen haben.

Warum eigentlich nicht? In jeder Sportart werden Spieler ausgetauscht, die sich nicht weiterentwickeln, warum gilt das nicht für Kaep?

Aber zu deinen beiden Punkten: Vergiss nicht, dass auch Jim Harbaugh gesehen hat, dass die Defenses Kaep aus dem Spiel genommen haben und es so nicht mehr weiterging, wie man lange gespielt hat. Daher versuchte er Kaep weiterzuentwickeln, was ihm schon offensichtlich misslang.

Ich persönlich glaube ja sogar, dass Jim Harbaugh nicht mehr mit Kaep weitermachen wollte, ist aber ein völlig subjektiver Eindruck.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: IamNINER am Mi, 11. Nov. ’15, 12:03
Zitat von: Andy49ers am Mi, 11. Nov. ’15, 11:40
Ok das könnte es natürlich sein aber ist mir persönlich zu einfach, zu sagen die Defenses haben einen Weg gefunden. Wenn dem so wäre, sind aber finde ich 2 Parteien gefragt, 1. CK der dann etwas anderes machen muss (Passing Game besser machen) und 2. die Coaches die sich was einfallen müssen wie es auch anders geht.
Man kann ja jetzt nicht sagen: Ok das wars, CK kann aufhören weil die Defenses wissen wie sie zu spielen haben.
Bei Manning und Brady weiß auch jeder wie sie Spielen und trotzdem kann man es fast nicht verteidigen. Liegt es da denn nur an Manning und Brady oder woran liegt es?
JT hat ihn doch von anfang an spielen sehen, auch letztes Jahr wo es durchschnittlich war, da muss ich mir doch als neuer HC was einfallen lassen das mein QB und damit das gesamte Team gut aussieht, das fehlt mir hier aber auch, natürlich dürfen wir da CK nicht rausnehmen, er hatte schlecht spiele aber ihn dafür alleine verantworlich für zu machen ist mir zu einfach.

Ich will definitiv Kaep nicht alleine verantwortlich machen, das wäre eine falsche Interpretation. Ich sehe einfach auch bei ihm zu wenig Entwicklung, insb. wenn dann um ihn eigentlich alles passt, macht er die einfachen Plays eben auch nicht. Ist nun natürlich schwierig zu sagen, ob das mehr am Selbstvertrauen liegt oder ob er es einfach nicht kann.

Ich bin der Meinung, dass es insgesamt halt einfacher ist den Athletischen QB zu verteidigen als ein komplexes Passing Game eines guten Pocketpassers. Im Passing sind die Optionen mMn deutlich vielfältiger und daher gibt es weniger den Punkt, dass man Manning, Brady, Rodgers etc. mit einem bestimmten Schema verteidigen kann. Dass es in einem Spiel auch möglich ist zeigen nicht zuletzt die 77 Yard von Rodgers in Denver.

Bei den Athletischen QBs gibt es dann mMn auch noch den Unterschied zwischen schnell und flink. Wilson ist deutlich flinker als Kaepernick. Da er mMn auch noch etwas mehr decisive ist, ist sein herumwieseln hinter der O-Line effizienter.

Klar sind auch die Coaches gefragt Lösungen zu präsentieren. Diese haben sie aber teils auch schon gebracht und Kaepernick konnte sie nicht nutzen.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 13:28
Zitat von: Andy49ers am Mi, 11. Nov. ’15, 11:40
Bei Manning und Brady weiß auch jeder wie sie Spielen und trotzdem kann man es fast nicht verteidigen. Liegt es da denn nur an Manning und Brady oder woran liegt es?

Bei Manning und Brady ist das Spielsystem schon auf das zugeschnitten, was die beiden gut können. Das Problem bei Kaepernick ist, dass das, was er besonders gut kann - also die Read Option - inzwischen so weit entschlüsselt ist, dass sie gut zu verteidigen ist. Etwas anderes haben wir im Webradio auch schon diverse Male angesprochen. Kaepernick muss "sehen", dass der Receiver frei ist. Bei Brady und Manning ist es so, dass sie antizipieren können, wann wo wer frei wird. Außerdem sind bei den beiden die fundamentalen Aspekte des Quarterbackspiels - Beinarbeit, Wurfbewegung, Pre-Snap-Read und das Lesen der Defense nach dem Snap - stärker und besser ausgeprägt als bei Kaepernick.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Duke am Mi, 11. Nov. ’15, 13:48
das grundsätzliche problem ist, dass die coaches immer glauben, eine neue art quarterback entwickeln/kreieren zu müssen, dabei aber nur meist kurzlebige systemprodukte schaffen und eigentlich nichts am seit 50 jahren klassischen pocketpasser vorbeiführt. selbst die scrambler überleben doch meist nicht lange.   
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 13:51
Zitat von: Duke am Mi, 11. Nov. ’15, 13:48
selbst die scrambler überleben doch meist nicht lange.   

