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Miscellaneous Zone => Open Talk Zone => Thema gestartet von: Jurgen am Sa, 16. Jul. ’11, 01:37

Titel: Columbine
Beitrag von: Jurgen am Sa, 16. Jul. ’11, 01:37
Columbine Memorial

Ich komm da einfach nicht herum.

Seitdem ich in Colorado angekommen bin, wusste ich zwar das die High School hier irgendwo in der Nähe ist, aber hatte keine Ahnung wo.
Dann vor ein paar Tagen sind wir zufällig dort vorbei gefahen und ich wusste sofort das ich dieses Memorial sehen muss.

So war ich heute Nachmittag alleine dort.

Das Leben geht weiter. Neben der High School auf den Sportplätzen spielen Schüler Baseball. Das Plantschbecken/Swimming pool nebendran ist voll und Du hörst das Gelächter der kids.
In der unmittelbaren Nachbarschaft  joggen Leute und gehen mit dem Kinderwagen spazieren.

Life goes on......

Auf dem steilen 6 Min. Fussweg zum Memorial, mit dem wunderschönen Blick auf die foothills der Rocky Mountains, erinnerte ich mich dann an diesen Tag.

Für alle betroffenden, hier vor Ort und jeder andere der den Horror in den Medien verfolgte, finde ich diesen Platz sehr angebracht.

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/1-23.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/2-19.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/3-20.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/4-21.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/5-19.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/6-19.jpg)

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(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/10-15.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/11-11.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/12-13.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/13-11.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/14-13.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/15-12.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/16-10.jpg)

(http://i181.photobucket.com/albums/x127/Jurgen4321/17-10.jpg)




Titel: Re: Columbine
Beitrag von: kicker am Sa, 16. Jul. ’11, 07:46
So beeindruckend die Bilder sind, ist es doch beschämend, dass aus den Ereignissen keinerlei gesetzliche Konsequenzen gezogen wurden. Und somit kann sich dieses grausige Geschehen stets und überall in den USA wiederholen.
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Jurgen am Sa, 16. Jul. ’11, 18:10
Ja es war ein nachdenklicher Tag und ich wollte auch mit meinen Fotos keinen "Wettbewerb" gewinnen sondern eigentlich nur zeigen wie sie es gemacht haben. Grosse 13 Granite tablets mit den Namen der Opfer und etwas über sie.

Das plätschern der kleinen Wasserfälle im Hintergrund vollendet diese Gedenkstätte.
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: wizard49er am Mo, 18. Jul. ’11, 17:43
Ich kann mich noch an die Tat erinnern, wusste aber nichts von diesem Denkmal.
Echt beeindruckend.....................
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Jurgen am Di, 19. Jul. ’11, 04:10
Dieses Memorial hat 2.2 Millionen Dollar gekostet und der Unterhalt liegt zwischen 10.000 - 15.000 pro Jahr.

Die official website ist hier (http://www.columbinememorial.org/default.asp)

Hier sind die goals des Denkmals.

- to create of a respectful place where family members, members of the community and visitors could go to gain an understanding of the innocent victims of Columbine.

- to create a memorial with content and purpose 100% derived from members of the Columbine community, and keeping with the scale, materials and natural forms found in the Columbine area.

- to recognize and honor the deceased, the injured, the survivors and the community members.

- to incorporate the Columbine "Never Forgotten" Ribbon in the concept design for the memorial. In the years since the tragedy, the Columbine ribbon had become a symbol of community unification and strength. The "Never Forgotten" Ribbon would be re-created in the paving or landscape patterns of the memorial.

