Eines der wichtigsten Ereignisse der NFL-Offseason steht bevor. Die Rede ist vom NFL Combine 2026, der wie jedes Jahr im Lucas Oil Stadium in Indianapolis, Indiana, stattfindet. Dieses Mal findet er vom 23. Februar bis zum 2. März dieses Jahres statt. Für die College-Spieler, die zum Combine eingeladen werden, ist es das Vorstellungsgespräch ihres Lebens, die Chance, ihre Position vor dem NFL Draft gegenüber den 32 NFL-Teams zu verbessern. Für die Teams selbst ist es ein wesentlicher Schritt im Rekrutierungsprozess eines Nachwuchsspielers und in der gesamten Vorbereitung auf die Suche nach neuen Talenten für die Liga. Mehr als 300 Spieler werden während des Combine von Trainern, Scouts und General Managern der NFL-Teams bewertet.
Die genaue Anzahl der eingeladenen Spieler variiert von Jahr zu Jahr, aber für die Spieler, die eine Einladung zum Combine erhalten, bedeutet dies, dass sie starke Kandidaten für die Rekrutierung im Draft sind. Sobald sie dort sind, hängt es von ihnen ab, ob ihr Wert für den Draft steigt oder sinkt, je nachdem, welchen Eindruck sie mit ihrer Leistung auf die Teams machen.
Gründliche Bewertung
Die College-Spieler werden auf ihre athletischen Fähigkeiten und körperlichen Fertigkeiten getestet, z. B. wie schnell sie den 40-Yard-Lauf absolvieren können, wie viel Gewicht sie heben können, wie hoch sie springen können, sowie weitere Übungen, bei denen sie ihre Fähigkeiten entsprechend ihrer Position auf dem Spielfeld unter Beweis stellen müssen, wie z. B. Werfen für Quarterbacks und Fangen für Wide Receiver.
Die Bewertung beim Combine ist so gründlich und akribisch, dass es nicht ausreicht, der schnellste, stärkste oder höchste springende Spieler zu sein. Außerdem muss man gute Interviews mit den Teams führen. Man muss Antworten geben, die zeigen, dass man ein Spieler mit einem hohen Maß an Professionalität, Fleiß, Teamgeist und anderen Eigenschaften ist, die die NFL-Clubs davon überzeugen, dass sie mit der Entscheidung, diesen Spieler im Draft zu verpflichten, nichts falsch machen können. Dann muss man auch noch die medizinischen Tests bestehen, was den gesamten Prozess zu einer wirklich umfassenden Bewertung macht.
Nur mit Einladung
Wie bereits erwähnt, können nur Spieler, die eingeladen wurden, am Combine teilnehmen. Die Einladungen werden von einem Komitee ausgesprochen, das sich aus Mitarbeitern von NFL-Teams wie Trainern, General Managern und Scouts zusammensetzt. Mit anderen Worten: direkt von den Personen, die die Spieler im Draft rekrutieren werden. Um zu entscheiden, wen sie einladen, sehen sie sich Videos der Spieler in ihren College-Spielen an, beurteilen das Niveau der Konkurrenz, mit der sie im College-Football konfrontiert waren, und analysieren im Grunde genommen den Ruf, den sie sich während ihrer College-Jahre aufgebaut haben. Jedes Jahr werden von den mehr als 1.500 Spielern, die für den Draft in Frage kommen, nur etwa 300 zum NFL Combine eingeladen.
Deshalb sollte man diese Gelegenheit nutzen. In der Vergangenheit haben Spieler wie Fred Warner im Jahr 2018 beim NFL Combine gute Leistungen gezeigt, was dazu beigetragen hat, dass die 49ers ihn in der dritten Runde des Drafts ausgewählt haben. Jetzt gehört Fred zu den besten Linebackern der NFL. Bei Nick Bosa war es eher offensichtlich, dass er früh in der ersten Runde gedraftet werden würde, aber als er sich entschied, am NFL Combine 2019 teilzunehmen, bestätigte er sein Talent mit seiner guten Leistung und half den 49ers dabei, die Entscheidung zu treffen, ihn an zweiter Stelle zu draften.
Diejenigen, die nicht eingeladen werden, können dennoch bei ihren Pro Days glänzen, bei denen es sich im Grunde um Veranstaltungen handelt, die an den Universitäten der Spieler organisiert werden und bei denen auch NFL-Teams die Nachwuchsspieler beobachten können. Es ist jedoch sehr hilfreich, einfach nur die Einladung zum Combine zu erhalten und zu zeigen, was man als NFL-Spieler zu bieten hat.