Sie überleben genau dann, wenn das selber Laufen statt Passen EIN Element ihres Spiels unter mehreren ist bzw. wird. Wenn es DAS zentrale Element ist geht das nicht sehr lange gut.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: frontmode am Mi, 11. Nov. ’15, 15:00
Zitat von: snoopy am Mi, 11. Nov. ’15, 11:04
Zitat von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 00:22
Er hatte Brady in Foxboro geschlagen, Drew Brees in New Orleans, Matt Ryan in Atlanta, Newton in Carolina und Aron Rodgers zweimal in den Playoffs.

Wird gerne vergessen.

Nein, vergisst keiner.
Zitat von: snoopy am Mi, 11. Nov. ’15, 11:04
Schön war's!

Das ist das Problem
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: BoehserOnkel am Do, 12. Nov. ’15, 01:41
Zitat von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 13:28


Bei Manning und Brady ist das Spielsystem schon auf das zugeschnitten, was die beiden gut können. Das Problem bei Kaepernick ist, dass das, was er besonders gut kann - also die Read Option - inzwischen so weit entschlüsselt ist, dass sie gut zu verteidigen ist. Etwas anderes haben wir im Webradio auch schon diverse Male angesprochen. Kaepernick muss "sehen", dass der Receiver frei ist. Bei Brady und Manning ist es so, dass sie antizipieren können, wann wo wer frei wird. Außerdem sind bei den beiden die fundamentalen Aspekte des Quarterbackspiels - Beinarbeit, Wurfbewegung, Pre-Snap-Read und das Lesen der Defense nach dem Snap - stärker und besser ausgeprägt als bei Kaepernick.

Sehe das ähnlich...Warner hat 6 Wochen mit ihm trainiert und geübt und trotzdem macht Colin weiterhin diese Fehler. Is die Frage ob er es nicht kann oder nicht will? Und weiterhin is die Frage ob man Defense lesen, freie Mitspieler antizipieren, Passgenauigkeit und Pocket Presänz wirklich lernen kann oder ob man das einfach von Natur aus da sein muss.

Vergleich mit einem Stürmer beim Fussball. Entweder man hat diesen Torriecher wie z.B. Lewandowski oder Ch. Ronaldo oder man hat ihn nicht. Da kann man nichts trainieren, höchstens verfeinern.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: wizard49er am Do, 12. Nov. ’15, 07:33
Zitat von: MoRe99 am Mi, 11. Nov. ’15, 13:51
Zitat von: Duke am Mi, 11. Nov. ’15, 13:48
selbst die scrambler überleben doch meist nicht lange.   