Titel: Re: Columbine
Beitrag von: reagan - The Left Hand am Di, 19. Jul. ’11, 10:02
Vor kurzem gab es eine Doku über das Massaker bei N24. Immer wieder erschreckend, wie zwei Teenager sich so aussichtslos verrennen konnten. Zumindest eine Lehre wurde aus dem Vorfall gezogen, übrigens auch in Deutschland nach dem Amoklauf in Erfurt (Trotz strenger Waffengesetze gab es so etwas auch bei uns), die Polizei geht heute gleich rein in die Gebäude und wartet nicht auf Sondereinheiten. Mit dieser Polizeitaktik hätten in Columbine und auch Erfurt viel mehr Leben gerettet werden können.
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: zugschef am Di, 19. Jul. ’11, 10:10
bin ich eigentlich ein schlimmer mensch, wenn ich finde, dass die worte "in a senseless act of violence" genau darauf hindeuten, dass die leute gar nichts aus dieser tragödie gelernt haben?
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: igor am Di, 19. Jul. ’11, 11:26
Zitat von: zugschef am Di, 19. Jul. ’11, 10:10
bin ich eigentlich ein schlimmer mensch, wenn ich finde, dass die worte "in a senseless act of violence" genau darauf hindeuten, dass die leute gar nichts aus dieser tragödie gelernt haben?
ganz und gar nicht...
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: reagan - The Left Hand am Di, 19. Jul. ’11, 11:33
War es kein sinnloser Akt der Gewalt?
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: igor am Di, 19. Jul. ’11, 13:06
Zitat von: reagan am Di, 19. Jul. ’11, 11:33
War es kein sinnloser Akt der Gewalt?
gibt es denn einen sinnvollen?
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: RedEd am Di, 19. Jul. ’11, 13:45
Zitat von: igor am Di, 19. Jul. ’11, 13:06
Zitat von: reagan am Di, 19. Jul. ’11, 11:33
War es kein sinnloser Akt der Gewalt?
gibt es denn einen sinnvollen?

hab mit Spannung auf die Antwort gewartet.....Hut ab
Meine Hochachtung
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 14:22
Ich sehe das mit den Memorials in bezug auf solches Geschehen ziemlich kritisch. Für die Angehörigen ist es sicherlich ein Platz an dem sie der Toten gedenken können. Um damit allerdings Menschen an diese Tat zu erinnern und ein Umdenken zu bewirken, bezweifle ich.
Das Thema ist zu komplex, um es hier detailliert auszudiskutieren. Allein schon beim Begriff AMOK, der bei solchen Taten immer wieder Verwendung findet, handelt es sich um eine falsche Definition.
Columbine wurde auch in Europa medial in allen Formen dargestellt. Die bekannteste Version dürfte die Dokumentation "Bowling for Columbine" von Michael Moore sein. Bei Michael Moore sollte man aber beachten, dass es sich um eine sehr subjektive Darstellungsweise handelt. Dennoch mag ich seine Art und Weise, wie provokant er seine Thesen vermittelt.
Im wissenschaftlichen Bereich gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Publikationen zum Thema "AMOK". Nicht zuletzt durch Erfurt und Winnenden, blieb auch Deutschland von solchen Taten nicht verschont.
Leider führen die Politiker keinen ehrlichen Diskurs und bedienen sich Klischeevorstellungen, um die Masse zu beruhigen. Wie würde es denn aussehen, wenn sich Frau Merkel vor die Angehörigen der Toten und die laufenden Kameras stellt, mit den Worten: "Die Politik und Gesellschaft hat versagt. Viele Probleme können und wollen wir nicht lösen. Wir überlassen diese den Erziehungsberechtigten und deren Umfeld. "AMOK" ist nicht zu verhindern und kann überall passieren. Jeden Tag, jede Stunde."
Die Wahrheit will doch keiner hören. Schon gar nicht in der populistischen Politik.
Wie so oft wird die Masse künstlich dumm gehalten und mit Klischees befriedigt. Es werden Täterprofile erstellt, die diese als andersartig und teilweise dämonisch erscheinen lassen, so dass der "normale" Bürger sagt: "Kein Wunder, dass die so etwas getan haben".
Typisch für solche Täterprofile sind z.B. Waffenaffinität, Spieler von Videogames wie "Half-Life" oder Fans von Gruppen wie Slipknot.
Der Mensch braucht immer plausible Gründe, damit sein Weltbild bestehen bleibt. Warum wurden die Täter so, wie konnte es dazu kommen, warum hat keiner was bemerkt. Diese Fragen müssen schnellstmöglich beantwortet werden, damit die Gesellschaft weiterleben kann. Wenn sie im Bewusstsein leben müssten, dass man AMOK nicht verhindern kann und es jederzeit auch in ihrem Umfeld passieren könnte, dann wäre die Gesellschaft schwer traumatisiert. Es gibt immer ein Gut und Böse und mindestens einer muss Schuld sein. Dieser Hass projeziert sich auf ein Objekt. Oftmals wird das schwächste Glied genommen und in aller Öffentlichkeit denunziert. Minderheiten oder "andersartige" Personen werden immer damit zu leben haben. So ist nun mal der Mensch. Da kann man bei aller Ideologie nichts machen. Sarrazin lässt grüßen.


Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 14:31
Zitat von: reagan am Di, 19. Jul. ’11, 10:02
Vor kurzem gab es eine Doku über das Massaker bei N24. Immer wieder erschreckend, wie zwei Teenager sich so aussichtslos verrennen konnten. Zumindest eine Lehre wurde aus dem Vorfall gezogen, übrigens auch in Deutschland nach dem Amoklauf in Erfurt (Trotz strenger Waffengesetze gab es so etwas auch bei uns), die Polizei geht heute gleich rein in die Gebäude und wartet nicht auf Sondereinheiten. Mit dieser Polizeitaktik hätten in Columbine und auch Erfurt viel mehr Leben gerettet werden können.
Findest Du es nicht sinnvoller sich mit den Ursachen zu beschäftigen, als deren Auswirkungen zu bekämpfen? Man hätte doch sicherlich mehr bzw. alle Leben gerettet, wenn man die beiden Jugendlichen vorher besser integriert hätte. Dann muss sich auch keiner mehr Gedanken machen, wann und wie die Polizei eingreift, um zwei Menschen zu erschießen. Oder nicht?
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: MoRe99 am Di, 19. Jul. ’11, 14:41
Zitat von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 14:31
Zitat von: reagan am Di, 19. Jul. ’11, 10:02
Vor kurzem gab es eine Doku über das Massaker bei N24. Immer wieder erschreckend, wie zwei Teenager sich so aussichtslos verrennen konnten. Zumindest eine Lehre wurde aus dem Vorfall gezogen, übrigens auch in Deutschland nach dem Amoklauf in Erfurt (Trotz strenger Waffengesetze gab es so etwas auch bei uns), die Polizei geht heute gleich rein in die Gebäude und wartet nicht auf Sondereinheiten. Mit dieser Polizeitaktik hätten in Columbine und auch Erfurt viel mehr Leben gerettet werden können.
Findest Du es nicht sinnvoller sich mit den Ursachen zu beschäftigen, als deren Auswirkungen zu bekämpfen?

Da hast du sicher recht. Nur geht sowas nicht von heute auf morgen, und deshalb sollte man vorbereitet sein.

Zitat
Man hätte doch sicherlich mehr bzw. alle Leben gerettet, wenn man die beiden Jugendlichen vorher besser integriert hätte. Dann muss sich auch keiner mehr Gedanken machen, wann und wie die Polizei eingreift, um zwei Menschen zu erschießen. Oder nicht?

Nicht jeder will / kann integriert werden. Und solche Taten wirst du wahrscheinlich nie vollkommen verhindern können. Daher sollte man schon Klarheit haben, wie im Falle eines Falles reagiert werden muss. Denn wenn es wieder passieren sollte kannst du die Situation nicht lösen, indem du dir Gednaken darüber machst, was vorher schief gelaufen ist.
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 14:53
Zitat von: MoRe99 am Di, 19. Jul. ’11, 14:41
Zitat von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 14:31
Zitat von: reagan am Di, 19. Jul. ’11, 10:02
Vor kurzem gab es eine Doku über das Massaker bei N24. Immer wieder erschreckend, wie zwei Teenager sich so aussichtslos verrennen konnten. Zumindest eine Lehre wurde aus dem Vorfall gezogen, übrigens auch in Deutschland nach dem Amoklauf in Erfurt (Trotz strenger Waffengesetze gab es so etwas auch bei uns), die Polizei geht heute gleich rein in die Gebäude und wartet nicht auf Sondereinheiten. Mit dieser Polizeitaktik hätten in Columbine und auch Erfurt viel mehr Leben gerettet werden können.
Findest Du es nicht sinnvoller sich mit den Ursachen zu beschäftigen, als deren Auswirkungen zu bekämpfen?