Quelle: 49ers.com
Danke für die Erklärung. Ich wusste nicht dass es nur auf Einladung geht dort mit zu machen.
Danke Dir, snoopy, für die Erklärung, vor allem zu den Pro Days, die ich bisher nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Und zum Combine bzw dessen Wertigkeit gibts einen interessanten Beitrag hier (https://ninernoise.com/brock-purdy-abysmal-nfl-scouting-combine-shows-drills-are-overrated-01jmp2zqxtfd), der sich explizit mit Brock Purdys Combine beschäftigt.
Es gibt aber auch den Trend, insbesondere von höher gerankten Spielern, am Combine nicht teilzunehmen, um durch einen schlechten Tag sich nicht die Draftposition zu versauen.
Jein. Also auf die Drills und Athletik-Tests wird mehr und mehr von den Top Spielern verzichtet. An den Vermessungen, Gesprächen mit Teams und medizinischen Untersuchungen nehmen die Spieler schon teil.
Was die Athletik-Tests angeht stellt sich für mich ohnehin die Frage, wie weit die noch relevant für die Teams oder nur Teil des "Events" sind. Die Teams müssten eigentlich inzwischen alle On-Field-Tracking Data haben, die mehr aussagen als ein Lauf in Turnhose.
Hat nicht der starke Auftritt von Anthony Richardson vor Jahren dafür gesorgt, dass er so hoch gepickt wurde?
Gab ja nen richtigen Hype nach der Combine.
Die Combine ist gestern gestartet. Habe mir mal die Leistungen der DTs angeschaut. Zahlen sind noch inoffiziell und können sich daher noch verändern.Zane Durant (Penn State) ist eine sehr schnelle 4,75 gelaufen. Zur Einordnung. Solomon Thomas lief damals eine 4,69, D.J. Jones 5,04.Zu beachten ist hier jedoch auch das jeweilige Gewicht. Durant wird mit 290 Pfund angegeben, was für einen DT eher leicht ist. Um die verschiedenen Gewichtsklassen vergleichbar zu machen, hatte ich mal einen "Speed2Weight"-Score entwickelt. Jordan Davis ist hierfür das beste Beispiel als er 2022 mit 341 Pfund eine 4,78 lief. Einer der wenigen die einen Wert > 100 haben. Ansonsten sind Werte ab 80 elite.Bei den DTs wären dieses Jahr unter Berücksichtigung des Gewichts bisher die besten 5 beim 40 Yard Dash:- DeMonte Capehart (Clemson) 313 Pfund - 4,85 (40 Time) - 80,2 S2W-Score
- Zane Durant (Penn State) 290 - 4,75 - 75,6
- David Gusta (Kentucky) 308 - 4,88 - 75,4
- Kaleb Proctor (SE Louisiana) 291 - 4,79 - 74,9
- Caleb Banks (Florida) 327 - 5,04 - 73,8
Die aktuell für Tag 1+2 gehandelten Woods, McDonald, Miller, Jackson, Orange und Corleone haben keine Leistungsdaten abgegeben.Lee Hunter (Texas Tech) und Tim Keenan (Alabama) haben enttäuscht. Bei Keenan kommt erschwerend hinzu, dass er Mini-Hände und sehr kurze Arme hat.
Edit:
Zur Ergänzung noch die S2W-Scores der seit 2017 gedrafteten DTs der Niners:
- Solomon Thomas (2017) 273 - 4,69 - 75,3
- C.J. West (2025) 316 - 4,95 - 74,9
- Jullian Taylor (2018 ) 295 - 4,83 - 71,8
- D.J. Jones (2017) 319 - 5,04 - 68,3
Javon Kinlaw (2020)und Kalia Davis (2022) waren (wenn ich mich richtig erinnere) zum Zeitpunkt der Combine verletzt. Alfred Collins (2025) ist die 40 Yards nicht gelaufen.
Die Frage, die sich mir stellt: Wofür ist es wichtig, wie schnell ein DT mit 140 oder mehr Kilo die 40 Yards läuft? Wären da nicht andere Sachen viel wichtiger? Explosivität, Arme, Leute binden und wegschieben etc?
Zitat von: Stefanski am Fr, 27. Feb. ’26, 08:38Die Frage, die sich mir stellt: Wofür ist es wichtig, wie schnell ein DT mit 140 oder mehr Kilo die 40 Yards läuft? Wären da nicht andere Sachen viel wichtiger? Explosivität, Arme, Leute binden und wegschieben etc?