Sie überleben genau dann, wenn das selber Laufen statt Passen EIN Element ihres Spiels unter mehreren ist bzw. wird. Wenn es DAS zentrale Element ist geht das nicht sehr lange gut.
Und da hatten wir auch 2 gute QB' s die zum einen gut in der Pocket waren, aber auch Scrambler waren.
Steve Young und Jeff Garcia ;)
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Andy49ers am Do, 12. Nov. ’15, 07:57
Ich hab das hier mit Manning und Brady in die Runde geworfen und man muss auch dazu sagen das die beiden nun ja keine schlechten WT und TE haben, die droppen die Bälle nicht so wie bei uns. Die Olines spielen da auch eine wichtige Rolle aber das haben wir ja schon zur genüge hier geschrieben.
Ich glaube schon das CK es lernen will aber mach mal ein Leben lang immer das selbe und es bis jetzt auch immer einigermaßen gut gegangen und versuch dich dann umzustellen, ich glaube in 6 Wochen bekommste sowas nicht hin. Das Problem ist ja dann auch es im Spiel zu zeigen, wenn es nicht läuft versucht man alles, dann verfällt man halt wieder ins alte Schema, das aus einem heraus zubekommen ist halt sehr schwierig und leider wie überall im Profisport bekommste die Zeit dazu nicht.
Schauen wir einfach mal wie es weitergeht.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Deplumer am Do, 12. Nov. ’15, 09:10
Es sind viele Faktoren die zusammen kommen und Football ist besonders auf der QB Position die komplexeste Sportart der Welt. Es braucht einfach sehr viele Eigenschaften um auf ein Top Level zu kommen. Soweit also nichts Neues.
Ist einer dann dort angelangt und hält sich über einen längeren Zeitraum, ist es allerdings wie in anderen Sportarten auch. Sie rufen Ihre Routinen ab, sie haben sich das Selbstvertrauen erarbeitet und den Glauben an sich selbst, dass sie jedes Play spielen, jedes fehlende Yard holen und jedes Spiel drehen können. Das strahlen sie auf ihre Mitspieler aus und machen sie besser. Das bestätigen alle Spieler, die mit einem Franchise QB zusammen gespielt haben. Dass er die Ruhe hat und jederzeit ausstrahlt, dass das Ding gewonnen wird.
Aber diese Stufe der Souveränität hat Colin in SF nie erreicht. Stattdessen ist er in einen Abwärtsstrudel aus den unterschiedlichsten Gründen geraten. Seine Unsicherheit lässt die Spieler Pässe droppen, die sie sonst im Schlaf fangen würden. Und dann entscheiden z.T. auch die gedroppten Bälle, wie die Spiele ausgehen. Im Gegenzug gewinnen souveräne QB's trotzdem und bauen dabei sogar noch ihre unsicheren Mitspieler wieder auf (siehe Brady/LaVell im Spiel gg. die Jets am 7. Spieltag).
Und wenn du anfängst zu verlieren, arbeitest du härter, stellst dich aber gleichzeitig auch in Frage. Das hat zur Folge, dass du im Spiel über Dinge nachdenkst, die du vorher automatisch richtig gemacht hast und verbrauchst damit die Zehntel die am Ende fehlen um den Ball los zu werden.
Colin hat diese Abwärtsspirale in Gang gesetzt, aus der er mit den Vorzeichen in SF kaum noch rauskommt. Er hat zwar an den fehlenden Skills gearbeitet, aber sie nicht so verinnerlicht, dass sie automatisch ablaufen. Dazu kommt, dass die Mannschaft def. an Qualität verloren hat. Und da er nicht gezeigt hat, dass er der Leader ist, der das trotzdem hinbiegt, fehlt eben da auch die Unterstützung.
Ehrlich gesagt bin ich froh da jetzt nichts entscheiden zu müssen. Denn einfach wird das für die Zukunft nur, wenn Gabbert zum Brady mutiert.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: snoopy am Do, 12. Nov. ’15, 10:36
Zitat von: Andy49ers am Do, 12. Nov. ’15, 07:57
Ich hab das hier mit Manning und Brady in die Runde geworfen und man muss auch dazu sagen das die beiden nun ja keine schlechten WT und TE haben, die droppen die Bälle nicht so wie bei uns. Die Olines spielen da auch eine wichtige Rolle aber das haben wir ja schon zur genüge hier geschrieben.
Ich glaube schon das CK es lernen will aber mach mal ein Leben lang immer das selbe und es bis jetzt auch immer einigermaßen gut gegangen und versuch dich dann umzustellen, ich glaube in 6 Wochen bekommste sowas nicht hin. Das Problem ist ja dann auch es im Spiel zu zeigen, wenn es nicht läuft versucht man alles, dann verfällt man halt wieder ins alte Schema, das aus einem heraus zubekommen ist halt sehr schwierig und leider wie überall im Profisport bekommste die Zeit dazu nicht.
Schauen wir einfach mal wie es weitergeht.

isso

Warner hat in vielen Sache ja auch recht. WIR dürfen nur nicht den Fehler machen, alles, was falsch läuft, auf eine Person zu fokussieren.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: Murph am Do, 12. Nov. ’15, 10:46
Er hat während der ganzen Offseason 18 Tage an seinen Schwächen gearbeitet?
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: MoRe99 am Do, 12. Nov. ’15, 10:50
Zitat von: Murph am Do, 12. Nov. ’15, 10:46
Er hat während der ganzen Offseason 18 Tage an seinen Schwächen gearbeitet?