Da hast du sicher recht. Nur geht sowas nicht von heute auf morgen, und deshalb sollte man vorbereitet sein.

Zitat
Man hätte doch sicherlich mehr bzw. alle Leben gerettet, wenn man die beiden Jugendlichen vorher besser integriert hätte. Dann muss sich auch keiner mehr Gedanken machen, wann und wie die Polizei eingreift, um zwei Menschen zu erschießen. Oder nicht?

Nicht jeder will / kann integriert werden. Und solche Taten wirst du wahrscheinlich nie vollkommen verhindern können. Daher sollte man schon Klarheit haben, wie im Falle eines Falles reagiert werden muss. Denn wenn es wieder passieren sollte kannst du die Situation nicht lösen, indem du dir Gednaken darüber machst, was vorher schief gelaufen ist.
Damit hast Du schon die erste Ausrede geliefert, der sich die Gesellschaft bedienen kann.
Die Schuldfrage wird auf die Täter projeziert und man konnte es nicht verhindern.
Da aber keiner als Täter auf die Welt kommt und schon gar nicht mit dem Vorsatz irgendwann wahllos Menschen zu töten und sich am Ende selbst zu richten, muss ja zwangsläufig bereits sehr viel falsch gelaufen sein.
Damit könnte man zwangsläufig auch die Todesstrafe begründen, da manche Menschen sich eben nicht an die Gesetze halten. Durch ihre Taten haben sie ihre Menschenrechte verwirkt und müssen nun "entsorgt" werden. Jedes "Geschwür", das der Gesellschaft nicht passt wird ausgelöscht, so dass am Ende alle friedlich leben können.
Was passiert denn, wenn Du in den Kindergarten kommst und Du Dein Kind alleine in der Ecke stehen siehst? Du gehst dann zur Kindergärtnerin und fragst sie, warum Dein Kind ganz allein im Abseits steht. Sie antwortet darauf, dass es sich nicht in die Gruppe integrieren will. Was machst Du dann?
Gibst Du dein Kind zur Adoption frei oder tritts Du der Kindergärtnerin in der Hintern, dass sie Dein Kind besser integrieren soll und ihrem Job nachkommt?
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 15:03
Zitat von: MoRe99 am Di, 19. Jul. ’11, 14:41
Zitat von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 14:31
Zitat von: reagan am Di, 19. Jul. ’11, 10:02
Vor kurzem gab es eine Doku über das Massaker bei N24. Immer wieder erschreckend, wie zwei Teenager sich so aussichtslos verrennen konnten. Zumindest eine Lehre wurde aus dem Vorfall gezogen, übrigens auch in Deutschland nach dem Amoklauf in Erfurt (Trotz strenger Waffengesetze gab es so etwas auch bei uns), die Polizei geht heute gleich rein in die Gebäude und wartet nicht auf Sondereinheiten. Mit dieser Polizeitaktik hätten in Columbine und auch Erfurt viel mehr Leben gerettet werden können.
Findest Du es nicht sinnvoller sich mit den Ursachen zu beschäftigen, als deren Auswirkungen zu bekämpfen?

Da hast du sicher recht. Nur geht sowas nicht von heute auf morgen, und deshalb sollte man vorbereitet sein.