Schau dir mal diese Seite (https://sumersports.com/the-zone/nfl-combine-by-position-how-do-the-40-yard-dash-and-other-drills-predict-nfl-success/) an. Geht dabei nicht nur um die 40 Yards, sondern auch um andere Drills. Die werden auf der Seite in Korrelation gesetzt zu bestimmten, für die Position nicht unwichtigen Werten in der NFL-Saison.
Vielleicht nur Spielerei? :noidea:
Edit
Im verlinkten Text selber steht z.B. auch das hier:
ZitatWhile the relative correlations within each position group can help focus attention during the drills, it cannot be restated enough that all of these correlations indicate a weak relationship with success at the NFL level.
Edit #2
Eben noch das hier gefunden:
ZitatWe found that only the 40-yard dash has additional predictive power (beyond college performance) in determining the success of defensive linemen.
Quelle dafür: Journal of emerging investigators (https://emerginginvestigators.org/articles/24-208/pdf)
@MoRe99 Danke. Bin zwar öfter mal bei Sumersport, aber den Artikel kannte ich nicht.
Zitat von: Stefanski am Fr, 27. Feb. ’26, 08:38Die Frage, die sich mir stellt: Wofür ist es wichtig, wie schnell ein DT mit 140 oder mehr Kilo die 40 Yards läuft? Wären da nicht andere Sachen viel wichtiger? Explosivität, Arme, Leute binden und wegschieben etc?
Kann ich nachvollziehen und ich würde auch 40 Yards am geringsten bewerten, weil kein DT 40 Yards gerade aus läuft (außer bei Pick-6 / Fumble Return). Aber gute DTs wie Aaron Donald waren da auch sehr stark.
DT eignen sich gut um die Zeiten beim 40 Yard Dash und Gewicht zu vergleichen und die Leistungen vergleichbar zu machen.
Zitat von: Funky am Fr, 27. Feb. ’26, 17:22Zitat von: Stefanski am Fr, 27. Feb. ’26, 08:38Die Frage, die sich mir stellt: Wofür ist es wichtig, wie schnell ein DT mit 140 oder mehr Kilo die 40 Yards läuft? Wären da nicht andere Sachen viel wichtiger? Explosivität, Arme, Leute binden und wegschieben etc?
Kann ich nachvollziehen und ich würde auch 40 Yards am geringsten bewerten, weil kein DT 40 Yards gerade aus läuft (außer bei Pick-6 / Fumble Return).
Oder, wenn er durch die O-Line bricht und den QB jagt, der aus der Pocket läuft.
Es muss schon etwas gewaltig schief laufen wenn irgendein Spieler so viel grün vor sich sieht, das er 40 Yards gerade aus laufen kann.
Mein absoluter Favorit auf Tackle ist Kayden McDonald, wenn man den in Game Speed sieht, ist das schon beeindruckend.
Die beiden Penn State Prospects hab ich für die späteren Runden auf dem Zettel. Das sind eher ,,Projekte" ab Runde 3. allerdings kommt es darauf an was Morris möchte. Für die 3-4 ist Dani Dennis-Sutton nicht die beste Wahl.
Gibt es in den sozialen Medien nach gestern schon den Taylen-Green-Hype? War vor der Combine von den Spielern hinter Mendoza für mich schon einer der spannenderen QB-Prospects.
Gestern legte er einen Vertical von 43,5 hin, zudem einen Broad von 1102 und lief eine 4,36. Zum Vergleich Anthony Richardson, der durch die Combine aufgrund seiner Athletik einen Hype auslöste:
Vertical 40,5
Broad 1009
40 Time 4,43
Habe nicht viel von den Drills gesehen, aber was ich gesehen habe, da fand ich ich Green auch gut. Katastrophe dagegen Jalon Daniels und Joe Fagnano. Junge haben die Fahrkarten geworfen und das ohne Gegnerdruck. Daniels gilt als Late Round Pick. Fagnano sah aus als wäre er auf der falschen Veranstaltung.
Edit: Gerade mal nachgeschaut. Green war mit 4,36 nach Reggie McNeal (4,35/2006) der zweitschnellste QB jemals auf 40 Yards. Gefolgt von Robert Griffin III (4,41/2012) und Anthony Richardson (4,43/2023).
Falls es jemanden interessiert: Die Niners haben ein Video (https://www.49ers.com/video/meet-the-scouts-inside-the-49ers-evaluation-process-at-the-2026-nfl-combine) veröffentlicht, wie der Evaluationsprozess bei der Combine verläuft.