Kaepernick hat während der Offseason sechs Woche lang mit Warner und dessen Mitarbeitern jeweils drei Tage pro Woche daran gearbeitet. Was er ansonsten gemacht hat kann ich dir im Moment nicht sagen. Hat er darüber hinaus tatsächlich sonst nichts gemacht außer an Geräten seine Muskeln zu trainieren wäre es natürlich übel. Kann aber auch sein, dass er sich viele Filme angeschaut hat, was gegnersiche Defenses machen. Außerdem gibt es ja noch das Training Camp, wo man hoffentlich auch weiter mit ihm daran gearbeitet hat.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: fire.spray am Do, 12. Nov. ’15, 11:27
Wie oft ist eigentlich Training unter der Woche zwischen den Spielen??? Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, das es schwierig wäre wirklich effizient unter der Woche an Defiziten zu arbeiten?
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: stig49 am Do, 12. Nov. ’15, 12:13
Zitat von: MoRe99 am Do, 12. Nov. ’15, 10:50
Zitat von: Murph am Do, 12. Nov. ’15, 10:46
Er hat während der ganzen Offseason 18 Tage an seinen Schwächen gearbeitet?

Kaepernick hat während der Offseason sechs Woche lang mit Warner und dessen Mitarbeitern jeweils drei Tage pro Woche daran gearbeitet. Was er ansonsten gemacht hat kann ich dir im Moment nicht sagen. Hat er darüber hinaus tatsächlich sonst nichts gemacht außer an Geräten seine Muskeln zu trainieren wäre es natürlich übel. Kann aber auch sein, dass er sich viele Filme angeschaut hat, was gegnersiche Defenses machen. Außerdem gibt es ja noch das Training Camp, wo man hoffentlich auch weiter mit ihm daran gearbeitet hat.
In einem Punkt sind sich doch alle einig: An Kaeps Arbeitsethik ist rein gar nichts auszusetzen. Da muss man doch jetzt nicht die Tage zählen - ah, warum nicht mehr? - die er freiwillig dazugelegt hat. Das macht nicht jeder.
Der Punkt ist doch ein anderer: Warner und der zweite QB-Coach waren anfangs ziemlich optimistisch, dass er seine Mechanik grundlegend geändert hat. Und dann läuft es nicht bei den Niners und Kaep fällt offenbar voll in alte Fehler zurück. Und in der PK, wieder mit seinen komischen Headphones um den Hals, sagt er dann auch noch achselzuckend, er sei nicht "huge on mechanics". Klingt für mich unsouverän.

Heisst: Entweder braucht er noch mehr Zeit, und Harbaugh hat ihm tatsächlich einen Bärendienst erwiesen, ihn so schnell zu bringen. Wird mehr und mehr mein Eindruck.

Oder er hat es einfach nicht drauf. Irgendwo ist das im Ergebnis derzeit fast schon egal. Glaube nicht, dass er je strahlend zurückkommen wird in santa Clara.
Titel: Re: Die Schlüssel zur Zukunft von Colin Kaepernick
Beitrag von: eisbaercb am Mi, 18. Nov. ’15, 15:40
Dazu brauchen wir endlich wieder einen QB mit Perspektive.

Der ist für mich ganz klar CK....wenn er getradet werden sollte, werden hier ziemlich viele nach 1,2 Saisons jammern warum wir Ihn abgegeben haben.
Für mich ganz klar, gebt CK eine halbwegs gute O und er wird liefern.

Unabhängig davon bin ich auch der Ansicht das JH der um Längen bessere HC war.
Wenn ich Tomsula im Spiel sehe muss ich ständig an Sing denken....
Bin also auch ganz klar der Meinung, das wir neue Coaches brauchen. Ob dies nur mit einem HC Wechsel geht oder ob DC und OC mitgehen müssen sehen wir noch zeitig genug. mMn zeigt schon das nächste Spiel gegen die Hawks wos hingeht... und sry Jungs, wir werden ne Packung bekommen, was auch gut so ist, in Bezug auf einen der ersten 3 Picks. Allerdings sehe ich dort die nächste Gefahr... entweder wir holen damit wieder einen Krüppel oder Mr. Baalke holt nen neuen Punter ( Sarkasmus an ...oder aus ....egal wie rum manns sieht).

Aussichten....

Die nächste Draft und FA sollten genutzt werden um aus einem Mülhaufen, (sry meinte unserer O ) eine einigermaßen funktionierende O zu machen und mit Colin wird das dann schon, wenns nicht funzt dann in der übernächsten Saison einen neuen QB geholt und Nase putzen. Und Sry an alle Gabbert Fans... er ist ne Flasche....mMn.... wer es nicht glaubt....in 4,5 Wochen seht ihr das auch so, obwohl er auch ein 9er ist und erstmal auch meinen Respekt hat...

In diesem Sinne
go...CK, go...49ers