Es geht wahrscheinlich nie, weil die Schwachen immer unter den Starken leiden werden. Hast Du Defizite, bist Du automatisch im Nachteil. Die Gesellschaft funktioniert eben so. Auch ein mahnendes Beispiel ROBERT ENKE hat nichts bewirkt. In dem Moment sind alle betroffen und wenige Augenblicke später leben alle weiter und machen dieselben Fehler.
Trotzdem muss man es immer wieder versuchen dagegen anzukämpfen, damit nicht alles in der tumben Masse untergeht. Es wird immer wieder Kriege und Gewalttaten, Rassismus, Unterdrückung, Armut und Hunger, Krankheiten und andere Tatsachen geben.
Deine These halte ich, wie schon erwähnt, für den falschen Ansatz, da diese sich ausschließlich mit den Auswirkungen beschäftigt. Damit erreichst Du langfristig überhaupt nichts.
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: MoRe99 am Di, 19. Jul. ’11, 16:36
Zitat von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 14:53
Zitat von: MoRe99 am Di, 19. Jul. ’11, 14:41
Nicht jeder will / kann integriert werden. Und solche Taten wirst du wahrscheinlich nie vollkommen verhindern können. Daher sollte man schon Klarheit haben, wie im Falle eines Falles reagiert werden muss. Denn wenn es wieder passieren sollte kannst du die Situation nicht lösen, indem du dir Gednaken darüber machst, was vorher schief gelaufen ist.

Damit hast Du schon die erste Ausrede geliefert, der sich die Gesellschaft bedienen kann.
Die Schuldfrage wird auf die Täter projeziert und man konnte es nicht verhindern.
Da aber keiner als Täter auf die Welt kommt und schon gar nicht mit dem Vorsatz irgendwann wahllos Menschen zu töten und sich am Ende selbst zu richten, muss ja zwangsläufig bereits sehr viel falsch gelaufen sein.

Nein, ich liefere keine Ausrede!  :nono:  Dass es beim einen oder anderen nicht klappt mit der Integration, oder dass eine Entwicklung zu spät oder gar nicht erkannt hängt wohl auch damit zusammen, dass es um Menschen geht, die nicht unfehlbar sind. Das darf aber eben NICHT die Ausrede für die Gesellschaft sein, es von vorneherein bleiben zu lassen und nicht daran zu arbeiten, Fehlentwicklungen zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen.

Zitat
Damit könnte man zwangsläufig auch die Todesstrafe begründen, da manche Menschen sich eben nicht an die Gesetze halten. Durch ihre Taten haben sie ihre Menschenrechte verwirkt und müssen nun "entsorgt" werden. Jedes "Geschwür", das der Gesellschaft nicht passt wird ausgelöscht, so dass am Ende alle friedlich leben können.

Also, das kannst du aber nur mit ganz viel bösem Willen aus meinen Aussagen rauslesen.  ???  ;)  Sowas wirst du von mir nicht hören oder lesen, das kann ich dir versichern!

Zitat
Was passiert denn, wenn Du in den Kindergarten kommst und Du Dein Kind alleine in der Ecke stehen siehst? Du gehst dann zur Kindergärtnerin und fragst sie, warum Dein Kind ganz allein im Abseits steht. Sie antwortet darauf, dass es sich nicht in die Gruppe integrieren will. Was machst Du dann?
Gibst Du dein Kind zur Adoption frei oder tritts Du der Kindergärtnerin in der Hintern, dass sie Dein Kind besser integrieren soll und ihrem Job nachkommt?

Was soll denn das jetzt?  ???  :noidea:  Ich versuche, mit der Kindergärtnerin / Lehrerin und dem Kind einen Weg zu finden. Wenn wir dann daran scheitern, weil wir merken, dass wir das nicht hinbekommen, gibt es die Möglichkeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ob das dann was bringt? Ich weiß es nicht, aber ich würde es immer wieder versuchen. Aber, mal so gefragt: welche Methode / Person gibt dir die Garantie, das perfekt hinzubekommen?
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Jurgen am Di, 19. Jul. ’11, 17:08
Peace Leute......

In diesem Fall war einer diesen Jugentlichen Täter (kurz vorher) ein ganze Jahr unter professional Behandlung.

Hier in Amerika ist dieses Bullying.....ein grosses Problem. D.h. schwächere Jugentliche werden von stärkeren in der Schule 'fertig gemacht'.

Und wenn das 4 Jahre lang passiert und dann noch mental instability mit guns und reichen Eltern dazu kommt (denn das Geld sich bis an die Zähne zu bewaffen muss ja von irgendwo herkommen) ----  dann ist das der perfect storm....
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: duffeldoffel am Di, 19. Jul. ’11, 18:05
Zitat von: Jurgen am Di, 19. Jul. ’11, 17:08
Hier in Amerika ist dieses Bullying.....ein grosses Problem. D.h. schwächere Jugentliche werden von stärkeren in der Schule 'fertig gemacht'.
Dieses Problem gibt es bei uns auch. Das gab es zu meiner Zeit (und ich weiß verdammt gut, wovon ich spreche), und heute ist es vermutlich mitunter noch viel schlimmer, weil es heute mehr und "wirkungsvollere" Möglichkeiten gibt, andere fertig zu machen.

Man denke nur an "ichteiletratsch".
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: reagan - The Left Hand am Di, 19. Jul. ’11, 19:42
Zitat von: RedEd am Di, 19. Jul. ’11, 13:45
Zitat von: igor am Di, 19. Jul. ’11, 13:06
Zitat von: reagan am Di, 19. Jul. ’11, 11:33
War es kein sinnloser Akt der Gewalt?
gibt es denn einen sinnvollen?

hab mit Spannung auf die Antwort gewartet.....Hut ab
Meine Hochachtung


Um schlimmeres zu verhindern, kann Gewalt manchmal sinnvoll sein. Zum Beispiel Polizeigewalt gegen Steine werfende Chaoten.

Titel: Re: Columbine
Beitrag von: redxox80 am Di, 19. Jul. ’11, 20:11
Wow, jetzt wird's aber heiß hier drin.
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 20:47
Ich wollte diese Diskussion gar nicht so verbissen führen. Es ging mir hier um Grundsätzliches, da hier immer wieder bemerkt wurde, wie man am besten auf solche Täter reagiert. Das war mir zu kurz gedacht und ich wies darauf hin, dass man solche Extremfälle von Gewaltausübung nie verhindern kann, da die Gesellschaft nicht alle Personen berücksichtigen kann und auch will. Die schnelllebige Zeit lässt immer wieder einzelne Menschen scheitern, die mit ihren Problemen alleine gelassen werden. Der Sozialstaat bröckelt immer mehr und jeder ist sich selbst der Nächste. Viele Faktoren (Work-Life-Balance/ Burnout/ etc.) spielen da mit rein.
@MoRe99: Ich werfe Dir niemals vor mit Deiner Argumentation auch die Todesstrafe zu befürworten. Es ging darum, dass es absurde wissenschaftliche Untersuchungen gibt, die ein Killer-Gen zu beweisen versuchen. Deshalb habe ich es mit dem Begriff "man" verallgemeinert.
Das Beispiel mit dem Kindergarten habe ich bewusst gewählt, um eine alltägliche Situation zu veranschaulichen, wie man normaler Weise Probleme bewältigt. Es geht darum zu verdeutlichen, dass niemand dem Kind Fehlverhalten vorwerfen würde, sondern die Integration in den Vordergrund stellt und die höhere Instanz, in diesem Fall die Kindergärtnerin, zur Verantwortung zieht. Ausgrenzung ist doch bereits der erste Schritt. Daraus muss ja nicht gleich ein AMOKlauf entstehen. Aber verstehst Du meinen Ansatz?

Deine Aussage "Nicht jeder will/ kann integriert werden halte ich für zu pauschal. Das hättest Du besser definieren müssen. Ich weiß nicht wie weit Du Dich mit der Thematik AMOK beschäftigt hast. Es gibt da verschiedene wissenschaftliche Ansätze. Das Thema wird  erweitert bis hin zur Rehabilitation von Straftätern oder der Jugendkriminalität.
Das würde jetzt alles aber zu weit führen und definitiv den Rahmen sprengen.
Genauso wie bei politischen Themen verweise ich mich auf meine damalige Aussage, dass es hier primär eine Sportseite ist.
Also, alles halb so schlimm.  :cheers:
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Jurgen am Di, 19. Jul. ’11, 21:04
Also ich glaub das Wort wonach wir suchen ist = opportunity

Je mehr opportunity kranke, gestörte Leute haben, desto schlimmer wird es.
(In diesem Fall auch noch voll Rache)

Und hier haben wir unendliche opportunities.....
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Touchdownmaker am Di, 19. Jul. ’11, 22:09
Zitat von: Jurgen am Di, 19. Jul. ’11, 21:04
Also ich glaub das Wort wonach wir suchen ist = opportunity

Je mehr opportunity kranke, gestörte Leute haben, desto schlimmer wird es.
(In diesem Fall auch noch voll Rache)

Und hier haben wir unendliche opportunities.....
:thumbup:
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Jurgen am Fr, 22. Jul. ’11, 17:06
 unglaublich (http://www.dailymail.co.uk/news/article-2016900/Rare-pre-shooting-Columbine-yearbook-sale-auction-site-bids-topping-700.html)
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: MoRe99 am Fr, 22. Jul. ’11, 17:41
Zitat von: Jurgen am Fr, 22. Jul. ’11, 17:06
unglaublich (http://www.dailymail.co.uk/news/article-2016900/Rare-pre-shooting-Columbine-yearbook-sale-auction-site-bids-topping-700.html)

Fällt mir nix mehr dazu ein ...  :ohno:  :wallbash:
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: Touchdownmaker am Fr, 22. Jul. ’11, 17:44
Zitat von: Jurgen am Fr, 22. Jul. ’11, 17:06
unglaublich (http://www.dailymail.co.uk/news/article-2016900/Rare-pre-shooting-Columbine-yearbook-sale-auction-site-bids-topping-700.html)
Für Geld geht man auch über Leichen...
Mich wundert das schon lange nicht mehr.
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: zugschef am Fr, 22. Jul. ’11, 19:59
thomas müller (http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_M%C3%BCller_(Psychologe)) hat mal sinngemäß gemeint, dass die prävention solcher tragödien genau ein problem hat: man kann sie nicht medial ausschlachten. denn eine wahre prävention bei dieser art von tragödie bedeutet, dass einfach NICHTS passiert. und da solche tragödien so selten vorkommen, kann man nichtmal irgendwelche geilen statistiken zeigen. genau aus dem grund wird in dem bereich auch ganz wenig unternommen...

bzgl bullying: dass das in den usa ein riesen problem ist, sieht man in jeder jugendserie und in jedem teenie/highschool/college movie. da wird das ja sogar noch vorgemacht. aber hauptsache man sieht keine weibliche brustwarze und keiner sagt fuck oder shit. ;-)
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: MaybeDavis am Fr, 22. Jul. ’11, 23:11
Ja diese extreme Doppelmoral... Sieht man einen Nippel beim Super Bowl, rastet das ganze Land aus, aber wenn in Utah (war glaube dort) die Studenten mit Schusswaffen in die Colleges kommen dürfen gilt das als prävention gegen Anschläge/Amokläufe... einfach nur Krank und traurig
Titel: Re: Columbine
Beitrag von: wizard49er am So, 24. Jul. ’11, 09:25
Zitat von: MaybeDavis am Fr, 22. Jul. ’11, 23:11
Ja diese extreme Doppelmoral... Sieht man einen Nippel beim Super Bowl, rastet das ganze Land aus, aber wenn in Utah (war glaube dort) die Studenten mit Schusswaffen in die Colleges kommen dürfen gilt das als prävention gegen Anschläge/Amokläufe... einfach nur Krank und traurig

Sehr gut geschrieben. Genau das ist ein Problem in den USA.